Kostenfreie CMS Anbieter für Gründer und 7 Tipps für die Auswahl

In Zeiten der Digitalisierung ist es wichtiger denn je, als Unternehmer eine Website zu haben, die stets aktuell ist. Denn Ihr Onlineauftritt ist zugleich Ihr Aushängeschild - dort sind Sie 24 Stunden am Tag für Ihre Kunden erreichbar.

Um eine Website aktuell zu halten, muss man keinen Programmierer engagieren. Kostenfreie Content Management Systeme helfen Ihnen dabei, Ihre Inhalte selbst einfach zu verwalten. Erfahren Sie, welches CMS sich besonders gut für Gründer und Start-ups eignet und worauf man bei der Auswahl achten muss.

Content Management System: Was ist das überhaupt?

Ein Content Management System, kurz CMS, hilft Ihnen dabei, Inhalte auf Ihrer Website selbst zu verwalten. Und zwar

  • ohne auf das Gesamtlayout Einfluss nehmen bzw.
  • ohne einen Quellcode antasten zu müssen und somit auch
  • ohne Vorkenntnisse mitzubringen.

Das alles wäre ohne ein CMS notwendig, denn rein technisch gesehen, funktioniert jede Unterseite einer Webseite wie eine eigene Datei. Sprich: Eigentlich müsste jede dieser Seiten von einem Programmierer erstellt und von einem Designer gestaltet werden. Content Management Systeme ersparen diese Arbeitsschritte, in dem vorgefertigte Elemente genutzt werden, die im CMS hinterlegt sind. D.h. Elemente wie Kopf- oder Fußzeile, die Farben oder Schriftarten sind in einem Content Management System für alle Unterseiten als Standard programmiert. Durch weitere vorprogrammierte Module, können Sie sich dank CMS sehr einfach neue Seiten zusammenbauen.

Wer ein Content Management System nutzt, kann also ohne HTML-Befehle oder sonstige Codiersprachen zu kennen, Inhalte erstellen und verwalten. Somit können auch Laien ein CMS bedienen. Dennoch ist es aber auch für die Arbeit mit einem Content Management System sinnvoll, ein technisches Grundverständnis mitzubringen.

Ein CMS lohnt sich für Gründer und Start-ups, sobald auch nur wenige Unterseiten einer Website vorhanden sind. Das ist in der Regel schon durch die Startseite, einer Vorstellungsseite (Teamseite) und einer Kontaktseite sowie dem Impressum gegeben. Auf jeden Fall ist es sinnvoll, ein Content Management System zu nutzen, wenn Sie Inhalte haben, die häufig und zeitnah aktualisiert werden müssen und / oder Inhalte, die Sie selbst verwalten möchten. Insbesondere, wenn Sie kontinuierlich Inhalte und neue Seiten ergänzen, führt an einem CMS kein Weg vorbei.

In einem Content Management System ist es zudem auch möglich, Elemente für bspw. Bildergalerien, Videos, Kontaktformulare oder Kommentarfelder zu integrieren. Heutzutage ist es für Gründer kaum mehr denkbar, eine Website ohne CMS zu befüllen. Sobald Sie eine Onlinepräsenz nutzen wollen, sollten Sie sich also Gedanken über ein passendes Content Management System machen.

TIPP

Shopsysteme speziell für e-Commerce Projekte stellen wir Ihnen gesondert vor.

4 kostenfreie Content Management Systeme

Im Folgenden stellen wir vier Content Management Systeme vor, die alle kostenfrei sind. Dennoch sollten Sie mit Kosten für das CMS rechnen, da Sie in der Regel eine Agentur damit beauftragen, das Content Management System von Grund auf für Ihre Website einzurichten. Außerdem sollten Sie mit Kosten für das Hosting und die Domain rechnen.

CMS #1: WordPress

WordPress auf einen Blick:

Das CMS WordPress galt lange Zeit als das Tool für Blogger. Mittlerweile ist es so stark gewachsen und wird längst nicht mehr nur für Blogs genutzt. Zahlreiche Vorlagen und Funktionen sind hinzugekommen, so dass sich WordPress als vollwertiges Content Management System etabliert hat. Sogar Onlineshops lassen sich mit diesem CMS umsetzen.

Vorteile:

Das CMS WordPress hat einen sehr hohen Bekanntheitsgrad und bietet somit auch eine sehr große Community, die sich zu Neuheiten und Problemstellungen sowie Lösungen für das CMS austauscht. WordPress ist sehr bedienerfreundlich und eignet sich somit auch für Laien. Die URLs können Sie eigenständig benennen und auch in Sachen Suchmaschinenoptimierung bietet dieses CMS ausreichend Möglichkeiten.

Nachteile:

Immer wieder in der Diskussion ist die Sicherheit bei WordPress. Da das CMS sehr beliebt ist, stürzen sich auch Hacker vermehrt darauf. Lösen lässt sich das Problem, indem streng darauf geachtet wird, dass stets die neuste Version des CMS genutzt wird. Wenn vertrauliche Daten über das Content Management System laufen (bspw. Kontodaten von Onlineshop-Nutzern), ist dieser Aspekt besonders wichtig.

Ein weiterer Nachteil liegt darin, dass das Backend (sprich: der Bereich, in dem Sie Ihre Website verwalten), nur begrenzt anpassbar ist. Außerdem können mehrsprachige Webseiten nur kompliziert mit diesem CMS verwaltet werden.

CMS #2: Typo3

Typo3 auf einen Blick:

Dieses Content Management System hat eine Historie, die bis 1998 zurückgeht. Nicht erstaunlich ist es also, dass es mittlerweile als "Allrounder" gilt: Dieses CMS kann quasi alles. Doch gerade für Gründer und Start-ups ist das oft nicht das, was ein Content Management System sollte. Denn es besteht die Gefahr, dass man sich nicht mehr auf das fokussiert, was relevant ist.

Vorteile:

Genau wie WordPress bietet auch dieses CMS eine große Community und alle Funktionen, die man in Sachen SEO benötigt. Die Funktionen sind grenzenlos: Sogar mehrere Webseiten können über das CMS abgebildet werden. Auch in puncto Sicherheit spielt Typo3 stets in den vorderen Rängen der Content Management Systeme mit.

Nachteile:

Die Einrichtung ist beim CMS Typo3 vergleichsweise kompliziert und nicht von einem Laien machbar. Jedoch haben sich auch zahlreiche Agenturen und Freelancer auf dieses CMS spezialisiert, die Ihnen Hilfe bei der Einrichtung leisten können.

CMS #3: Drupal

Drupal auf einen Blick:

Das Content Management System Drupal war einst nur als soziale Plattform zum Austausch von Informationen unter Kommilitonen angedacht. Seit 2001 wurde es dann auch für die Allgemeinheit zugänglich gemacht. Das CMS wird häufig auch als riesiger Homepage-Baukasten bezeichnet, da es sehr viele Funktionen bietet, die von Jedermann zusammengebaut werden können. Außerdem ist die Komplexität des Backends eher hoch, so dass das CMS vermehrt nur mit den Funktionen genutzt wird, die auch ein Homepage-Baukasten leisten kann.

Vorteile:

Der größte Vorteil im Vergleich zu den anderen CMS ist die hohe Anzahl an vorinstallierten Funktionen. Auch Dinge wie Multidomain-Management, also die Verwaltung mehrerer Webseiten, ist problemlos möglich.

Nachteile:

Die Grundinstallation ist bei diesem Content Management System sehr schlank. Das Backend anzupassen ist wie in der Beschreibung dargelegt zwar möglich, aber sehr komplex.

CMS #4: Joomla

Joomla auf einen Blick:

Das Content Management System Joomla ist insbesondere in den USA noch sehr verbreitet. Auch in Deutschland galt es eine lange Zeit als Favorit unter den CMS. Allerdings stoppte die Entwicklung dann lange Zeit, so dass andere Content Management Systeme Joomla überholt haben und trotz großer Fortschritte des Joomla CMS mittlerweile immer noch als moderner wahrgenommen werden.

Vorteile:

Die Einrichtung dieses CMS funktioniert einfach und ohne Vorkenntnisse. Auch die Erweiterungen und Designs sind in der Regel mehr als ausreichend für Existenzgründer. Ebenso wie bei Typo3 und WordPress ist die Community sehr groß und Hilfestellungen findet man in Foren etc. sehr gut.

Nachteile:

Neben der bereits erwähnten Modernität gibt es auch in Sachen Sicherheit immer wieder Kritik an diesem CMS, da es häufig bei den Aktualisierungen zu Problemen kommt. Ein weiteres Manko ist die Vergabe von Rechten für die einzelnen Nutzer, die laut Testberichten nur eingeschränkt möglich ist.

Welches CMS eignet sich für mich?

Anbieter für Content Management Systeme gibt es mittlerweile sehr viele. Die hier aufgeführten zählen jedoch zu den verbreitetsten CMS Angeboten im Markt, was zwei Vorteile hat: Erstens finden sich Fehler und Lösungen für diese CMS schneller aufgrund der großen Anzahl an Nutzern. Und zweitens ist es im Vergleich zu kleineren Anbietern wahrscheinlich, dass sich diese Content Management Systeme langfristig am Markt halten können und man nicht irgendwann nach einer Alternative suchen muss. Denn ein Wechsel von einem CMS zu einem anderem CMS wäre nicht nur zeit-, sondern auch kostenintensiv.

Für Gründer und Start-ups empfiehlt es sich also, eines der genannten Content Management Systeme zu nutzen. Welches letztlich am besten geeignet ist, hängt vom Zweck Ihrer Website ab. Wenn Sie Ihr Unternehmen nur einfach präsentieren möchten oder einen Firmenblog schreiben möchten, so ist WordPress vollkommen ausreichend. Drupal eignet sich, wenn Sie viel User Generated Content einbinden, also bspw. mit Foren etc. arbeiten. Das CMS Joomla ist stark erweiterbar und somit für bspw. Informationsportale gut geeignet. Typo3 raten wir Gründern, die sehr viel Content auf einer Seite unterbringen müssen, bspw. Shops oder reine Internetplattformen, die auch auf individuelle Elemente angewiesen sind.

Nachfolgende Kriterien für die Auswahl eines CMS sollten Sie auf jeden Fall mit in Ihre Entscheidung einbeziehen.

TIPP

Hier finden Sie Unterstützung, wenn Sie ein Content Management System aufsetzen wollen.

CMS auswählen: 7 Dinge, auf die Sie achten sollten

  1. Zweck der Nutzung
  2. Inhalte
  3. Sicherheitsfaktoren
  4. Usability und Nutzeranzahl
  5. Suchmaschinenoptimierung
  6. Ausbau und Personalisierung
  7. Supportmöglichkeiten

1. Zweck der Nutzung

In erster Linie ist es für die Auswahl des CMS wichtig, dass es seinen Zweck erfüllt. Nutzen Sie das Content Management System intern oder extern? Benötigen Sie Foren oder die Anbindung eines Onlineshops an das CMS? Wie wichtig sind individuelle Module?

2. Inhalte

Texte, Bilder und Videos sind mittlerweile ein Standard aller Content Management Systeme. Wenn Sie jedoch einen RSS-Feed, Bildergalerien oder verschiedene Sprachen nutzen möchten, so sollten Sie sich vorab informieren, ob das durch das CMS abgedeckt werden kann.

3. Sicherheitsfaktoren

Insbesondere bei vertraulichen Daten, wie Kontodaten, Adressen etc. sollten Sie auf die Sicherheit des CMS achten. Wie werden Daten im CMS verschlüsselt? Gibt es eine Captcha-Fuktion? Wie werden Formulare verarbeitet?

4. Usability und Nutzeranzahl

Wie viele Nutzer haben Zugriff auf das Content Management System und haben diese Vorerfahrung? Das ist eine wichtige Frage, wenn Sie ein CMS auswählen. Insbesondere in Sachen Usability, d.h. Umgänglichkeit des CMS, gibt es große Unterschiede.

5. Suchmaschinenoptimierung

Links und Metadaten sollten in Ihrem CMS einfach verwaltet werden können, um in Sachen SEO zu punkten.

6. Ausbau und Personalisierung

Wie viel können Sie im Backend des CMS anpassen und wie einfach können Sie Module erweitern? Diese Fragen spielen vor allem eine Rolle, wenn Sie eine sehr umfangreiche Webseite durch das CMS abbilden wollen.

7. Supportmöglichkeiten

Der Support ist nicht nur bei eigenen Fragen zum Content Management System wichtig. Eine große Nutzerschaft hilft auch dabei, Lösungen für Fehler zu finden, bevor Sie selbst diese Fehler in Ihrem CMS bemerkt haben.

Fazit und Alternativen zu einem CMS

Fast jeder Gründer, der im Internet durch eine Website auffindbar sein möchte, nutzt heutzutage ein Content Management System. Content Management Systeme erleichtern die Verwaltung von Inhalten, denn eine komplett eigene Website zu programmieren wäre für Existenzgründer kaum finanzierbar. Wichtig ist es, ein CMS zu finden, das zum Zweck der Website passt. Weder zu viele, noch zu wenige Funktionen eines CMS nutzen Ihrem Unternehmen später. Eine sorgfältige Auswahl des CMS, auch nach Kriterien wie Sicherheit, Usability, Suchmaschinenoptimierung, Erweiterungsmöglichkeiten und Support, ist sehr wichtig.

Die gängigsten Content Management Systeme sind WordPress, Typo3, Drupal und Joomla. Alle sind kostenfrei in der Nutzung, wobei Kosten für eine Agentur bei Einrichtung und weitere Kosten für die Website (Hosting und Domain) berücksichtigt werden müssen. Welches dieser Content Management Systeme am Ende für Ihr Unternehmen geeignet ist, hängt insbesondere davon ab, welche Art von Inhalten Sie auf Ihrer Homepage online stellen.

Die Alternative zum CMS ist der Homepage-Baukasten. Hier haben Sie vorgefertigte Module, aus denen Sie sich eine Webseite inkl. Design ohne Vorkenntnisse erstellen können. Ein Homepage-Baukasten ist weitaus günstiger (jährlich unter 100 Euro) als die professionelle Webseitenerstellung durch eine Agentur mittels Content Management System. Es gibt hierbei sehr attraktive Lösungen, die professionell aussehen, gut bezahlbar sind und keinen Risiken aufweisen. Jedoch sollten Sie sich dessen bewusst sein, dass Sie hier im Vergleich zum CMS keinerlei Anpassungsspielraum haben. Empfehlenswert ist der Homepage-Baukasten also eher für kleine Unternehmen, die wenige Inhalte simpel präsentieren möchten und dabei nicht auf Individualität angewiesen sind - auch das hängt aber letztlich von Ihrem Geschäftsmodell und den Inhalten der Webseite ab.

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