Kapitalbedarf berechnen und Kapitalbeschaffung sicherstellen

Den Kapitalbedarf für Ihre Existenzgründung haben Sie bereits im Businessplan mit Hilfe des Finanzplans ermittelt. Nun gilt es, den Kapitalbedarf durch die Kapitalbeschaffung zu decken. Grundsätzlich stehen Ihnen bei der Kapitalbeschaffung zwei Möglichkeiten offen: Eigenkapital und/oder Fremdkapital.

Eigenkapital wird in das Unternehmen investiert und muss nicht zurückbezahlt werden – Eigenkapitalgeber sind dann aber Miteigentümer. Fremdkapital wird für eine bestimmte Zeit mit Verzinsung geliehen.

1. Kapitalbedarf ermitteln

Bevor Sie die Frage nach der Höhe der Finanzierung beantworten können, müssen Sie zuerst Ihren gesamten Kapitalbedarf ermitteln. Wenn Sie Ihren Businessplan bereits erstellt haben, dann wissen Sie auch, wie hoch Ihr Kapitalbedarf ausfällt. Falls nicht, können Sie anhand unseres kostenlosen Finanzplan-Tools Ihren Kapitalbedarf für die ersten 36 Monate berechnen.

Wichtig bei der Berechnung des Kapitalbedarfs ist, dass Sie alle für den Kapitalbedarf relevanten Bereiche berücksichtigen. Dazu zählen

  • Gründungskosten: z.B. Notarkosten, Beratung, Anmeldegebühren etc.
  • Gründungsinvestitionen z.B. für die Website, ein Auto, das Lager, ggf. ein Umbau, Einrichtung etc.
  • sowie weitere Investitionen.

Außerdem müssen Sie sicherstellen, dass Sie genügend Kapital für die ersten paar Monate einplanen, in denen Sie in der Regel Verluste schreiben. Zusätzlich raten wir Ihnen, zu dem eigentlichen Kapitalbedarf einen Puffer einzurechnen, damit Sie für einen schlechter als erwarteten Geschäftsverlauf gerüstet sind.

Wenn Sie die gesamten Elemente - Gründungskosten, Gründungsinvestition & Erweiterungsinvestitionen, Kapital für das operative Geschäft und Puffer - zusammenrechnen, erhalten Sie den gesamten Kapitalbedarf, der für Ihre Existenzgründung notwendig ist.

Der Kapitalbedarf variiert dabei je nach Art des Unternehmens. Doch selbst wenn der Kapitalbedarf klein ausfällt, stellt sich die Finanzierung oft als schwierig dar, da insbesondere externe Kapitalgeber oft nicht zu gewinnen sind. Insofern ist beim Thema Finanzen neben der Berechnung vom Kapitalbedarf insbesondere die Kapitalbeschaffung wichtig für Ihre erfolgreiche Existenzgründung.

2. Kapitalbeschaffung sicherstellen

Grundlegend gibt es zwei Wege der Kapitalbeschaffung, aus denen Sie sich als Existenzgründer einen Finanzierungsmix zusammenstellen können: Die Kapitalbeschaffung durch Eigenkapital und die Kapitalbeschaffung durch Fremdkapital.

Hinzu kommt ggf. die Kapitalbeschaffung durch Fördermittel, dessen Beantragung Sie bereits vor der Unternehmensgründung prüfen sollten. Neben eigenkapitalnahen Zuschüssen sind oft auch verbilligte Darlehen für Existenzgründer möglich oder aber eine Bürgschaftsbank steht Ihnen als starker Partner bei der Beantragung eines Bankkredits zur Seite.

Kapitalbedarf durch Kapitalbeschaffung decken

Kapitalbeschaffung durch Eigenkapital

Bei der Kapitalbeschaffung durch Eigenkapital gehört dem Unternehmen das Geld und muss in der Regel weder zurückbezahlt noch verzinst werden. Nichtsdestotrotz gibt es Eigenkapital nicht „umsonst". Investiert ein Eigenkapitalgeber wird er zum Miteigentümer Ihres Unternehmens, d.h. Sie müssen operative Entscheidungen ggf. mit Ihrem Partner abstimmen. Insofern sollten Sie bei der Kapitalbeschaffung durch Eigenkapital genau prüfen, mit wem Sie sich im unternehmerischen Sinne „verheiraten".

Des Weiteren erwarten Eigenkapitalgeber im Normalfall nach einer gewissen Zeit auch eine Dividende, dies ist jedoch bei jungen Unternehmen in der Regel nicht der Fall. Die Motivation für Eigenkapitalgeber ist der zu erwartende steigende Unternehmenswert, an dem die Investoren partizipieren. Worauf Sie im Detail bei der Auswahl der Kapitalbeschaffung durch Eigenkapitalgeber achten sollten, erfahren Sie hier

Außerdem haben wir zum Thema Kapitalbeschaffung durch Eigenkapital einen Blogartikel verfasst, bei dem wir die jeweiligen Eigenkapitalgeber analysiert haben. Zu dem Beitrag gelangen Sie hier.

Kapitalbeschaffung durch Fremdkapital: Geld gegen Zins

Im Gegensatz zur Kapitalbeschaffung durch Eigenkapital werden Fremdkapitalgeber nicht zu Miteigentümern - Sie stellen Geld für einen gewissen Zeitraum zur Verfügung und erwarten dafür einen angemessenen Zins. Fremdkapitalgeber sind in der Regel risikoscheuer als Eigenkapitalgeber – für Sie ist es wichtig, dass das Kapital ordentlich verzinst wird und dass die Wahrscheinlichkeit, dass das zur Verfügung gestellte Geld zurückbezahlt wird, hoch ist. Entsprechend orientiert sich der Zins auch an dem Ausfallrisiko, was unter anderem von der Bonität (Stichwort Rating) des jeweiligen Fremdkapitalnehmers abhängt.

Im Zusammenhang mit der Kapitalbeschaffung durch Fremdkapital sollten Sie ggf. auch das Thema Bürgschaften prüfen. Da Fremdkapitalgeber oft nach Bürgschaften verlangen um das Risiko zu minimieren, lohnt es sich, sich frühzeitig zu informieren. Weitere wichtige Informationen zur Kapitalbeschaffung durch Fremdkapital erhalten Sie hier.

TIPP

Den "richtigen" Kapitalbedarf zu ermitteln ist oft genauso schwer wie die eigentliche Kapitalbeschaffung sicherzustellen. Nutzen Sie die Expertise eines erfahrenen Gründercoachs, der Ihnen bei der Berechnung des Kapitalbedarfs genauso behilflich sein kann wie bei der Finanzierung.

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