Größter Geschäftskonto-Report: 43 Konten von 19 Anbietern für euch im Test



Von den deutschen Großbanken bis hin zu Fintechs: Sie alle buhlen mit einem Geschäftskonto um eure Gunst. Die Vielfalt der Anbieter sowie die zahlreichen Modelle machen die Entscheidung nicht gerade einfach. Egal, ob ihr gerade startet oder ein Zweitkonto für euer Start-up sucht, bei der Auswahl des Kontos gibt es einiges zu berücksichtigen. Wir haben 43 Konten von 19 Anbietern für euch unter die Lupe genommen [hier geht es direkt zum Download].

Geschäftskonto Report
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7 Faktoren für die Auswahl des Geschäftskontos

Die Frage nach den Kosten für das Konto liegt auf der Hand. Dennoch sollte dies nicht der einzige Faktor sein, nach dem ihr die Auswahl trefft. Aus unserer Sicht sind es zumindest die 7 nachfolgenden Faktoren, die bei der Wahl des Geschäftskontos eine Rolle spielen:

  • #1 Vertrauen und Image: Für wen Marktbekanntheit und Historie des Anbieters von Belang sind, der wird eher auf eine klassische Bank für das Konto zurückgreifen, als auf ein 2 bis 3 Jahre junges Fintech.
  • #2 Kompatibilität mit der Rechtsform: Nicht alle Anbieter decken mit ihren Konten auch die gängigsten Rechtsformen ab. Meist wird der Trennstrich zwischen Freiberuflern und Kleingewerbetreibenden (natürliche Personen) auf der einen Seite und Kapitalgesellschaften wie der GmbH und der UG auf der anderen Seite gezogen.
  • #3 Cash: Bei Fintechs ist das mit dem Bargeld so eine Sache. Auszahlungen sind gegen Gebühr meist noch möglich. Einzahlungen könnt ihr allerdings nur in Einzelfällen tätigen. Wer einen hohen Bargeldanteil (bspw. Einzelhändler, Gastronomen) aufweist, sollte dies bei seiner Auswahl auf jeden Fall mit einer hohen Priorität berücksichtigen.
  • #4 Finanzierung und Wachstum: Was erwartet ihr von dem Kontoanbieter außerdem? Wer eine klassische Hausbankenbeziehung mit langfristiger Finanzierung durch bspw. Fördermittel oder einem Kontokorrentkredit aufbauen möchte, sollte dies ebenfalls bei der Auswahl berücksichtigen. In diesen Fällen weist der Weg zur klassischen Filialbank.
  • #5 Kosten: Der Preis für ein Geschäftskonto basiert auf verschiedenen Faktoren. Entscheidend ist nicht die monatliche Kontoführungsgebühr, sondern wie teuer Buchungen sind und wie hoch Ein- und Auszahlungen zu Buche schlagen, sofern sie getätigt werden müssen. Wir haben hierfür zwei Szenarien für alle Konten berechnet, deren Ergebnisse ihr weiter unten findet.
  • #6 Eröffnungsgeschwindigkeit: Bei manchen Banken geht es nicht ohne Termin in der Filiale. Bei vielen Anbietern verzögert sich die Kontoeröffnung durch ein Postident-Verfahren. Bei den Fintechs läuft es meist schneller durch ein Videoident-Verfahren. Und auch die Antragsstecken sind bei den Fintechs häufig viel nutzerfreundlicher und schlanker konzipiert als bei den klassischen Banken – so macht Kontoeröffnung Spaß.
  • #7 Zusatzfunktionen: Tools, um Angebote und Rechnungen zu schreiben oder ein Liquiditätsradar – manche Anbieter geben noch das eine oder andere Extra. Bei der Auswahl eines Kontos sollten diese Dinge aber nur eine untergeordnete Rolle spielen, da die anderen Faktoren deutlich schwerer wiegen.

Diese 19 Anbieter haben wir getestet

Insgesamt haben wir uns 19 Anbieter mit zusammen 43 verschiedenen Kontomodellen angeschaut. In der Spitze müsst ihr als User aus bis zu 4 Varianten wählen, sehr häufig sind es 3 Kontomodelle, die bei einem einzelnen Anbieter zur Wahl stehen. Die nachfolgende Grafik zeigt die von uns analysierten Filialbanken, Direktbanken und Fintechs:

Jedes Konto kostet – aber wie viel?

Null Euro monatliche Kontoführung und die Kreditkarte gibt es auch kostenfrei – das klingt doch gut. Wie teuer ein Konto allerdings ist, zeigt sich erst beim genaueren Hinschauen. Für unseren Test haben wir zwei Szenarien unterstellt:

  • Onlinenutzung bspw. für Freiberufler und kleine Unternehmen: relativ wenige beleglose Buchungen pro Monat (30 Stück), keine beleghaften Posten, keine Einzahlungen und nur zwei Auszahlungen zu 100 Euro pro Monat. EC- und Kreditkarten werden gebucht, sofern vorhanden.
  • Bargeldfokus und umfangreiche Transaktionen bspw. für Gastronomen und Einzelhändler: hierfür wurden 1.200 beleglose Buchungen, 8 beleghafte Posten pro Monat, 6 Einzahlungen zu je 3.000 Euro und 6 Auszahlungen zu je 400 Euro pro Monat sowie als Standard eine EC- und Kreditkarte unterstellt.

Die nachfolgende Grafik zeigt dabei die unterschiedlichen Ergebnisse. Ihr seht jeweils das günstigste und teuerste Konto für das jeweilige Szenario sowie vier weitere exemplarisch ausgewählte Konten.

Alle Preise und alle Konten findet ihr in unserem großen Report zum kostenfreien Download: Geschäftskonten im Vergleich.

Geschäftskonto kostenlos – gibt es (fast) nicht

Wie bereits in der Grafik zuvor deutlich wird, gibt es unter den 43 Konten bei den von uns unterstellen Szenarien nur ein kostenfreies Konto. Dies bietet das Fintech N26 – allerdings eben beispielsweise nicht für GmbHs oder UGs. Und sofern auch nur eine Einzahlung erfolgen soll, wäre es mit der Gebührenfreiheit dahin. Die Fidor Bank verfehlt mit 9 Euro die Nullmarke nur unbedeutend. Einzahlungen sind dort allerdings gar nicht möglich.

Werden mit dem Konto eine deutlich höhere Zahl an Buchungsposten sowie Ein- und Auszahlungen verarbeitet, ziehen die Preise ordentlich an. Günstigstes Konto in unserem Szenario ist dann das Konto4Business Komfort der Hypovereinsbank mit knapp 800 Euro Jahrespreis.

Den gesamten Report zum Download

Auch wenn sich die Kosten für die Konten deutlich unterscheiden – sie sind dennoch nicht losgelöst davon zu betrachten, welche Anforderungen ihr außerdem an den Anbieter habt. K.o.-Kriterien sind beispielsweise die Faktoren #2, #3 und #4. Wie sich die unterschiedlichen Anbieter in dieser Hinsicht schlagen, findet ihr in unserem Gesamtreport, den ihr kostenfrei herunterladen könnt. Außerdem hängt auch der Preis für das Geschäftskonto von der tatsächlichen Nutzung ab. Somit haben wir euch u.a. die Einzelpreise für die Buchungen sowie die Kosten für Ein- und Auszahlungen ebenfalls aufgeführt.