Existenzgründung aus einer bestehenden Beschäftigung

Neben der Gründung aus der Arbeitslosigkeit oder der Hochschule gibt es noch die Gründung aus einer bestehenden Beschäftigung. Allerdings ist das ein großer Schritt. Die Beendigung einer Festanstellung für den Weg in die Selbstständigkeit birgt auch einige Risiken.

Welche Überlegungen bei der Gründung aus einer Beschäftigung einfließen sollten und welche Maßnahmen Risiken reduzieren, sollten angehende Existenzgründer wissen. Fast immer lohnt sich bei Gründungen aus einer bestehenden Beschäftigung eine geförderte Beratung.

Vom Mitarbeiterbüro auf dem Chefsessel

Die Festanstellung gibt finanzielle Sicherheit und ermöglicht es Arbeitnehmern, die eigenen Lebenshaltungskosten zu stemmen. Bis zu einem gewissen Punkt wird man sicherlich stets zur Verantwortung gezogen und ist dazu verpflichtet, die vorgegebene Arbeit ordentlich auszuführen, allerdings ist man als festangestellter Arbeitnehmer nie das letzte Glied in der Kette und somit von den grundsätzlichen Unternehmensentscheidungen befreit.

Jedoch ist dies für manche Menschen nicht genug. Sie wollen gern das Mitarbeiterbüro gegen den Chefsessel tauschen und fühlen, dass sie ein Unternehmertyp sind. So kommt es vor, dass einige Arbeitnehmer bereits eine eigene Geschäftsidee haben und bereits über die Selbstständigkeit nachdenken.

Manche realisieren ihr Vorhaben, andere träumen noch lange Zeit weiter vom eigenen Unternehmen. Denn der Schritt in die Selbstständigkeit bedeutet auch eine völlig neue Situation, insbesondere in finanzieller Hinsicht. Plötzlich bleibt die monatlich Überweisung vom Arbeitgeber aus und die Ersparnisse müssen für die erste Zeit der Gründungsphase herhalten.

Die Entscheidung zur Gründung eines Unternehmens sollte stets wohl überlegt sein, plötzlich auftretende Schwierigkeiten können Existenzgründer jedoch nie ausschließen. Stattdessen müssen Gründer sich darüber bewusst werden, ob gewisse Risiken annehmbar sind und überwunden werden können. Erst nachdem sich Gründungsinteressierte mit allen Vor- und Nachteilen der Selbstständigkeit auseinandergesetzt haben, sind sie bereit für die Existenzgründung.

TIPP

Wenn Sie eine Finanzierung benötigen, dann lohnt sich die geförderte Beratung. Mit einem erfahrenen Berater erstellen Sie dabei einen realistischen, bankfähigen Businessplan inkl. Finanzplan und gehen gemeinsam die Finanzierung an (bis zu 80% gefördert).

Selbstständig werden oder angestellt bleiben?

Es hat sein Für und Wider. Diese Aussage trifft auf beide Situationen zu, auf die Selbstständigkeit ebenso wie auf das Angestelltenverhältnis. Als Angestellter haben Sie ein regelmäßiges Einkommen, müssen sich aber vielleicht mit schwierigen Kollegen auseinandersetzen. Als Selbstständiger genießen Sie die Möglichkeit, sich Ihre Arbeitszeit frei einzuteilen, was allerdings auch dazu führen kann, dass Sie noch länger als früher arbeiten, da Sie nun selbst für die Kundenakquise zuständig sind. Eine Aufstellung der jeweiligen Vor- und Nachteile ermöglicht ein Vergleich beider Situationen.

Vorteile der Selbstständigkeit

  • Möglichkeit zur flexiblen Gestaltung der Arbeitszeiten
  • Verwirklichung einer eigenen Geschäftsidee
  • Selbstbestimmtes Arbeiten
  • Unabhängigkeit
  • Chance auf höheres Einkommen als in Festanstellung

Nachteile der Selbstständigkeit

  • Starke Tendenz zu längeren Arbeitszeiten
  • Unregelmäßiges Einkommen
  • Mehr Verantwortung, eventuell auch für Mitarbeiter
  • Eigene soziale Absicherung notwendig
  • Möglichkeit des Scheiterns

Vorteile einer Festanstellung

  • Regelmäßiges Einkommen
  • Soziale Absicherung
  • Lohnfortzahlung bei Krankheit
  • Bezahlter Urlaub
  • Weniger Verantwortung

Nachteile eine Festanstellung

  • Leistungs- und Erfolgsdruck
  • Gebunden an Vorgaben durch Arbeitgeber
  • Feste Arbeitszeiten
  • Kündigung möglich
  • Gehalt/Karrierechancen zu gering

Um eine möglichst gute Entscheidungsgrundlage zu bilden raten wir Ihnen, die Punkte jeweils auzuschreiben, gegenüberzustellen und zu gewichten. So erhalten Sie schnell einen guten Überblick und können die nächsten Schritte in Angriff nehmen.

TIPP

Wenn Sie sich arbeitslos melden, können Sie neben dem ALG 1 den Gründungszuschuss beantragen. Da es aber keinen rechtlichen Anspruch auf den Gründungszuschuss gibt, sollten Sie sich frühzeitig informieren.

Risiken reduzieren und Stärken entwickeln

Viele Risiken, die Sie mit einer Existenzgründung eingehen, können Sie z.T. signifikant reduzieren. Ein paar dieser Strategien haben wir Ihnen nachfolgend zusammengestellt:

  • Gute Vorbereitung mit dem Businessplan
    Nehmen Sie sich Zeit für die Ausführung des Businessplans samt Finanzplan. Im Laufe der Erstellung werden Sie ein konkreteres Bild von den Chancen und Risiken Ihrer Gründung haben.
  • Partner für die Gründung suchen
    Vielleicht können Sie andere von Ihrer Geschäftsidee überzeugen, weitere Gesellschafter gewinnen und ein Gründerteam bilden. So verteilen sich die Arbeit, die Entscheidungen und das Risiko auf mehrere Schultern.
  • Gründung im Nebenerwerb
    Prüfen Sie, ob Sie sich zunächst nebenberuflich selbstständig machen können. Wenn Sie merken, dass Ihr Angebot gut ankommt, können Sie von der "Testphase" in die "Vollzeit-Selbstständigkeit" wechseln. Beachten Sie, dass dies eine Zusatzbelastung sein kann und eventuell mit Ihrem Arbeitgeber abgesprochen werden muss.
  • Gründungszuschussbeantragen
    Bei der Gründung aus der Arbeitslosigkeit können Sie einen Antrag auf Gründungszuschuss stellen. Hierfür müssen Sie zumindest einen Tag offiziell arbeitslos gemeldet sein. Beachten Sie jedoch Sperrzeiten, wenn die Kündigung durch Sie und nicht durch den Arbeitgeber erfolgt.

Für die Prüfung Ihrer Idee und der Marktchancen können Sie auch als Arbeitnehmer ein Vorgründungscoaching in Anspruch nehmen. Hier zahlen Sie je nach Bundesland nur einen geringen Eigenanteil und können gemeinsam mit einem Coach Ihr Vorhaben prüfen. Dies hilft Ihnen dann bei der Entscheidung für oder gegen die Selbstständigkeit. Wir empfehlen Ihnen hierzu gerne einen Coach aus unserem Netzwerk.

Quereinstieg aus der Beschäftigung heraus mit Franchise

Manchmal möchte man sein Tätigkeitsfeld komplett ändern und einen Quereinstieg wagen. Hierfür eignet sich besonders die Gründung per Franchise, da von vielen Franchisegebern kein branchenspezifisches Know-how erwartet wird.

Bei einem Franchise System gründen Sie mit einem Konzept, dass sich bereits auf dem Markt bewährt hat und erfolgreich ist. Es gilt also "nur", den Erfolg zu replizieren. Die zusätzlichze umfangreiche Unterstützung und Erfahrung des Franchise Systems führt dazu, dass Franchise Gründungen im Vergleich deutlich nachhaltiger sind und schneller zum Erfolg führen.

TIPP

Wir stellen in unserer Franchisebörse spannende und erfolgreiche Franchise-Systeme vor, die für Gründer geeignet sind und die neue potenzielle Partner suchen.

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