Gründen im Team: Diese Kombinationen sind beliebt [inkl. Tipps]



Viele Gründer starten allein, meistens mit einer Geschäftsidee. Oft folgen dann weitere Schritte, die der Einzelne noch selbst gehen kann: die Entwicklung eines Geschäftsmodells oder die Erstellung eines Businessplans zum Beispiel. Doch spätestens dann, wenn es um die effektive Umsetzung der Theorie geht, ist ein exzellentes Team gefragt. Wie aber stellt ihr das zusammen? Wir zeigen euch die beliebtesten Konstellationen beim Gründen im Team.

Gründen im Team: Mit Freunden gründen

Freunde können die idealen Geschäftspartner sein. Der Gedanke liegt auch nahe, schließlich kennt ihr euch manchmal schon seit dem Sandkasten. Dass es sich lohnen kann, ein Team unter Freunden aufzubauen, zeigt das Beispiel Bluebird Mountain aus Hamburg.

Kennen gelernt haben wir uns an der Uni, beziehungsweise sind wir in unterschiedlichen Konstellationen schon seit der Schulzeit Freunde. Die Gründung wurde vor allem durch zahllose Skiurlaube, die wir gemeinsam verbracht haben, inspiriert.

Als besonders wichtig beim Gründen im Team erachtet Konstantin Kollar von Bluebird Mountain auch das Eingestehen von Grenzen:

Sagt euch frühzeitig, wann ihr Pausen braucht und nehmt euch die und gesteht sie euch gegenseitig zu.

Doch nicht immer funktioniert die Gründung unter Buddies. Welche Vor- und Nachteile eine solche Kombination hat, erfahrt ihr im Beitrag zum Gründen mit Freunden.

Gründen im Team
Ob mit Freunden oder anderen Konstellationen: Nur weil ihr euch privat gut versteht, seid ihr nicht unbedingt gute Geschäftspartner. (Foto: piktochart)

Familienmitglieder als Mitgründer

Ein Unternehmen mit den eigenen Eltern oder Geschwistern gründen? Für den einen unvorstellbar, für andere wie die Gründer von NautilusLog der Beginn einer Erfolgsgeschichte. Otto Klemke sieht große Vorteile im Gründen mit Familienmitgliedern – weist aber auch darauf hin, dass es von Zeit zu Zeit auch zu Reibungen kommt:

Leute kennt man oft erst richtig, wenn es mal knatscht. Diesen Schritt kann man hier überspringen. Das heißt aber nicht, dass es nicht doch mal irgendwann knallt. Eine offene Kommunikation kann da sehr helfen.

Ähnlich wie beim Gründen unter Freunden gilt aber auch hier: Wer sich privat gut miteinander versteht, muss noch lange nicht im Geschäftsleben zusammen funktionieren. Vor der Gründung solltet ihr daher genau überlegen, ob ihr auch auf dieser Ebene gut zueinander passt.

Gründen mit Beziehungspartnern

Ihr habt einen Partner an eurer Seite, der mit euch durch dick und dünn geht? Warum dann nicht auch zusammen ein Start-up gründen? Viele erfolgreiche Unternehmerpaare zeigen, dass das hervorragend klappen kann. Immerhin bestreitet ihr bereits zusammen den Alltag, weshalb ihr die Stärken und Schwächen des anderen ganz genau kennt.

Für Benedikt Sauter vom Start-up Xentral ist klar: Die Gründung gemeinsam mit seiner Frau Claudia durchzuziehen, hat ihm auf seinem Weg den nötigen Rückhalt gegeben:

Meine Frau Claudia und ich haben zusammen gegründet. Zwei Wochen Festanstellung sind meine Bilanz. Ich habe gleich gemerkt, dass ich mein eigener Chef sein möchte. Darum haben wir uns entschieden, die Produktion gemeinsam hochzuziehen. Aus heutiger Sicht die beste Entscheidung.

Die Konstellation einer Partnerschaft ist besonders spannend für eine Gründung, weil sich daraus auch steuerliche Vorteile ergeben können. Zum Beispiel in einer Ehe. Auch diese Option ist jedoch natürlich kein absolutes Erfolgsrezept – manchmal kann es sogar schaden, eine Liebesbeziehungs mit einer Firmengründung zu verbinden. Ob das Gründen mit dem Lebenspartner eine Belastung oder Bereicherung für die Liebe darstellt, erfahrt ihr hier.

Frauen als Gründerinnen immer noch selten

Bei den Recherchen zum Thema “Gemeinsam gründen” ist uns aufgefallen, dass Frauen in der Existenzgründung noch immer unterrepräsentiert sind. So betrug der Frauenanteil bei Gründerpersonen in Deutschland im Jahr 2017 gerade einmal 29 Prozent im Voll- und 44 Prozent im Nebenerwerb.

Diese Grafik zeigt für die letzten Jahre einen Negativtrend des Frauenanteils in der sowieso schon männlich dominierten Gründerszene Deutschlands. (Grafik: Statista)

Die Gründe hierfür sind vielfältig: So spielen Kinderwünsche, aber auch die im Vergleich zu Männern höhere Angst zu scheitern eine Rolle. Mehr gemischte oder weibliche Teams wären aber eine echte Bereicherung für die noch immer männerdominierte Gründerlandschaft in Deutschland.

Fünf zentrale Basics – egal, mit wem ihr gründet

Für welche Konstellation ihr euch beim Gründen im Team auch entscheidet: Wichtig ist, dass euch entscheidende Aspekte miteinander verbinden. Dazu gehören die folgenden fünf.

#1 Vision

Die gemeinsame Vision sollte von Anfang an klar sein. Wo wollt ihr hin und was beflügelt euch auf diesem langen Weg hin zum erfolgreichen Unternehmen?

#2 Klärung der Unternehmensform

GbR, UG oder gleich eine GmbH? Von vornherein ist es essenziell, dass ihr euch bei der Unternehmensform einig seid. Sonst können schon an dieser organisatorischen Hürde eure besten Geschäftsideen scheitern.

#3 Blickt auf die Teamfähigkeit

Sind eure Freunde zuverlässig und pünktlich zu Umzügen erschienen? Kann euer Bruder mit Geld umgehen? Ist der Partner kritikfähig? Wenn ihr diese oder ähnliche Fragen vorbehaltlos mit “Ja” beantworten könnt, steht einer gemeinsamen Gründung nichts im Wege. Defizite in diesem Bereich können jedoch im Geschäftlichen zu Schwierigkeiten führen.

#4 Mehr Sympathie als Kompetenz?

Gründet nie mit jemandem ein Unternehmen, nur weil ihr demjenigen aus einer schweren Zeit helfen wollt. Etwa, wenn euer Partner oder Freund arbeitslos ist. Das kann eine gute Option sein, wenn der andere auch entsprechende Fähigkeiten für die Selbstständigkeit mitbringt. Denkt aber daran: Ihr wollt ein Start-up gründen, was viel Energie, Know-how und Engagement benötigt. Dazu braucht es den unverstellten Blick auf die Kompetenzen eures Mitgründers, unabhängig von dessen Lebenssituation.

#5 Gründen im Team braucht klare Strukturen

Ihr erspart euch allen viel Ärger, wenn ihr von Anfang an darauf achtet, dass jeder den eigenen Handlungsbereich genau kennt. Legt daher so früh wie möglich fest, wer welche Aufgaben hat und wo die Grenzen liegen.

Weitere Wege, einen Gründungspartner zu finden

Wenn für euch keine der genannten Möglichkeiten für eine gemeinsame Gründung in Frage kommt, schaut doch mal bei Messen und anderen Events vorbei, auf denen ihr Gleichgesinnte kennenlernt.

Es kann nämlich auch von Vorteil sein, wenn ihr keine allzu private Beziehung zu Mitgründern habt. So begegnet ihr euch von Anfang an auf einem professionellen Level. Wie so oft bei der Gründung gilt: Schaut, was für euch passt. Wir wünschen euch jedenfalls das weltbeste Team überhaupt!

  • Unterschiedlichste Kombinationen gibt es auch in den Gründerteams der Top 50 Start-ups 2018. Wie diese aussehen erfahrt ihr in unserer kostenfreien Publikation.