10 Gründe, wieso der Businessplan unerlässlich ist

Seit vermehrt über die Modelle Canvas und Pitch Deck diskutiert wird, kommt immer wieder die Frage auf: Braucht es den guten alten Businessplan überhaupt noch? Fakt ist, ohne den Businessplan gibt es für Gründer kein Geld von der Bank. Dies mag viele Gründer in ihrer Meinung bestätigen, dass man den Businessplan nur für die Bank schreiben muss.

Doch in erster Linie ist der Businessplan ein Dokument für den Gründer selbst. Wir haben zehn weitere Gründe für den Businessplan zusammengetragen – sowie Tools erstellt, die Ihnen beim Businessplan helfen.

1. Weniger Risiko: mit Businessplan scheitert man seltener

Fünfzig Prozent aller Neugründungen – und noch mehr, wenn man nur die Start-ups betrachtet – überleben die ersten fünf Jahre nach dem Start in die Selbstständigkeit nicht. In vielen dieser Fälle hätte ein Businessplan bereits vorher verraten können, ob die Geschäftsidee tatsächlich Potenzial hat und auch rentabel sein kann. Die kritischen Bereiche der Geschäftsidee wie Machbarkeit, Zielgruppe und Marktpotenzial gehen aus einem gut ausgearbeiteten Businessplan hervor.

Die Umsetzung des Gründungsvorhabens wird durch einen Businessplan vereinfacht und somit steigen die Erfolgsaussichten für Ihre Idee. Und auch mit den Risiken des Vorhabens kann besser umgegangen werden, wenn Sie proaktiv arbeiten. Allerdings müssen Sie nicht direkt zu Beginn fünfzig Seiten für Ihren Businessplan schreiben. Es bieten sich zunächst ein Kurz- bzw. Grobkonzept oder das Business Model Canvas an, um einen ersten Überblick und eine gute Diskussionsgrundlage für das weitere Vorgehen zu haben. Den ausführlichen Businessplan schreiben Sie dann erst im Anschluss daran.

2. Der Businessplan gibt Orientierung und Struktur

Der Businessplan zwingt Sie zu einer strukturierten Vorgehensweise. Wenn man die erste Idee für ein Geschäftsmodell hat, so will man manchmal gleich alles auf einmal erledigt haben, bevor man überhaupt den gesamten Umfang des Projekts überblicken kann. Wohin die Reise geht und wie man am besten step by step vorgeht, verrät ein gut ausgearbeiteter Businessplan. Dieser kann einen auch manchmal zurück in die Realität holen, denn der anfängliche Enthusiasmus für eine Unternehmensgründung treibt einen zwar an – und ist auch zwingend notwendig für den Erfolg – doch darf hierbei nichts untergehen. Wissenslücken, Probleme und mögliche Hürden werden erst durch einen Businessplan sichtbar. Dieser benennt die einzelnen Schritte der Unternehmensgründung sehr umfangreich und die Dimensionen des Unternehmertums werden deutlich.

3. Die Idee ist nur der Anfang – dann kommt der Businessplan

Wer gründet, ist motiviert und kann in der Regel ganze Vorträge über seine Idee abhalten. Doch wesentlich für den Erfolg ist es, die Geschäftsidee in zwei bis drei Sätzen zu konkretisieren, herauszuarbeiten, was einen von der Konkurrenz unterscheidet und den Mehrwert des eigenen Produkts gut zu verkaufen – und zwar für jedermann verständlich.

Dabei zählt ein klar „nachvollziehbarer Kundennutzen" sowie „eine Produkt- bzw. Dienstleistungsinnovation mit deutlichem Alleinstellungsmerkmal" zu den häufigsten Gründen, warum Investoren ein Vorhaben weiter verfolgen – so der Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften als Tipp für einen gelungenen Businessplan. 

4. Mit dem Businessplan den geeigneten Markt finden

Schnell in den Markt – testen, was das Zeug hält – weiterentwickeln. Gegner des Businessplans verfolgen oftmals genau diese Strategie und meinen, wer nicht rechtzeitig schaut, ob die Zielgruppe anbeißt, der verliert. Doch Gründer schätzen nicht selten ihren Zielmarkt falsch und/oder zu groß ein. Dass man das richtige Produkt an die falsche Zielgruppe – oder das falsche Produkt an die richtige Zielgruppe verkauft, diese Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch.

Eine ausführliche Marktanalyse im Businessplan ist daher unerlässlich. Auch diese beinhaltet eine Marktforschung, bei der Start-ups schon in einem sehr frühen Stadium kostenlos den direkten Kontakt mit ihren Zielkunden aufnehmen können, ohne Geld in AdWords-Kampagnen oder andere Werbemaßnahmen stecken zu müssen.

5. Konkurrenten und Wettbewerber analysieren

„Wir haben gar keine Wettbewerber" – Ohne Ihre Geschäftsidee zu kennen, können wir sagen: Es lauert sicher irgendwo ein Konkurrent. Vielleicht kennen Sie diesen aber noch nicht. Das ist allerdings unerlässlich, wenn Sie ein Unternehmen gründen und Ihr Unternehmen erfolgreich positionieren wollen. Im Businessplan schauen Sie sich daher nicht nur die eigenen Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken an, sondern analysieren auch die Angebote Ihrer Wettbewerber sehr genau. 

Was macht die Konkurrenz besser? Welche Nische kann ich besetzen? Sie müssen dort punkten, wo der Service oder das Produkt der Konkurrenz aufhört. Dabei muss Ihr Produkt nicht für Sie selbst besser sein als das der Konkurrenz, sondern Sie müssen den Unterschied zur Konkurrenz klar herausarbeiten und zwar so, dass ihn der Kunde erkennt und im besten Fall auch dafür bereit ist, mehr Geld für das Produkt aufgrund des Mehrwerts zu zahlen. Im Businessplan ist daher auch die Marktforschung ein wesentlicher Aspekt. Für die Positionierung des eigenen Angebots haben wir ein Tool entwickelt, das Sie kostenfrei nutzen können: zum Positionierungstool.

6. Der Kapitalbedarf wird im Businessplan festgehalten

Der Finanzplan ist als Kernelement im Businessplan besonders wichtig. Denn ein weiterer Hauptgrund, weshalb Gründungen scheitern, ist eine mangelnde Finanzierung. Gründer schätzen ihren Kapitalbedarf meist zu niedrig ein. Planen Sie daher auf jeden Fall von Anfang an auch Kapital ein, das Sie nutzen können, wenn es länger dauert, bis Ihr Produkt auf dem Markt Erfolg hat.

Ein Finanzplan arbeitet zweifelsohne mit zahlreichen Annahmen. Doch diese Annahmen sind umso realitätsnäher, je fundierter die Arbeit im Businessplan war. Utopische Annahmen zur Umsatz-/Ergebnisentwicklung stehen übrigens auf der Liste der KO-Kriterien von Investoren mit ganz vorne.

TIPP

Nutzen Sie unsere Tools, um Ihren Businessplan sorgfältig zu erstellen. Der Download ist kostenfrei.

7. Businessplan: Dokument für verschiedene Anlaufstellen

Der Businessplan ist ein Dokument, das zwar in erster Linie für Sie als Gründer dient, aber auch von zahlreichen Stellen eingefordert werden kann. Wenn Sie beispielsweise zu Banken und Investoren gehen, so legen Sie hier zunächst das Executive Summary, eine Unternehmenspräsentation oder ein Pitch Deck vor. Hierin werden die wichtigsten Informationen und Kennzahlen aus dem Businessplan zusammengefasst. Gefällt die Idee, so kommt schnell die Frage nach dem ausgearbeiteten Businessplan.

Außerdem gibt es auch zahlreiche Gründer- und Businessplanwettbewerbe, bei denen Gründer den Businessplan einreichen können. So kann man sich nicht nur bestätigen lassen, dass der Businessplan gut durchdacht ist und somit Erfolg verspricht, sondern zugleich vielleicht sogar auch noch einen Gewinn abräumen. Oftmals unterstützen die Wettbewerbe auch bei der Businessplanerstellung, sodass man auch bereits in der Ideenphase einsteigen kann.

8. Der Businessplan verschwindet nicht in der Schublade

Wer denkt, dass der Businessplan nach der Erstellung in der Schublade landet, der irrt. Denn in einem Businessplan werden auch konkrete Maßnahmen festgehalten, die Sie nach der erfolgreichen Gründung umsetzen. Insbesondere im Bereich Marketing und bei der konkreten Kundenakquise sind Meilensteine der Unternehmensentwicklung im Businessplan definiert. Dort werden qualitative sowie quantitative Ziele festgelegt, die Sie Schritt für Schritt erreichen sollten. Sie sparen sich dadurch auch die Zeit, wöchentlich strategische Ziele neu festlegen zu müssen.

9. Erfolgsanalyse und Controlling durch den Businessplan

Wer nicht kontrolliert, der verliert. Mit dem Businessplan schaffen Sie eine gute Basis für effizientes Controlling. Monatlich (in der Anfangszeit auch wöchentlich) sollten Sie die Ist- mit den Soll-Zahlen aus dem Businessplan vergleichen. Nur selten schaffen Start-ups zwar zu hundert Prozent, die Zahlen aus dem Businessplan auch wirklich zu erreichen – vor allem nicht in der vorgesehenen Zeit. Dennoch ist es wichtig, Fehlentwicklungen, Trends und Liquidität zu analysieren. Was sind Ursachen für die Nicht-Erreichung? Wann ist neues Kapital nötig? Welche unerwarteten Faktoren kamen hinzu? Nur auf Basis neuer Erkenntnisse macht wiederum der im Start-up-Bereich beliebte Pivot, also die strategische Neuausrichtung, Sinn.

10. Der Businessplan ist die Basis für Ihren Erfolg

„Fail fast, fail cheap" – das können wir Ihnen nicht raten. Oftmals machen Existenzgründer den Fehler, vorschnell in den ungewissen Zielmarkt zu gehen und mit einem zu niedrigen Budget zu planen. Doch diese Faktoren können ein Unternehmen zum Scheitern bringen. Der Businessplan spekuliert zwar auch, aber besser mit Plan starten, den man abändert als mit verbundenen Augen loszurennen. Über Jahrzehnte hinweg sind Unternehmen mit einem Businessplan erfolgreich geworden: Planen Sie sorgfältig und passen Sie ggf. an. Doch starten Sie nicht ohne – es geht schließlich darum, sich Ihren Traum vom Unternehmer sein zu erfüllen. Und der Businessplan ist Ihr persönliches Gerüst, an dem Sie sich immer festhalten können, auch wenn es mal nicht so gut läuft.

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Ein Beispiel für den Businessplan können Sie als Grundlage nutzen, um Ihren eigenen, individuellen Businessplan zu erstellen. Unser Partner Formblitz verfügt über 200 Businessplanbeispiele, die alle zum Download angeboten werden. Von A wie Ambulante Krankenpflege bis Z wie Zoofachhandel finden Sie das passende Businessplanbeispiel.

Weitere branchenspezifische Informationen für Ihren Businessplan finden Sie auch nachfolgend:

Alternativ können Sie auch zum Start unsere allgemeine Businessplan Vorlage nutzen.

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