Auf der CES 2019: die besten Geschäftsideen deutscher Start-ups



Die CEBIT ist nicht mehr. Wohin also gucken, wenn man nach neuen Tech-Highlights Ausschau hält? Unser Blick wendet sich nach Westen, ins Land der aufgehenden Start-ups – den USA. Hier findet nämlich alljährlich im Januar die CES statt. Wir stellen euch eine der weltweit größten Tech-Conventions vor – und einige der Geschäftsideen, mit denen deutsche Start-ups sich dort dem Publikum präsentiert haben.

Trends der CES 2019

Das beschränkt sich schon lange nicht mehr auf nützliche Geräte für den Haushalt. Das zeigte sich zum Beispiel auch an der Präsenz der Automobilindustrie auf der CES 2019. Das Thema Autonomes Fahren stand hier nach wie vor hoch im Kurs – und wurde von internationalen Branchen-Giganten fleißig bedient.

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Im sogenannten EUREKA PARK präsentieren sich auf der CES Start-ups aus aller Welt, auch aus Deutschland. (Foto: CES)

Ein weiterer aktueller Trend sind faltbare Monitore. LG präsentierte beispielsweise den Prototypen eines aufrollbaren Fernsehers. Auch im Bereich Smartphones scheinen alle großen Player mit Hochdruck an der Technologie zu arbeiten. Konkrete Ergebnisse präsentierten jedoch nicht Apple oder Samsung, sondern der chinesische Hersteller Royole.

Auf der CES war jedoch nicht nur alles vertreten, was Rang und Namen hat. Sondern auch die, die sich beides erst noch verdienen wollen. Wir stellen euch vier vielversprechende deutsche Start-ups vor, die auf der CES 2019 ausstellten.

Deutsche Start-ups auf der CES

#1 Toposens – sehen wie eine Fledermaus

Das entwickelt einen Ultraschallsensor zur 3D-Erfassung des unmittelbaren Umfelds. Anders als andere Sensoren soll der Ultraschallsensor von externen Faktoren wie beispielsweise beeinträchtigten Sichtverhältnissen möglichst unabhängig sein. Hiermit soll gleich eine ganze Reihe von Anwendungsmöglichkeiten erschlossen werden. Ganz vorne mit dabei ist die Anwendbarkeit im Gebiet Autonomes Fahren. So soll der Ultraschallsensor als unterstützendes Modul eingesetzt werden können, um beim langsamen Fahren auch in sehr unübersichtlichen Fahrsituationen zuverlässig manövrieren zu können.

Selbstfahrende Autos sind jedoch nicht das einzige Anwendungsgebiet. Beispielsweise auch in Smart-Homes soll der Fledermaus-Sensor Anwendung finden. So kann, wenn es nach Toposens geht, bald das Haus per Handbewegung gesteuert werden.

In welchen Bereich die Technologie letztlich konkret angewendet wird, ist für die Geschäftsidee zunächst weniger relevant. Grob vereinfacht ist der große Vorteil, dass Toposens einen Weg gefunden hat, das direkte Umfeld zu erfassen und Entitäten darin erkennen und nachverfolgen kann. So stößt der Staubsauger-Roboter die geerbte Vase nicht um, oder das selbstfahrende Auto erkennt ein spielendes Kind zwischen parkenden Autos und baut keinen Unfall.

#2 CINQ – smarte Düfte für überall

Ebenfalls aus München stammt das Start-up SMP, welches unter der Marke einen kleinen Apparat zur Schau stellte, welcher selbstständig individuell zugeschnittene Gerüche kreiert. Bis zu 8.000 Kombinationsmöglichkeiten kann der Nutzer entweder selbst austüfteln oder sich automatisch von CINQ zusammenstellen lassen. Duft-Connaisseurs können also aufatmen, denn:

Unpersönliche Raumdüfte und unintelligente Raumdiffusoren gehören endlich der Vergangenheit an. – SMP

Auffällig ist, dass das Präfix „Smart“ sich besonderer Beliebtheit erfreut. Nützliche Gadgets dürfen nicht einfach nur nützlich sein, sie müssen smart und miteinander kombinierbar sein, IoT lautet das Zauberwort 2019.

Unabhängig davon kann CINQ einen echten Mehrwert bringen. Gerüche können unsere Stimmung und unser Verhalten beeinflussen. Das mag für den Durchschnittsmenschen weniger deutlich ausfallen als für Süskinds Jean-Baptiste Grenouille, wirken sich aber dennoch auf uns aus. In mehreren Publikationen wird beispielsweise auf die Korrelation zwischen Kaufverhalten und Gerüchen verwiesen, ein ähnlicher Effekt wie der zwischen In-Store Musik und Kaufverhalten.

#3 Mitte – das smarte Wasseraufbereitungssystem

Das Berliner haben wir bereits Anfang November im Gespräch mit Co-Founder und CEO Moritz Waldstein vorgestellt. Das Mitte-Team arbeitet an einem System, welches Verunreinigungen aus unserem Trinkwasser entfernt, ohne dabei die positiven Bestandteile ebenfalls zu entziehen. In den Medien wurde das problematische Mikroplastik vielfach thematisiert. So wurde im vergangenen Jahr nicht nur Mikroplastik in den Exkrementen von acht Probanden von verschiedenen Kontinenten festgestellt, sondern beispielsweise auch im arktischen Eis, verstärkt auch in Fischen und diversen Wasserproben.

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Mit diesem smarten Wasseraufbereitungssystem will das Start-up Mitte Verunreinigungen aus dem Trinkwasser entfernen, ohne bei dem Prozess wichtige und gesunde Bestandteile zu entbehren. (Foto: Mitte)

Moritz Waldstein sagte uns im Gespräch dazu:

Die europäischen Länder einschließlich Großbritannien, Deutschland und Frankreich hatten die niedrigste Kontaminationsrate, aber diese lag immer noch bei 72 Prozent.

Diesem Problem will das Start-up entgegenwirken. Das Mitte-Wassersystem soll nicht nur Verunreinigungen beseitigen, sondern dem Trinkwasser wichtige Mineralien etc. nach dem Reinigungsprozess wieder zusetzen – etwas, das nach Umfragen des Start-ups den Kunden besonders wichtig ist.

Wir entfernen neben Mikroplastik auch Verunreinigungen wie Bakterien, Viren, organische und anorganische Verbindungen, Pestizide, Arzneimittel, Hormone, und mehr.

Vorerst entwickelt Mitte Wassersysteme für den westlichen Markt. Das ausgesprochene langfristige Ziel des Unternehmens ist es jedoch, gerade in ärmeren Ländern die Qualität des Trinkwassers zu verbessern.

#4 Senorics – was ist drin und wie viel davon?

Wäre es nicht cool, wenn man einfach in etwas hineinleuchten könnte und sofort wüsste, was man da vor sich hat? Das dachte sich auch um Dr. Ronny Timmreck. Die Ausgründung aus der TU Dresden hat einen auf Nahinfrarot (NIR)-Spektroskopie basierenden Sensor, der die Inhaltstoffe von flüssigen sowie festen Proben bestimmen können soll.

Solche Untersuchungen gibt es bereits, allerdings können sie nur aufwändig in entsprechend ausgestatteten Laboren vorgenommen werden. Das ändert sich mit dem Senorics-Sensor. Das Start-up hat es nämlich geschafft, den Sensor auf Briefmarkengröße zu schrumpfen.

Auch hier gibt es wieder zahlreiche Anwendungsgebiete. Senorics fasst diese unter drei Schlagworten zusammen: Classify – Qualify – Quantify. Inhaltsstoffe können genau bestimmt werden, Qualitätsstandards somit besser eingehalten und nachgewiesen werden und die Bestandteile differenziert aufgelistet werden.

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