Selbständig im Netz – Der 4-Punkte-Plan für Testportale



Es klingt so einfach: Eine Webseite erstellen, Produkte vergleichen, bewerten und für jeden verkauften Artikel eine stattliche Provision erzielen. Seit einigen Jahren boomen sogenannte Testportale, die vom Hornhautentferner bis zur Yoga-Matte so ziemlich jedes erdenkliche Produkt unter die Lupe nehmen. Und das Wachstum belegt, dass mit derartigen Produkttests im Internet tatsächlich ordentlich Geld verdient werden kann. Doch was steckt eigentlich hinter derartigen Projekten und: Kann eigentlich jeder zum Produkttester werden?

Check24, Idealo und Co. – die Zahl sogenannter Preisvergleichsseiten im Internet nimmt stetig zu, auch weil sich die Webseiten sukzessive differenzieren. Vom klassischen Preisvergleich für Handelswaren bis zu , Flug- und Hotelpreise oder Energieanbieter gibt es heutzutage fast nichts mehr, was nicht direkt miteinander verglichen werden kann. Der deutsche Sparfuchs hat folglich sein ganz persönliches Schlaraffenland gefunden: das Internet.

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Shopping im Wandel: 3 von 4 Kunden vergleichen Preise und Produkte online, bevor sie diese im Laden erstehen, zeigt eine Studie der Bitkom.

Doch wer einen Schritt weiterdenkt und vom Kundentisch hinter die Verkaufstheke schreitet, der wird sich die Frage stellen, ob sich ein Engagement als Selbständiger im Internet nicht auch für einen selbst buchstäblich auszahlen könnte. Tatsächlich sind schon mehrere Menschen auf diese vermeintlich höchst attraktive Geschäftsidee gestoßen. Testseiten bieten nämlich die Möglichkeit, auch ohne allzu großes Startkapital als Unternehmer erfolgreich zu sein und so schlussendlich passiv Geld zu verdienen.

Dies bestätigt beispielsweise auch Sandra Lorenz aus Wuppertal, die bereits seit 2012 als Produkttesterin im Internet tätig ist und mehr oder weniger überraschend zum Erfolg kam:

Am Anfang kaufte ich mir die Artikel noch selbst, weil mir das Ausprobieren und Vorstellen viel Spaß machte. Irgendwann kamen Firmen wie Zalando und Neutrogena auf mich zu und dann wurde mein Projekt fast über Nacht zum Selbstläufer.

Doch kann dies tatsächlich so einfach laufen? Eine Erfolgsformel gibt es gewiss nicht. Denn natürlich gelten auch im Internet die klassischen Spielregeln der Selbständigkeit, für die nicht jeder Existenzgründer die entsprechende Eignung mitbringt. Zudem Webseiten im Internet erst einmal gefunden werden wollen, bestätigt auch Bertram Gugel, Medienexperte aus Berlin:

Man muss dafür sorgen, dass der eigene Kanal gefunden wird, also mit entsprechenden Communities netzwerken, die richtigen Suchbegriffe als Titel verwenden und eine hohe inhaltliche Qualität vorweisen.

Wie könnte also eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für Existenzgründer aussehen, die beabsichtigen, sich im Netz mit einem Testportal selbständig zu machen?

Von Integrität bis Technik muss alles stimmen – der 4-Punkte-Plan

Stehen Ideen und Motivation in den Startlöchern, so kann man sich ans Werk machen. Doch hier lauert bereits die erste große Hürde, denn zwar sind viele Menschen täglich im World Wide Web unterwegs, wie eine funktionierende Webseite erstellt wird, an diesem Wissen scheitert es dann aber doch oftmals.

Glücklicherweise gibt es mittlerweile aber sogenannte Homepage-Baukästen, die vor allem von Webworkern eher kritisch beäugt werden, dem hilf- und womöglich budgetlosen Existenzgründer aber einen einfachen Einstieg gewähren und mitunter gar nicht so schlecht sind, wie der Ruf, der ihnen vorauseilt. Doch erst nach der Konzeption der Webseite beginnt die eigentliche Arbeit.

Punkt 1: Die richtige Webseite erstellen

Die ironischerweise größte Herausforderung für all diejenigen, die ihre erste Testseite im Internet erstellen, ist es, überhaupt an Testprodukte zu gelangen. Denn je nach Produktart kann dies sehr teuer werden. Und wer noch über keine Reputation im Netz verfügt, wird es schwer haben, über Kooperationen mit Firmen an kostenlose Produkte zu gelangen. Aus diesem Grunde werden unterschiedliche Testportal-Varianten unterschieden, die Vor- und Nachteile mitbringen.

1. Art des Testportals: Fake-Test-Spam-Seite

Schlechter Content und gefälschte Produkttests sind auf dieser Art „Testportal“ zu finden. Noch vor einigen Jahren sprossen derartige Seiten wie Unkraut aus dem Boden und wurden mit gekauften Links in den Google-Rankings hochgepusht. Seit 2016 besitzen diese Seiten aber keinen nachhaltigen Wert mehr. Sie sind daher für keinerlei Projekte geeignet.

Vorteile

  • Wenig Zeitaufwand
  • Sehr günstig zu erstellen

Nachteile

  • Keine Zukunftsperspektive seit 2016

2. Art des Testportals: Fake-Testseiten mit gutem Content

Auch auf diesen Seiten werden keinerlei echte Produkttests vorgenommen, aber dafür wird zumeist guter oder zumindest brauchbarer Content bereitgestellt. Dies setzt aber zumindest voraus, dass ein Thema behandelt wird, mit dem sich der Inhaber der Seite gut auskennt. Und dennoch: Auch hier wird der Leser mit angeblichen Tests hinter das Licht geführt, Webseiten-Inhaber bewegen sich also in einem grenzwertigen Bereich. Diese Testseiten sind für Selbständige mit wenig Budget geeignet, die aber Expertise in spezifischen Themengebieten (beispielsweise bei Werkzeugen oder speziellem Sportequipment) verfügen.

Vorteile

  • Relativ günstig zu erstellen
  • Guter Content erhöht die Chancen für gutes Google-Ranking

Nachteile

  • Bedarf zu Anfang relativ hohen Zeitaufwand
  • Erfordert tiefergehendes Know-how zu einem speziellen Themenkomplex

3. Art des Testportals: Real-Test-Fake-Expert-Seite

Diese Kategorie wird häufig von Agenturen projektiert, da diese das Kapital besitzen, tatsächlich Produkte zu erwerben, die dann auch praktisch auf die Probe gestellt werden. Was hier allerdings oft fehlt, ist das notwendige Know-how. Dafür hinterlassen diese Seiten einen optisch und technisch einwandfreien und vertrauenswürdigen Eindruck. Diese Art des Testportals ist für Existenzgründer mit hohem Startkapital und technischer Expertise in puncto Webdesign geeignet.

Vorteile

  • Hohes Nutzervertrauen aufgrund echter Tests und stilistisch hochwertiger Webauftritte

Nachteile

  • Sehr zeitintensiv
  • Kostspielig
  • Erfordert technisches Know-how

4. Art des Testportals: Echte Testportale

Überraschenderweise gibt es nur wenige echte Testseiten im Internet; also solche Seiten, auf denen die vorgestellten Produkte auch tatsächlich von Menschen auf Herz und Nieren geprüft wurden. Dies hat natürlich seine Gründe, denn zum einen kostet der Kauf der Produkte Geld und zum anderen sind echte Tests natürlich besonders zeitaufwendig. Und dennoch: Wem es um nachhaltigen Erfolg geht, der wird mit echten Testportalen am meisten Erfolg haben. Echte Testportale sind für langfristig angelegte Projekte und Menschen mit fachkundigen Produktwissen, einem Team und dem notwendigen Budget und beziehungsweise oder engen Kontakten zu Firmen geeignet.

Vorteile

  • Nachhaltiger Mehrwert für Besucher und somit bessere Erfolgschancen

Nachteile

  • Sehr kostenintensiv
  • Besonders zeitaufwendig
  • Erfordert lange Recherche oder echtes Expertenwissen
  • Häufig nur im Team realisierbar

Punkt 2: Content, Content, Content

Wer sich im Internetmarketing bewegt, der hält sich zwar im virtuellen Web auf, dies ändert jedoch nichts daran, dass auch hier ähnliche Regeln gelten wie im realen Wirtschaftsleben. Soll heißen: Nur wer seinen Kunden, also in diesem Fall seinen Webseitenbesuchern, den größten Nutzen bereitstellt, wird mit seinem Produkt auch erfolgreich sein. Und im Bereich Testportale ist das verkaufte Produkt eben eine Information über eine gehandelte Ware oder Dienstleistung.

Was nun exakt guter Online-Content ist, das ist mittlerweile zu einer Wissenschaft für sich geworden. Und wer nicht zufällig studierter Online-Redakteur oder Journalist ist, wird es diesbezüglich natürlich etwas schwerer haben, steht aber nicht vor einer unüberwindbaren Herausforderung. Bereits mit wenigen Kniffen und Grundregeln lässt sich sicherstellen, dass der bereitgestellte Inhalt auch als hochwertiger Content begriffen wird.

  • Nur über Themen schreiben, von denen man selbst auch Ahnung hat
  • Ähnliche Projekte ansehen und überlegen, welche zusätzlichen Informationen Besucher interessieren könnten
  • Sich um die Bereitstellung eines möglichst holistischen Contents bemühen
  • Einen eigenen Präsentations- und Schreibstil entwickeln und stets transparent und authentisch bleiben
  • Visuelle Medien wie Videos, Bilder und Grafiken verwenden
  • Prägnante Titel und Überschriften einbetten
  • Auf Orthografie und Grammatik Acht geben

Punkt 3: Kosten-Nutzen-Verhältnis abwägen

Betreiber erfolgreicher Testportale im Internet weisen häufig darauf hin, dass sie zu Anfang überhaupt gar nicht beabsichtigten, mit ihrem Projekt Geld zu verdienen, so wie es auch bei der erfolgreichen und zuvor erwähnten Sandra Lorenz der Fall gewesen ist. Und tatsächlich sollte man seine Webseite so behandeln, als wollte man primär hochwertigen Content bereitstellen und nur sekundär Geld verdienen.

Doch insgeheim ist ein lukrativer Verdienst natürlich das A und O und Endziel jedes Internet-Engagements. Doch wie generieren sich Einnahmen eigentlich über Testportale? Hier eröffnet sich die große Welt des Affiliate Marketings, im Zuge dessen die Suche nach geeigneten Partnerprogrammen, Vergütungsmodellen und letztendlich Advertisern erfolgt, also denjenigen, die schlussendlich die Provision nach erfolgreicher Produktvermittlung ausbezahlen.

Und genau hier liegt bereits das entscheidende Kriterium verborgen: Während beispielsweise bei der Bannerwerbung bereits pro Klick bezahlt wird, hängen Provisionen beim Affiliate Marketing vom Erfolg ab. Nur wenn der Besucher der Webseite, der auf einen Affiliate-Link geklickt hat, auch tatsächlich ein Produkt erwirbt oder eine vorab definierte Leistung in Anspruch nimmt, wird eine Provision ausbezahlt. Beim Affiliate Marketing dreht sich also alles um Qualität und weniger um Quantität.

Zu unterscheiden sind wiederum verschiedene Affiliate-Modelle. Denn nicht immer muss tatsächlich ein Produkt gekauft werden. Mitunter berechtigt auch bereits eine Registrierung, zum Beispiel für ein Gewinnspiel, zur Auszahlung der Provision. Man unterscheidet in diesem Fall Sale- und Lead-Generierung. Eines der bekanntesten Partnerprogramme, bei denen für vermittelte Käufe eine Provision kassiert werden kann, ist beim Versandhändler Amazon zu finden.

Sale

Vorteile

  • Sehr viele Partnerprogramme
  • Häufig lukrative Provisionen, da diese prozentual vom Verkaufswert ausbezahlt werden
  • Lifetime-Vergütung oft verfügbar

Nachteile

  • Schwieriger zu generieren, da Kunden Geld ausgeben müssen
  • Viele Partnerprogramme begrenzen Provisionen auf einen Maximalbetrag, auch wenn besonders hochwertige Produkte vermittelt werden

Lead

Vorteile

  • Einfacher, da Kunden kein Geld ausgeben müssen
  • Stornoquote fällt gering aus

Nachteile

  • Häufig geringere Provisionen als bei Sale-Generierung
  • Lifetime-Vergütung häufig nicht verfügbar

Punkt 4: Zu Aufmerksamkeit gelangen

Logisch, auch im Internet gilt, dass sich ein Projekt nur als rentabel herausstellt, wenn der Nutzen den Aufwand, die Einnahmen die Kosten übersteigen. Im Spezialfall von Testportalen gilt allerdings der Grundsatz: Gut Ding will Weile haben. Denn bevor die eigene Webseite in den Google-Rankings mit einstelligen Platzierungen glänzen kann, wird für gewöhnlich etwas Zeit vergehen. Selbst wenn man also sehr guten Content bereitstellt, kann es gerade bei Nischenseiten einige Monate dauern, bis überhaupt ein Ranking erzielt werden kann. Dies hängt allerdings auch mit der

  • Onpage-Optimierung,
  • der Konkurrenz und
  • dem Backlink-Profil der eigenen Web-Präsenz zusammen.

Wer sich mit diesen Kategorien, die in die Sparte „SEO – Search Engine Optimization“ fallen, nicht auskennt, kann die Suchmaschinenoptimierung auch in die Hände einer SEO-Agentur legen. Gerade für kleinere Testportale und Nischenseiten ist dies aber oftmals nicht notwendig und steht in keinem Verhältnis zu den Kosten, die eine professionelle Suchmaschinenoptimierung konsequenterweise mit sich bringt.

Doch Werbung im Internet hat ganz unterschiedliche Gesichter und viele Maßnahmen können auch eigenständig und vor allem effizient umgesetzt werden. Das Beste dabei: Sie kosten in der Regel kein oder nur wenig Geld und verlangen vom Werbetreibenden lediglich etwas Eigeninitiative und Engagement. Wie bereits zu Anfang dieses Artikels angesprochen wurde, gibt es viele Möglichkeiten, potentielle Besucher und Kunden auf die eigene Webseite aufmerksam zu machen:

  • Hochwertigen Content bereitstellen – und das regelmäßig!
  • Kreatives und Google-konformes Linkbuilding betreiben
  • Webseite auf Branchenseiten und Webkatalogen anmelden
  • Freunde, Kollegen und Familienangehörige um Verlinkungen und Werbung bitten
  • Soziale Medien nutzen
  • Sich an Diskussionen in Foren und Blogs beteiligen, vor allem zu produktrelevanten Themen
  • Offline-Kanäle nutzen

Wie also zu sehen ist, gibt es jede Menge Kriterien zu beachten, soll der Weg der Selbständigkeit im World Wide Web über Testportale erfolgreich beschritten werden. Doch auch dort gilt, dass sich Qualität am Ende durchsetzt. Dennoch bleibt es ein Irrtum, dass ein erfolgreiches Geschäft im Internet ein Selbstläufer ist, gerade weil die Konkurrenz so hoch ist und die Einstiegsbarrieren relativ gering sind.

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