Nicht adidas, nicht speedo: den perfekten Bikini haben diese Gründerinnen



Wenn es das perfekte Produkt nicht gibt, dann müssen wir es schaffen. Das dachten sich KatharINA und FranziSKA, die Gründerinnen von INASKA und entwickelten den perfekten Sportbikini. Was diesen so perfekt macht, wie Produktentwicklung und Finanzierung liefen und weshalb Nachhaltigkeit für die Gründerinnen besonders wichtig ist, verraten uns Katharina und Franziska im Interview.

Recitfga-bsl.info: Hallo Katharina, wenn Frauen Bikinis verkaufen, ist die Reaktion der Männerwelt klar…, oder?

Katharina von Inaska: Ehrlich gesagt reagieren Männer meistens sogar sehr sachlich auf das Thema. Natürlich gibt es den ein oder anderen lustigen Kommentar oder generell viele Fragen zu diesem Thema, da die weiblichen Probleme mit diesem Bekleidungsstück Männern einfach nicht bekannt sind. Aber in der Regel sind sie sehr interessiert an unserem Konzept und Business Modell und bewundern den Mut. Und meistens finden sie die Idee sogar so gut, dass sie wissen möchten, ob wir in einiger Zeit nicht auch mal was für Männer machen. Wir arbeiten daran!

Bikinis von Inaska
Gut aussehen und praktisch sein – das sollen die Produkte von Inaska (Foto: Inaska)

Recitfga-bsl.info: Mit Inaska sagt ihr, einen perfekten Bikini für Alltag und Sport entwickelt zu haben. Was macht einen „perfekten“ Bikini aus?

Franziska von Inaska: Das ist natürlich von Frau zu Frau verschieden. Für unsere Zielgruppe, also Frauen, die gerne aktiv sind und sich bewegen, ist es aber eine gute Stabilität und gleichzeitig eine attraktive Optik. Denn nur, weil man sportlich unterwegs sein möchte, heißt das nicht, dass man auch immer aussehen möchte, als wäre man gerade auf dem Weg zum nächsten Training. Außerdem sollte ein Bikini, genau wie Unterwäsche, bequem sitzen und keine schmerzenden Druckstellen hinterlassen. Das erreichen wir durch den Verzicht auf Schnallen und Knoten und eine gute Passform im Nackenbereich.

Recitfga-bsl.info: Die Idee entstand aufgrund eigener Erfahrungen beim Beachvolleyball. Erzähle doch kurz etwas über die Entstehung von Inaska.

Katharina von Inaska: Franziska und ich saßen eines Abends zusammen und haben über Selbstständigkeit und Ideen für neue Produkte philosophiert. Franzi erzählte, dass sie bei ihrem Sport (Beachvolleyball) schon seit Jahren auf der Suche nach einem geeigneten Bikini ist, der aber auch cool aussieht. Fündig geworden ist sie immer nur in den USA mit hohen Versandkosten und Zollaufwand. Und das, obwohl Europa ein riesiger Beachvolleyball-Markt ist. Auf meiner Seite gab es ebenfalls seit Jahren den Wunsch nach einem neuartigen Bikini-Modell, da ich mich immer von Neckholder-Modellen mit Knoten im Nacken gestört fühlte, da diese einfach oft unangenehm zu tragen sind, sobald etwas mehr Cup vorhanden ist.

So kamen unsere Ideen zusammen und wir haben den Bikini als eine Symbiose unserer Ideen entwickelt, so wie auch unseren Namen INASKA aus KatharINA & FranziSKA.

Inaska Team
Das Gründerteam: FranziSKA (links) und KatharINA (rechts) – zusammen: INASKA. (Foto: Inaska)

Recitfga-bsl.info: Welchen Background haben du und deine Mitgründerin Franziska?

Katharina von Inaska: Ich bin gelernte Bankkauffrau und Betriebswirtin, Franziska hat Ökotrophologie studiert. Wir haben uns vor vier Jahren dann bei unserem ersten Job nach dem Studium kennengelernt und einige Zeit gemeinsam gearbeitet. Wir haben gemerkt, dass wir uns nicht nur privat sehr gut verstehen, sondern auch gut miteinander arbeiten können und ganz unterschiedliche Stärken haben, was uns oft zugute kommt und ein gutes Team bei einer Gründung ausmacht.

Recitfga-bsl.info: Wie verliefen die Produktentwicklung bzw. das Testing…?

Katharina von Inaska: Die Produktentwicklung ist und bleibt der schwierigste Part für uns, weil wir beide keinen Textilbackground haben und sozusagen aus einer reinen Verbraucherperspektive her entwickelt haben. Wir lernen jeden Tag Neues, aber erleben auch viele Schwierigkeiten.

Nachdem wir bei der Lieferantensuche in Europa zunächst eine große Enttäuschung erlebt haben und zwei Monate auf unsere Muster warten mussten, haben wir den Hersteller bereits einmal gewechselt.

Generell ist es bei Textilien und vor allem elastischer Bade- oder Sportmode mittlerweile gar nicht mehr so einfach, eine Manufaktur in Europa zu finden. Und dann kamen Probleme bei der Größenfindung und der ersten Lieferung hinzu, wir hatten unwahrscheinlich viel Ausschuss-Ware, die wir uns nicht erklären konnten. Aber wir sind jetzt auf einem guten Weg und bekommen viel positives Kundenfeedback, so dass wir hoffen, dass nun auch der Webshop gut anläuft.

Recitfga-bsl.info: …und entsprechend dazu: Wie habt ihr euch bislang finanziert?

Katharina von Inaska: Finanziert wurde bisher rein aus Eigenmitteln und dem KfW Startgeld. Je nachdem, wie diese erste Sommersaison läuft, müssten wir eventuell noch einmal über eine Nachfinanzierung nachdenken, das entscheiden wir aber, wenn wir die ersten validen Zahlen haben.

Recitfga-bsl.info: Ihr werbt mit „Designed in Germany“ und „Made in Spain“. Welchen Bezug habt ihr zu Spanien?

Franziska von Inaska: Spanien bzw. generell Südeuropa haben nach wie vor viele kleinere Manufakturen, in denen Artikel wie unsere und auch in eher kleinen Auflagen produziert werden. Das war für uns ein ausschlaggebender Punkt.

Wir wollten bewusst in Europa herstellen lassen, um hohe Qualitätsstandards zu haben – und das vor allem auch in Bezug auf die Arbeitsbedingungen für Mitarbeiter, Sicherheitsstandards und Umweltauflagen.

Zudem bleiben dadurch die Versandwege kurz, was sich ebenfalls positiv auf die CO2-Bilanz auswirkt. Außerdem ist Barcelona natürlich eine Modestadt und es gibt dort eine starke Swimwear-Branche.

Inaska sportlich
Die Produkte von Inaska sind „Designed in Germany“ und „Made in Spain“ (Foto: Inaska)

Recitfga-bsl.info: Das Thema Nachhaltigkeit wird bei euch groß geschrieben – in welchen Aspekten genau und wo liegen die Herausforderungen?

Franziska von Inaska: Grundsätzlich kann man sagen, dass man sich durch einen hohen Nachhaltigkeits-Fokus natürlich ein bisschen einschränkt, da man einfach nicht jeden Lieferanten mit ins Boot holen kann. Dieser Punkt war und ist uns aber extrem wichtig.

Nicht nur, weil Upcycling generell ein Trend ist, sondern vor allem weil wir dadurch ein gutes Gefühl bei unserem Artikel haben und der Umwelt etwas zurückgeben können.

Erste Herausforderung war also, einen entsprechenden Stofflieferanten zu finden, hier sind wir aber mit unserer Wahl sehr zufrieden. Weiterhin bleibt jedoch die Herausforderung, dass wir in der Stoffauswahl begrenzt sind und unsere Designs dahin gehend anpassen müssen (Stichwort „eng sitzender Bikini“ durch Stoff mit hoher Zugkraft). Weitere Herausforderungen sind die zusätzlichen Lieferanten, z.B. für unser Verpackungsmaterial, Produktlabel etc. Hier dauert die Suche immer ein bisschen länger, aber auch in diesen Bereichen sind wir bisher gut fündig geworden.

Wir werden in Zukunft versuchen, den Bereich noch weiter zu optimieren und z.B. auch genaue Berechnungen zum CO2- und Wasserverbrauch unserer Kollektion zu kalkulieren, so kann man weitere Verbesserungen vorantreiben.

Recitfga-bsl.info: Euer Vertrieb läuft zunächst über einen Onlineshop: Wie organisiert ihr das hinter den Kulissen?

Katharina von Inaska: Wir machen tatsächlich alles selbst und von Hand. Das heißt, eine Bestellung kommt über den Onlineshop rein, wir machen eine abschließende Qualitätskontrolle und verpacken per Hand. Auch die Buchhaltung, Logistik, Steuer usw. läuft komplett über unseren Tisch und das aus zwei Gründen:

  1. Zum einen möchten wir natürlich gerade am Anfang Geld sparen, das wir besser für Marketing ausgeben können,
  2. zum anderen möchten wir aber auch alles einmal selbst gemacht haben, um zu wissen, wo die Stolpersteine sind und unser Produkt und alle Abläufe bis ins Detail zu kennen.

Recitfga-bsl.info: Worauf setzt ihr in Sachen Marketing?

Katharina von Inaska: Aktuell vornehmlich Online-Marketing über Facebook und Instagram und zudem Verkaufsveranstaltungen in unserem Showroom in Frankfurt Bockenheim. Hier bekommen wir immer direktes Feedback und das Produkt kommt super an. Online-Marketing ist aber gerade für Übersee extrem wichtig, da wir den Versand z.B. in die USA oder nach Australien natürlich auch versuchen möchten, um den deutschen Winter zu überbrücken.

Recitfga-bsl.info: Nach dem erfolgreichen Launch: Was sind eure nächsten Ziele – vielleicht irgendwann sogar ein eigener Store?

Katharina von Inaska: Zunächst möchten wir natürlich unsere Marke und den Shop schnell bekannt machen, werden aber auch direkt in ein paar Wochen mit Kundenakquise im Bereich Retail Stores beginnen. Toll wäre, wenn wir für die Spring Summer Kollektion 2017 in einigen Ladengeschäften ins Sortiment aufgenommen werden. Langfristig werden wir wahrscheinlich auch auf diese beiden Standbeine setzen, ein eigener INASKA Store ist momentan noch nicht geplant…aber wer weiß!

Recitfga-bsl.info: Welchen Tipp könnt ihr allen Gründern – eventuell aber auch speziell Gründerinnen – mit auf den Weg geben?

Franziska von Inaska:

Einfach machen! Wenn man Ideen zu lange überdenkt, hoch und runter rechnet und ständig neue Konzepte aufstellt, gibt es zu viel, das einem Angst macht und einen von der Umsetzung abhalten kann.

Wenn man aber eine Idee hat und Schritt für Schritt mit der Umsetzung beginnt, merkt man, dass es für so gut wie jedes Problem eine Lösung gibt und sich die Dinge einfach langsam entwickeln. Blickt man dann irgendwann zurück, ist schon zu viel geschafft, um einfach wieder abzubrechen und die Wahrscheinlichkeit, dass man dann wirklich gründet und seinen Traum in die Tat umsetzt, ist sehr hoch. Und auch für Mädels gilt: Einfach umsetzen und nicht so viel darauf geben, was andere sagen.

Recitfga-bsl.info: Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg weiterhin!

  • Kontakt

  • INASKA GmbH
  • Sophienstraße 73
    60487 Frankfurt am Main
  • +49 (0)177 5977235
  • [email protected]
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