DJ App, Lieferdrohnen und Handschrifterkennung: Unsere Top 10 VC-Deals im November



In unserer Reihe der Top 10 VC-Deals des Monats, die wir in Kooperation mit dem Deutsche Börse Venture Network erstellen, gab es im November wieder ein breites Spektrum an Deals. So investierten die VCs bspw. in eine DJ App, Drohnen zur Belieferung von Krankenhäusern, eine Software zur Handschrifterkennung oder gaben Startkapital für den Aufbau eines neuen Spiele-Studios. Und nicht nur in den USA fließen zweistellige Millionensummen, sondern erfreulicherweise auch oft bei deutschen Start-ups.

Fast 109 Mio. Euro konnten diesmal die zehn von uns ausgewählten Start-ups für ihre weitere Expansion einsammeln, die Spanne reicht von 0,8 Mio. Euro bis zu rund 23,6 Mio. Euro (25,0 Mio USD). Wir zeigen euch, welche Geschäftsmodelle genau hinter diesen Finanzierungen stecken.

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#1 Zipline, Lieferdrohnen für schwer zugängliche Gebiete, 25 Mio. USD

Auf dem Einsatz von Drohnen zur Rettung von Menschenleben basiert das Geschäftsmodell des in San Francisco beheimateten Start-ups . Das Unternehmen baut eine Drohne namens „Zip“, die den Zugang zur Gesundheitsversorgung in schwer zugänglichen Gebieten (z.B. Katastrophen-, Krisen- oder Kriegsgebieten) verbessert und dort die Versorgung mit Impfstoffen, Medikamenten oder Blutkonserven ermöglicht.

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Lieferdrohnen für schwer zugängliche Gebiete baut das Start-up Zipline (Quelle: Flyzipline.com)

Keller Rinaudo, der CEO von Zipline, sagt dazu über das eigene Produkt:

The inability to deliver life-saving medicines to the people who need them the most causes millions of preventable deaths each year. Zipline will help solve that problem once and for all.

Das überzeugte offenbar auch zahlreiche hochkarätige VCs rund um Sequoia Capital und Andreessen Horowitz, die in der aktuellen Finanzierungsrunde 25 Mio. USD investierten und damit das bisher eingesammelte Kapital bei Zipline auf 43 Mio. USD erhöhen.

Wie Zipline besonders in Krisengebieten die Versorgung mit lebenswichtigen Medikamenten oder Blutkonserven sicherstellen kann, zeigt eindrucksvoll das folgende Video:

#2 Relayr, IoT-Plattform, 23 Mio. Euro

Rund 11 Mio. Euro sammelte das in Berlin ansässige Start-up bereits vor knapp einem Jahr bei Investoren rund um den Star-VC Kleiner Perkins ein. In der jetzt abgeschlossenen Finanzierungsrunde legten die Investoren mit 23 Mio. Euro nochmal eine kräftige Schippe drauf. Neben Kleiner Perkins investiert auch eine Tochtergesellschaft des Rückversicherers Munich Re (HSB) in den Plattformbetreiber zur Vernetzung von Maschinen und Sensoren (IoT), der inzwischen so bekannte Namen wie Cisco, Bosch, Siemens Hausgeräte, Nestlé, Dell oder Coca-Cola zu seinen Kunden zählt.

Das neu aufgenommene Kapital will Relayr für das weitere Wachstum nutzen und zukünftig auch durch Übernahmen wachsen. Zudem soll die Zahl der Mitarbeiter noch bis zum Jahresende um knapp 50 % auf 150 Personen gesteigert werden.

Neben dem Kapital verspricht sich Relayr durch die Zusammenarbeit mit der Münchener Rück außerdem deutliche Effizienzgewinne. Zusammen will man neue Versicherungsprodukte entwickeln und anbieten, um so das Vertrauen der Kunden von Relayr in die IoT-Investitionen zu erhöhen.

#3 Handshake, Recruiting-Plattform, 20 Mio. USD

Eine Recruiting-Plattform ist das Geschäftsmodell, in das der Lead-Investor Spark Capital zusammen mit weiteren vier VCs (erneut mit dabei: Kleiner Perkins)  in der dritten Finanzierungsrunde 20 Mio. USD investiert und damit gleichzeitig das Gesamtvolumen der bisherigen Investitionen auf 34 Mio. USD erhöht.

2013 gegründet, bietet das in San Francisco ansässige Unternehmen auf seiner Plattform ein Netzwerk von über 170 US-Universitäten,  mehr als 300.000 Studenten und ca. 50.000 angeschlossenen Personalvermittlern sowohl zur Personalvermittlung wie auch zum professionellen Netzwerken. Zu den angeschlossenen Universitäten gehören so renommierte Institute wie Stanford, Princeton oder die University of Chicago. Aktuell werden über die Plattform mehr als 250.000 hochkarätige Jobs angeboten.

Mit dem zusätzlichen Kapital will Handshake das aktuell 43-köpfige Team ausbauen und so die stark erhöhte Nachfrage nach dem eigenen Produkt befriedigen.

#4 Gfresh, E-Commerce-Plattform für Meeresfrüchte, 20 Mio. USD

Von der steigenden Nachfrage nach Meeresfrüchten in China möchte das aus Shanghai stammende Start-upprofitieren, das jetzt in seiner ersten Finanzierungsrunde bereits die stattliche Summe von 20 Mio. USD bei den Investoren Legend Capital und Riverhill Fund einsammeln konnte. Das Unternehmen bietet eine E-Commerce-Plattform inklusive dem zugehörigen Logistik-Service, um Meeresfrüchte schnell und unbeschadet an Abnehmer in China zu transportieren und zu verkaufen. Neben einer kompletten Kühlkette bietet Gfresh auch die Übernahme der  Zollabwicklung und die Einhaltung von Gesundheitsbestimmungen beim Transport.

Für wie spannend die Investoren das Unternehmen halten, zeigt sich auch an einer Personalie. Denn mit Riverhill Fund ist eine Tochtergesellschaft des E-Commerce-Riesen Alibaba eingestiegen und Alibaba-Mitgründer Simon Xie Shihuang ist nun Mitglied im Board of Directors bei Gfresh.

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Beim Start-up Gfresh dreht sich alles um Meeresfrüchte (Quelle: gfresh.cn)

#5 21sportsgroup, Multichannel-Sporthandel, 15 Mio. Euro

In Mannheim ist die zu Hause. Das Unternehmen bündelt sowohl den Online-Handel wie auch den stationären Fachhandel der L&S Lauf- & Sport Shop GmbH, der VR bike GmbH und der Planet Sports GmbH und vermarktet die Aktivitäten in einem hochmodernen Storekonzept sowie in verschiedenen Onlineshops (21run.com, 21cycles.com, 21streetwear.com).

Zur Fortsetzung des starken Wachstums, vor allem in Europa, und zur Ausweitung der sehr erfolgreichen Multichannel-Strategie erhält die 21sportsgroup jetzt 15 Mio. Euro von ESO Capital, nachdem erst im Mai dieses Jahres ein Konsortium ausgewählter Investoren einen zweistelligen Millionenbetrag investiert hatte.

Michael Burk, CEO der 21sportsgroup:

Wir freuen uns, dass wir eine hochkarätige Gruppe von Investoren gewinnen konnten, unseren Weg zu einem der führenden europäischen Sportplattformen zu unterstützen.

Dr. Henner Schwarz, Chief Financial Officer der 21sportsgroup fügt hinzu: 

ESO Capital ist genau der richtige Partner zur Ergänzung unserer Eigenkapital-Investoren und hilft, unsere Wachstums-Strategie mittels organischem Wachstum, aber auch mit weiteren ausgewählten Akquisitionen konsequent umzusetzen!

#6 SearchInk, Handschrifterkennungs-Software, 4,2 Mio. Euro

Einen selbstlernenden Algorithmus zur Handschrifterkennung hat das Berliner Start-up entwickelt. Mit der Software soll es zukünftig möglich sein, Millionen von handgeschriebenen Büchern einzulesen. Die eingelesenen Werke sind danach digital les-, durchsuch- und auswertbar.  Durch die Fähigkeit der Software, sich selbstständig weiterzuentwickeln, können sogar abweichende Darstellungen von Zeichen erkannt werden.

Um die Weiterentwicklung sowie die Vermarktung der Software zu gewährleisten, haben die Investitionsbank Berlin sowie der frühere Google-Direktor Michael Schmitt in der Seed-Finanzierungsrunde 4,5 Mio. Euro in das Start-up investiert. Mittelfristig denkt das Unternehmen auch darüber nach, neben der Handschrifterkennung für Bücher eine App zu entwickeln, mit der die eigenen handgeschriebenen Notizen eingelesen werden können.

#7 DJiT, DJ App und portabler Musikregler, 2,6 Mio. USD

Musikalisch mögen es die Investoren rund um die VCs XLR Capital und Bpifrance. Das in Paris beheimatete Start-up  erhält in seiner Series A Finanzierung 2,6 Mio. USD, nachdem zuletzt im Jahr 2013 2,5 Mio. USD aufgenommen wurden. Neben den VCs investierten auch der Manager von David Guetta, Jean-Charles Carré sowie der Producer Martin Solveig in DJiT.

Aktuell bietet DJiT die weltweit am meisten heruntergeladene DJ App „edjing“ sowie den kabellosen und transportablen Musikregler „Mixfader“ an. Mit dem frisch aufgenommenen Kapital soll die Produktpalette erweitert und das internationale Netzwerk deutlich ausgebaut werden.

#8 ParkBee, Vermittlung von Firmenparkplätzen, 1,8 Mio. Euro

Mehr Parkplätze für die Öffentlichkeit will das in Amsterdam ansässige Start-up schaffen. Gelingen soll das, indem Firmenparkplätze, die außerhalb normaler Arbeitszeiten leer stehen, per Parking-App vermittelt werden. Dazu arbeitet ParkBee mit den Parking App-Anbietern Parkmobile und Parkline zusammen. Neben der Bereitstellung von zusätzlichen öffentlichen Parkmöglichkeiten bietet ParkBee damit einen zusätzlichen Einnahmekanal für Gebäudebesitzer.

Für die weitere internationale Expansion gab es dazu jetzt in einer ersten Finanzierungsrunde 1,8 Mio. Euro von InnovationQuarter und einigen weiteren Privatinvestoren. ParkBee hat bereits ein Büro in London eröffnet und will von hier aus zunächst den Markt in UK erobern.

#9 Cringle, Geldtransfer App, 0,8 Mio. Euro

Das Berliner Start-up hat eine App entwickelt, mit der man per Smartphone innerhalb von Sekunden Geld an seine Freunde in ganz Europa überweisen kann. Das löst z.B. auch allseits bekannte Probleme wie das Bezahlen der gesamten Rechnung in einem Restaurant, bei dem man dann oft wochenlang seinem Geld hinterher läuft. Mit der Cringle App kann direkt nach dem Bezahlen jeder seinen Beitrag schnell und unkompliziert an den Bezahler überweisen.

Damit schafft Cringle eine moderne Alternative zur Bargeld-Zahlung. Cringe kooperiert zur Zahlungsabwicklung mit der DKB-Bank und hatte nach eigenen Angaben Ende 2015 bereits mehr als 30.000 Nutzer. Die Cringle App wurde inzwischen mehr als 35.000 Mal im App Store und Play Store heruntergeladen. Durch die Zusammenarbeit mit der DKB können die Nutzer der App auch auf den gewohnt hohen Sicherheitsstandard deutscher Banken vertrauen.

Gestartet ist Cringle mit einem EXIST-Gründerstipendium. In der Seed-Runde wurde Geld von einigen Business Angels, Freunden und Familienmitgliedern eingesammelt, anschließend gab es Geld durch die Investitionsbank Berlin. In der aktuellen Runde konnte Cringle 800.000 Euro bei 1.847 Companisten auf der Crowdinvesting-Plattform Companisto einsammeln.

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Schnell und unkompliziert Schulden an Freunde überweisen – die Cringle App macht’s möglich (Foto: cringle.net)

#10 Sviper, Mobile Gaming Studio, Seed

Das von den drei erfahrenen Spieleentwicklern Ole Schaper, Mark Buchholz und Michael Reichert in diesem Jahr gegründet Mobile Gaming Studio  konnte sich in einer ersten Seed-Runde vom Rocket Internet-Ableger Global Founders Capital (GFC) eine erste Finanzierung sichern. Die drei Gründer gehören zu den Veteranen der deutschen Gaming-Branche und haben u.a. bereits für Bigpoint, Goodgame Studios und InnoGames gearbeitet.

Die Finanzierung ermöglicht es Sviper, kurzfristig neues Personal einzustellen und zwei Mobile Games in den nächsten Monaten auf den Markt zu bringen. Über die genaue Höhe der Finanzierung wurden von beiden Seiten keine Angaben gemacht.

Matthias Müller, Partner bei GFC:

At GFC, we have already invested in several very successful web & mobile gaming companies over the years. Sviper is definitely a company to keep an eye on in this sector. The huge expertise of the team will enable the company to grow at a fast pace.

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