3 Schweizer starten mit Babybrei durch – was Hollywood damit zu tun hat



Über Start-ups aus der Schweiz berichten wir eher selten. Das Gleiche gilt für Bio-Babybrei. Höchste Zeit, das zu ändern: In unserer heutigen Gründerstory erzählt uns einer der Gründer von yamo, was an ihrem Brei so besonders ist, welche Herausforderungen das Start-up bei seiner Expansion nach Deutschland und Österreich erwartet und was Hollywood-Stars damit zu tun haben.

Recitfga-bsl.info: Tobias, was haben Rocky Balboa, Britney Spears oder Will Smith mit euren Produkten zu tun?

Tobias von yamo: Das ist eine gute Frage (lacht). Nein, eigentlich ist es ganz einfach. Wir sind einfach alle drei hoffnungslose Nostalgiker mit einem Faible für Wortspielereien. Deshalb tragen unsere yamo-Breie Namen wie „Broccoly Balboa“ oder „Fresh Prince of Bel Pear“.

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Das Schweizer Gründer-Trio von yamo möchte mit seinem Bio-Babybrei den deutschen Markt erobern (Bildquelle: yamo).

Recitfga-bsl.info: Wie kommt man auf die Idee, in dem mit Hipp, Milasan, Alnatura und zahlreichen Supermarkt-Eigenmarken besetzten Markt ein Start-up für Babybrei zu gründen? Was ist an eurem Produkt so besonders?

Tobias von yamo: Herkömmliche Breie werden mittels Hitzesterilisation haltbar gemacht. Dabei werden allerdings neben Keimen und Bakterien auch viele natürliche Vitamine, der Geschmack und die Farbe zerstört. Wir hingegen setzen auf die innovative und schonende Hochdruckpasteurisation. Dabei wird der Brei im Becher Druck ausgesetzt. Der Druck beseitigt Bakterien und Keime, die Vitamine bleiben jedoch erhalten, da sie druckresistent sind. Die HPP-Technologie erlaubt es uns somit einen Brei herzustellen, der so frisch und lecker ist wie soeben selbst hergestellt und das ganz ohne Zusatzstoffe.

Recitfga-bsl.info: Kannst du uns euer Team kurz vorstellen? Wie habt ihr zusammengefunden und wart ihr schon vorher in der Lebensmittelbranche tätig?

Tobias von yamo: Luca und ich kennen uns von einigen gemeinsamen Jahren bei einem großen Spirituosenkonzern. In einem Selbstversuch haben wir uns mal einen Monat lang vegan ernährt. In dieser Zeit mussten wir sehr genau auf die Inhaltsstoffe von Produkten schauen. Dabei fiel uns auf, dass in vielen Nahrungsmitteln aus dem Supermarkt zu viele ungewollte Zusatzstoffe stecken. Als ich dann beim Einkaufen auf das Babybrei-Sortiment aufmerksam wurde, wunderte ich mich, warum diese Produkte für 18 Monate und mehr haltbar sind. Kurz danach suchten wir Antworten bei meinem alten Freund und Lebensmittelwissenschaftler José. Und ab dann ließ uns die Idee einer frischen und leckeren Alternative zum herkömmlichen Brei nicht mehr los.

Recitfga-bsl.info: Euer Heimatmarkt ist die Schweiz, aktuell plant ihr die Expansion nach Deutschland und Österreich. Was sind dabei die größten Herausforderungen?

Tobias von yamo: Die Herausforderungen sind ganz unterschiedlicher Natur. Nicht unwesentlich sind beispielsweise die Anforderungen des Lebensmittelgesetzes. Dieses ist zwar an vielen Punkten ähnlich wie in der Schweiz, aber einige Kleinigkeiten sind eben doch wieder anders. So steht auf unseren Gemüsebreien drauf, dass diese nicht zu hoch erhitzt werden sollen. Soweit so gut. In der EU müssen wir dies jedoch noch mit dem Satz „die Einhaltung dieser Anleitung ist wichtig“ ergänzen.

yamo hat derzeit 7 Breisorten im Angebot, die zusammen mit Kinderärzten und Ernährungsexperten entwickelt werden (Bildquelle: yamo).

Recitfga-bsl.info: In welchen deutschen Märkten bzw. Supermarktketten wird man eure Produkte finden?

Tobias von yamo: Unsere Erfahrung in der Schweiz hat gezeigt, dass Drogeriekundschaft sehr gut auf yamo anspricht. Aber auch der Biofachhandel ist sehr früh auf uns aufmerksam geworden, weshalb wir auch beim größten Biogroßhändler der Schweiz vertreten sind.

Wir sind sehr offen, was das angeht. Hauptsache die Philosophie des Händlers stimmt mit unserer überein. Frische, beste Qualität und kompromisslos Bio.

Recitfga-bsl.info: Aktuell ist euer Sortiment noch recht überschaubar. Eure Wettbewerber bieten z.B. Brei in unterschiedlicher Konsistenz in Abhängigkeit vom Kindesalter an. Was plant ihr hier?

Tobias von yamo: Aktuell haben wir 7 Rezepte, sind aber gerade dabei, 3-5 weitere zu entwickeln. Alle Rezepte entwickeln wir zusammen mit Kinderärzten, Ernährungsberatern und vor allem: Eltern. Keines der Rezepte wird weiterverfolgt, wenn unsere Testeltern, wir nennen sie „yamo Experts“, und ihre Kids nicht unisono einverstanden sind damit. Darüber hinaus tüfteln wir auch schon an gesunden und schmackhaften Produkten für Kinder, die älter als 1 Jahr sind. Man darf gespannt sein.

Recitfga-bsl.info: Aktuell ist in den Medien ein heftiger Streit um die vegane Ernährung von Babys entbrannt. Eure Produkte sind komplett vegetarisch. Wie seht ihr hier die Entwicklung und wie reagiert ihr darauf?

Tobias von yamo: Wenn man frisch Eltern wird, gibt es in der Schweiz eine Vielzahl an Beratungsstellen, die einem sehr gut dabei helfen, sich auf die Herausforderungen des Elternseins vorzubereiten. Das Thema Ernährung ist ein wesentlicher Bestandteil und wird sehr differenziert diskutiert. Unsere Kombinationen haben wir ganz bewusst mit Experten zusammen entwickelt. Die Entwicklung geht sicher weg von sehr lange haltbaren Konserven hin zu frischen Alternativen. Unsere Kunden lieben unsere Breie, weil sie frisch sind und über alle natürlichen Vitamine verfügen.

Dank des schonenden HPP-Verfahrens bleiben Vitamine und Geschmack im yamo-Brei erhalten (Bildquelle: yamo).

Recitfga-bsl.info: Produktentwicklung, Marketing und Vertrieb verschlingen sicher nicht wenig Geld. Wie seid ihr finanziert und wie wollt ihr das geplante Wachstum stemmen?

Tobias von yamo: Gegründet und danach unser Produkt entwickelt haben wir komplett aus eigener Tasche. Natürlich haben wir uns über mehr als ein halbes Jahr kein Gehalt bezahlt und auch sonst sehr reduziert gelebt. Seit kurzem haben wir aber einige ganz tolle, smarte und vor allem unterstützende Business Angels mit an Bord. Mit dieser ersten Investitionsrunde können wir jetzt Vollgas geben und uns voll auf das Wesentliche konzentrieren: die Breirevolution.

Recitfga-bsl.info: Bisher haben wir eher selten über Start-ups aus der Schweiz berichtet. Wie entwickelt sich dort deiner Meinung nach die Gründerszene?

Tobias von yamo: Die Szene hat sich enorm entwickelt in den vergangenen Jahren. Und obwohl wir selber noch nicht so lange Teil davon sind, haben wir schon viel Veränderung miterlebt. So setzt sich die sehr neue Initiative digitalswitzerland extrem stark mit der digitalen Transformation der Wirtschaft und Gesellschaft auseinander und leistet sehr viel Pionierarbeit für die ganze Gründercommunity.

Es gibt auch immer mehr Wettbewerbe, Coachingangebote und schließlich auch Start-ups. Aber das allerwichtigste: auch für junge Leute, welche gerade ihr Studium beendet haben, sind Start-ups eine ernsthafte Alternative zum Job beim Großkonzern. Das war noch vor 5 Jahren sicherlich ganz anders. Wir befinden uns in einer sehr spannenden Zeit und es herrscht spürbare Aufbruchsstimmung.

Recitfga-bsl.info: Tobias, vielen Dank für das Gespräch!

Tobias von yamo: Danke euch!

Keyfacts zum Unternehmen:

  • Unser aktuelles Team besteht aus: Meinen beiden Mitgründern José und Luca, mir und fünf weiteren Breirevolutionären und -revolutionärinnen.
  • Die erste Finanzierung erfolgte durch / über: Unsere Crowdfunding Kampagne im Mai 2017 über wemakeit.ch.
  • Inzwischen gab es folgende weiteren Finanzierungen: Im August 2017 haben wir unsere Seedrunde mit namhaften Business Angels abgeschlossen.
  • Unsere Investoren sind: Die ehemalige Fernsehmoderatorin, dreifach Mama und Gründerin des anyworkingmom.com Blogs Andrea Jansen, der Gründer von DeinDeal und wefox, Dario Fazlic, Doodle-Gründer Myke Näf, Adrian Bührer, Gründer von students.ch und noch ein paar weitere Business Angels.
  • Investoren finden wir gut / schlecht weil: Wir finden unsere Investoren top, weil sie uns motivieren, inspirieren und immer wieder challengen. Alle haben sie selber Erfahrungen als Unternehmer gesammelt und verfügen über sehr große Netzwerke.
  • Besonders geholfen haben uns bisher: In erster Linie unsere Freundinnen, die so viel Verständnis aufbringen, auch wenn es oft ziemlich spät wird bis wir zu Hause sind. Darüber hinaus unsere Freunde und Familien, unsere Kontakte der Hochschulen Luzern und Zürich, viele befreundete Start-up-Unternehmer und unser GENILEM Coach Kevin Klak.
  • Besonders wichtig in unserem Arbeitsalltag sind für uns folgende drei:
    • Menschen: Drei Leute reichen definitiv nicht 😉
    • Tools: Google for Work, Slack, Asana
    • Internetseiten: Facebook, Instagram, Google
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