Wie bitte? Wir erklären die wichtigsten Begriffe des Start-up Jargons



In der Gründerwelt wird sich häufig eines ganz eigenen Vokabulars bedient. Das kann schnell zur Verwirrung führen, wenn man nicht weiß, von was der Gesprächspartner da eigentlich gerade redet. Der Start-up Jargon strotzt vor Anglizismen und Abkürzungen. Wir stellen einige zentrale Begriffe aus der Start-up-Szene vor.

Jargon
Der Start-up Jargon ist anfangs nicht leicht zu verstehen. Wir stellen euch daher die wichtigsten Begriffe kurz vor. (Foto: piktochart)

Bootstrapping

Unter dem Begriff Bootstrapping versteht man im Jargon der Start-up Welt die Finanzierung einer Unternehmensgründung ohne externe Finanzmittel. Durch eine externe Finanzierung wird man als Unternehmen oft eingeschränkt. Klar, denn die Geldgeber wollen, dass ihr euer Unternehmen auf eine bestimmte Weise führt. Deshalb verzichten einige Gründer auf externe Finanzmittel und bleiben lieber unabhängig. Dafür gibt es meist Einschränkungen – so stehen beim Bootstrapping bedeutend weniger Finanzmittel zur Verfügung. Und das Wachstum verläuft meist langsamer.

Buyer Persona

Der Begriff Buyer Persona stammt aus dem Marketing und beschreibt einen fiktiven, aber möglichst realitätsgetreuen Kunden. Im Gegensatz zu einer Zielgruppe wird einer Buyer Persona ein komplettes Profil mit Wünschen, Zielen, derzeitigen Verhältnissen und vielem mehr gegeben. Dadurch kann der ideale Kunde eines Unternehmens dargestellt werden, damit das Unternehmen spezifischer auf die Bedürfnisse dieses Idealkundens eingehen kann. Oft wenden sich Unternehmen nicht nur an eine Zielgruppe. Analog werden oft mehrere Personas erstellt, um verschiedene Kundenprofile zu erfassen.

Cap Table

Mit „Cap Table“ ist eine Auflistung der Besitzverhältnisse innerhalb eines Unternehmens gemeint. Diese sind ganz zu Beginn der Start-up Phase meist recht einfach: die Anteile am Unternehmen sind gleichmäßig unter allen Gründungsmitgliedern aufgeteilt. Je nach Unternehmensform muss das aber nicht so sein. Oft gilt: Wer mehr Risiko trägt, dem gehört auch mehr vom Unternehmen.

Spätestens bei der Suche nach Investoren spielt der Cap Table dann eine wichtige Rolle. Vor allem in späteren Finanzierungsrunden muss nämlich genau geklärt sein, wem wie viel gehört.

Conversion-Rate

Die Conversion-Rate gibt Auskunft darüber, wie viele Besucher einer Website eine bestimmt Aktion durchgeführt haben, wie bspw. den Kauf. Interessant wird dies vor allem dann, wenn ihr zum Beispiel eine Werbekampagne startet, um potenzielle Kunden auf euren Online-Shop aufmerksam zu machen. So kann es sein, dass eine solche Kampagne zwar die Besucherzahlen deutlich steigert, diese Besucher jedoch letztendlich nichts kaufen. Entsprechend liefert die Conversion-Rate vorrangig Informationen zum Erfolg eurer Online-Marketings.

Cost per Acquisition (CPA) und Customer Lifetime Value (CLV)

Die Begriffe Cost per Acquisition (CPA) und Customer Lifetime Value (CLV) treten häufig parallel auf. Das ist auch nicht weiter verwunderlich, da beide Auskunft über den Wert eines Kunden für das Unternehmen geben können. Die CPA zeigt auf, wie viel es das Unternehmen gekostet hat, einen neuen Kunden zu gewinnen. Das lässt sich beispielsweise bestimmen, indem man die Kosten einer Werbekampagne mit dem Zugewinn an Kunden vergleicht. Der CLV stellt dagegen dar, wie viel Einnahmen ein Kunde dem Unternehmen insgesamt bringt.

Diese beiden Größen werden häufig miteinander verglichen, um zu ermitteln, ob sich beispielsweise neue Vertriebswege oder Werbemaßnahmen rentieren würden. Wenn die CPA größer ist als der CLV, so lohnt es sich für das Unternehmen nicht, auf diese Weise neue Kunden zu suchen.

Proof of Concept

Ein Proof of Concept, kurz POC, zeigt euch und euren potenziellen Investoren, ob euer Unternehmenskonzept erfolgsversprechend ist, das heißt, ob eure Geschäftsidee praktisch umsetzbar ist und dabei wahrscheinlich wirtschaftlich erfolgreich sein wird.Für die Frage, wann der POC erreicht ist, gibt es keine allgemeingültige Antwort. Es können verschiedene Kennzahlen zur Bewertung herangezogen werden: Von ersten Anmeldungen und Testkäufen bis hin zum sogenannten Break Even, also der Punkt, an dem der Umsatz eines Unternehmens dessen Ausgaben deckt.

Skalierbarkeit

Einer der wohl am häufigsten verwendeten Ausdrücke in der Start-up Szene ist „skalieren“ beziehungsweise „Skalierbarkeit“. Ein Geschäftsmodell mit einer hohen Skalierbarkeit ist eines, bei dem der Umsatz ohne wesentliche zusätzliche Invesitionen signifikant gesteigert werden kann. Ein klassisches Beispiel hierfür ist ein Onlinehändler. Sobald die Plattform steht und die Logistik gesichert ist, braucht es keine größeren Investitionen mehr, um mehr verkaufen zu können und somit den Umsatz zu steigern. Müssen stattdessen immer weitere Investitionen getätigt werden, um den Umsatz zu steigern, so spricht man von einer geringen Saklierbarkeit.

Jargon
Ob euer Geschäftsmodell gut skalierbar ist, hängt davon ab, wie die damit verbundenen Kosten für euer Unternehmen steigen. (Foto: piktochart)

SWOT-Analyse

Die sogenannte SWOT-Analyse ist zentraler Bestandteil jedes Businessplans. Hier werden die Stärken und Schwächen (engl. strengths and weaknesses) aufgeführt und bestehende Chancen und Risiken für das Unternehmen (engl. opportunities and threats) dargestellt. Abhängig von eurem Unternehmenskonzept könnt ihr dann in der Verbindung dieser vier Faktoren einer SWOT-Analyse Strategien entwickeln, um euer Unternehmen optimal aufzustellen. Wie ihr das im Detail macht, findet ihr hier. Außerdem könnt ihr ein passendes Tool für die SWOT-Analyse herunterladen.

 

 

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