Early Select Training: Wie aus guten Gründern gute Unternehmer werden



Auch Dank der VOX-Sendung “Die Höhle der Löwen” hat die Start-up-Kultur in Deutschland eine neue Dimension erreicht. Gründen ist hip und junge Unternehmer sind cool. Und gute Geschäftsideen werden Dank reichlich Wagniskapital schnell finanziert und umgesetzt. Was passiert aber, wenn das Geschäftsmodell tatsächlich ein Erfolg wird und deshalb die, häufig chaotische, Start-up-Phase schnell verlassen werden muss? Wie schaffen es gute Gründer, auch gute Unternehmer zu werden?

Gute Unternehmer, die aus einer anfänglichen Idee ein funktionierendes und wirtschaftlich erfolgreiches Unternehmen machen und für dessen – teils rasantes – Wachstum weitere Finanzierung finden und es erfolgreich managen.

Unter diesem Motto steht das “Early Select Training”, ein professionelles C-Level Managementprogramm, das das Deutsche Börse Venture Network seinen Mitgliedsunternehmen anbietet und das Anfang Juli wieder in München in den Räumen der UnternehmerTUM, dem Zentrum für Innovation und Gründung, stattgefunden hat. Das Training unterstützt bei der Planung und Umsetzung der nächsten Schritte auf dem Wachstumsweg eines Start-ups und hilft sowohl bei Finanzierungsfragen wie auch beim Wachstumsmanagement.

Bei Vorträgen von Entrepreneurship-Dozenten oder dem direkten Austausch mit Investoren erhalten die Teilnehmer des Early Select Trainings wertvolles Know-how (Copyright: „UnternehmerTUM, Fynn Mengel“)

Durch Expertenbeiträge von Entrepreneurship-Dozenten, wertvollen Praxiserfahrungen von erfolgreichen Gründern, den direkten Austausch mit Investoren sowie der Teilnehmer untereinander erhalten die Start-ups hierzu wichtiges Know-how. Wir greifen das Thema Wachstumsmanagement auf und skizzieren, welche Themen und Fragen in der Finanzierung eines Start-ups ab einer abgeschlossenen Series A Runde relevant werden.

  • Das Deutsche Börse Venture Network® bringt aufstrebende Unternehmen mit Exit-Potenzial von der Early Stage bis zur Later Stage mit passenden Investoren aus dem In- und Ausland zusammen. Dafür bietet es Services in den Bereichen Capital, Network und Skill: gezieltes Matching für Finanzierungsrunden, langfristige Netzwerkkontakte mit relevanten Partnern sowie Kompetenzerweiterung für das Management von Wachstumsunternehmen.


Wachstumsmanagement: Die Organisationsstruktur anpassen

Wächst das eigene Unternehmen rasant, ist meist auch eine Anpassung der Organisationsstruktur unumgänglich. Viele neue Mitarbeiter müssen integriert, Geschäftsprozesse optimiert und angepasst werden. Oft erfordert das Wachstumsmanagement auch Veränderungen in der Geschäftsführung, z.B. wenn den Gründern erfahrene Manager (oft auf Betreiben der Investoren) an die Seite gestellt werden.

Bei der Weiterentwicklung der Organisationsstruktur sind u.a. folgende Punkte zu beachten:

  • Die langfristige Unternehmensführung und das Management sollten gut durchdacht und gerade in Wachstumsphasen mit allen wichtigen Beteiligten (Gründer, Investoren, Beirat) abgestimmt werden. Dabei spielt die zukünftige Know-how-Verteilung im Managementteam eine wesentliche Rolle.
  • Strukturen, die von oben aufgesetzt werden, führen häufig zu Akzeptanzproblemen bei den Mitarbeitern. Besser sind Unternehmensstrukturen, die mit Mitarbeitern zusammen erarbeitet werden.
  • Die Organisationsstruktur sollte so aufgesetzt sein, dass die interne Kommunikation im Unternehmen gefördert wird. Sowohl Gründer wie auch Mitarbeiter sollten fortwährend voneinander wissen, was sie machen und welche Rolle sie im Unternehmen spielen.
  • Zu starkes und schnelles Wachstum (>50% Wachstum pro Jahr) kann ein Unternehmen auch schnell in eine Schieflage bringen. Hier werden ein sehr starkes Team und ein kluges Wachstumsmanagement benötigt.
  • Bei Series B Finanzierungsrunden, wenn bereits viele Investoren an Bord sind, lohnt sich die Einrichtung eines (bzw. mehrerer) Sub-Boards, die sich gezielt um die Weiterentwicklung und das Monitoring der Corporate Governance kümmern

Wachstumsfinanzierung: Von der Series A zur Series B

Hat das Start-up bereits mehrere Finanzierungsschritte hinter sich und die Gründer damit auch schon einen Teil ihrer Anteile abgegeben, sollte jede weiterer Finanzierungsrunde besonders gründlich abgewogen werden. Die Gründer müssen sich überlegen, ob sie sich von weiteren Anteilen trennen können, ohne die Mitsprache im Unternehmen zu verlieren, oder ob sie nicht an dem Punkt angekommen sind, wo andere Finanzierungswege in die Überlegung mit einbezogen werden sollten.

Welche Finanzierungsform passt zum Finanzierungsbedarf?

Welche Finanzierungsart zum Finanzierungsbedarf passt, hängt ganz wesentlich vom bisherigen Geschäftsverlauf ab. Ist zum Beispiel bereits der Break-Even erreicht, d.h. mit zusätzlichem Kapital soll nun eine Überrendite erzielt werden, ist die Aufnahme von Fremdkapital eher interessant, als wenn das frische Kapital zur weiteren Anschubfinanzierung des Geschäftsmodells benötigt wird.

Eigenkapital vs. Fremdkapital

Wird Fremdkapital aufgenommen, muss dieses zum Unternehmenszyklus und zum Working Capital passen. Deshalb ist eine mittel- bis langfristige Zusammenarbeit mit der Bank immens wichtig. Allerdings gilt es auch zu berücksichtigen, dass diese Form der Finanzierung bei Banken vergleichsweise teuer ist.

Auch bei der erneuten Aufnahme von Eigenkapital bei Investoren (Business Angels, Venture Capital Gesellschaften, Family Offices) müssen sowohl Gründer als auch Investoren den Cap Table im Blick behalten. Diese Aufstellung der Gesellschafter des Unternehmens zeigt die Anteilsverteilung unter den Gründern und Investoren. Die Anteile der Gründer sollten auch in späteren Finanzierungsrunden noch so hoch sein, dass sie ein ausreichendes Mitspracherecht im Unternehmen haben und damit auch deren Motivation weiterhin hoch ist. Zudem spricht ein weiterhin wesentlicher Anteil der Gründer am Unternehmen für ihre Verhandlungsstärke, was für Neuinvestoren auch ein positives Signal ist.

Interessant können auch Mischformen aus Darlehen und Investor, wie z.B. “Venture Debt” als endfälliges Darlehen, sein. Dabei erhält ein Start-up, das schon länger am Markt aktiv ist, ein Darlehen von einem VC. Der VC trägt dadurch ein erhöhtes Risiko (bis zum Totalausfall), der vom Start-up mit Zinsen von 10 bis 12 % bezahlt wird. Für Gründer ist diese Finanzierungsform interessant, da sie nicht zu Verwässerungseffekten führt.

Worauf Investoren achten

Treffen Investoren auf einen Gründer, stellen sie sich in jedem Fall die Frage, ob diese spezifische Person (der/die Gründer) tatsächlich eine Investition wert ist. Konkret werden sich Investoren fragen, ob jemand vor ihnen sitzt, der aus einem 10 Mio. Euro Unternehmen ein 100 Mio. Euro Unternehmen machen kann.

Also ein Gründer, der verstanden hat, dass er ein kompetentes Team benötigt und nicht alles alleine machen kann. Weiterhin sollten Gründer auf folgende Fragen von Investoren vorbereitet sein:

  • Kann das Start-up stark wachsen und dann auch profitabel werden?
  • Ist das Start-up in seiner Value Chain so gut organisiert, dass es die Ziele des Businessplans erreichen kann?
  • Wenn bisher schon starkes Wachstum zu sehen war: Hat das Start-up Lösungen implementiert, um sein Wachstum gut zu managen?

Für jede Finanzierungsphase gilt: Bei der Auswahl und Ansprache der Investoren sollten Gründer darauf achten, nicht die besten Investoren gleich zu Beginn zu verbraten.

Richtig Pitchen will gelernt sein

Auch in späteren Finanzierungsstufen müssen Gründer vor Investoren pitchen. Die Pitchtrainerinnen Ines Plum und Olivia Hornsmann von der UnternehmerTUM gaben den Gründern im Early Select Training des Deutsche Börse Venture Network einige Fragen mit auf den Weg, die in einem Pitch beantwortet werden sollten:

  • Welches Problem gibt es in der Gesellschaft / auf dem Markt? Und welche Lösung bieten wir als Gründerteam an? Was ist unser Alleinstellungsmerkmal und was macht uns besonders? Wie positionieren wir uns auf dem Markt?
  • Warum können WIR das als Team besonders gut? Wieso können wir langfristig für Umsatz sorgen? Warum sind wir besser als unsere Mitbewerber? Wer ist bei uns der Sales-Experte und warum kann er das?
  • Zahlen, Daten, Fakten: Gibt es interessante Markzahlen, die die Investoren überzeugen? Mit welchen Zahlen können wir beweisen, dass wir erfolgreich sind? Wie prognostizieren wir unsere Zukunft in Zahlen?
  • Wie präsentiere ich die vorangegangenen Punkte in einer Storyline? Gibt es ein bemerkenswertes Ereignis, ein lustiges Kundenerlebnis, aus dem ich eine Story für meine Investoren bauen kann?
  • Wie kann ich damit bei meinen potenziellen Geldgebern in Erinnerung bleiben? Welche Botschaft, welchen Aufruf habe ich am Ende meines Pitches?

Wichtig ist, aus den bisherigen Pitches vor Investoren zu lernen, um sich so von Runde zu Runde zu verbessern. Investoren werden das registrieren! Und natürlich ist es wichtig, immer die große Vision, also das Big Picture, die Unternehmensstory sowie alle Hard Facts und aussagekräftige Unternehmenszahlen beim Pitch zur Hand zu haben.

Trainerin Olivia Hornsmann von der UnternehmerTUM gab den Gründern im Early Select Training Tipps für den perfekten Pitch mit auf den Weg (Copyright: „UnternehmerTUM, Fynn Mengel“)

Hier noch einige weitere wertvolle Hinweise zum Pitchen von Thomas Kirchner, Gründer von ProGlove aus dem letzten Early Select Training des Deutsche Börse Venture Network:

  • Wenn vorhanden, einen Prototyp mitbringen und während des Pitches zeigen. Menschen lieben es, etwas auszuprobieren.
  • Den Pitch mit einem prägnanten, kurzen Hauptsatz, der euer Business, Produkt oder Service ganz einfach beschreibt, beginnen.
  • Im Pitch den Fokus immer auf den Kunden legen, untermauert durch Fotos vom Endnutzer mit dem Produkt.
  • Zum Pitch immer Backup-Slides parat halten, die alle Fragen, die in bisherigen Investorengesprächen aufgekommen sind, direkt beantworten. Diese Back-up Slides kontinuierlich mit jeder neuen Frage, die von einem Investor gestellt werden, erweitern.

Die Early Select Trainings des Deutsche Börse Venture Network bereiten Unternehmen in der Wachstumsphase und an der Schwelle zur Series B Finanzierung auf effektives Wachstumsmanagement und die Akquise der passenden Wachstumsfinanzierung vor. Die nächsten Termine zu den Trainings sowie weitere Informationen zum Trainingsprogramm findet ihr hier.

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