Fight for funding: Euer Weg zum Gründungszuschuss – mit diesen 10 Tipps



Wer sich aus der Arbeitslosigkeit heraus selbstständig machen möchte, hat die Möglichkeit einen Gründungszuschuss von der Bundesagentur für Arbeit zu erhalten. Mit bis zu 18.000 Euro Förderung unterstützt der Staat Gründer steuerfrei und ohne Rückzahlpflicht. Wir haben 10 Tipps, die ihr bei der Beantragung für den Gründungszuschuss unbedingt beachten solltet.

Der Gründungszuschuss ist eine Förderung der Bundesagentur für Arbeit, der sich an Existenzgründer richtet, die mit ihrem Vorhaben die Arbeitslosigkeit beenden möchten. Mit der Förderung wird dem Gründer in erster Linie geholfen, seine Lebenshaltungskosten und Sozialversicherungsbeiträge während der Gründungsphase zu decken. Aber auch kostenlose Beratungen und Schulungen, die einem bei der Gründung helfen, kann man mit dem Gründungszuschuss erhalten. Zudem wird die Förderung nicht auf das Einkommen angerechnet, ist steuerfrei und muss – selbst bei Insolvenz oder Abbruch der Selbstständigkeit – nicht zurückgezahlt werden.

Gründungszuschuss
Beim Gespräch mit dem Berater bei der Arbeitsagentur sollte man mit Fakten und guten Argumenten davon überzeugen, warum die Selbstständigkeit gefördert werden sollte.

Im Jahr 2011 gab es eine Reform des Gründungszuschusses. Seitdem hat man keinen Rechtsanspruch mehr auf die Förderung, sondern die Bewilligung liegt im Ermessen der Mitarbeiter der Arbeitsagentur. Berichten zufolge gehen die Arbeitsagenturen in der Vergabe immer restriktiver vor und versuchen sogar, Gründungswillige davon abzuhalten, einen Antrag zu stellen. Folglich sind die Zahlen der bewilligten Anträge nach 2011 rapide gesunken. Trotzdem: Wer sich selbstständig machen will, sollte sich weder von den Zahlen noch von den Mitarbeitern der Arbeitsagentur entmutigen lassen. Mit guter Vorbereitung und einem vollständigen Antrag inklusive überzeugendem Unternehmenskonzept, habt ihr immer noch gute Chancen, den Zuschuss zu erhalten. Wir erklären euch hier, wer für die Förderung in Frage kommt und worauf ihr bei der Antragstellung achten müsst.

Wer kann den Gründungszuschuss erhalten?

Grundsätzlich kann jeder einen Antrag auf Gründungszuschuss stellen, der Arbeitslosengeld I (ALG I) seit mindestens einem Tag bezieht und noch mindestens 150 Tage Restanspruch hat. Um den Gründungszuschuss zu erhalten, müsst ihr folgende Kriterien erfüllen:

  • Die angestrebte Tätigkeit muss selbstständig und hauptberuflich ausgeführt werden – letzteres heißt mindestens 15 Wochenstunden.
  • Ihr müsst ein erfolgversprechendes Unternehmenskonzept vorlegen, dessen Gewinn ausreicht, um eure Existenz zu sichern.
  • Ihr müsst die fachlichen und persönlichen Voraussetzungen für die Tätigkeit mitbringen und vorweisen können.
  • Ihr müsst die materiellen Voraussetzungen für die Gründung eines Unternehmens erfüllen.
  • Eine vorherige Förderung durch den Gründungszuschuss liegt mindestens 24 Monate zurück.
  • Es gibt keine gleichwertige Arbeit im Angestelltenverhältnis, denn bei der Arbeitsagentur gilt der Vermittlungsvorrang.

Gründungszuschuss – wie mache ich das?  

#1 Auf Anspruch prüfen

Wenn ihr noch kein ALG I bezieht, ihr aber vor einer Kündigung oder dem Abschluss eines Aufhebungsvertrages steht, solltet ihr euch innerhalb von drei Tagen nach Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses arbeitssuchend melden. Obwohl es in diesen Fällen zu Sperrfristen führen kann, solltet ihr besonders bei Aufhebungsverträgen prüfen, ob ihr nicht doch direkt einen Anspruch stellen könnt. Fachkundige Berater kennen sich mit den speziellen Bedingungen gut aus und können euch darin unterstützen.

#2 Erste Schritte bei der Bundesagentur für Arbeit

Wer schon ALG I bezieht, sollte sich mit der Arbeitsagentur in Kontakt setzen. Umso früher man seinen Sachbearbeiter darüber informiert, dass man sich selbstständig machen möchte, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass man den Antrag fristgerecht einreichen und noch Schulungsangebote nutzen kann. Sehr wichtig: Holt den Antrag auf Förderung unbedingt vor der Gründung beim Arbeitsamt ab. „Denn die Abholung allein ist schon Teil des Antrags“, so Andreas Lutz, erster Vorstand vom Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschland e.V. Tut ihr das nicht, verfällt der Anspruch auf den Gründungszuschuss.

#3 Branchenspezifische Zulassung und Erlaubnis einholen

Für einige Berufe benötigt man eine spezielle Zulassung oder Erlaubnis, die man bei Antragstellung vorweisen muss. Als Rechtsanwalt braucht man zum Beispiel eine Zulassung von der Rechtsanwaltskammer oder als Heilpraktiker eine Erlaubnis zur Heilkunde. Plant für die Beschaffung dieser Dokumente ein bisschen Zeit ein!

#4 Businessplan schreiben

Das A und O beim Antrag auf Förderung ist der Businessplan. Ist euer Unternehmenskonzept unrealistisch, nicht plausibel oder fehlerhaft, braucht ihr euch die Mühe gar nicht erst machen. Der Businessplan sollte zwischen 6 und 15 Seiten umfassen und verständlich das Unternehmenskonzept und die Aussichten erklären. Zu einem gelungenen Businessplan gehören zudem genaue Ziele, Zielgruppen, eine Marktanalyse und sowie eine Umsatz- und Rentabilitätsvorschau.

bietet eine einfache und kostenlose Möglichkeit für die Erstellung eines Businessplans an.

Vorsicht: Das anvisierte Einkommen aus der Selbstständigkeit sollte einerseits zwar existenzsichernd sein, andererseits aber nicht zu hoch kalkuliert sein, um die Förderung bewilligt zu bekommen. Ist das Unternehmen laut eurem Businessplan schon frühzeitig sehr gewinnbringend, könnte die Arbeitsagentur den Antrag ablehnen, weil ihr keine Unterstützung benötigt.

#5 Tragfähigkeitsbescheinigung einholen

Um den Gründungszuschuss zu erhalten, fordert das Arbeitsamt einen Nachweis, dass euer Unternehmen später auch wirtschaftlich tragfähig ist – die sogenannte Tragfähigkeitsbescheinigung. Solch eine Bescheinigung kann euch eine fachkundige Stelle ausstellen, zum Beispiel ein Steuerberater, die Industrie- und Handelskammer (IHK), die Handwerkskammer, die Standeskammer oder ein Unternehmensberater. Die fachkundige Stelle prüft anhand eures Unternehmensvorhabens, Businessplans und Lebenslaufs, ob das Vorhaben wirtschaftlich rentabel ist. Hier lohnt es sich, auf einen auf Existenzgründungen spezialisierten Unternehmensberater zurückzugreifen.

#6 Selbstständigkeit anmelden und Gründungstermin festlegen

Wenn ihr eure Geschäftsidee nun also konzeptioniert, geplant und auf Tragfähigkeit geprüft habt, müsst ihr euch einen Gründungstermin überlegen und eure Selbstständigkeit anmelden. Als Gewerbetreibender macht ihr das beim Gewerbeamt, als Freiberufler beim Finanzamt. Andreas Lutz rät, dass man den Gründungstermin ungefähr 6 Wochen vorausplanen sollte, sodass man die Entscheidung der Arbeitsagentur zur Förderung abwarten kann. „So kann man sich nach einem negativen Bescheid immer noch überlegen, ob man das Vorhaben auch ohne Gründungszuschuss umsetzen möchte.“ Achtet aber darauf, dass ihr dabei immer noch die nötigen 150 Tage Restanspruch auf ALG I habt!

#7 Antrag auf Vollständigkeit überprüfen

Nun geht es ans Ausfüllen des eigentlichen Antrags und die Überprüfung auf Vollständigkeit. Habt ihr an alle Dokumente gedacht?

  • Ausgefüllter Antrag auf Gründungszuschuss
  • Businessplan
  • Tragfähigkeitsbescheinigung
  • Lebenslauf
  • Nachweis über die Anmeldung der Selbstständigkeit
  • Gegebenenfalls die nötige Erlaubnis oder Zulassung für die jeweilige Berufsbranche

#8 Bei positivem Bescheid: Verlängerung beantragen

Der Antrag wurde bewilligt und euer Gründungsvorhaben wurde Realität? Glückwunsch! Vergesst in all der Aufregung aber nicht, dass ihr euren Antrag auch verlängern und somit noch einmal 2.700 Euro erhalten könnt! Ab dem 4. Monat nach der Gründung solltet ihr euch um die Antragsunterlagen und die Zusammenstellung aller nötigen Unterlagen kümmern. Da auch die neunmonatige Verlängerung eine Ermessensentscheidung ist, solltet ihr darauf achten, dass ihr alle Abweichungen von eurem Businessplan der letzten Monate plausibel erklären könnt.

#9 Bei negativem Bescheid: Widerspruch einlegen

Sollte euer Antrag abgelehnt worden sein, bitte nicht verzagen! In diesem Fall kann man innerhalb eines Monats bei der Arbeitsagentur kostenlos Widerspruch einlegen. Wenn auch das keinen Effekt erzielt, könnt ihr vor dem Sozialgericht klagen.

#10 Eigenes Vermögen: Kein Grund zur Ablehnung

Berichten zufolge haben Arbeitsagenturen in der Vergangenheit schon häufiger Anträge auf Förderung mit dem Verweis auf die „Eigenleistungsfähigkeit“ des Gründers abgelehnt. Das eigene Vermögen beziehungsweise das Einkommen und Vermögen des Ehe- oder Lebenspartners darf rechtlich aber gar nicht in die Entscheidung mit einbezogen werden. Denn der Gründungszuschuss wird durch die Beiträge in die Arbeitslosenversicherung finanziert, die man vorher geleistet hat. Bei Ablehnung eures Antrags aufgrund von Eigenleistungsfähigkeit sollte man deshalb dringend Widerspruch einlegen.

Fazit: Sich nicht abwimmeln lassen lohnt sich!

Obwohl die Arbeitsagenturen mittlerweile restriktiver bei der Vergabe des Gründungszuschusses vorgehen, hat man immer noch gute Chancen auf die Förderung. Die erste Hürde ist, sich von den Mitarbeitern nicht abwimmeln zu lassen. Im zweiten Schritt geht es um gute Vorbereitung und einen gut durchdachten Antrag mit überzeugendem Geschäftskonzept. Deshalb: Kämpfen lohnt sich!

Mehr zu Fördermitteln für Gründer ohne Rückzahlung erfahrt ihr auf Recitfga-bsl.info. Wer Hilfe bei der Antragstellung für den Gründungszuschuss benötigt, kann sich auch an fachkundliche Berater wenden.

http://etalon.com.ua