Software für den Acker: Diese drei Start-ups folgen dem Trend Agrar 4.0



Die Digitalisierung ist überall, selbst in der Landwirtschaft. Zeit also für Berichterstattung über Gründer mit Mistgabel auf dem Traktor? Weit gefehlt. Vielmehr sollen künstliche Intelligenz, Algorithmen und das Smartphone den Landwirten dabei helfen, die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Was tut sich bei den sogenannten AgTech-Start-ups in Deutschland? Wir stellen drei Geschäftsideen vor, die sich der Landwirtschaft 4.0 widmen.

Weltweit gab es im Jahr 2016 laut dem AgTech Investing Report für AgTech-Start-ups 3,2 Mrd. US-Dollar von Investoren. Ein attraktiver Markt also, auf dem es noch viel Optimierungsbedarf gibt: Von der steigenden Nachfrage nach nachhaltigen Produkten über die Auswirkungen des Klimawandels bis hin zur wachsenden Weltbevölkerung, steht die Landwirtschaft vor zahlreichen Herausforderungen.

Smart Farming, also die Digitalisierung der Landwirtschaft, soll die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Agrarwirtschaft sicherstellen. Dabei können sowohl die wachsenden Ansprüche der Verbraucher erfüllt, als auch die Erträge der Agrarunternehmen gesteigert werden. PEAT, Innocow und fodjan haben genau das zum Ziel. Gemeinsam ist den drei Start-ups auch, dass sie eine Starthilfe durch das EXIST-Gründerstipendium erhalten haben.

  • Zum Hintergrund: Das fördert Hochschulgründer, die ihre Gründungsidee realisieren und in einen Businessplan umsetzen möchten. Im Fokus dabei stehen innovative technologieorientierte oder wissensbasierte Projekte mit signifikanten Alleinstellungsmerkmalen und guten wirtschaftlichen Erfolgsaussichten. Die Gründungsvorhaben werden mit Coachings und Weiterbildungen sowie bis zu 30.000 Euro für die Dauer von einem Jahr unterstützt.

PEAT – ein Pflanzendoktor macht die Ernte sicher

Blattläuse im Salat oder Braunfäule auf den Tomaten? Krankheiten von Pflanzen bedeuten für Landwirte oder Gärtner ein hohes Verlustpotenzial. Rund 30% der gesamten Ernten weltweit werden jährlich durch Schädlinge und Krankheiten von Pflanzen zerstört. Lange Zeit schienen gesundheits- und umweltgefährdende Pestizide die Lösung zu sein. Doch die Anforderungen an die Landwirtschaft, insbesondere hinsichtlich der Einhaltung von Gesundheitsstandards, wachsen massiv. Eine weitere Herausforderung kommt noch hinzu: Ausreichend nahrhafte Lebensmittel zu produzieren, wird zunehmend schwieriger. Bis 2050 wird sich laut Angaben des Hannoveraner Start-ups die landwirtschaftliche Produktion verdoppeln müssen, um ausreichend Nahrung für die Weltbevölkerung herstellen zu können.

Einen großen Beitrag zur Lösung dieses Problems will das Unternehmen mit seiner App Plantix schaffen, die zur weltweit größten Datenbank zu Pflanzenkrankheiten werden soll. Per Foto können bereits über 30 Krankheiten erkannt und durch Tipps frühzeitig behoben werden. Der Clou: mit jedem neuen Foto lernt die Software dazu.

Das siebenköpfige Gründerteam profitierte bereits vom EXIST-Gründerstipendium und war Teilnehmer des Merck Accelerators. Auch in zahlreichen Gründerwettbewerben hat das Start-up bereits abgeräumt – und schaffte es so auch unter die Top 50 Start-ups des Jahres 2016. Was die Zukunft noch bringt? Mit Agrarrobotern und -drohnen hat das Team noch zahlreiche Ideen für den Ausbau des Unternehmens. In diesem Video erklärt Geschäftsführerin Simone Strey in aller Kürze:

Wir wollen mit künstlicher Intelligenz die Landwirtschaft von morgen mitgestalten und verändern.

Innocow – Krankheiten von Milchkühen frühzeitig erkennen

Ebenfalls mit dem Thema Gesundheit beschäftigt sich das Start-up aus Kaiserslautern. Hier stehen jedoch Milchkühe im Fokus. Die Idee: Ein automatisiertes Diagnosesystem, das die Gesundheit von Kühen in Echtzeit ermittelt. Denn für Landwirte ist es meist nur schwer erkennbar, ob ein Tier krank oder paarungsbereit ist. Zwar bewegen sich kranke Kühe weniger und brünstige Kühe mehr, allerdings kann ein Landwirt nicht alle Tiere immer und überall im Auge behalten. Das Halsband von Innocow misst deshalb genau diese Bewegung und ergänzt andere Parameter, wie beispielsweise die Herzfrequenz. Auch die genaue Ortung der Tiere wird durch die Technik von Innocow ermöglicht.

Der Landwirt erhält diese Daten auf sein Smartphone und kann gezielt reagieren. So können beispielsweise Tierarztkosten, Antibiotikabehandlungen oder Besamungskosten reduziert werden. Gleichzeitig wird das Stresslevel der Kühe geringer und die Produktivität des Betriebs gesteigert.

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Das ist das Team von Innocow aus Kaiserslautern (Quelle: Innocow)

Das vierköpfige Team von Innocow startete im Sommer 2016 mit der bereits länger vorhandenen Idee das eigene Unternehmen und hatte schnell erste Erfolge in zahlreichen Gründerwettbewerben. Aber auch das Know-how und finanzielle Unterstützung des EXIST-Gründerstipendiums halfen dabei, das Start-up weiter aufzubauen.

fodjan – Gesund Füttern und trotzdem Kosten sparen

Bleiben wir beim Thema Milchkuh. Bei fodjan smart feeding geht es um die Fütterung. Denn je gesünder das Essen, desto leistungsfähiger sind die Kühe. Doch das kann für Landwirte auch schnell teuer werden. verspricht, genau das zu ändern. Mit einer interaktiven, cloudbasierten Software zur Futterrationsberechnung sollen die Tiergesundheit verbessert und gleichzeitig die Kosten für die Futtermittel gesenkt werden.

Der dahinterliegende Algorithmus bezieht dabei vorhandene Futtermittelbestände und -qualitäten sowie die unterschiedlichen Bedürfnisse der Tiere mit ein und liefert bedarfsgerechte Optimierungsvorschläge. Was kompliziert klingt, übernimmt der Computer. Bedienen hingegen kann die Software jedermann – auch ganz ohne technische Vorkenntnisse.

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fodjan heißt gesundes Futter für Milchkühe bei gleichzeitiger Kostenoptimierung (Quelle: fodjan)

Carsten Gieseler, Geschäftsführer von fodjan, gründete sein Start-up 2014 noch während seines Agrar- und Betriebswirtschaftsstudiums mit Hilfe des EXIST-Gründerstipendiums. Unterstützt wurde er dabei von seinem Team bestehend aus einem Betriebswirt, einem Informatiker, einem Webentwickler und einem Algorithmus-Spezialist, mit denen er das Produkt bis zur Marktreife entwickelte und die Pilotversion in mehreren großen landwirtschaftlichen Betrieben testete. Erst im März 2017 wurde die Serie-A Finanzierungsrunde vom Technologiegründerfonds Sachsen (TGFS) und dem High-Tech Gründerfonds (HTGF) bekannt gegeben. Mit dem Kapital und dem Know-how-Zuwachs will fodjan den Vertrieb ausbauen und an der Entwicklung des Produktportfolios arbeiten.

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