Medizinische Versorgung durch e-Health: diese Start-ups machen’s vor



Wie jüngst in einer Studie der Unternehmensberatung McKinsey zu lesen war, könnte das deutsche Gesundheitswesen durch die Digitalisierung bis zu 34 Milliarden Euro im Jahr einsparen. Aber das Land der Dichter, Denker und Verwaltungsbeamten hinkt hier klar hinterher. Dabei klagen Patienten und Ärzte gleichermaßen über inakzeptable Konditionen und ineffektive Methoden vor, während und nach der Behandlung. Innovative Geschäftsideen können Ärzte bei ihrer Arbeit unterstützen – wir stellen vier vor.

Stress und Ängste selbstständig bekämpfen

Immer mehr Menschen fühlen sich im Alltag unter Stress gesetzt oder leiden an Symptomen wie Schlaflosigkeit und Angstgefühlen. Und auch wenn professionelle Hilfe in solchen Fällen glücklicherweise immer häufiger angenommen wird, stehen viele Betroffene vor einem Problem: Es gibt schlichtweg nicht genügend Therapieplätze. So sehen sich viele potenzielle Patienten langen Wartezeiten gegenüber. Eine Alternative zur herkömmlichen Behandlung bietet das Start-up an.

Die bisherigen beiden Produkte, sicherfliegen und Otemi, richten sich respektive an Personen mit Flugangst und solche, die sich mit oben genannten Problemen konfrontiert sehen. Außerdem soll das Angebot demnächst um ein Produkt zum Thema Phobien erweitert werden. Das Start-up bringt eine psychologische (Vor-) Therapie zu den Betroffenen, indem via Virtual Reality-Brille erprobte Therapieansätze vermittelt werden. Das beinhaltet im Falle der Flugangst beispielsweise Lerneinheiten, eine Flugsimulation sowie Ratschläge und Erläuterungen vonseiten einer Psychologin und eines Pilots. So werden die Betroffenen mit ihren Ängsten konfrontiert und lernen, wie sie mit ihnen umgehen müssen.

Mit Lasertechnologie gegen Hautkrebs

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Wenn rechtzeitig erkannt, sieht die Prognose für Patienten mit schwarzem Hautkrebs in den meisten Fällen gut aus. (Foto: Marie-Luise Marchant/ Magnosco)

Das junge Start-up hat ein nicht-invasives Verfahren zur frühzeitigen Erkennung von schwarzem Hautkrebs, der bösartigsten Form von Hautkrebs, entwickelt, basierend auf „Lasertechnologie“ und „KI“. Um das ein wenig zu veranschaulichen: der inhärente Farbstoff der Haut, Melanin, wird gewissermaßen durchleuchtet. Gesunde Zellen erscheinen unter dieser Infrarot-Beleuchtung grün-bläulich, kranke Zellen dagegen eher rot. Hierdurch gewonnene Daten werden mittels eines Algorithmus analysiert, was eine fundiertere Diagnose begünstigt. Neben der Frühdiagnose ist auch das genaue Mitverfolgen und die Dokumentation von Krankheitsverläufen möglich.

Die Effektivität der Methode wurde im Zuge einer dreijährigen Testphase nachgewiesen. Überzeugt hat das unter anderem die Universitätskliniken Tübingen und Heidelberg sowie die Berliner Charité.

Spielerisch Verantwortung lernen

Das Hamburger Start-up will Kindern auf spielerische Weise den Umgang mit ihren Krankheiten beibringen. Besonders wichtig ist, die kleinen Patienten zu motivieren, sich selbstständig um die Einhaltung ihrer Medikation und Therapie im Allgemeinen zu kümmern. Dazu hat das Start-up eine Therapie-App entwickelt. Der Fokus von Birds and Trees liegt derzeit auf dem Umgang mit Mukoviszidose, einer seltenen Stoffwechselerkrankung. Es wird aber auch an einer Version für Kinder mit Asthma gearbeitet.

Betroffene Kinder können ihr Leiden künftig mit Patchie, einem dreiäugigen, digitalen Spielgefährten, der die Krankheit ebenfalls hat, teilen. Das Kind übernimmt die Verantwortung für Patchie und lernt dabei, mit der Krankheit und den damit einhergehenden unliebsamen Therapiemaßnahmen umzugehen.

Professionelle Hilfe rund ums Baby

Das Start-up , das aus dem Berliner Company Builder Heartbeat Labs hervorging, kümmert sich um werdende und frischgebackene Eltern. Unsicherheiten zu Beginn sind ganz normal, das gilt auch für das Elternsein. Und so kann es gut sein, dass auf die Schnelle Fragen aufkommen, jedoch weder eine Hebamme noch ein Arzt kurzfristig erreichbar sind – ganz besonders abends, außerhalb der üblichen Sprechzeiten.

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Tipps und Hilfe auch außerhalb der normalen Öffnungszeiten, das verspricht Kinderheldin. (Foto: piktochart)

Kinderheldin bietet professionelle Beratung durch Hebammen, wahlweise per Telefonat oder Live-Chat. Eine 24-Stunden-Betreuung kann Kinderheldin nicht gewährleisten – dafür garantiert das Start-up aber, dass sich auf Anfragen innerhalb der Geschäftszeiten eine Hebamme binnen maximal einer Viertelstunde meldet. Außerdem sind die Geschäftszeiten auf die bestehenden Angebote angepasst. So steht der kostenpflichtige Service auch feiertags und am Abend zur Verfügung.

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