Bitcoins sind nicht alles: 4 Beispiele für Geschäftsideen mit der Blockchain



Was ist die Blockchain? Das ist eine Technologie, die das Potenzial hat, Notare, Reiseveranstalter oder Immobilienmakler arbeitslos zu machen. Die dezentrale Datenbanktechnologie sagt allen Geschäftsmodellen den Kampf an, bei denen Mittelsmänner eine zentrale Rolle spielen. Mehr zur Technologie und welche Start-ups ganz vorne mitspielen, erfahrt ihr hier.

Kurz erklärt: Was ist die Blockchain?

Die Blockchain ist nichts anderes als eine Datenbanktechnologie, die auf verteilte Datenbanken setzt. Diese Datenbank hat das Ziel, sichere Transaktionen zu ermöglichen. Dabei gibt es bestimmte Regeln. Jeder Teilnehmer hat eine eigene Kopie der Datenbank. Änderungen an der Datenbank werden sofort auf allen Teilnehmerbanken sichtbar.

Einmal erstellte Datensätze können nicht mehr verändert werden. Die Datenbank verändert sich, weil neue Blöcke an die bisherigen Einträge hinzugefügt werden. Die Reihenfolge der Blöcke ist durch Verifizierungsmechanismen eindeutig. Wesentlicher Vertrauensfaktor ist die Verschlüsselung. Nur Teilnehmer, die im Besitz eines Schlüssels sind, können Transaktionen ausführen und Blöcke hinzufügen.

Damit die Datenbanken im verteilten Netz immer auf aktuellem Stand gehalten werden, braucht es sogenannter Miner. Sie sorgen dafür, dass alle Datenbanken aller User stets auf dem aktuellsten Stand gehalten sind und damit für die Integrität des Systems. Damit macht die Blockchain Geschäftsmodelle ohne Mittelsmänner möglich. Ziel ist eine zuverlässige Peer-to-Peer Kommunikation. Mit der Blockchain-Technologie sind beispielsweise Wertpapiergeschäfte ohne Banken und Börsen vorstellbar, Hauskäufe ohne Notar oder die Tantiemenverwaltung durch den Künstler selbst, der keinen Agenten oder die Gema mehr braucht.

Im Folgenden stellen wir euch vier Start-ups vor, deren Geschäftsmodell auf dem Prinzip der Blockchain basiert.

#1 Ujo Music: dezentrale Datenbank für Musikrechte

Auf Basis der Blockchain-Technologie baut das US-Start-up Ujo Music an einer globalen, dezentralen Datenbank für Musikrechte. Damit können sich die Künstler von Verwertungsgesellschaften oder Plattenfirmen unabhängig machen. Der Musiker bestimmt selbst die Preise für Lizenzen und Verwertungsmodelle. Beispielsweise für einfache Downloads oder die kommerzielle Weiterverwertung. So wird der Künstler direkt vom User bezahlt – mit der Blockchain als zuverlässige, vermittelnde Technologie.

Verwertungsplattform von Künstlern auf UJO
Imogen Heap verkauft ihre Songs über Ujo Music (Quelle: Screenshot

#2 Slock.it: neue Optionen für die Sharing Economy

Mit Hilfe der Blockchain-Technologie will Slock.it, ein Start-up aus Mittweida, neue Möglichkeiten der Sharing Economy für physische Gegenstände schaffen. Idee dabei ist die Verbindung der Blockchain mit dem Internet of Things. So ist zum Beispiel ein über WLAN oder Bluetooth ansteuerbares Fahrradschloss im Inventar von Slock.it. Der User kann sich dieses Fahrrad ausleihen, wenn er über sein Smartphone den Schlüssel zu diesem Fahrradschloss erwirbt. Dies funktioniert über Smart Contracts, die den Vorgang des Ausleihens einfach und nutzerfreundlich machen – ganz ohne die schriftliche Fixierung des Vertrags in Papierform.

Prototyp des Slock.it Türschlosses
Blockchain physisch greifbar: So sieht eine Blockchain-Tür aus (Foto: )

#3 Ethereum: Ermöglicht Schaffung eigener Kryptowährung

Ethereum mit Sitz in der Schweiz versteht sich als Blockchain-App-Plattform. Betrieben wird sie mit der Kryptowährung Ether. Das Besondere an Ethereum ist, dass diese Blockchain-Technologie nicht nur Transaktionen aufzeichnet, sondern auch die eben erwähnten Smart Contracts ausführen kann. Damit können die Teilnehmer ihre eigene Kryptowährung schaffen, Crowdfunding-Projekte, Auktionen oder Aktien ausgegeben werden. Oder sie können ganze Organisationen aufbauen, in denen die Teilnehmer über die Blockchain ihr Wahlrecht wahrnehmen.

Ethereum - die Blockchain Plattform
Mit dieser Plattform können sich Nutzer z.B. eine eigene Kryptowährung schaffen (Quelle: Screenshot

#4 Bitwala: Zahlungsverkehr auch ohne Bankkonto

Ganz aus dem Bereich der Finanzdienstleistungen stammt das Berliner Start-up Bitwala. Mission von Bitwala ist es, Zahlungsverkehr über die Blockchain zu ermöglichen. Das geht von der Auslandsüberweisung bis zum Verwalten sämtlicher Einkäufe, beispielsweise über eine mobile App. Mit Bitwala können auch Menschen am Zahlungsverkehr teilnehmen, die über kein Bankkonto verfügen. Und besonders bei internationalen Geldtransfers sind die Transaktionskosten dank der Blockchain minimal. Die Zugehfrau von den Philippinen, die mal schnell 100 € nach Hause auf die Philippinen überweisen will, muss jetzt nicht mehr Transaktionsgebühren im zweistelligen Prozentbereich akzeptieren.

Bitwala - Zahlungsverkehr über die Blockchain
Mit Bitwala kann man auch ohne Bankkonto am Zahlungsverkehr teilnehmen (Quelle: Screenshot

Fazit – Blockchain auf dem Schirm haben

Die Blockchain gilt als eine der wesentlichen Querschnittstechnologien für Transaktionen aller Art. Gewiss, aktuell sind noch zahlreiche Hürden zu überwinden. Das beginnt bei der Akzeptanz der Technologie beim Publikum und endet bei wichtigen gesetzlichen Regelungen. Bis in Deutschland Immobilien über die Blockchain verkauft werden können, muss sich das gesamte Immobilienrecht ändern. Und hier wird es Stakeholder geben, die ihre Privilegien nicht so ohne Weiteres aufgeben werden.

In jedem Fall solltet ihr das Thema Blockchain aber auf der Liste der zu verfolgenden Trends haben. Vielleicht habt ihr ja auch bereits eine spannende Geschäftsidee in petto? Wir sind gespannt.

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