Glücklich sein, statt glücklich tun – und wieso ihr öfters mal joggen solltet



Ihr spielt mit dem Gedanken, euch selbstständig zu machen? Dann tut es: Unterschreibt eure persönliche Unabhängigkeitserklärung. Weshalb es hierfür wert ist, den Schritt aus der eigenen Komfortzone heraus für eine Extrameile zu gehen, wird im beschrieben. Wir haben eine Leseprobe für euch.

Vom „glücklich tun“ zum „glücklich sein“…

Zugegeben: Es ist viel einfacher, in Deiner Komfortzone zu bleiben und nicht die Extrameile zu gehen. Ganz simpel: der Mensch ist im Unterschied zum Tier ein sinnsuchendes Wesen. Die Glücksforschung rät uns eindeutig: Finde Deine Identität in dem, was Du tust!

Unternehmerinnen und Unternehmer gelten auch deswegen als die glücklicheren Menschen, weil sie mit dem eigenen Startup ihre persönliche Unabhängigkeitserklärung unterschrieben haben.

Die Statistik ist unbestechlich und erschreckend zugleich: So ermittelte der amerikanische Nobelpreisträger Edmund S. Phelps die beeindruckende Zahl, dass unser persönliches Glück zu 95 Prozent vom Glück am Arbeitsplatz abhängt. Das Alarmierende: In den letzten Jahren hat sich der Anteil glücklicher Arbeitnehmer nahezu halbiert – und das weltweit. Es wird also dringend Zeit, etwas zu verändern. Den Weg dazu weist das Holstee-Manifest, eine öffentliche Erklärung des gleichnamigen Startups.

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Los geht’s mit der eigenen Unabhängigkeitserklärung: Start-up! (Foto: Frankfurter Allgemeine Buch / Startup Navigator)

Das unternehmerische Manifest

»Das ist Dein Leben. Tue, was Du liebst und tue es oft. Wenn Du etwas nicht magst, ändere es. Wenn Du Deinen Job nicht magst, kündige. Wenn Du nicht genug Zeit hast, höre auf, Fernsehen zu schauen. Wenn Du nach der Liebe Deines Lebens suchst – Stopp! Sie werden auf Dich warten, wenn Du die Dinge tust, die Du liebst. Höre auf zu analysieren, das Leben ist einfach. Alle Emotionen sind schön. Wenn Du isst, genieße jeden Bissen. Öffne Deine Sinne, Deine Arme und Dein Herz für neue Dinge und Menschen. Wir sind vereinigt in unseren Unterschieden. Frage die nächste Person, die Du siehst, was ihre Leidenschaft ist und teile Deinen inspirierenden Traum mit ihr. Reise oft. Verloren zu gehen, wird Dir helfen, Dich selbst zu finden. Leben handelt von den Menschen, die Du triffst und den Dingen, die Du mit ihnen schaffst. Also gehe raus und fange an, zu kreieren. Das Leben ist kurz. Lebe Deinen Traum und teile Deine Leidenschaft.«

Dein Unternehmerlohn ist also nicht das Geld, sondern die geschenkte Zeit, die sinnvoll gelebt wird, statt sie in sinnlosen Tätigkeiten zu verleben.

Echte Entrepreneure belohnen sich mit Unabhängigkeit, Selbstbestimmtheit und Zufriedenheit und verzichten dafür gerne auf Freizeit, und – zumindest am Anfang – auf Geld und Ruhm. Die Möglichkeit, sich einem interessanten Problem mit allen Sinnen und aller Energie widmen zu können, motiviert die studentische Gründerin eines Startups genauso wie den Unternehmer im Unternehmen, der sich als Intrapreneur einem Innovationsprojekt widmet. Beide teilen die Leidenschaft, die Zukunft mit ihrer ureigenen und einzigartigen Unternehmeridentität zu gestalten.

Deine Unternehmeridentität

Welchen Unternehmertyp wir repräsentieren, hängt stark von unserer sozialen Identität ab. Die Identität stellt dabei die Fragen »Wer bin ich?« und »Was ist meine Rolle in der Gesellschaft?«. Diese beiden Fragen haben einen maßgeblichen Einfluss auf unsere Unternehmeridentität als »Darwinist«, »Communitarist« oder »Missionar«, wie die Forschung nachgewiesen hat.

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In welcher dieser Unternehmerrollen findet ihr euch wieder? (Foto: Frankfurter Allgemeine Buch / Startup Navigator)

Typ »Charles Darwin«

Darwinisten gründen Unternehmen aus ökonomischem Eigeninteresse. Sie agieren wettbewerbsorientiert und werden von ihrem eigenen Streben nach Profit und Wachstum angetrieben. Das Recht des Stärkeren setzen sie in eine Siegermentalität um, um Längen besser als ihre Konkurrenten zu sein. Das Beispiel eines klassischen Darwinisten ist der Starbucks-Gründer Howard Schultz. Von Beginn an setzte Schultz sich zum Ziel, ein Kaffeeimperium zu schaffen, das die Art und Weise, wie Amerikaner ihren Tag beginnen, dauerhaft verändern sollte.

Zu weit hergeholt? Hier ein Beispiel aus unseren Reihen: Dominik Stein begeistert sich als 24-jähriger Gründer für die größte Restaurantkette der Welt – McDonald’s. Das ist der Auslöser, als Deutscher mit einem türkischen Produkt eine »Dönerkette« in den USA aufzumachen und das ohne jegliche Restauranterfahrung. Sieben Jahre später zählt die Kette VERTS Mediterranean Grill bereits 30 Restaurants mit ca. 500 Mitarbeitern und einem Umsatz von rund 50 Millionen US-Dollar. Kein gescheiterter Aussteigertraum à la Goodbye Deutschland – vielmehr mit einem klaren Ziel vor Augen: Börsengang bei weiterem Wachstum.

Der »Kommunen«-Typ

Der Communitarist möchte mit seinen Produkten oder Dienstleistungen einen Mehrwert für seine Community stiften. Er ist ein gruppenorientierter Mensch. Daher starten Communitaristen oftmals mit einem selbst erlebten Problem und entwickeln eine verbesserte Lösung für die Menschen in ihrer Umgebung. Ihr Unternehmerlohn besteht dabei vor allem aus der Anerkennung ihrer Community. Mit ihrem Unternehmen Ava Women strebt Lea von Bidder danach, die Gesundheit der Frau mit neuen Technologien durchschlagend zu verbessern. Damit verfolgt sie das Ziel, ein Produkt zu entwickeln, das sowohl für sie selbst, als auch für die Frauen in ihrem Umfeld einen hohen Stellenwert hat.

Die Weltverbesserer

Die Missionare streben danach, die Welt mit ihrer Problemlösung ein Stück besser zu machen. Oftmals nutzen sie ihr Unternehmen als Plattform, um ihre politischen, gesellschaftlichen oder ökologischen Visionen zu verbreiten. Sie sind davon überzeugt, dass ihr Handeln das Wohlergehen Anderer positiv beeinflussen kann. Eine mögliche Verbesserung des sozialen Wohlstands treibt sie zu Höchstleistungen an.

Joggen kann sehr inspirierend sein

Als Albert Gebhardt und Leonard Wilhelmi beim gemeinsamen Joggen im Raum St. Gallen bemerkten, dass die Äpfel im Spätherbst ungeerntet vom Baum fallen, stellten sie sich die Frage: Könnte man aus diesen ungenutzten Äpfeln Jobs für benachteiligte Menschen schaffen? Aus dieser Frage sind mittlerweile 400 gespendete Bäume, 30 Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung, 45.000 Liter Apfelsaft und viele, viele Kunden »with a Mission« hervorgegangen. In einer Gesellschaft von Baumspendern vereinigt Gartengold soziale und ökologische Verantwortung mit wirtschaftlichem Handeln. »Apfelsaft with a Mission« heißt für die Goldpflücker aus dem heimischen Garten, dass Nutzenmaximierung vor Gewinnmaximierung kommt.

Waren vor einigen Jahren insbesondere die Studenten Europäischer Business Schools noch als reinrassige Darwinisten verschrien, zeigen sich zunehmend auch erfolgreiche Mischformen dieser Rollenidentitäten. So wird Roman Gaus mit dem Statement zitiert, dass er später einmal einen Ferrari fahren und stolz darauf sein wolle, weil er mit seinem Startup Urban Farmers seinen unternehmerischen Traum zum Wohle der Gesellschaft und der Umwelt lebe, indem er Gemüse beim Konsumenten vor der Haustür anbaue.

  • Was treibt Dich an, wo liegt Deine persönliche Motivation?
  • Wie und wo siehst Du Dich und Dein Unternehmen in der Zukunft?
  • Wer ist Dein Vorbild, wen bewunderst Du?
  • Welche Rolle möchtest Du einnehmen?
  • Möchtest Du Dir durch Deine unternehmerischen Ambitionen einen Porsche leisten können und gleichzeitig stolz darauf sein, wie du das Geld dafür verdient hast?
  • Oder treibt Dich eher die Schaffung von sozialem Wohlstand an?

Hast Du diese Fragen für Dich beantworten können, so gilt es für den unternehmerischen Erfolg, Dein passendes Problem zu finden.

Buchtipp: Startup Navigator

Mit dem „Startup Navigator“ soll jeder lernen, wie man erste Konzepte erfolgreich in die Tat umsetzt. Das Autorenteam aus erfahrenen Praktikern und Forschern hat ein Handbuch für den direkten Einsatz des Startup Navigators geschrieben. Gründer, die Methoden des Navigators erfolgreich angewendet haben, führen den Leser durch die einzelnen Schritte des Prozesses.

Quellen für die Leseprobe „Startup Navigator“

  1. Fauchart, E., Gruber, M.: Darwinians, communitarians, and missionaries: The role of founder identity in entrepreneurship. Academy of Management Journal, 54(5), 935 – 957, 2011.
  2. Grichnik, D.: Entrepreneurial Living – Unternimm Dein Leben. In 7 Zügen zur Selbstständigkeit. München: Carl Hanser Verlag, 2016.
www.eurobud.com.ua

www.mazda.niko.ua/serviceand-warranty/zapisTO/

www.topobzor.info