Finanzierung: Auf diese 2 Bereiche achtet eure Bank im Finanzplan



Wer für seine Gründung oder für das Unternehmenswachstum eine Finanzierung benötigt, kommt an der Erstellung eines professionellen Finanzplans nicht vorbei. Der Finanzplan dient den möglichen Kapitalgebern als Entscheidungsgrundlage und wird kritisch geprüft – zwei Teilbereiche davon ganz besonders. Welche das sind, wie ihr einen professionellen Finanzplan erstellt und welche häufigen Fehler ihr auf jeden Fall vermeiden solltet, erfahrt ihr in diesem Beitrag. Plus: Selbst könnt ihr euren Finanzplan in unserem neuen erstellen!

Die Erstellung eines Finanzplans ist grundsätzlich für alle Gründer Pflicht. Schließlich gibt er Auskunft darüber, wie hoch der Kapitalbedarf ausfällt und ob sich das eigene Vorhaben finanziell überhaupt lohnt. Aber auch für bestehende Unternehmen ist eine kontinuierliche Finanzplanung empfehlenswert, da vorausschauende Unternehmen nachweislich schneller und nachhaltiger wachsen.

Spätestens aber wenn man als Gründer oder als junges Unternehmen eine Finanzierung beantragen möchte, kommt man an der Erstellung eines Finanzplans definitiv nicht mehr vorbei. Banken – und übrigens auch Investoren – fordern zwingend einen professionellen Finanzplan, um eine mögliche Finanzierung prüfen zu können.

Zwei wichtige Teilbereiche des Finanzplans sind dabei für die Finanzierungspartner von besonders hohem Interesse: die Liquiditätsplanung und die Rentabilitätsrechnung.

Ohne Liquiditätsplan kein Geld von der Bank!

In der Liquiditätsplanung werden alle Kontoein- und auszahlungen erfasst. Sie zeigt den jeweiligen Kontostand zum Monatsende und gibt Aufschluss darüber, welcher Fehlbetrag gegebenenfalls finanziert werden muss. Die Bank kann der Liquiditätsplanung aber auch entnehmen, welche Darlehenshöhe man sich aufgrund von Zins- und Tilgungszahlungen überhaupt leisten kann. Die Liquiditätsplanung ist daher der wichtigste Teil des Finanzplans. Banken schauen sich die Liquiditätsplanung ganz genau an und fordern fast immer eine Drei- bis Fünfjahresplanung.

Damit eure Liquiditätsplanung einer kritischen Prüfung Stand hält, solltet ihr insbesondere nachfolgende drei Punkte beachten:

  • Bruttowerte anstatt Nettowerte
    Bitte denkt daran, dass ihr in eurer Liquiditätsplanung Bruttowerte berücksichtigt. Eure Rechnungen werden von euren Kunden schließlich auch inklusive Umsatzsteuer bezahlt, genauso wie zum Beispiel eure Lieferantenrechnungen, die ihr begleicht.
  • Zahlungsziele berücksichtigen
    Wenn ihr euren Kunden Zahlungsfristen einräumt, müssen diese in eurer Planung berücksichtigt werden. Nicht selten werden Rechnungen erst zwei bis drei Monate nach der Rechnungsstellung bezahlt – das kann schnell zu einem kurzfristigen Liquiditätsengpass führen. Übrigens solltet ihr auch Rabatte, Skonto, sowie Zahlungsausfälle in eure vollständige Liquiditätsplanung aufnehmen.
  • Habt ihr an die Steuern gedacht?
    Abhängig von der Rechtsform eures Unternehmens werden u.a. Gewerbesteuer, Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag fällig. Steuern – inklusive der abzuführenden Umsatzsteuer und der zu verrechnenden Vorsteuer – gehören in deine Liquiditätsplanung.

Profitabel? Realistisch? Die Rentabilitätsrechnung gibt Auskunft!

Neben der Liquiditätsplanung ist insbesondere auch die Rentabilitätsrechnung für die Bank relevant. Sie zeigt, wie hoch der Umsatz, die Kosten und der jährliche Gewinn beziehungsweise Verlust ausfällt. Auf Basis dieser Zahlen können Margen und wichtige Kennzahlen berechnet und verglichen werden. So kann die Bank dann auch relativ schnell einschätzen, wie realistisch die Finanzplanung überhaupt ist. Fast alle Banken wollen die Rentabilitätsrechnung für die kommenden drei vollen Jahre sehen, einige fordern sogar eine Fünfjahresplanung.

Für eine realistische Rentabilitätsrechnung möchten wir euch gerne folgende drei Tipps mitgeben:

  • Nachvollziehbare Umsatzplanung
    Der Umsatz sollte für einen Kapitalgeber relativ schnell und einfach nachvollziehbar sein. Bitte zeigt daher auf, wie euer Umsatzmodell aussieht (z.B. Kunden pro Tag oder Anzahl verkaufter Produkte pro Tag) und mit welchen Zahlen ihr plant. Achtet dabei auch auf mögliche Kapazitätsgrenzen!
  • Kosten transparent aufzeigen
    Die Kosten solltet ihr möglichst detailliert auflisten. Zeigt auf, welche Kosten direkt vom Umsatz abhängen, wie hoch die monatlichen Personalkosten ausfallen (bitte auch an die Personalnebenkosten denken), welche Gründungskosten anfallen, mit welchen Betriebskosten ihr rechnet und wie viel ihr ins Marketing investieren möchtet. Habt ihr übrigens auch an mögliche Abschreibungen – wie zum Beispiel auf das Warenlager und Investitionen – gedacht?
  • Margen vergleichen
    Da es eure Bank ohnehin machen wird: bitte vergleicht eure Margen und die für euer Geschäftsmodell üblichen KPIs (wie z.B. Umsatz pro Kunde) mit den Durchschnittswerten eurer Branche. So könnt ihr relativ schnell einschätzen, wie realistisch eure Finanzplanung ist.

Finanzplan erstellen jetzt ganz einfach – die neue Online-Lösung!

Einen bankfähigen Finanzplan inklusive Liquiditätsplanung und Rentabilitätsrechnung zu erstellen, war bisher eine schwierige und zeitintensive Aufgabe. Die meisten Gründer und Unternehmer haben für die Erstellung ihres Finanzplans jeweils auf Excel gesetzt. Weil diese Methode sehr fehleranfällig ist, haben wir den Finanzplan digitalisiert. Mit dem digitalen Finanzplan unserer SaaS-Lösung bieten wir jedem Gründer und Unternehmer die Möglichkeit, einen vollständigen, professionellen und möglichst realistischen Finanzplan in nur kurzer Zeit zu erstellen!

Die Idee dafür kam uns, nachdem uns in den vergangenen acht Jahren etliche Finanzpläne mit Bitte um Hilfe zugeschickt wurden, die fast alle fehlerhaft oder unvollständig waren. Und das obwohl die Gründer viel Zeit und Mühe in die Pläne gesteckt hatten.

Finanzierung
Die digitale Lösung zur einfachen Erstellung eines Finanzplans ist jetzt auf www.unternehmerheld.de verfügbar. (Foto: Unternehmerheld)

Nach einer langen und intensiven Entwicklungszeit mit vielen Herausforderungen aber auch viel positivem und hilfreichem Feedback von Nutzern der Beta-Version, sind wir dann vergangene Woche endlich mit unserem  gestartet. Natürlich freuen wir uns, dass es nun endlich losgehen kann und dass wir Gründern und Unternehmern eine Online-Lösung an die Hand geben können, mit der die Erstellung eines bankfähigen Finanzplans spielend einfach ist!

Übrigens hat am Freitag direkt der erste Nutzer einen Finanzplan erstellt, den er dann am Nachmittag mit einem möglichen Kapitalgeber besprochen hat. Das erste Gespräch ist seiner Aussage nach positiv verlaufen und wir hoffen, dass es mit der Finanzierung klappt!

…und noch etwas in eigener Sache

Dass wir letzte Woche Freitag live gehen konnten, haben wir insbesondere auch Lech und Johannes zu verdanken, die neben der regulären Arbeitszeit zahlreiche Nächte und zum Teil auch Wochenenden für die Programmierung des Unternehmerheld-Finanzplans geopfert haben – daher ein ganz großes Dankeschön an unsere beiden Programmierer!