Mit dem Motto „fail often, fail fast“ zum Trendsetter in der Food-Branche



Gesunde und vegane Ernährung liegt voll im Trend. Das ist auch die Überzeugung der beiden Gründer von Fairment, die mit ihrem Kombucha den Getränkemarkt aufmischen wollen. Gründer Leon Benedens erzählt uns im Interview mehr über die Fermentation des Bio-Tees, wie man parallel zum Start-up nebenbei noch eine Messe organisiert und wie sich Fairment von anderen Getränkeherstellern abgrenzen will.

Recitfga-bsl.info: Leon, zusammen mit deinem Partner Paul Seelhorst organisierst du die Paleo Convention in Berlin. Außerdem betreibt ihr noch das Start-up Fairment, wo ihr Kombucha selbst herstellt und verkauft. Wie passt das zusammen?

Leon von Fairment: Die Paleo Convention ist eine Event-Messe für Menschen, die sich für einen natürlichen Lifestyle im heutigen modernen Umfeld interessieren. Dazu gehört Bewegung, Denken, Nachhaltigkeit – aber natürlich auch das große Thema Ernährung. Wir essen möglichst unverarbeitete, nicht industrielle Lebensmittel. Gerne selbstgemacht und selbstgekocht. Daher kommt auch das Interesse für Fermentation (man fermentiert z.B. Kohl zu Sauerkraut). Aber es gibt auch andere Fermente (z.B. Getränke). Und dazu gehört Kombucha. Das ist süßer Tee, der über 2 bis 3 Wochen mit Hilfe von Bakterien und Hefen zu einem prickelnden, leicht säuerlichem Getränk fermentiert wird. Viele schwören auf die gute Wirkung für den Darm. Ein natürliches Probiotikum sagen viele. Oder einfach ein sehr besonderer und erfrischender Tee.

Die beiden Gründer von Fairment vertreiben ihren Kombucha online sowie über den Einzelhandel (Foto-Credit „Xander Heinl“).

Recitfga-bsl.info: Welchen Background bringt ihr mit, um den Schritt in die hart umkämpfte Lebensmittelbranche zu wagen?

Leon von Fairment: Wir sind beide in erster Linie Betriebswirte, aber haben beide auch eine Ausbildung zum Food-Coach (Ernährungsberatung) und ein großes privates Interesse an Gesundheitsthemen.

Natürlich ist der Markt hart umkämpft, aber es gab auch noch nie so einfach die Chance, sich als kleiner Anbieter zu etablieren. Menschen wollen Vielfalt. Daher haben wir vor 2,5 Jahren einfach mal angefangen Kombucha zu machen, ohne großes Hintergrundwissen zur Branche.

Recitfga-bsl.info: Alleine die Organisation der Messe ist vermutlich ein Fulltime-Job, daneben noch Fairment. Wie organisiert ihr euch im Team und stellt sicher, dass ihr euch nicht verzettelt?

Leon von Fairment: Gute Frage! Eine Messe mit 5.000 Besuchern und 60 Ausstellern inklusive Konferenz über 2 Tage aufzuziehen und gleichzeitig ein aufstrebendes Getränke-Start-up aufzubauen ist wirklich mehr als ein Full-Time-Job. Wir sind aber beide mit Leidenschaft dabei und können uns aufeinander verlassen. Das ist erstmal das wichtigste als Gründerteam. Eine ganz klare Aufgabenteilung hatten wir nie von Anfang an, die kristallisiert sich gerade erst durch persönliche Interessen heraus.

Auf dem Weg zum heutigen Status haben wir enorm viele Fehler gemacht (auch sehr teure), aber wir leben nach dem Motto „fail often, fail fast“. Vorausplanen ist nicht unsere Stärke, eher das eigentliche „Machen“.

Recitfga-bsl.info: Was sind eure wichtigsten Tools, um beide Projekte im Arbeitsalltag zu managen?

Leon von Fairment: Wir haben anfangs mit To-Do-Tools gearbeitet, aber durch den täglichen persönlichen Austausch war das überflüssig. Stift und Zettel tun es auch (jeden Tag die 3 wichtigsten Dinge!). Wir setzen zudem voll auf die G Suite und Google Drive. Kann man bestimmt alles besser machen, aber erstmal gilt wie gesagt: Überhaupt was machen!

Recitfga-bsl.info: Kombucha ist ein Getränk, was sich dank dem Hersteller Carpe Diem auch in Deutschland als Wellness-Getränk durchgesetzt hat. Wie wollt ihr euch mit eurem Produkt vom Marktführer abgrenzen?

Leon von Fairment: Gut recherchiert! Carpe Diem ist in erster Linie ein industriell gefertigtes Erfrischungsgetränk. Echter Kombucha muss unserer Meinung nach „raw“ (nicht pasteurisiert) sein. Wir halten unseren Kombucha lebendig, so dass der Konsument etwas von den lebendigen Bakterien und Hefen hat. Darüber hinaus enthüllt ein Blick auf die Zutatenliste auch den Unterschied zwischen Industrie- und echtem „Craft“-Kombucha. Kein Wort von Konzentraten, Zusatzstoffen etc. Echter Kombucha ist feinster Bio-Tee mit Fermentationskultur und Zucker. Letzterer wird bei der Fermentation umgewandelt in organische Säuren, geringe Mengen Alkohol und etwas Kohlensäure. Prickelt, schmeckt gut, tut gut. Wer die Entwicklung von „Wellness-Getränken“ in den USA anschaut (siehe z.B. Kokoswasser / Kombucha) sieht, dass RAW-Getränke auf dem Vormarsch sind!

Fairment
Hier ist Geduld gefragt: Die Fermentation des Fairment Kombucha dauert 2 bis 3 Wochen (Foto-Credit „Xander Heinl“).

Recitfga-bsl.info: Neben dem Online-Shop findet man Kombucha von Fairment inzwischen auch in verschiedenen Geschäften und Restaurants in Deutschland, u.a. bei Feinkost Käfer in München. Welche Marktstellung strebt ihr mit eurem Getränk auf dem deutschen Markt an?

Leon von Fairment: Wir streben mit der Marke Fairment an, Marktführer in D-A-CH im Bereich „Raw Kombucha“ zu werden mit einer breiten Palette an ungewöhnlichen Geschmäckern (z.B. Lavendel Kombucha). Kombucha ist wie einst Kokoswasser noch ein relativ hochpreisiges Getränk, da die Herstellung sehr zeitintensiv ist und die Lagerung (stets gekühlt!) von echtem Kombucha ebenfalls aufwändig. Teil unserer Strategie ist es erstmal in den Großstädten die Bio-Händler und wichtige Gastro-Betriebe mit unserem Kombucha zu beliefern und so Schritt für Schritt an 4 bis 5 wichtige Großhändler zu kommen. Wir werden stets kompromisslos bleiben, was Produktqualität angeht, weil wir glauben, dass sich das langfristig immer durchsetzt, auch wenn man dadurch langsamer wächst.

Da wir aber nicht nur als „noch ein neues Getränkeunternehmen“ wahrgenommen werden wollen, haben wir zwei weitere Säulen, auf die wir setzen:

  • Wir sind sozial aktiv seit Beginn an. Das heißt bei uns, dass wir von Tag 1 an mit Menschen mit Behinderungen arbeiten und diese Arbeit auch zum Kern unseres sozialen Engagements machen wollen.
  • Wir haben recht früh angefangen online eine Community aufzubauen, in der es um das „Hobby-Brauen von Gärgetränken“ geht. Hierfür haben wir Produkte (Kombucha, Kefir-Sets) entwickelt, mit denen jeder unsere Rezepte nachmachen kann. Wir wollen, dass die Menschen ein Verständnis für die Herstellung von Lebensmitteln bzw. Getränken haben. Dadurch haben wir mittlerweile eine sehr große Fan-Basis, die uns unterstützt.

Recitfga-bsl.info: Ein Tipp an andere Gründer: Welcher Aufwand steckt dahinter, damit man es mit seinem Produkt in den Handel schafft?

Leon von Fairment: In der Regel muss man einplanen, wenigstens 1 bis 1,5 Jahre irgendwie präsent zu sein (Messen, Events, Online etc.), damit man als Kandidat wahrgenommen wird. Hilfreich ist sicherlich auch der Aufbau einer Online-Community, da so ersichtlich ist, dass die Marke bzw. das Produkt auch potenzielle Abnehmer hat.

Einkäufer sind zurecht vorsichtig. Regalplatz ist teuer, Listung ist aufwändig. Aber Hartnäckigkeit zahlt sich wirklich aus. Ich würde immer frühstmöglich den Kontakt suchen, gleich am Anfang, auch wenn es zu keiner Listung kommt. Das ergibt sich mit der Zeit.

Recitfga-bsl.info: Und wie sieht es mit der Bürokratie aus?

Leon von Fairment: Was die Bürokratie angeht, ist es nicht so schwer wie befürchtet. Die Grundlagen für eine richtige Etikettierung von Produkten sind online einsehbar in der Lebensmittelverordnung. Ich habe anfangs gedacht, dass es viel komplizierter wäre. Man sollte nicht soviel Angst haben. Der Verlauf ist immer gleich:

  • Produktionsstätte suchen (wenn man selber produziert). Oft kann man sich diese teilen mit anderen Start-ups.
  • Die Produktionsstätte „abnehmen lassen“ durch das Amt. Da bekommt man oft Auflagen, die man dann in den ersten 24 Monaten erfüllen sollte.
  • Produktetikett entwickeln und am besten einmal überprüfen lassen (z.B. vom IFP. Das kostet ca. 500 €).

Dann hat man auch schon verkaufsfähige Ware. Zum Thema Hygiene gibt es gute Schulungen bei der IHK (Basishygiene etc.).

Recitfga-bsl.info: Das geht alles sicher nicht ohne Kapital. Wie seid ihr bisher finanziert?

Leon von Fairment: Tatsächlich sind wir so organisch gewachsen wie unsere Fermentationskulturen. Wir sind komplett eigenfinanziert. Alles aus Erspartem und dann aus dem Cash-Flow. Auch haben wir zwischenzeitlich andere Projekte gemacht (z.B. Paleo Convention, Autoimmunkongress, etc.), mit denen wir unser Lieblingsprojekt Fairment finanziert haben. Ein Schlüssel zum Erfolg war auf jeden Fall der Online-Shop. Den haben wir schnell aufgebaut und sehr schnell selbst optimiert für Suchmaschinen, so dass wir innerhalb von 3 Monaten ca. 500 Besucher pro Tag auf der Website hatten. Bei beispielsweise 1% Conversion und 50 € durchschnittlichem Warenkorb kann man sich ja ausrechnen, was rumkommt.

Gerade online erreicht man Menschen, die Lust haben auf besonders gute Produkte und bei denen der Preis nicht so wichtig ist. Der Handel ist viel härter und bringt weniger Marge, d.h. man muss viel größer produzieren, um zu überleben.

Recitfga-bsl.info: Wenn ihr entscheiden müsstet: Welches eurer beiden Projekte wäre für euch wichtiger?

Leon von Fairment: Fairment!

Recitfga-bsl.info: Leon, vielen Dank für das spannende Gespräch!

Keyfacts zum Unternehmen Fairment

  • Unser aktuelles Team besteht aus: 5 Personen, 2 Gründern und 3 tollen Kombucha-Enthusiasten
  • Die erste Finanzierung erfolgte durch / über: Uns selbst
  • Investoren finden wir gut / schlecht weil: Keine Pauschalisierung möglich. Wir ziehen einen strategischen Investor mit Herz für das Thema einem reinen Cash-Investor vor, auch wenn der Deal vielleicht finanziell schlechter ist.
  • Besonders geholfen haben uns bisher: Unsere Frauen, die den täglichen Wahnsinn mit uns aushalten und das Gründungsprojekt „Zuhause“ zusammenhalten und aufbauen
  • Besonders wichtig in unserem Arbeitsalltag sind für uns folgende drei:
    • Menschen: Andere Gründer, die bereit sind, sich ehrlich auszutauschen!
    • Tools: G Suite
    • Internetseiten: Möglichst wenige. Aber Facebook-Gruppen sind für unser Community-Building wohl das Wichtigste. Für Getränketrends folgen wir noch .
  • Kontakt

  • Leon Benedens, Paul Seelhorst
  • c/o Delphinwerkstätten
    Pankstraße 8-10, Haus 6, Eingang M
    13127 Berlin
  • [email protected]
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