Verkaufsstrategien: Diese Tricks funktionieren nicht nur im Supermarkt



Shop-Betreiber – insbesondere die mit jahrzehntelanger Erfahrung und einem Team von Marketing-Spezialisten an ihrer Seite – wissen, wie sie Käufer auf ihre Produkte aufmerksam machen. Wie aber genau funktioniert das und welche Verkaufsstrategien aus dem Supermarkt könnt ihr euch für euer Business abschauen?

Verkaufsstrategien aus dem Supermarkt: Alle Sinne ansprechen

Wir genießen unser Leben mit allen Sinnen. Entsprechend behalten wir Ereignisse besonders prägend in Erinnerung, zu denen wir eine multisensorische Verbindung haben: den Geruch von Sommerregen auf Asphalt, auf dem wir als Kinder Fußball gespielt haben. Das raue Seil in unserer Hand, wenn wir einen Kletterpark bezwingen. “Unser Lied” beim romantischen Date zu Kerzenschein.

Verkaufsstrategien aus dem Supermarkt
In einem gut organisierten Supermarkt ist nichts dem Zufall überlassen. Die Verkaufsstrategien aus dem Supermarkt könnt auch ihr euch aneignen. (Foto: piktochart)

Auch wenn das jetzt ein bisschen unromantisch klingt: Marketing-Profis machen sich diesen multisensorischen Effekt zunutze. Wir zeigen euch, wie ihr dieses Wissen anwenden könnt.

#1 Produkte richtig platzieren

Habt ihr euch auf eurem Weg durch den Supermarkt schon einmal gefragt, ob die Anordnung der Produkte Zufall ist? Ist sie natürlich nicht. Verkaufsprofis versuchen ständig, anhand von Umfragen und Forschungen herauszufinden, wann welche Produkte aus welchen Regalen beim Gang durch den Supermarkt am ehesten gegriffen werden. Daher lautet die permanente Frage: Wie müssen die Produkte optimal positioniert werden? Stichwort: Quengelware.

Auch die Backstube am Eingang ist nicht ohne Grund an diesem Ort. Der Kunde soll sich schon beim Betreten des Gebäudes mit dem Duft und dem Anblick von frischem Brot willkommen fühlen.

#2 Die Optik entscheidet

Produktdesigns üben einen enormen Einfluss auf unsere Kaufentscheidungen aus. Was im Einkaufswagen landet und was nicht, entscheidet der Kunde in Bruchteilen von Sekunden. Damit das gelingt, müssen die Assoziationen stimmen. Das geht schon bei den Farben los: Grün verbinden Menschen mit Ökologie und Gesundheit, Blau hingegen mit Seriosität. Ist dir daher schon einmal aufgefallen, dass die meisten Bio-Produkte viel Grün in Designs beinhalten und die Werbematerialien von Finanzberatern oft blau sind?

Produktdesign geht aber noch weiter: Neben Farbe entscheiden auch Formen, Schriftzüge, Grafiken und so weiter, ob uns das Produkt gefällt. Schaut euch einmal eure Lieblingsprodukte im Supermarkt an und überlegt, was ihr in puncto Design davon lernen könnt.

#3 Düfte als starke Emotionsauslöser

Das sogenannte olfaktorische Gedächtnis speichert Erinnerung komplex ein. Oder anders ausgedrückt: Ein Dufteindruck wird zusammen mit Informationen über das Wo und das Wann geprägt. Wissenschaftler nehmen an, dass der Geruchssinn unser evolutionär ältester Sinn und daher besonders stark ausgeprägt ist.

Wir erinnern uns an das Beispiel mit dem Sommerregen: Wohl jedem von uns kommen bei diesem Duft Erinnerungen von früher ins Bewusstsein. Genauso ist es mit einem Parfum, das wir seit Jahren nicht mehr gerochen haben. Sobald es uns in die Nase steigt, sind die Bilder der Vergangenheit schlagartig präsent.

Verkaufsstrategien aus dem Supermarkt
Gerüche rufen schnell starke Assoziationen in uns hervor. (Foto: piktochart)

Wenn es zu eurem Geschäftsmodell passt, solltet ihr so oft wie möglich kleine Geruchs- oder Geschmacksproben eurer Produkte verschenken. Das macht sich besonders gut im Food- und Kosmetikbereich. Ihr kennt im Supermarkt ja die kleinen Tellerchen mit Käsepröbchen. Die verfehlen ihre Wirkung nie.

Wenn der Kunde eure Produkte riechen oder schmecken kann, hat er einen intensiveren, weil emotionalen Zugang dazu.

#4 Der Ton macht die Musik – und den Verkauf

Was wäre ein Spa-Aufenthalt ohne Entspannungsmusik? Auch im Supermarkt dudelt Popmusik vor sich hin. Einige Discounter haben sogar eigene Radioprogramme. Das muss man nicht mögen. Fakt ist aber, dass viele Erlebnisse ohne akustisches Ambiente ziemlich dröge wären.

Arbeitet daher mit Klängen und Musik, um eine Wohlfühl-Atmosphäre für eure Kunden zu schaffen. Aber Achtung: Wie bei allen vorherigen Tipps gilt, dass ihr euch dabei auf die Bedürfnisse eurer Zielgruppe konzentriert. Einfach nur die eigene Lieblingsplaylist bei Spotify abzuspielen, ist damit nicht gemeint.

Geht auch sparsam mit Tönen und Musik auf eurer Website um. Zu viele Soundeffekte stören die Nutzererfahrung. Erst recht, wenn Kunden in der überfüllten Bahn in Ruhe mit ihrem Smartphone surfen wollen.

#5 Anfassen erlaubt

Ihr kennt die Verbotsschilder: Ware anfassen verboten. Verständlich aus der Sicht des Verkäufers. Aber schade, da durch solche Verbote die Verkaufschancen sinken. Wer eine Gitarre kauft, möchte erst einmal ein Gefühl für das Instrument bekommen. Darauf herumklimpern, die einzelnen Saiten mit den Fingerspitzen berühren, mit der Handinnenfläche über das polierte Holz fahren.

Zumindest ist das auch in Zeiten des Online Shoppings das Bedürfnis vieler Menschen, bevor sie sich zu einem Kauf entschließen. Geht daher auf Tuchfühlung mit euren Produkten und erlaubt den Kunden, diese zu be-greifen.

Weitere Verkaufsstrategien aus dem Supermarkt

Welche Kniffe gibt es noch, mit denen auch ihr arbeiten könnt?

Sonderangebote

Kennzeichnet rabattierte Produkte mit einem farblich hervorstechenden Hinweis. Das funktioniert sowohl als Etikett im Laden als auch mit einer Online-Grafik.

Namensgebung

Einige Gründer unterschätzen die Macht der Namensgebung bei Produkten. Analysiert einmal, welche wohlklingenden Produktnamen euch besonders im Gedächtnis bleiben und leitet eigene Ideen für euch daraus ab.

Atmosphäre

Das perfekte Einkaufserlebnis schafft ihr, wenn ihr euren Laden oder euren Online-Shop so entwerft, dass möglichst viele Sinneseindrücke harmonisch ineinandergreifen. So arbeiten Supermärkte in der Obst- und Gemüseabteilung mit Steinböden, Holzkisten und -auslagen. Auf diese Weise soll das Flair von Wochenmärkten simuliert werden.

Verkaufsstrategien aus dem Supermarkt
Die Präsentation von Gemüse und Obst erinnert häufig an einen Wochenmarkt. Das vermittelt u.a. den Eindruck von Frische und Regionalität. (Foto: piktochart)

Es kommt also nicht nur darauf an, dass eure Produkte schick aussehen, sondern dass sie auch in einem ansprechenden Umfeld platziert werden, welches die Kaufbereitschaft steigert.

Der Supermarkt als Forschungsfeld

Es gibt noch viele weitere Verkaufsstrategien aus dem Supermarkt, um den Kunden ein optimales Einkaufserlebnis zu bieten. Unser Tipp: Schlendert das nächste Mal nicht gedankenlos durch die Gänge, sondern versucht, auf eigene Faust die Mechanismen der Shop-Betreiber herauszufinden. Informiert euch erst im Anschluss tiefergehend über die psychologischen Hintergründe. So habt ihr einen größeren Lerneffekt durch eigene Erfahrung, den ihr auch auf euer Business anwenden könnt.