Der Businessplan für Freiberufler: Tipps & Tricks

Bei der Existenzgründung als Freiberufler gibt es für Ihren Businessplan einige Dinge zu beachten. Im Fokus sollte insbesondere der Gründer selbst stehen, da bei einer freiberuflichen Tätigkeit die Gründerpersönlichkeit über Erfolg und Misserfolg entscheiden kann. Eine realistische Preiskalkulation sollte im Businessplan ebenso dargelegt werden, sofern Sie nicht an eine Gebührenordnung gebunden sind.

Erfahren Sie auch mehr über das richtige Marketing und lernen Sie die drei wichtigsten Tipps für Ihren Businessplan kennen.

Die Branche der Freiberufler: Steuerberater, Ärzte & Co

Ob Architekt, Künstler oder Arzt – sobald man sich als Freiberufler selbstständig machen möchte, kommt man an einem Businessplan nicht vorbei. Denn er hilft nicht nur beim Finanzierungsgespräch mit dem Bankberater, sondern unterstützt auch bei der Ausarbeitung der eigenen Geschäftsidee.

Im ersten Schritt gilt es die jeweilige Branche der freiberuflichen Tätigkeit und deren Markt im Businessplan darzustellen. So gab es 2014 laut VR-Branchenbrief in Deutschland beispielsweise rund 123.000 niedergelassene Ärzte, die in Summe 37,5 Milliarden Euro umgesetzt haben. Auch Architekten zählen zu den freien Berufen: Mit etwa 39.000 Architekturbüros, einem Branchenumsatz von rund 8,9 Milliarden Euro und 240.000 Euro durchschnittlichem Jahresumsatz gehört Deutschland zu einem der mit Architekten dicht besiedeltsten Ländern Europas. Aber auch als Anwälte, Unternehmensberater, Designer, Programmierer, Journalisten und Ingenieure tätige Selbstständige sind Freiberufler.

Kunden und Leistungsangebot eines Freiberuflers

Wie bei jedem Businessplan gilt es auch bei einem Freiberufler zu Beginn, das Leistungsangebot der geplanten Tätigkeit zu beschreiben und die eigene Zielgruppe zu konkretisieren. Als Freiberufler muss bei der Zielgruppendefinition insbesondere eine Unterscheidung zwischen privaten Endkunden und Geschäftskunden gemacht werden. So sprechen Ärzte private Endkunden an, Ingenieure oder Unternehmensberater dagegen häufig Geschäftskunden.

Die Überlegung der Zielgruppe ist nämlich auch entscheidend für die Ausgestaltung des Leistungsangebotes. Geschäftskunden sind beispielsweise häufig weniger preissensibel, erwarten dafür jedoch auch sehr hohe Qualität und einen gewissen Service.

Da Freiberufler Dienstleistungen anbieten, sollte im Businessplan auch auf deren besondere Eigenschaft, nämlich deren immaterieller Natur, eingegangen werden. Das bedeutet letztlich nichts anderes, als dass das haptische Kaufargument fehlt. Eine Produktüberprüfung wie im Einzelhandel ist vor dem Kauf also gar nicht möglich. Folglich kann die Qualität nur indirekt überprüft werden, indem Referenzen genannt werden oder man von einem zufriedenen Bekannten auf die Dienstleistung hingewiesen wird.

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Beispiel-Businessplan für Freiberufler
Die Themen Markt, Preisgestaltung, Steuern, Recht sowie Kranken- und Rentenversicherung sollten Sie als Freiberufler beachten. Für die Erstellung Ihres Businessplans bietet sich das Freiberufler Businessplan-Beispiel an, dass Sie bei der Erstellung Ihres eigenen Businessplans unterstützt.

Die Gründerpersönlichkeit steht als Freiberufler im Vordergrund

Aufgrund der nicht überprüfbaren Dienstleistungsqualität, muss ein Freiberufler auf eine andere Art und Weise Vertrauen gegenüber einem potenziellen Kunden erzeugen. Referenzen oder der Aufbau einer starken Marke sind hier sicherlich eine gute Hilfe. Die wirkungsvollste Maßnahme zur Vertrauensbildung liegt jedoch in der Art des Auftretens des Gründers selbst.

Das bedeutet für Ihren Businessplan: Machen Sie darin deutlich, warum Sie der richtige für diese Tätigkeit sind. Ihre Ausbildung, Ihre langjährigen Erfahrungen und die Vielzahl der zufriedenen Kunden strahlen Kompetenz und Vertrauen als Freiberufler aus, was Sie dann natürlich auch sowohl gegenüber Ihrem Bankberater wie auch Ihren zukünftigen Kunden glaubwürdig darstellen müssen. Das mag selbstverständlich klingen, kann bei einem Businessplan für einen Freiberufler jedoch ausschlaggebend sein.

Preisgestaltung und Marketing im Businessplan

Vielen Freiberuflern wird die Preisgestaltung für ihre Dienstleistung abgenommen, indem sie sich an eine staatlich festgelegte Gebührenordnung halten müssen. Ärzte, Steuerberater oder Architekten können also keine unterschiedlichen Preisstrategien fahren, sie müssen sich bei der Preisgestaltung an die jeweiligen Verordnungen halten – der Ermessensspielraum ist meistens sehr klein. Als Freiberufler ohne Vorgaben bei der Preisgestaltung kann bei der Preiskalkulation unser Preisberechnungstool unterstützen. So finden Sie den passenden Stundenlohn heraus, den Sie dann inklusive Berechnung auch in Ihrem Businessplan niederschreiben sollten (die Preise der Konkurrenz dürfen Sie trotzdem nicht aus den Augen verlieren!).

Als Freiberufler gilt es außerdem auch, seine Marketingstrategie mit in den Businessplan aufzunehmen. Je nach Zielgruppe muss eine Positionierung festgelegt werden: Arbeite ich im Hochpreissegment und liefere super Qualität und super Service oder sollte ich als noch recht unerfahrener Freiberufler eher einen niedrigeren Stundenlohn ansetzen. Der Businessplan muss auch beantworten, welches Alleinstellungsmerkmal man vorzuweisen hat. Wie hebe ich mich vom Wettbewerb ab, was macht meine Dienstleistung zu etwas ganz Besonderem?

Ist eine eindeutige Positionierung gewählt, fällt die Durchführung von Werbemaßnahmen mit einer klaren Botschaft auch deutlich einfacher. Ob Online-Marketing, Radio-Werbung oder Printanzeigen – nehmen Sie alle Ihre Ideen mit in den Businessplan auf und evaluieren Sie, welche Werbemaßnahme(n) am besten sind. Vergessen Sie dabei nicht, das Empfehlungsmarketing als wohl wichtigste Maßnahme für Freiberufler aufzulisten.

Die 3 wichtigsten Tipps für den Freiberufler Businessplan

Bei der Existenzgründung als Freiberufler gibt es für Ihren Businessplan viele Dinge zu beachten. Wir haben drei wichtige Tipps für die Erstellung Ihres Businessplans zusammengestellt:

  • Zugangsvoraussetzungen
    Je nach Art der freiberuflichen Tätigkeit sind gewisse Zugangsvoraussetzungen notwendig, um als Freiberufler tätig zu sein. So gehören beispielsweise Ärzte, Steuerberater oder Architekten zu ihrer jeweiligen Kammer und müssen die entsprechende berufliche Zulassung vorweisen können. Gehört Ihre Tätigkeit zu einer solchen Berufsgruppe, sollten Sie Ihre Qualifikation als Freiberufler im Businessplan darlegen.
  • Versicherungen oft notwendig
    Freiberufler können mit ihren Dienstleistungen bei der Ausführung durch etwaige Fehler Schäden verursachen. Da Freiberufler als Einzelunternehmen auch mit ihrem Privatvermögen haften, schützen Versicherungen in solchen Fällen. Je nach Art des Freiberuflers sind andere Versicherungen notwendig – informieren Sie sich daher bei uns im Detail, welche Versicherung für Freiberufler wichtig sind und nehmen Sie diese Information dann auch in Ihren Businessplan auf.
  • Rechtsform für Freiberufler: die Partnerschaftsgesellschaft
    Der letzte Tipp für Ihren Businessplan befasst sich mit der Gründung einer Gesellschaft. Viele Freiberufler arbeiten nämlich nicht auf eigene Faust: Es gibt Gemeinschaftspraxen, Ingenieur- und Architekturbüros oder Anwaltskanzleien. Durch die gemeinsame Arbeit lassen sich Kosten einsparen, neue Kunden gewinnen und zuletzt wird auch der Austausch untereinander gefördert. Hierzu ist allerdings eine passende Rechtsform notwendig. Mittlerweile hat sich für Freiberufler die Partnerschaftsgesellschaft als geeignete Rechtsform etabliert. Was die Vorteile dieser Unternehmensform sind, erfahren Sie auf unserer Seite zur Partnerschaftsgesellschaft. Sollten Sie sich also darüber Gedanken machen, mit anderen Freiberuflern gemeinsam tätig zu sein, gehen Sie auf die Auswahl Ihrer Rechtsform im Businessplan ein.

Sie haben nun die wichtigsten Punkte kennengelernt, um einen Businessplan für Ihre Selbstständigkeit als Freiberufler zu verfassen. Auf unserer Seite zum Businessplan finden Sie weiterführende Informationen zur Erstellung eines solchen sowie eine unterstützende Vorlage für Ihren Businessplan.

TIPP

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