Freiberufliche Tätigkeit anmelden: Ämter, Behörden etc.

Wenn Sie eine freiberufliche Tätigkeit anmelden möchten, müssen Sie nicht zum Gewerbeamt. Ihr Weg führt stattdessen direkt zum Finanzamt. Ab diesem Zeitpunkt sind Sie offiziell Freiberufler. Nun geht es u.a. zum Versorgungswerk und ggf. zur Künstlersozialkasse. Und dann ist da auch noch die Frage zu klären, ob Sie eine gesetzliche oder private Krankenversicherung wählen.

Wir erklären nachfolgend Schritt für Schritt, wie Freelancer Amt für Amt eine freiberufliche Tätigkeit anmelden.

Hilfreich für Freiberufler

Ihre freiberufliche Tätigkeit müssen Sie beim Finanzamt anmelden. Nutzen Sie die Ausfüllhilfe für den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung durch einen Steuerberater im Freiberufler-Paket.

Auch wenn Freiberufler nicht unbedingt ein Geschäftskonto benötigen, empfiehlt es sich ein getrenntes Konto anzulegen. So können Sie Beruf und Privates voneinander trennen - zu unseren Angeboten.

Sie haben als Freiberufler meist die Wahl zwischen der gesetzlichen und privaten Krankenkasse. Vergleichen Sie beide Varianten bevor Sie sich für eine Versicherung entscheiden.

Wer kann eine freiberufliche Tätigkeit anmelden?

Viele Gründer fragen sich, welche Tätigkeiten in die Kategorie der freiberuflichen Tätigkeiten fallen und wo man die freiberufliche Tätigkeit anmelden sollte. Die Bestimmung und die Abgrenzung zu einem normalen Gewerbe ist dabei nicht immer ganz eindeutig. Die Zuständigkeit für die Anerkennung eines Freien Berufes liegt beim Finanzamt. Als Faustformel gilt allerdings:

  • Freiberufler üben wissenschaftliche, künstlerische, erzieherische oder schriftstellerische Tätigkeiten aus, die nicht der Gewerbeordnung unterliegen.

Hierzu zählen zum Beispiel Ärzte, Rechtsanwälte, Steuerberater, Architekten, Ingenieure und Dolmetscher. Diese klassischen Freien Berufe werden Katalogberufe genannt. Darüber hinaus lässt das Gesetz auch weitere „ähnliche Berufe" zu, die in den Bereich der Freien Berufe passen. Das sind beispielsweise der Bergführer, Bildhauer, Designer, Diätassistent, Dirigent, EDV-Berater, Fotograf, Künstler, Dozent, Magier, Marketingberater, Musiker, Raumgestalter, Schauspieler, Schriftsteller, Tanzlehrer, Unternehmensberater, Visagist oder Werbetexter.

Partnergesellschaft für die freiberufliche Tätigkeit anmelden

Ausschließlich für den Zusammenschluss mehrerer Freiberufler gibt es die besondere Rechtsform der Partnerschaftsgesellschaft. Sie ist mit einer offenen Handelsgesellschaft (OHG) zu vergleichen und demnach eine Personengesellschaft, für deren Gründung kein Startkapital notwendig. Allerdings haftet man mit seinem Privatvermögen. Die Rechtsgrundlage bildet das Gesetz über Partnergesellschaften (PartGG).

TIPP

Bei den ersten Schritten in die Selbstständigkeit kann Ihnen ein Coach helfen: nutzen Sie die Zuschüsse für die Beratung - wir empfehlen Ihnen den passenden Berater.

Freiberufliche Tätigkeit anmelden: wichtige Anlaufstellen

Um eine freiberufliche Tätigkeit anmelden zu können, sind gewisse Ämter, Behörden und Kassen aufzusuchen. So muss es auch der klassische Gewerbetreibende über sich ergehen lassen. Allerdings haben jene, die eine freiberufliche Tätigkeit anmelden wollen, teilweise andere Pflichten. Zunächst sind Freiberufler von der Eintragungspflicht beim Gewerbeamt und beim Handelsregister befreit. Gründer, die eine freiberufliche Tätigkeit anmelden, können sich aber freiwillig eintragen lassen. Dann bekommen sie aber auch gewisse Pflichten auferlegt.

Man merke sich: Gründer, die eine freiberufliche Tätigkeit anmelden, können das Gewerbeamt und das Handelsregister auslassen. Welche weiteren Schritte zu durchlaufen sind, um eine freiberufliche Tätigkeit anmelden zu können, wird jetzt Amt für Amt erklärt.

Infografik: Unternehmen anmelden spielerisch erklärt

Nachfolgende Infografik erklärt Ihnen Schritt für Schritt, in welcher Reihenfolge Sie die entsprechenden Behörden als Freiberufler ansteuern müssen. Die Grafik öffnet sich bei Klick auf untenstehendes Bild.

Durch Klick auf das obenstehende Bild gelangen Sie zur vollständigen Infografik.

Steuern: freiberufliche Tätigkeit anmelden beim Finanzamt

Los geht die Reise beim Finanzamt. Hier müssen sich Freiberufler spätestens vier Wochen nach Aufnahme ihrer Tätigkeit melden, um einen Fragebogen zur steuerlichen Erfassung anzufordern und auszufüllen. In diesem Prozess erteilt das Finanzamt dem Freiberufler eine Steuernummer. Wir haben die Kontaktdaten zu einem Finanzamt in Ihrer Nähe.

Außerdem ist interessant, dass nur Gewerbetreibende zur Zahlung der Gewerbesteuer verpflichtet sind. Somit brauchen jene, die eine freiberufliche Tätigkeit anmelden, diese Steuer nicht zahlen. Die Gewerbesteuerfreiheit für Freiberufler bleibt auch bei der Gründung als Partnerschaftsgesellschaft erhalten. Wenn Freiberufler aber eine GmbH gründen, geht die Gewerbesteuerfreiheit verloren.

TIPP

Wie wollen Sie die Buchhaltung erledigen? Sie haben die Wahl zwischen einer Software oder einem Steuerberater. Wir empfehlen Ihnen gerne den passenden Kontakt.

Standeskammer für kammerpflichtige Freie Berufe

Oftmals gibt es berufsständische Kammern, auch Standeskammern genannt, bei denen sich der Freiberufler registrieren muss, wenn er eine freiberufliche Tätigkeit anmelden möchte. Kammerpflichtige Freie Berufe sind:

  • Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte, Apotheker
  • Notare, Rechtsanwälte, Patentanwälte
  • Steuerberater, Wirtschaftsprüfer
  • Architekten, beratende Ingenieure

Wenn ein Freiberufler Werbemaßnahmen ergreifen möchte, sollte er sich vorher bei seiner Kammer informieren. Denn die zuständigen Kammern geben teilweise nur beschränkte Möglichkeiten frei, Werbung zu machen. Wir haben die Kontaktdaten zu den Standeskammern zusammengestellt.

Versorgungswerk: Rentenversicherung für Freiberufler

Für Freie Berufe, die einer Standeskammer zugeordnet sind, ist auch die Mitgliedschaft in einem Versorgungswerk der Kammer verpflichtend. Durch die Mitgliedschaft werden Beiträge für die Rentenversicherung fällig.

Zusätzlich zu den kammerpflichtigen Freien Berufen gibt es auch weitere Freie Berufe, die Pflichtzahlungen an die Rentenversicherung leisten müssen. Der Grund ist, dass sie als besonders schutzbedürftig gelten. Gemeint sind Freiberufler wie Lehrer, Hebammen, Seelotsen oder Küstenschiffer. Natürlich können alle übrigen Freiberufler auch freiwillig in die Rentenversicherung einzahlen oder eben privat für die Rente vorsorgen.

TIPP

Stichwort Krankenversicherung: wenn Sie nicht in die Künstlersozialkasse fallen, können Sie zwischen der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung wählen. Unser Tipp: vergleichen Sie!

Künstlersozialkasse für Künstler und Publizisten

Freiberufler wie Künstler und Publizisten werden über die Künstlersozialversicherung in die gesetzliche Sozialversicherung integriert. Hier erhalten freiberuflich Tätige ihre Leistungen aus der Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung. Die Künstlersozialkasse ist somit die Krankenkasse der Freiberufler. Dazu gehören:

  • Künstler: Personen, die Musik, darstellende oder bildende Kunst schaffen, ausüben oder lehren.
  • Publizist: Personen, die als Schriftsteller, Journalist oder in anderer Weise publizistisch aktiv sind.

Der Beitrag wird dabei zur Hälfte vom Freiberufler erbracht. Die andere Hälfte setzt sich zusammen aus einem Zuschuss des Bundes und einer Abgabe von Unternehmen, wie Verlage, Rundfunkanstalten und Galerien, die künstlerische und publizistische Leistungen verwerten.

Berufsgenossenschaft für freie Berufe

Auch Freiberufler müssen sich bei einer Berufsgenossenschaft eintragen. Die Berufsgenossenschaften in Deutschland sind Unfallversicherungsträger für Unternehmen und deren Beschäftigte. Ihre Aufgabe ist es, Arbeitsunfälle, Berufskrankheiten und arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren zu vermeiden. Außerdem unterstützt die Berufsgenossenschaft Unternehmen beim Arbeitsschutz und bietet Schulungen für die Versicherten an. Im Falle eines Arbeitsunfalls oder einer Berufskrankheit betreut sie den Versicherten mit verschiedenen Maßnahmen. Freelancer müssen sich innerhalb einer Woche nach Start der freiberuflichen Tätigkeit dort anmelden.

Betriebsnummer für Mitarbeiter beantragen

Die Betriebsnummer wird seit 2008 vom Betriebsnummern-Service (BMS) vergeben. Sobald ein Freiberufler den ersten Mitarbeiter einstellt, muss er bei der Bundesagentur für Arbeit eine Betriebsnummer beantragen. Bei einer Bearbeitungszeit von bis zu drei Werktagen ist es sinnvoll, den Antrag einzureichen, noch bevor der Mitarbeiter eingestellt wird. Die Nummer ist sowohl für die Anmeldung zur Sozialversicherung als auch bei der Krankenkasse des Mitarbeiters wichtig. Der Antrag auf eine Betriebsnummer muss auch für Mini-Jobber und Auszubildende gestellt werden.

Als Freiberufler Mitarbeiter anmelden

Eingestellte Mitarbeiter sind bei den jeweiligen Krankenkassen zu melden. Diese werden nicht nur beim Eintritt eines neuen Mitarbeiters fällig, sondern auch zu anderen Zeitpunkten. Nähere Informationen hierzu gibt es immer bei der jeweiligen Krankenkasse. Für die Überweisung der Beiträge und die weiteren Meldefristen stellt die Krankenkasse stets aktuelle Merkblätter zur Verfügung.

TIPP

Wenn Sie als Freiberufler Mitarbeiter einstellen, reicht das Homeoffice in der Regel nicht mehr. Sie brauchen ein Büro. Unser Partner shareDnC bietet günstige Büroräume und Coworking Spaces.

Versicherungen für Freiberufler

Auf das Thema Krankenversicherung haben wir schon hingewiesen. Doch es gibt noch eine Vielzahl weiterer Risiken, die für Gründer und Freiberufler relevant sein können. Und je nach konkreter Situation sollte man prüfen, welche Risiken man absichert, damit im Schadensfall nicht die eigene Existenz auf dem Spiel steht. Im privaten Bereich zählt hierzu sicherlich die Berufsunfähigkeitsversicherung.

Im betrieblichen Bereich sind Haftpflicht-, Rechtsschutz- oder Sachversicherungen zu prüfen. Wir erklären, welche Versicherungen für Freiberufler sinnvoll sind. 

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