5 Tipps, die dir helfen (k)ein Investment zu bekommen



Als Gründer kennst du das bestimmt: Es gibt Hunderte von guten Tipps und Ratschlägen, wie du Investoren von deiner Geschäftsidee überzeugen und ein Investment bekommen kannst. Unser Gastautor und Coach aus der Höhle der Löwen, Felix Thönnessen, stellt euch jedoch heute seine ultimativen 5 Tipps vor, mit denen man auf keinen Fall eine Finanzierung erhält. Ready? Na dann los.

#1 Erzähl dem Investor definitiv nur die halbe Wahrheit

Vor Kurzem habe ich in einem Radiointerview folgende Frage gestellt bekommen: Wie häufig kommen Deals mit Investoren zustande? Natürlich IMMER! Also okay, eigentlich fast nie, aber das liegt nicht daran, dass die Summen bzw. die Deals nicht fair waren, sondern dass die Start-ups den Investoren etwas verheimlicht haben. Deshalb kommt es auch mal vor, dass ein Investor sein Angebot wieder zurücknimmt.

Aber jetzt mal ehrlich, das ist doch verständlich, oder? Ich würde auch nicht gerne Hunderttausende Euro in ein Unternehmen stecken, nur weil der dreiminütige Pitch ganz gut und unterhaltsam war, aber die Businesspläne schlichtweg schlecht oder mangelhaft sind. Da überlegt man sich sein Millioneninvestment doch lieber noch ein zweites Mal.

Investments haben nun mal immer etwas mit Vertrauen und Risiko zu tun. Verheimliche deinem Investor also nichts und lasse ihn alles wissen.

Manchmal ist ein Investor die einzige Möglichkeit, deiner Idee Leben einzuhauchen. Erspare ihm deshalb bitte die bösen Überraschungen.

#2 Da ist nicht drin, was außen draufsteht! – Sich mit Dingen schmücken, die man gar nicht hat

Wie bereits im vorherigen Punkt erwähnt, solltest du deinem Investor nichts verheimlichen, egal wie negativ es ist. Du musst ehrlich sein und zur Ehrlichkeit gehört auch das Gegenteil von zu wenig erzählen: Zu viel erzählen. Schmücke dich nicht mit tollen Sachen, die du oder deine Idee nicht besitzen, nur um das Investment zu ergattern. Wir machen einmal einen kleinen Test, damit du weißt, wie sich der Investor ungefähr fühlt, wenn du deiner Idee oder deinem Lebenslauf noch einiges nach Lust und Laune hinzufügst.

Stelle dir vor, du kannst dir endlich dein Traumauto kaufen, zum Beispiel einen schicken Sportwagen. In der Anzeige steht, was für tolle Extras das Auto hat und in welchem Top-Zustand es ist. Das Angebot sagt dir zu und du kaufst den Wagen. Du fährt in ein weit entferntes Dorf, wo in einer Scheune der besagte Wagen stehen soll und der Anbieter öffnet dir die Tore. Dort steht aber nur ein komplett heruntergekommener und dreckiger Fiat Multipla (ein nicht wirklich schönes Auto). Nicht so ein berauschendes Gefühl, oder? So muss sich ein Investor fühlen, wenn er erst später erfährt, dass einzelne Sachverhalte seines Investments nicht der Realität entsprechen.

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5 Punkte, die Investoren definitiv abschrecken, erklärt Felix Thönnessen

#3 Brenn auf keinen Fall für deine Idee

Nur wer selber für seine Sache brennt, kann das Feuer eines Anderen entfachen. Vielen Investoren ist genau dieser Punkt extrem wichtig, denn in erster Linie investieren sie nicht in die Idee, sondern in die Personen, die diese Idee umsetzen. Es macht wenig Sinn an einer Idee zu arbeiten, von der man selber nicht überzeugt ist! Selbst wenn die Idee Potenzial hat, wirst du kaum jemanden von ihr überzeugen. Du versuchst schließlich auch nicht, deine Freunde für einen grottenschlechten Film zu begeistern.

Also wenn du selber nicht brennst, kannst du auch bei Anderen kein Feuer entfachen.

Gar nicht mal so schwierig, oder?

#4 Das A und O ist, einen overengineerter Pitch mit maximal developten entrepreneurial Skills zu präsentieren

Du willst besonders intelligent und wirtschaftlich gebildet beim Investor rüberkommen, dann „learne doch easily“ ein paar tolle Anglizismen der Start-up-Szene auswendig und los geht’s. Viele Start-ups denken genau das und verzetteln sich in irgendwelchen Fremdwörtern aus den großen Weiten der Wirtschaft. Oder sie versuchen möglichst international zu wirken und pflastern ihren Satzbau mit Anglizismen. Investoren wollen während des Pitches dich und deine Idee kennenlernen und sehen, dass du dich mit dem, was du machst, auskennst.

Verbiege dich also nicht und glänze mit dem, was du weißt und machst, anstatt dir irgendetwas auf Zwang anzueignen.

#5 Wenn der Krümel redet, hat der Kuchen Pause

Eine weitere sehr erfolgreiche Möglichkeit den Investor zu vergraulen, ist, ihn gar nicht erst zu Wort kommen zu lassen. Denn schließlich ist es ja deine Idee, was hat der Investor da schon zu melden? Wenn du einem Investor deine Idee vorstellst, dann versuch nicht nur deinen Pitch durchzugehen und möglichst schnell das Weite zu suchen, sondern suche das Gespräch. Kommuniziere mit dem Investor und tausch dich über verschiedene Möglichkeiten ausgiebig aus. Je besser der Investor dich kennenlernen, seine Fragen beantwortet bekommt und sich ein genaueres Bild von dir und deiner Idee machen kann, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Investment erfolgt.

Diese fünf Verhaltensweisen sind sehr weit verbreitet und funktionieren alle einwandfrei, um kein Investment zu bekommen. Wenn du dich jedoch fragst, was du besser machen kannst, beachte folgende grundlegende Tipps, um ein Investment zu erlangen: Investoren sind keine Unmenschen und nicht deine Feinde. Sie suchen nach Investmentmöglichkeiten und erhoffen sich, ihr Geld sinnvoll und möglichst erfolgreich anzulegen, um ihr Kapital zu vermehren. Gib den Investoren also die eine Sache, die sie brauchen, um etwas ihres Kapitals lockerzumachen: VERTRAUEN. Wenn ein Investor von der Idee und von den Gründern überzeugt ist, steht dem Investment viel weniger im Weg.

Überzeugt also nicht nur rhetorisch oder inhaltlich, sondern auf beiden Wegen gleichermaßen und entzündet das Feuer des Investors.

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Diplom Betriebswirt Felix Thönnessen
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