Diese 5 Start-ups wollen mit ihren Matratzen den Markt erobern



Gut und bequem schlafen ist unglaublich wichtig – für die Gesundheit, das Wohlbefinden und nicht zuletzt, um fit und konzentriert in den nächsten Arbeitstag zu starten. Dieses menschliche Grundbedürfnis nutzen in den letzten Jahren immer mehr Start-ups mit der Geschäftsidee, das früher eher mit verstaubtem Einzelhandel assoziierte Produkt Matratze in ein trendiges Must-have zu verwandeln – und das mit großem Erfolg. Wir stellen euch 5 Start-ups vor, die (auch) in Deutschland für besseren Schlaf sorgen wollen.

Die neuen Matratzen Start-ups setzen auf den Online-Handel mit stylischen und kostengünstigen Matratzen, Boxspringbetten, Bettdecken etc. und sehen ihren Wettbewerbsvorteil darin, dass den Kunden lästiges Probeliegen und ein umständlicher Transport nach Hause erspart bleiben. Da dieser Lifestyle-Trend über den großen Teich längst auch zu uns herüber geschwappt ist, stellen wir euch neben vier deutschen auch das Geschäftsmodell eines sehr erfolgreichen amerikanischen Matratzen Start-ups vor. Um ihr hippes Produkt und ihre Marke zu etablieren, investieren all diese Start-ups große Budgets in ein cooles Marketing – sei es mit prominenten Werbegesichtern oder ungewöhnlichen Marketingkampagnen wie einem Drei-Gänge-Menü für Hunde oder Probeschlafen im Schaufenster.

#1 Casper: Sleep and the City

Nachdem das Ende 2013 in New York gegründete in den USA den Matratzenmarkt kräftig aufgemischt hat, greift der erfolgreiche Online-Händler aus den USA nun auch auf dem deutschen Markt an. Casper wirbt damit, den Kunden mit seinen selbst entwickelten und ausgiebig getesteten Matratzen, Kissen, Decken und Schlaftextilien „den besten Schlafplatz der Welt“ zu bieten. Daher möchte Gründer Philip Krim sein Start-up eher als ein „Schlafunternehmen“ verstanden wissen, das höchsten Wert auf Komfort, Halt, Temperatur und Langlebigkeit der Schlafumgebung legt. Die Kunden können Casper-Matratzen 100 Tage lang testen und sowohl Versand als auch eine mögliche Rücksendung sind kostenlos.

Die New Yorker haben vorgemacht, wie erfolgreiche Markenbildung funktioniert: Neben TV-Werbespots, Podcasts, einem umherreisenden „Napmobil“ und einer Online-Publikation zum Thema Schlaf, sorgt Casper gerne mit ungewöhnlichen Werbekampagnen für Schlagzeilen. So wurde 2016 zur Markteinführung des neuen Hundebetts etwa ein Drei-Gänge-Steak-Menü für prominente Hunde in New York, den sogenannten „Dogfluencers“, organisiert.

Im Jahr 2015 konnte das mit 550 Millionen US-Dollar bewertete Unternehmen einen Umsatz von 100 Millionen US-Dollar erwirtschaften und sich in einer zweiten Finanzierungsrunde ein Gesamtinvestment von 55 Millionen US-Dollar sichern. Neben den Hauptinvestoren Institutional Venture Partners und Lerer Hippeau Ventures konnte Casper dabei prominente Geldgeber wie die Hollywood-Schauspieler Leonardo DiCaprio und Tobey Maguire von sich überzeugen.

Die Trendsetter Casper aus New York sind jetzt auch auf dem deutschen Markt vertreten (Bildquelle: Casper)
Die Trendsetter Casper aus New York sind auch auf dem deutschen Markt vertreten (Bildquelle: Casper)

#2 Muun: Die personalisierte Matratze

Bei der 2014 von Frederic Böert und Vincent Brass in Berlin gegründeten dreht sich alles um Ästhetik und Komfort – die Gründer haben sich das Ziel gesetzt, eine „emotionale Referenzmarke für schönen Schlaf“ aufzubauen und die eingeschlafene Matratzenindustrie zu revolutionieren. Egal, ob Rücken-, Seiten- oder Bauchschläfer – das modulare Matratzensystem von Muun kann durch einen innovativen Wendemechanismus flexibel an die Bedürfnisse des Kunden angepasst werden, indem verschiedene Lagen der Matratzen umgedreht oder entfernt werden können. Muun bietet also mit der Möglichkeit, zwischen vier verschiedenen Härtegraden wählen zu können, vier Matratzen in einer.

Bei der Bewerbung ihrer mit dem Red Dot Design Award ausgezeichneten Design-Matratze konzentriere sich das Start-up Muun auf das Qualitätsmerkmal „Made in Germany“. Alle Produkte werden mit deutscher Ingenieurskunst entwickelt und in einer Fabrik in Nordrhein-Westfalen produziert. Wichtig ist der Firma außerdem, dass alle an der Produktion beteiligten Materialien und Hersteller mit Ökotex 100 zertifiziert sind.

Im September 2015 konnte sich das Start-up seine erste Millionenfinanzierung sichern, Ende des letzten Jahres bereits die zweite. Das Kapital kam u.a. vom MisterSpex-Gründer Dirk Graber und dem Flaconi-Gründer Björn Kolbmülller.

#3 Emma: Glücklicher träumen

Gründer und Geschäftsführer Max Laarmann, der zuvor bei Rocket Internet für Foodpanda gearbeitet hat, gründete im Dezember 2015 die mit der Vision, mehr Fairness und Transparenz in die Matratzen-Industrie zu bringen. Das Frankfurter Start-up gehört, genau wie die Matratzenhändler Dormando und Dunlopillo, zu der Bettzeit-Gruppe und ist von Business Angels finanziert. Emma bietet, im Gegensatz zu seinen Schwestergesellschaften, allerdings nur einen einzigen Matratzentyp an, der durch eine optimale Kombination aus einer druckentlastenden Hypersoftschicht, viscoelastischem Schaum und stützendem Kaltschaum den Kunden maximale Anpassungsfähigkeit verspricht. Außerdem sollen die Kunden mit einer 100-tägigen Testmöglichkeit, 10 Jahren Garantie und einer kostenlosen Rückgabe überzeugt werden.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Matratzen Start-ups verlässt sich Emma jedoch nicht nur auf den Trend E-Commerce, sondern verstärkt auch auf eine Kooperation mit dem Einzelhandel. In zahlreichen Filialen der auf Deko- und Einrichtungsartikel spezialisierten Kette Butlers können die Kunden auf der Emma Matratze Probe liegen.

In Sachen Marketing setzt Emma, neben einer groß angelegten Kampagne mit dem exklusiven Werbegesicht Lena Meyer-Landrut und dem Faktor „Made in Germany“, auf Transparenz. Auf ihrer Homepage veröffentlicht die Emma GmbH zahlreiche Kundenbewertungen, darunter auch einige negative.

Als prominentes Werbegesicht konnte Emma Lena Meyer-Landrut gewinnen (Bildquelle: Emma Matratzen GmbH)
Als prominentes Werbegesicht konnte Emma Lena Meyer-Landrut gewinnen (Bildquelle: Emma Matratzen GmbH)

#4 Buddy: Spannbettlaken adé

Mit Buddy haben die Berliner Gründer Alexander Stelmaszyk und Stefan Zundel 2016 nach eine zweite Eigenmarke ihres E-Commerce-Start-ups Cubitabo GmbH eingeführt, um den ihrer Meinung nach statischen Matratzenmarkt durcheinander zu wirbeln. Mit ihrer innovativen wollen sie das Spannbettlaken überflüssig machen und die Käufer nicht nur mit Komfort und Einfachheit, sondern auch mit ästhetischem Design für sich gewinnen. Somit soll die Matratze von einem bloßen Gebrauchsgegenstand zu einem echten, trendigen Möbelstück werden.

Durch das sogenannte „easy zip-Prinzip“ wird ein speziell für buddy Matratzen entwickeltes Laken über einen Reißverschluss direkt am Matratzenbezug befestigt. Das vereinfacht das Beziehen und sorgt für einen rutschfesten und faltenfreien Sitz des Bettlakens. Neben der Erfahrung seiner beiden Gründer in der Matratzenindustrie wirbt Buddy damit, dass der innovative Bezugsstoff in Deutschland per Hand gearbeitet und mit dem Deutschen Manufakturen Siegel ausgezeichnet wurde.

Die Cubitabo GmbH holte sich in bisher zwei Finanzierungsrunden in unbekannter Höhe u.a. die beiden Investoren Heliad Equity Partners und Astutia Ventures aus München an Bord. Letzerer hat z.B. ebenfalls in Amorelie, Flaconi und Mister Spex investiert. Außerdem zählt die Familie des Poco-Domäne-Gründers Peter Pohlmann zu den Geldgebern von Cubitano.

#5 Bruno: Guter Schlaf made in Germany

Die Gründer und alleinigen Gesellschafter der Felix Baer und Andreas Bauer aus Berlin wollen mit ihrem im Januar 2015 gegründeten Start-up nicht weniger als die Schlafzimmer der ganzen Welt von sich überzeugen. Nach dem erfolgreichen Start auf dem deutschen Markt ist Bruno nach eigenen Angaben bereits in vier weiteren europäischen Ländern aktiv. Die Gründer verstehen sich dabei als „kreative Zerstörer“, die mit ihren innovativen Lifestyle-Produkten frischen Wind in die verstaubte Matratzenindustrie bringen wollen. Neben der Matratze werden auch ein Boxspringbett sowie Schlaftextilien über das Internet vertrieben. Zum Angebot gehören, wie bei den meisten Wettbewerbern, kostenloser Versand und ein 30-tägiges Rückgaberecht.

Punkten will Bruno mit herausragender Qualität und ansprechendem Design. Für die einer strengen Qualitätskontrolle unterliegende Produktion werden 100% Naturlatex bzw. für die Liegefläche 100% Baumwolle verwendet. Auch bei Bruno wird per Hand und ausschließlich in Deutschland gefertigt.

In Sachen Marketing sorgt die Bruno Interior GmbH gerne mal mit ungewöhnlichen Aktionen für Aufsehen: So konnte man sich über die Homepage des Start-ups bewerben, um Ende November 2016 an einer Store Sleeping Aktion teilzunehmen. Die Gewinnerin verbrachte eine Nacht in einem Bruno-Bett im Schaufenster des Berliner Showrooms, beobachtet von zahlreichen Schaulustigen und Passanten und wurde für den wahrscheinlich eher überschaubaren Schlaf mit einem Chauffeur Service und einem von Butler Bruno ans Bett servierten Frühstück entschädigt.

Felix Baer und Andreas Bauer von Bruno (Bildquelle: Bruno Interior GmbH)
Die „kreativen Zerstörer“ der Matratzenindustrie: Felix Baer und Andreas Bauer von Bruno (Bildquelle: Bruno Interior GmbH)

Die besten Geschäftsideen aus Gründerwettbewerben 2016

Aus 163 Wettbewerben im Jahr 2016, bei denen rund 20.000 Bewerbungen eingegangen sind und 756 Start-ups ausgezeichnet wurden, haben wir unsere Top 50 Start-ups identifiziert. Außerdem haben wir einen Leitfaden für die erfolgreiche Bewerbung bei einem Gründerwettbewerb erstellt und listen 190 Gründerwettbewerbe, die im Jahr 2017 anstehen.

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