200 Leute, 15 Länder, ein Start-up: „Wir bauten uns eine eigene Crowd“



Können 200 Leute aus 15 Ländern zusammen ein Start-up gründen? Yes, they can. So die eindeutige Antwort der drei Gründer von Martinsson King, die mit ihrer innovativen Haarpflegelinie kurz vor dem Markteintritt stehen. Gründer Anders Sjostedt erklärt uns, wie man sich seine eigene Crowd aufbaut und diese aktiv in wichtige Prozesse der Unternehmensgründung integriert.

New York City, Stockholm, Sydney – das sind die Orte, von denen aus die Martinsson King Gründer David Glover, Anders Sjostedt und Anna Fornek Bergström mit ihrer modularen Haarpflegeserie im Sommer 2017 durchstarten wollen und zwar weltweit. Das Besondere an Martinsson King ist, dass die Kunden je nach Bedarf die Basisprodukte Shampoo und Spülung mit speziell entwickelten Zusätzen kombinieren können, um den gewünschten Styling-Effekt zu erreichen, etwa mehr Volumen oder glattes Haar.

Das Gründertrio von Martinsson King: Anna Fornek Bergström, David Glover und Anders Sjostedt (Bildquelle: Martinsson King).

Doch nicht nur die Produkte des Gründertrios sind außergewöhnlich innovativ, sondern auch der Ansatz, sich eine eigene Crowd aufzubauen, die das Start-up mitgestaltet. Gegen eine Gebühr erhalten die Mitglieder exklusive Produktproben und werden aktiv in wichtige Bereiche des Unternehmensaufbaus involviert, so auch in die Produktentwicklung, den Vertrieb oder die Kommunikation. Genau das richtige Modell für alle Gründer, die kein Geld für groß angelegte Werbekampagnen ausgeben wollen, nichts von wenig aussagekräftigen Studien mit unmotivierten Testkäufern halten und lieber die Interaktion mit einer eigenen Crowd suchen, die das Produkt engagiert mitentwickelt.

So funktioniert der Martinsson King Founders Club

Ab Sommer 2017 sind die innovativen Haarpflegeprodukte von Martinsson King online erhältlich (Bildquelle: Martinsson King).

Der schwedische Co-Gründer Anders Sjostedt erklärt uns im Folgenden, wie der Martinsson King Founders Club funktioniert und gibt Tipps, wie auch andere Gründer ihre eigene Crowd aufbauen können.

Unser Start-up Martinsson King hat die weltweit erste modulare Haarpflegeserie entwickelt – jeder kann sich ein auf seine Haare angepasstes Pflegeprodukt in der Handfläche selbst zusammenmischen. Uns war von Anfang an klar, dass wir so viele unserer zukünftigen Kunden wie möglich mit einbinden wollten, um unser Ziel zu erreichen: ein Unternehmen zu gründen, das wirklich etwas bewegen kann.

Wir haben uns verschiedene Crowdfunding Optionen, wie z.B. Kickstarter und Indiegogo angeschaut, waren aber der Meinung, dass das Plattformen sind, auf denen man hauptsächlich Produkte vorbestellen kann, der Kauf meist die einzige Interaktion mit dem Kunden ist und man nur ein cooles Video seines Produkts braucht, um etwas zu erreichen. Doch wir wollten mehr – wir wollten echte Kooperation von Anfang an.

Wir bauen uns unsere eigene Crowd

Daher gab es für uns nur eine einzige Möglichkeit: Unsere Crowd selbst aufzubauen. Im Juni 2016 starteten wir unseren Martinsson King Founders Club. Gegen eine Gebühr von 100 US-Dollar konnte sich jeder in den Aufbau unseres Start-ups und unserer Produkte einbringen und darüber hinaus kostenlose Produktproben erhalten. Bisher zählt unser Founders Club insgesamt 250 Mitglieder aus 15 Ländern und es kommen ständig neue hinzu. Wir haben für uns eine Obergrenze von 500 Mitgliedern festgelegt, um die Kommunikation mit allen Mitgliedern gewährleisten zu können.

Um das Teilen von Informationen und Feedback der Mitglieder zu vereinfachen, haben wir eine eigene Facebook-Gruppe für unseren Founders Club gegründet. Über dieses Medium erhalten wir wertvolle Meinungen zu Themen wie Design, Kommunikation und Vertrieb. Außerdem können unsere Mitglieder hier Kommentare zu den Produktproben posten, die sie von uns bekommen. Im Fall unseres Produktduftes haben unsere Mitglieder uns z.B. dazu motiviert, diesen zusätzlich als Parfum anzubieten.

Nicht nur einfache Kunden, sondern „Mitgründer“ von Martinsson King: Die Mitglieder des Founders Club (Bildquelle: Martinsson King).

Welche Tipps würde ich Gründern geben, die ihre eigene „Crowd“ Plattform aufbauen wollen? Hier kommen meine persönlichen Top 5:

#1 Schedule it

Sucht euch für die Gründung eures Clubs ein leicht zu merkendes Datum aus und eine Tageszeit, zu der eure potenziellen Interessenten sicher verfügbar sind. Wir haben uns für den 1. Juni um 8:00 Ortszeit in New York City entschieden (was 17:00 in LA, 14:00 in Europa und 22:00 in Australien war).

#2 Prep it

Wichtig ist, dass ihr schon vor dem eigentlichen Gründungsdatum für großes Interesse sorgt, sodass ihr schnell eine hohe Nachfrage und kritische Masse erreicht. Kontaktiert eure Freunde, versucht euch in den Medien zu platzieren und sammelt E-Mail-Adressen. Zwei Monate vor Gründung des Founders Club haben wir an Freunde und verschiedene Netzwerke einen Link zu unserer Homepage geschickt. Darauf war zu diesem Zeitpunkt nur ein Kontaktformular mit dem Titel „Gebt mir Bescheid, wann der Founders Club startet“. In kürzester Zeit hatten wir über 1.000 E-Mail-Anmeldungen.

#3 Shape it

Ihr müsst euch natürlich darüber im Klaren sein, was ihr anbietet und welche Gebühr ihr verlangen wollt. Obwohl es uns hauptsächlich um die Interaktion mit den Mitgliedern ging, waren wir der Meinung, dass ein gewisser finanzieller Beitrag wichtig ist, um ein Mindestmaß an Engagement zu garantieren. Außerdem haben wir uns bewusst dafür entschieden trotz der zahlreichen Produktvorteile, in deren Genuss die Mitglieder kommen, diese Art der Interaktion als Mit-Gründen zu bezeichnen. So wollten wir sicherstellen, dass wir keine Schnäppchenjäger anlocken.

#4 Play it

Holt aus eurem Gründungstag das Beste heraus und gebt allen das Gefühl, Teil einer großen Feier zu sein. Wir haben den ganzen Tag über Live-Videos an verschiedenen Orten in New York gepostet. Angefangen haben wir um 08:00 morgens auf dem Dach unseres Hauses, von wo wir die Namen der ersten Mitglieder ausgerufen haben. Wir haben auch unsere Zuschauer entscheiden lassen, welches unsere nächste Station sein sollte. So wurden wir zum High Line Park und dem Dach des Empire State Buildings geschickt. Wir haben an diesem Tag zahlreiche Fragen beantwortet und waren mit mehreren Hundert Leuten in Kontakt. Das Ergebnis waren über 100 Mitglieder in 12 Stunden – ein Riesenspaß.

#5 Connect & Improve

Nach der Gründung des Founders Club beginnt dann der interessanteste Teil. Erfahrt so viel wie möglich über eure Mitglieder – etwa warum sie mitmachen, welche Erwartungen sie haben etc. Direkt nach der Zahlung der Mitgliedsgebühr haben unsere Mitglieder einen ersten Fragebogen erhalten. Die Beteiligung lag bei 85 Prozent. Unsere Facebook-Gruppe ist sehr aktiv. Wir posten beinahe täglich Inspirationen für unsere Mitglieder oder fragen nach ihrer Meinung zu bestimmten Themen. Das Feedback, das wir bekommen, lässt uns oft innehalten oder gar komplett umdenken.

Ihr sucht mehr Informationen zum Thema Crowdfunding? Diese Beiträge aus unserem GründerDaily könnten euch auch interessieren:

artma.net.ua

переезд квартиры