Berufshaftpflichtversicherung: welche Risiken werden abgesichert?

Die Berufshaftpflichtversicherung ist eine der zahlreichen betrieblichen Versicherungen, deren Abschluss ein Gründer prüfen sollte. Die Berufshaftpflicht schützt das Unternehmen vor Forderungen, die aus Personen-, Sach- und Vermögensschäden resultieren können. Sie ist damit umfangreicher als die Betriebshaftpflicht.

Wie überall gibt es zahlreiche Angebote für die Berufshaftpflicht - vergleichen Sie die Angebote für die Berufshaftpflichtversicherung, bevor Sie sich entscheiden!

Die Berufshaftpflichtversicherung für Gründer

Die Berufshaftpflichtversicherung gehört zu den Gewerbeversicherungen, die für viele Unternehmen dringend empfohlen wird.

Sie sichert das Unternehmen umfangreich gegen Schadensansprüche von Dritten ab, sofern das Unternehmen den entstandenen Schaden auch zu verantworten hat. Insbesondere Unternehmensberater, Steuerberater, Anwälte, oder z.B.  Programmierer sollten eine Berufshaftpflichtversicherung prüfen. 

Was sichert die Berufshaftpflichtversicherung ab?

Im Prinzip kombiniert die Berufshaftpflichtversicherung zwei wichtige Komponenten der (Haftpflicht-)Versicherungen miteinander, da sie die Schadensarten von zwei verschiedenen (Haftpflicht-)Versicherungen beinhaltet. Zum einen sind in einer Berufshaftpflichtversicherung die Schadensarten der Betriebshaftpflichtversicherung eingeschlossen. Hierzu zählen die Personen- und Sachschäden.

  • Ein Beispiel für einen Personenschaden ist: Ein Kunde stolpert über ein unsicher verlegtes Stromkabel und verletzt sich.
  • Ein Fall für einen Sachschaden wäre: Ein Unternehmer ist bei seinem Kunden vor Ort und stößt versehentlich die teure Vase Ihres Kunden um.

In der Berufshaftpflichtversicherung sind ebenfalls sogenannte Vermögensfolgeschäden ein Bestandteil des Versicherungsschutzes. Es handelt sich hier um eine finanzielle Schädigung eines Dritten, der jedoch zwingend ein Personen- oder Sachschaden vorangegangen sein muss.

  • Schadensbeispiel: Ein Selbstständiger stürzt im Winter auf einem Firmenparkplatz und bricht sich ein Bein, weil die Firma ihrer Räum- und Streupflicht nicht nachgekommen ist. Aufgrund dessen muss der Selbstständige ärztlich behandelt werden und erleidet einen Verdienstausfall, da er zehn Tage nicht arbeiten kann. Der Verdienstausfall stellt nun den Vermögensfolgeschaden dar, da diesem ein Personenschaden (Beinbruch) vorausging. Der Vermögensfolgeschaden wird von der Berufshaftpflichtversicherung übernommen.

Zusätzlich ist auch die Schadensart der sogenannten Vermögenshaftpflichtversicherung in der Berufshaftpflichtversicherung eingeschlossen – der echte Vermögensschaden. Von echten Vermögensschäden spricht man immer dann, wenn einer finanziellen Schädigung eines Dritten kein Personen- oder Sachschaden vorangegangen ist.

  • Beispiel für einen echten Vermögensschaden: Ein Anwalt berät den Geschäftsführer eines Unternehmens falsch. Dies führt zu erheblichen finanziellen Einbußen im Unternehmen.

Zusätzlich hilft die Berufshaftpflichtversicherung bei der Prüfung der Rechtmäßigkeit der erhobenen Ansprüche im Schadensfall. Sollten diese Ansprüche unrechtmäßig sein, so übernimmt die Berufshaftpflichtversicherung zudem die Kosten, um diesen Anspruch entsprechend abzuwehren.

Berufshaftpflichtversicherung: für wen?

Bei allen Berufsgruppen können Personen- oder Sachschäden auftreten, für die das betroffene Unternehmen entsprechend haften muss. Unternehmen, die zudem einem hohen Risiko ausgesetzt sind, bei einem Kunden einen rein finanziellen Schaden – den gerade beschriebenen echten Vermögensschaden – zu verursachen, sollten auf eine Berufshaftpflichtversicherung nicht verzichten. Dies trifft in besonderem Maße auf Anwälte, Steuerberater sowie Unternehmensberater zu, die deshalb gesetzlich dazu verpflichtet sind, eine Berufshaftpflichtversicherung abzuschließen. Doch auch anderen Berufsgruppen wird die Versicherung dringend empfohlen. So können beispielsweise auch Urheberrechtsverletzungen bei einer Medienagentur oder fehlerhafte Softwareprogrammierung bei einem IT-Dienstleister schnell zu rein finanziellen Einbußen führen, die dann durch eine Berufshaftpflichtversicherung aufgefangen werden können.

Ist die Berufshaftpflichtversicherung wichtig?

Irren ist menschlich – und Fehler passieren. Doch schon der kleinste Fehler kann erhebliche finanzielle Konsequenzen nach sich ziehen, die im ungünstigsten Fall von den Unternehmen selbst getragen werden müssen. In Deutschland ist es Unternehmern gesetzlich vorgeschrieben, Schäden, die sie gegenüber Dritten verschulden, zu ersetzen. Bestimmten Berufen ist es deshalb dringend angeraten, eine Berufshaftpflichtversicherung abzuschließen. Gerade auch für kleine Unternehmen könnte ein solcher Schadensfall existenzbedrohend sein, sollten sie die entstandenen Kosten übernehmen müssen. Eine Berufshaftpflichtversicherung trägt diesem Umstand Rechnung.  

Wie hoch sollte die Deckungssumme gewählt werden?

Die Höhe der Deckungssumme bei der Berufshaftpflichtversicherung sollte sich an den Risiken des entsprechenden Unternehmens orientieren. Wer nach standardisierten Vorgaben der Höchstentschädigungsgrenze sucht, sucht vergebens. Jedes Unternehmen muss für sich einschätzen, welche Risiken vorliegen. Es wird jedoch dringend empfohlen, den größtmöglichen Schadensfall mit der Berufshaftpflichtversicherung abzusichern. Die Gefahr einer zu niedrig gesetzten Deckungssumme besteht darin, dass im Fall eines hohen finanziellen Schadens nicht alles durch die Berufshaftpflicht abgedeckt ist und das Unternehmen zur Kasse gebeten wird.

Tipp: Sie sollten regelmäßig überprüfen, ob die von Ihnen gewählte Deckungssumme der Berufshaftpflichtversicherung noch ausreichend ist und sie gegebenenfalls rechtzeitig erhöhen, um hohe Kosten für Ihr Unternehmen vorab zu vermeiden. Dies ist beispielsweise oftmals erforderlich, wenn Sie neue Aufträge annehmen oder Ihre Geschäftstätigkeit erweitern.

Welche Kosten kommen auf mich zu?

Auch hier gilt: Die Kosten der Berufshaftpflichtversicherung werden für jedes Unternehmen individuell berechnet. Die Höhe der Beiträge hängt von unterschiedlichen Faktoren ab, wie zum Beispiel der Art und der Größe des Betriebs, dem individuellen Risiko und der entsprechend gewählten Deckungssumme. Abschließend muss darauf hingewiesen werden, dass der Begriff „Berufshaftpflichtversicherung“ in der Versicherungsbranche nicht einheitlich verwendet wird. Deshalb sollten Sie immer genau prüfen, welche Schadensarten tatsächlich beim Versicherer Ihrer Wahl durch die angebotene Berufshaftpflichtversicherung abgedeckt sind.

TIPP

Nutzen Sie denn Versicherungsvergleich, um die passende Berufshaftpflichtversicherung zu finden.

Analyse und Vergleich von Versicherungen

Neben der Berufshaftpflichtversicherung gibt es noch weitere wichtige Versicherungen für Ihr Unternehmen. Dazu zählt bspw. die Rechtsschutzversicherung. Eine umfangreiche Bedarfsanalyse auf betrieblicher Ebene bietet das Portal Finanzchef24. Je nach Branche und Tätigkeit erfolgt eine Analyse der relevanten Versicherungen. Im zweiten Schritt können Sie dann auch direkt die Angebote zahlreicher Versicherungsunternehmen ganz einfach vergleichen: zur Versicherungsbedarfsanalyse.

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