Neuer Kredit: mit 1 Mrd. Euro pro Jahr will die KfW die Digitalisierung fördern



Der neue ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit der KfW soll ab Jahresmitte 2017 kleinen und mittelständischen Unternehmen in Deutschland helfen, ihren Digitalisierungsrückstand aufzuholen. Vorgestellt wurden die Eckpunkte im Rahmen einer KfW Projektreise heute vor einer Woche in Frankfurt. 

Digitalisierung war das Schlagwort der traditionellen KfW Projektreise in diesem Jahr. Nach Berlin im Vorjahr (hier geht es zur Tour 2016) stand nun Frankfurt auf dem Programm.

Digitalisierung – nicht nur bei der KfW Projektreise im Fokus.

Mit einem Frühstück im Café Roseli war der Start in den Tag erfreulicherweise noch gänzlich analog. Neben dem Frühstück ging es dabei aber vor allem um die Inhaberin des Cafés. Nach vielen Jahren in der Reisebranche hat sich Sevil Erdinc-Cakici als Quereinsteigerin den Traum eines eigenen Cafés erfüllt. Finanziert hat sie die Übernahme des bestehenden Geschäfts mit einem Förderkredit der KfW.

Nachdem viele Banken, u.a. auch ihre eigene Hausbank, das Projekt als zu klein abgelehnt hatten, gab es eine Zusage der Sparkasse. Diese finanzierte ebenfalls die im vergangenen Jahr vorgenommene Erweiterung. Gerade vor dem Hintergrund der 2016 erneut gesunkenen Gründerzahlen macht dieses Beispiel deutlich, dass es beim Thema Finanzierung trotzdem häufig noch zahlreiche Hürden gibt und die klassischen Gründungen durch den Start-up-Hype nicht in den Schatten gestellt werden dürfen.

Eine echte Unternehmerheldin – die Inhaberin des Cafés Roseli Sevil Erdinc-Cakici (rechts) mit zwei Mitarbeiterinnen.

Vom Café zum Start-up, das die Versicherungsbranche digitalisieren will

Kulissenwechsel: Vom beschaulichen und sehr zu empfehlenden Café in der Frankfurter Innenstadt zog die Karawane weiter zum Start-up . Bisher hat CLARK knapp 15 Mio. Euro u.a. in einer Series A-Finanzierungsrunde reingesammelt. Investiert hat auch den neue Fonds Coparion, der ebenso wie der High-Tech Gründerfonds zum Venture Capital-Angebot der KfW zählt.

35 Mitarbeiter aus fast 20 Nationen sitzen bei CLARK im Großraumbüro, das sich in einem mittlerweile in die Jahre gekommenen Bürogebäude befindet. Nach FinTechs sind ohnehin die sogenannten InsurTechs die neuen Stars der Digitalisierung – schließlich sei es bei den Versicherungen um diese noch schlechter bestellt als bei den Banken, so CLARK-CEO Dr. Christopher Oster. Dabei bietet CLARK jedoch keine eigenen Versicherungen an, sondern agiert als digitaler Versicherungsmakler. Mit ein paar Klicks und einer Unterschrift per Zeigefinger auf dem Smartphone erteilt man CLARK das Maklermandat. Im Anschluss nimmt CLARK Kontakt zu den Versicherungen auf, analysiert die bestehenden Verträge und gibt gegebenenfalls Empfehlungen zu Vertragsanpassungen oder neuen Versicherungen. Derzeit nutzt eine mittlere fünfstellige Kundenzahl das Angebot. Das Wachstumsziel ist ambitioniert, wie CEO Dr. Oster ausführte:

Bis 2019 wollen wir der größte Makler in Deutschland sein.

Bis 2019 will das Start-up CLARK der größte Versicherungsmakler in Deutschland sein (Foto: CLARK).

Auch ein Dauerbrenner: Cybersecurity

Beim anschließenden Mittagessen stand das Start-up aus Bochum im Mittelpunkt. In Zeiten von zunehmender Cyberspionage und Hackerangriffen in Wahlkämpfen bietet VMRay eine weltweit führende Sicherheitslösung. Gestartet ist das Unternehmen u.a. mit einem EXIST-Gründerstipendium und 2014 mit einer Finanzierung durch den High-Tech Gründerfonds. An der zuletzt abgeschlossenen Series A-Finanzierung beteiligte sich u.a. eCAPITAL. Während der Vertrieb in den USA erfolgreich läuft, sieht Gründer Dr. Carsten Willems klare Standortvorteile in Bochum. Und auch wenn kein Mitarbeiter originär aus Bochum stammt, hat keiner bisher das Unternehmen verlassen.

VMRay schützt vor Cyberangriffen, erklärt Gründer Dr. Carsten Willems.

Innovationsförderung durch die KfW

Eine Untersuchung der KfW hat gezeigt, dass das Potenzial der Digitalisierung bei kleinen und mittelständischen Unternehmern nur unzureichend ausgeschöpft wird. Mit dem neuen ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit soll zukünftig die Digitalisierung von Produkten, Produktionsprozessen und Verfahren (Stichwort Industrie 4.0) gefördert werden. Sehr niedrige Zinssätze und Haftungsfreistellungen für die Hausbank von bis zu 70 % sollen die Kreditvergabe attraktiv machen. Nach der Anlaufphase hofft die KfW jährlich bis zu 1 Mrd. Euro an Digitalisierungs-Krediten vergeben zu können. Dr. Ingrid Hengster von der KfW unterstreicht die Bedeutung des Themas:

Unternehmen müssen sich der Digitalisierung konstruktiv annehmen und innovativ sein, wenn sie auch künftig wettbewerbsfähig bleiben wollen. In der Breite des Mittelstands wird bisher noch zu wenig dafür getan.

Der Mindestkreditbetrag für den ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit liegt bei 25.000 Euro pro Vorhaben. Maximal können 25 Mio. Euro pro Vorhaben bei einer Laufzeit von bis zu 10 Jahren beantragt werden. Startschuss für den ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit ist der 1. Juli 2017. Nutzen können den Kredit alle Freiberufler, kleine und mittlere Unternehmen sowie Unternehmen mit einem Jahresumsatz von bis zu 500 Mio. Euro.

Digitalisierung auch im Social Impact Lab

Zum Abschluss der KfW Projektreise ging es ins Social Impact Lab am Standort Frankfurt. Hier werden Gründer von der Ideenfindung bis zur Umsetzung ihres sozialen Start-up betreut. Kernbestandteil ist das Programm AndersGründer. Mit dem Projekt sollen Menschen ermutigt und befähigt werden, ihre Idee zur Lösung eines sozialen Problems in ein nachhaltig wirksames Unternehmen zu überführen. Fünf Mal im Jahr erhalten dazu bis zu acht Gründerteams die Chance, im Rahmen eines acht Monate dauernden umfassenden Unterstützungsprogrammes ihre sozialinnovative Idee zum Sozialunternehmen zu entwickeln.

Bewerben kann sich jeder mit einer sozialinnovativen Unternehmensidee, mit der er gleichzeitig gesellschaftliche Probleme lösen möchte. Die . Wenn eure Bewerbung das Team des Social Impact Lab überzeugt, werdet ihr zu einer Pitch-Werkstatt eingeladen, wo eure Idee nochmals überprüft wird und ihr gleichzeitig an eurer Präsentation arbeitet. Wer auch diese Phase übersteht, wird zum öffentlichen Pitch eingeladen und präsentiert seine Idee in einem fünfminütigen Pitch einer Expertenjury. Diese entscheidet am Ende darüber, wer in das Programm aufgenommen wird.

Teilnehmern am Programm winken u.a.:

  • Coachings und Fachberatung für die Startphase
  • Workshops und Mentoring
  • Netzwerkveranstaltungen
  • Bis zu acht Monate Coworking in einem Social Impact Lab in Frankfurt oder Duisburg
  • Kontakte zu Investoren und Finanzierungspartnern
  • Unterstützung bei Fördermittelanträgen u.v.m.

PS: Und wir digitalisieren euren Gründungsprozess

Auch wir arbeiten tagtäglich am Thema Digitalisierung. Unser Ziel ist es, den Gründungsprozess digital zu gestalten und somit deutlich zu vereinfachen. Unter dem Motto „Gründen kann so einfach sein“ haben wir den Unternehmerheld ins Leben gerufen.

Der Unternehmerheld hilft euch dabei, euren Gründungsprozess ganz einfach zu gestalten.

Zum jetzigen Zeitpunkt könnt ihr dort bereits…

  • …einen zehnminütigen Gründertest machen, der euch eine ausführliche Auswertung über Stärken und Schwächen eurer Gründung inklusive Tipps liefert.
  • …ein übersichtliches Geschäftsmodell-Canvas anhand von Leitfragen und Beispielen ganz einfach digital erstellen, um eure Idee zu prüfen.
  • …einen Businessplan schreiben, der gemeinsam mit Banken und Investoren entwickelt wurde und aus eurer Idee einen echten Heldenplan macht.

Außerdem könnt ihr auch eure Gründungsdokumente zusammenstellen und vieles mehr. Hier könnt ihr euch für den Unternehmerheld .

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