Datenschutz im Unternehmen - So erfüllen Sie alle Vorschriften

Datenschutz im Unternehmen stellt noch immer in vielen Fällen ein untergeordnetes Thema dar. Das liegt einerseits daran, dass Unternehmen nicht ausreichend darüber informiert sind, was Datenschutz im Unternehmen im Detail bedeutet. Andererseits auch daran, dass Datenschutz im Unternehmen ein eher unbeliebtes und möglicherweise auch lästiges Thema darstellt.

Doch nicht erst mit der DSGVO stehen Unternehmen jeder Größenordnung in der Pflicht, umfangreiche Prozesse und Richtlinien zu implementieren, um betroffenen Personen mehr Kontrolle über ihre persönlichen Daten zu ermöglichen. Allerhöchste Zeit, mit der Umsetzung zu beginnen.

Was ist Datenschutz?

Datenschutz ist ein allgemeiner Begriff, unter dem man den Schutz sämtlicher Informationen versteht, die nicht für die Allgemeinheit frei zur Verfügung stehen. Im Mittelpunkt stehen hier vornehmlich solche Informationen, die mit einer bestimmten Person direkt in Verbindung zu bringen sind: personenbezogene Daten. Also persönliche und private Informationen sowie Kontaktdaten, aber auch Daten über Sachen oder bestimmte Beziehungen können schutzwürdig sein. Der Umgang mit diesen Informationen ist im Bundesdatenschutzgesetz festgelegt. Dabei bestehen die höchsten Pflichten darin, nur ein Mindestmaß an Daten zu erheben und personenbezogene Daten vor dem Zugriff durch Dritte wirksam zu schützen.

Zweck und Ziel des Datenschutzes im Unternehmen ist es, den Einzelnen davor zu bewahren, dass er beim Umgang mit seinen personenbezogenen Daten in seinen Persönlichkeitsrechten beeinträchtigt wird. Jeder soll selbst bestimmen können, wem er wann welche seiner Daten und zu welchem Zweck zugänglich macht. Dies betrifft sowohl die Daten Ihrer Kunden also auch Mitarbeiterdaten oder Informationen zu Lieferanten und Kooperationspartnern.

Jeder hat das Recht selbst zu bestimmen:

  • Wem die eigenen Daten zugänglich sind.
  • Welche Daten Dritten zugänglich gemacht werden.
  • Wann die Daten Dritten zugänglich gemacht werden.

Um dies zu gewährleisten, müssen wir uns alle an bestimmte technische Maßnahmen und Verfahren halten.

Vorab: die 5 wichtigsten Fragen zum Datenschutz auf einen Blick

Das Thema Datenschutz im Unternehmen ist ungemein vielfältig. Für einen schnellen Einstieg in die Thematik haben wir Ihnen die folgenden Aspekte aufbereitet:

Was ist die DSGVO?

Mit der Datenschutz Grundverordnung wurde ein einheitlicher Rechtsrahmen für die Verarbeitung und Speicherung personenbezogener Daten geschaffen. Unternehmen müssen seit dem 25. Mai 2018 jederzeit in der Lage sein, die Rechtmäßigkeit Ihrer Datenverarbeitungstätigkeiten gegenüber Aufsichtsbehörden nachzuweisen.

Gibt es eine Checkliste zur DSGVO?

Der Weg durch den Paragrafendschungel stellt insbesondere für juristische Laien eine Herausforderung dar. Aus diesem Grund haben wir eine Checkliste mit den wichtigsten To-Dos zur DSGVO angefertigt.

Muss ich einen Datenschutzbeauftragten bestellen?

Das Thema ist für alle Unternehmen relevant, die mit personenbezogenen Daten zu tun haben. Ob Sie einen Datenschutzbeauftragen bestellen müssen, ist im Wesentlichen von drei Voraussetzungen abhängig, die Sie für Ihr Unternehmen prüfen müssen. Lesen Sie hier, welche das sind.

Was gehört in die Datenschutzerklärung?

Jeder Websitebetreiber muss detailliert darüber informieren, wie er Nutzerdaten behandelt, die beim Aufrufen seiner Seite verarbeitet werden. Wichtig dabei ist, dass in der Datenschutzerklärung deutlich gemacht wird, dass verantwortungsvoll mit personenbezogenen Daten umgegangen wird.

Wie verbessere ich die Datensicherheit im Unternehmen?

Die Datensicherheit befasst sich mit dem generellen Schutz von Daten, unabhängig davon, ob diese einen Personenbezug haben oder nicht. Dabei stellt sich die Frage, welche Maßnahmen ergriffen werden müssen, um den Schutz dieser Daten zu gewährleisten und damit schließlich die bestmögliche Datensicherheit zu erreichen. 

Nachfolgend zeigen wir Ihnen auf, was es mit Datenschutz im Unternehmen genau auf sich hat und geben 10 To-Dos für den Anpassungsbedarf der technischen und organisatorischen Maßnahmen in Ihrem Unternehmen. Abschließend listen wir die 10 größten Fehler zum Datenschutz im Unternehmen auf und zeigen auf, wie Sie diese ganz leicht vermeiden können.

Datenschutz im Unternehmen: Wer oder was ist überhaupt geschützt?

Auch wenn das Thema Datenschutz im Unternehmen immer mehr an Bedeutung gewinnt und stets heiß diskutiert wird, scheint sich dennoch noch nicht überall herum gesprochen zu haben, was oder wen genau der Datenschutz eigentlich schützen soll.

Durch das Bundesdatenschutzgesetz werden ausschließlich „personenbezogene Daten" geschützt; also Daten von natürlichen, real existierenden Personen. Das heißt, dass z.B. alle Daten die über „Max Mustermann, Musterstrasse 6 in 12345 Musterstadt" existieren, und seien sie vermeintlich noch so unbedeutend, durch das Bundesdatenschutzgesetz geschützt sind. Daten sind dann personenbezogen, wenn sie persönliche oder sachliche Verhältnisse einer natürlichen Person beschreiben. Dazu genügt es, wenn die Person nicht namentlich benannt wird, sie aber bestimmbar wird, beispielsweise durch eine Telefonnummer oder Adresse.

Informationen über so genannte „juristische Personen" hingegen fallen nicht in den Geltungsbereich des Gesetzes, sofern diese sich nicht wiederum auf „natürliche Personen" (z.B. Mitarbeiter oder Kunden) beziehen. Beispielsweise unterliegen die Kontaktdaten einer Firma - inklusive nichtpersonalisierter Rufnummer - nicht dem  Schutz des BDSG. Etwas anderes gilt wiederum für E-Mail-Adressen und Telefonnummern, die einer ganz bestimmten Person zugeordnet sind.

Datenschutz und Werbung: Was Sie beachten müssen

Worauf muss ich seit der neuen DSGVO in Bezug auf Datenschutz im Unternehmen achten, wenn ich Produkte und Dienstleistungen bewerben? Wie darf ich Kunden und Interessenten ansprechen? Muss ich eine Einwilligung einholen oder nicht? Über diese Frage zerbrechen sich vom Wohnzimmer-Start-up bis zum Großunternehmen alle den Kopf: Darf ich jetzt etwa keine Werbung mehr betreiben? Doch, natürlich dürfen Sie. Doch gibt es dabei einige Punkte zu beachten.

In der DSGVO ist zum Thema Werbung keine ausdrückliche Regelung enthalten, es gilt zunächst weiterhin das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) und das Telemediengesetz (TMG). Die DSGVO regelt dabei die Verarbeitung der personenbezogenen Daten.

Datenschutz: eine Abwägung der Interessen genügt oft

Personenbezogene Daten dürfen zukünftig schon dann für werbliche Zwecke verwendet werden, wenn es zur „Wahrung berechtigter Interessen" des Unternehmens erforderlich ist und kein „überwiegendes Interesse“ der Betroffenen dagegenspricht. Dass „berechtigte Interessen“ bei Direktwerbung vorliegen, darf generell vermutet werden. Somit wird es beispielsweise einfacher, Interessenten zu kontaktieren. Jedoch muss dies im Einzelfall strenger dokumentiert werden als bisher.

E-Mails und Anrufe

Keine Veränderungen gibt es auch bei den wettbewerbsrechtlichen Voraussetzungen für E-Mail- und Telefon-Akquise: Diese sind im Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) geregelt, das weiterhin in Kraft bleibt. Somit ist für Werbung per Telefon und E-Mail (auch für Newsletter) in der Regel die ausdrückliche Einwilligung des Empfängers erforderlich.

Versand an Bestandskunden

Sie dürfen auch weiterhin Newsletterwerbung für eigene Waren oder Dienstleistungen an Ihre Bestandskunden senden, ohne dass diese dem Versand zustimmen müssen

Einwilligung

Eine andere Möglichkeit für zulässige Werbung stellt nach wie vor die Einwilligung dar. Hier bleibt es beim Opt-in-Prinzip: Eine Einwilligung ist nur dann gültig, wenn sie aktiv und bewusst abgegeben wird. Weiterhin nicht zulässig sind daher Formulierungen wie: „Markieren Sie das Kästchen, wenn Sie keine Werbung wünschen" auf einer Gewinnspielkarte.

Anmeldung zum Newsletter

Wenn sich Empfänger für Ihren Newsletter anmelden, müssen Sie bereits bei der Erhebung der Daten (also z. B. im Anmeldeformular) darüber informieren, an wen und zu welchem Zweck die Daten übermittelt werden. Hier reicht auch ein Hinweis auf Ihre Datenschutzerklärung, in der Sie diese Informationen zur Verfügung stellen.

Widerspruchsrecht

Wenn ein Adressat der Werbung widerspricht, muss das auch zukünftig beachtet werden – zwingend. Unternehmen müssen von Anfang an darauf hinweisen, wenn sie Daten (auch) für Direktwerbung nutzen möchten – und müssen zugleich auf das Widerspruchsrecht hinweisen.

Große Panik, kaum Änderungen

Zusammenfassend kann man also sagen, dass sich durch die DSGVO in Sachen Werbung wenig geändert hat, sondern mehr daran, wie die Daten der Werbeempfänger verarbeitet, bearbeitet und gespeichert werden.

Was sich allerdings ändert, ist das deutlich höhere Bußgeld und die Sanktionen, die bei Verstößen verhängt werden. Hier kann der Höchstbetrag von 20 Mio. Euro drohen (bzw. 4% des weltweiten Konzernumsatzes, falls dieser Betrag höher ist). Es ist also in jedem Fall eine gute Idee, die werblichen Maßnahmen noch einmal in Puncto Datenschutz im Unternehmen auf den Prüfstand zu stellen.

TIPP

Es ist grundsätzlich erlaubt, Personendaten zu verarbeiten, um Direktwerbung vorzunehmen! Nicht eindeutig ist geklärt, welche Formen der Direktwerbung damit erfasst sind.

Technische und organisatorische Maßnahmen (TOM) für Datenschutz im Unternehmen

Wer personenbezogene Daten verarbeitet, muss laut DSGVO „geeignete technische und organisatorische Maßnahmen [treffen], um ein dem Risiko angemessenes Schutzniveau zu gewährleisten". Zur Erläuterung:

  • Technische Maßnahmen beziehen sich auf den Datenverarbeitungsvorgang als solches. Sie bezeichnen alle Maßnahmen, die sich physisch umsetzen lassen, zum Beispiel durch das Installieren einer Alarmanlage oder Benutzerkonten, die passwortgeschützt sind.
  • Organisatorische Maßnahmen beziehen sich auf die Rahmenbedingungen des Datenverarbeitungsvorgangs. Sie umfassen Regeln, Vorgaben und Handlungsanweisungen, die dazu dienen, dass Mitarbeiter den Datenschutz gesetzestreu einhalten.

Jedoch benennt die DSGVO dabei keine konkreten Handlungsanweisungen, sondern beschreibt vielmehr Datenschutzziele. Außerdem legt die DSGVO es in Ihr eigenes Ermessen, welche und wie viele technisch organisatorische Maßnahmen Sie treffen.

Das alles entscheidende Kriterium bei der DSGVO ist das Risiko Ihrer Datenverarbeitung für die betroffenen Personen. Je riskanter Ihre Verarbeitung personenbezogener Daten ist, desto mehr müssen Sie für Datenschutz und Datensicherheit tun.

Zukünftig wird eine ausführliche Dokumentation der in Ihrem Unternehmen getroffenen Maßnahmen zu folgenden Punkten erwartet:

  • Pseudonymisierung
  • Verschlüsselung
  • Vertraulichkeit
  • Integrität
  • Verfügbarkeit
  • Belastbarkeit der Systeme
  • Wiederherstellung von Daten
  • Überprüfung, Bewertung und Evaluierung
  • Unterweisung unterstellter Mitarbeiter

Alle TOMs sind nur mögliche Maßnahmen, um Datenschutz im Unternehmen zu verbessern. Nicht zwingend müssen alle Maßnahmen aus allen Schutzkategorien getroffen werden. Es ist jedoch empfehlenswert, möglichst viele der benannten Kategorien abzudecken. Letztlich kommt es aber stets auf das Schutzniveau an, das sich weiterhin aus allen getroffenen Maßnahmen ergibt. Wenn Sie keine bösen Überraschungen erleben wollen, sollten Sie Ihre technisch organisatorischen Maßnahmen grundlegend überprüfen und gegebenenfalls anpassen.

TOMs DSGVO – Ihre 10 To-Dos

  1. Prüfen Sie Ihre Verträge zur Auftragsdatenverarbeitung (ADV) auf DSGVO-Konformität.
  2. Gehen Sie auf Datensuche und identifizieren Sie personenbezogene Daten, die Sie oder ein Dienstleister verarbeitet.
  3. Überprüfen Sie bereits bestehende Maßnahmen auf ihre Wirksamkeit und ob sie die neuen Schutzkategorien abdecken und damit auch die neuen, leicht erhöhten Anforderungen erfüllen.
  4. Ordnen Sie die alten Maßnahmen den neuen Schutzkategorien nach DSGVO zu und ergänzen Sie gegebenenfalls Maßnahmen in diesen Bereichen, um das erforderliche, leicht erhöhte Datenschutzniveau zu erreichen.
  5. Addieren Sie Ihre TOMs: Je größer die Summe der getroffenen Sicherheitsmaßnahmen, desto höher sind Datenschutz und Datensicherheit.
  6. Kommen Sie Ihrer Dokumentationspflicht mit einem Verarbeitungsverzeichnis nach.
  7. Analysieren Sie das Risiko der Datenverarbeitung für die einzelnen Verarbeitungsvorgänge.
  8. Nehmen Sie gegebenenfalls eine Datenschutz-Folgenabschätzung vor.
  9. Legen Sie gesteigerten Wert auf die Sicherheit Ihrer Systeme. Denn durch die DSGVO bekommt das Thema IT-Sicherheit eine höhere Gewichtung.
  10. Informieren und instruieren Sie Ihre Mitarbeiter hinsichtlich Änderungen und Einhaltung zum Thema Datenschutz und Datensicherheit.

Der konkrete Anpassungsbedarf für Datenschutz im Unternehmen hängt letztlich vor allem davon ab, wie diese bisher im Bereich der technischen und organisatorischen Maßnahmen aufgestellt sind.

TIPP

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Datenschutz im Arbeitsalltag: so wichtig wie nie

Gerade im Arbeitsalltag arbeiten wir mit personenbezogenen Daten: das Führen von Personalakten, die Verwaltung von Adressdaten, das Versenden von E-Mails etc. Alle diese Tätigkeiten beinhalten die Erhebung, Verarbeitung, Übermittlung oder Nutzung von personenbezogenen Daten. Somit ist sowohl bei der internen Kommunikation als auch beim Austausch mit außenstehenden Dritten auf die Einhaltung von Datenschutz im Unternehmen zu achten.

Um zum einen den Zugriff auf empfindliche personenbezogene Daten zu vermeiden, aber ggf. auch um die sensiblen Daten, mit denen Sie in der Datenverarbeitung umgehen, zu schützen, gibt es einige Strategien, die Sie sich in Bezug auf den Datenschutz im Unternehmen zu Herzen nehmen sollten. Im Folgenden einige Beispiele, worüber Sie Mitarbeiter durch eine Dienstanweisung zum Datenschutz in Ihrem Unternehmen belehren können, die aber natürlich auch für Sie als Chef gelten:

  1. Wählen Sie für Ihre Zugänge am PC stets sichere Passwörter. Schreiben Sie diese nie auf einen Zettel, den Sie irgendwo dann auch noch für Dritte zugänglich verwahren.
  2. Sperren Sie Ihren Bildschirm jedes Mal, wenn Sie Ihren Arbeitsplatz verlassen.
  3. Wenn Sie einen eigenen Schlüssel zum Büro besitzen oder zu Schränken, bewahren Sie diesen stets sorgsam und idealerweise getrennt vom Privatschlüssel auf. Versehen Sie die Schlüssel auch nicht mit Hinweisen auf die zugehörigen Schlösser oder Adressen.
  4. Halten Sie an Ihrem Arbeitsplatz wichtige Informationen, Unterlagen, Bescheinigungen, Schreiben (auch Sie betreffende) stets sicher unter Verschluss.
  5. Achten Sie darauf, mit welchen Personen Sie über welche Inhalte sprechen. Dabei müssen Sie auch auf besondere Vorgaben zur Schweigepflicht in Ihrem Unternehmen achten.

Datenschutz im Unternehmen: Die 10 größten Datenschutzfehler

Steigern Sie die den Datenschutz im Unternehmen, indem Sie die folgenden 10 größten Datenschutzfehler vermeiden:

  1. Datenschutz ignorieren: Der erste und schwerwiegendste Fehler ist es, sich überhaupt nicht mit dem Thema Datenschutz im Unternehmen auseinanderzusetzen. Denn neben den Bußgeldern und Sanktionen bei Verstößen können Datenschutzpannen auch zum Verlust von Reputation und Kunden führen. Nur wer das Thema Datenschutz ernst nimmt, weiß, wie er Datenschutzfehler vermeiden kann.

  2. Private Nutzung von Smartphone & Co.: Die private Nutzung von Dienst-Smartphones und -Laptops birgt viele Risiken. Durch Hackerangriffe und Diebstahl kann etwa auf geschäftliche personenbezogene Daten zugegriffen werden. Zudem lesen Apps, wie z. B. WhatsApp, das gesamte Adressbuch des Smartphones aus. Um einen unerlaubten Zugriff auf empfindliche Kundendaten zu verhindern, ist eine klare Trennung von geschäftlichen und privaten Geräten demnach die sicherste Lösung.

  3. Ein Passwort für Alles: Noch immer werden Passwörter wie „hallo123" verwendet und gehören damit zu den häufigsten Datenschutzfehlern. Dabei ist ein sicheres Passwort einer der wichtigsten und einfachsten Wege, um sich gegen Hackerattacken zu schützen. Ein sicheres Passwort sollte aus mindestens acht Zeichen bestehen und Ziffern, Sonderzeichen sowie Groß- und Kleinbuchstaben enthalten.

  4. Keine oder falsche Datenschutzerklärung auf der Website: Jeder Websitebetreiber, der personenbezogene Daten verarbeitet, muss auf seiner Seite eine Datenschutzerklärung einbinden. An diese werden bestimmte Anforderungen gestellt: So ist beispielsweise der für Fragen und Hinweise zum Thema Datenschutz zu benennen. Darüber hinaus müssen Informationen über alle verwendeten Analyse-Tools bereitgestellt werden.

  5. Cloud-Speicher: Cloud-Speicher wie Dropbox und Co. sind praktisch und vereinfachen das Datenmanagement immens. Allerdings haben diese auch zahlreiche Sicherheitslücken. Um personenbezogene Daten besser zu schützen, sollte daher auf sichere Alternativen zurückgegriffen werden.

  6. Akten im Papierkorb: Im digitalen Zeitalter wird häufig vergessen, dass auch Druckerzeugnisse personenbezogene Daten enthalten können. Gedruckte Dokumente und Datenträger, die im Papierkorb landen, sind vor unberechtigten Zugriffen nicht geschützt. Vernichten Sie daher Dokumente ordnungsgemäß (z.B. schreddern).

  7. Nutzung des privaten E-Mail-Accounts: Viele Mitarbeiter nutzen private E-Mail-Adressen zum Versenden von betrieblichen Dokumenten mit vertraulichen, personenbezogenen Daten. Dabei nutzen sie häufig unsichere Transfermethoden. Leider wissen das auch viele Hacker, die immer auf der Suche nach Möglichkeiten sind, vertrauliche Daten zu stehlen. Die Nutzung privater E-Mail-Accounts für betriebliche Zwecke sollte daher untersagt sein. Für die Verschlüsselung von Dateianhängen sollten automatisierte Tools eingesetzt werden.

  8. Hereinspaziert: Büroräume bieten einige Gefahren für Datenschutzverstöße. Insbesondere wenn betriebsfremde Personen in Büroräume gelassen werden und ohne Begleitung umherspazieren können. Ein offenes Büro, ein unverschlossener Serverraum, ein vergessenes Dokument auf dem Drucker können fatale Folgen für den Datenschutz von Kunden und Mitarbeitern haben. Der Zugang zu den Büroräumen sollte Betriebsfremden nur für Betriebszwecke gestattet sein und das auch nur unter Aufsicht.

  9. Chaos am Arbeitsplatz: Vertrauliche Briefe, Verträge, Notizen mit Passwörtern, USB-Sticks und das alles auf einem Haufen. Wenn dann auch noch für jeden x-beliebigen Mitarbeiter dieser Haufen ersichtlich ist, ist das Datenschutz-Chaos perfekt. Achten Sie daher darauf, dass Sie beim Verlassen des Arbeitsplatzes keine Unterlagen mit vertraulichen Dokumenten zurücklassen.

  10. Auskunft am Telefon: Es kann jedem Mal passieren: Auskünfte zu personenbezogenen Daten werden gegenüber einem unberechtigten Zuhörer unbeabsichtigt gemacht. Zur Vermeidung ist es unerlässlich, den Mitarbeiter schon im Voraus gründlich darin einzuweisen, welche Auskünfte gemacht werden dürfen und welche nicht.

Wer diese 10 Fehler vermeidet und sich mit dem Thema Datenschutz im Unternehmen auseinandersetzt, ist auf einem guten Weg, mit seinem Unternehmen nicht nur unternehmerisch, sondern auch datenschutzrechtlich voll durchzustarten.

Chancen für Datenschutz im Unternehmen

Über die Datenschutz-Grundverordnung wird viel berichtet – vorrangig geht es dabei um hohe Bußgelder und all die Arbeit, die mit der Umsetzung einhergeht. Viele Unternehmer sehen in den Pflichten nur ein weiteres bürokratisches Instrument, um ihnen das Leben zu erschweren. Doch dass die DSGVO aber auch große Chancen bietet, sehen bisher noch die wenigsten.

Chancen können sein:

  • Imageaufbau: Wir leben in einer Zeit des Datenklaus und -missbrauchs. Ein öffentliches Bekenntnis zum Datenschutz, sichert das Vertrauen von Kunden, Partnern und Mitarbeitern.
  • Optimierung der Arbeitsabläufe: Um die datenschutzrechtlichen Bestimmungen zu wahren, prüft der Datenschutzbeauftragte die Arbeitsabläufe im Unternehmen. Eine gute Gelegenheit, eingefahrene Arbeitsschritte, Abstimmungswege und Verarbeitungsformen zu modernisieren und zu vereinfachen. Häufig gleicht sich die Maßnahme schon kurzfristig durch Kostenersparnisse aus.
  • Sensibilisierung der Mitarbeiter: Durch die Beschäftigung mit dem Thema Datenschutz im Unternehmen entwickeln Mitarbeiter ein Gefühl für die Risiken am Arbeitsplatz und in der Umgebung.
  • Risikominimierung durch Aufbau eines Daten-(Sicherheits-) Managements: Oft ist die Bestellung des betrieblichen Datenschutzbeauftragten die Initialzündung für die Einführung eines überfälligen, effektiven Daten-Managements. So kann der Schutz von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen noch besser gewährleistet werden.
  • Schutz vor Behörden-Besuch: Die Beachtung der Datenschutzbestimmungen schützt auch vor zeitraubenden, und ggf. kostspieligen Prüfungen der Aufsichtsbehörde.

Die DSGVO wird von Unternehmen wahrlich nicht mit offenen Armen empfangen – vielmehr wird sie gerne als Bürokratiemonster mit vielen Hindernissen betrachtet. Doch es lohnt sich, auch mal die Perspektive zu wechseln: Ja, es müssen nahezu alle Prozesse und Arbeitspraktiken grundüberholt werden. Aber genau das kann einen großen Wandel herbeiführen. Sehen Sie die neuen Regelungen als Chance, Ihre Daten endlich vereinheitlichen zu können. Sie können sich schlanker und agiler organisieren. Darüber hinaus erhalten Sie tiefere Einblicke in Ihre Daten, können Produkte sowie Dienstleistungen optimieren und Prozesse straffen.

Nutzen Sie Ihre Chancen und erzielen Sie mit dem Schutz von Daten und einer neuen Transparenz einen echten Wettbewerbsvorteil! Starten Sie dazu bspw. mit der Überprüfung Ihrer Datenschutzerklärung auf der Webseite. Wenn Sie dabei sicher gehen möchten, können Sie sich die Datenschutzerklärung von einem Anwalt erstellen lassen. Erhalten Sie ein unverbindliches Angebot. Und auch interessant: unsere 10 Tipps für mehr Datensicherheit.

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