Windeln.de: vom Börsengang und 211 Millionen Euro neuem Kapital



Das Start-up Windeln.de ermöglicht es jungen Familien, Babyartikel ganz einfach online zu bestellen. Nach knapp fünf Jahren ging das Jungunternehmen an die Börse und nahm 211 Millionen Euro ein. Doch knapp ein Jahr später ist der Aktienkurs im Sinkflug. Geschäftsführer Konstantin Urban berichtet im Interview rückblickend über seine Erfahrungen mit dem Börsengang und erklärt, warum Besuche auf Start-up-Events wie der Bits & Pretzels auch heute noch immens wichtig für ihn sind.

Recitfga-bsl.info: Hallo Konstantin, 2010 wurde windeln.de gegründet und gerade einmal fünf Jahre später seid ihr bereits an die Börse gegangen. Wie kam es zu dieser Erfolgsgeschichte?

Konstantin Urban von windeln.de: 2010 suchte ich nach einer neuen beruflichen Herausforderung. Nachdem ich zuvor zwölf Jahre beim Holtzbrinck Verlag das Internet Beteiligungsgeschäft mit Investments wie Parship, BOL.com und Zalando aufgebaut hatte, reizte mich eine Neugründung im Bereich eCommerce.

Die Idee zu Windeln.de kam aus den USA. Das führende Online-Unternehmen für Baby-und Kinderprodukte heißt dort diapers.com. In Europa, beziehungsweise in Deutschland, gab es damals noch keinen Onlineshop für Windeln, Drogerieprodukte und Babyzubehör.

Das Angebot beschränkte sich auf die großen Babyartikel-Unternehmer wie Babywalz oder Drogeriemarktketten, die jedoch dem Internet keinen Wert beigemessen hatten. Diese Lücke haben wir, meine Mitgründer Alexander Brand sowie Dagmar Mahnel und ich, damals mit Windeln.de geschlossen.

Die Grundidee war: junge Familien haben zwar wenig Zeit, weil sie mit ihrem Kind beschäftigt sind, dafür aber einen hohen Bedarf an Babyprodukten. Sie wollen schnell und bequem online einkaufen, eine große Auswahl haben und nach Möglichkeit den günstigsten Preis bezahlen.

Konstantin Urban freut sich bereits auf das Gründerfestival Bits & Pretzels im September. (Quelle: windeln.de)
Konstantin Urban freut sich bereits auf das Gründerfestival Bits & Pretzels im September. (Quelle: windeln.de)

Recitfga-bsl.info: Warum habt ihr euch nicht für eine alternative Finanzierungsquelle entschieden sondern für den Börsengang?

Konstantin Urban von windeln.de: Wir hatten ja bereits mehrere Finanzierungsrunden hinter uns. Jedoch gab es eben die Chance, mit einem Mal einen größeren Geldbetrag aufzunehmen um diesen in die europäische Expansion zu investieren. Dies wäre ohne Börsengang kaum möglich gewesen. Zudem können wir unsere Aktie als Währung für Akquisitionen einsetzen.

Recitfga-bsl.info: Mit dem Börsengang wurden 211 Millionen Euro eingenommen. Wofür wird das Kapital eingesetzt?

Konstantin Urban von windeln.de: Unsere Vision ist es, Europas führender Onlinehändler für die Bedürfnisse von Familien mit kleinen Kindern zu werden. Dafür muss Windeln.de organisch und durch Expansion wachsen. Wir verbessern unseren Shop, die Prozesse, erweitern das Sortiment und expandieren in weitere europäische Länder.

Letztes Jahr haben wir unsere Tochterfirmen feedo und bebitus gekauft. Somit sind nun in Spanien, Frankreich, Portugal, in der Tschechischen Republik, in der Slowakei und Polen vertreten. Zudem haben wir mit pannolini.it selbst einen italienischen Onlineshop für Baby-und Kleinkinderprodukte eröffnet.

Recitfga-bsl.info: Ist ein Börsengang tatsächlich so ein großer finanzieller und zeitlicher Aufwand, wie es oft zu hören ist?

Konstantin Urban von windeln.de:

Ja, einen IPO vorzubereiten kostet viel Zeit und Geld. Wir haben ein eigenes Team abgestellt, um an allen relevanten Dingen zu arbeiten und vorzubereiten. Wir haben jeden Meilenstein im positiven Sinn erreicht und sind sogar noch vor dem eigentlichen Börsentermin rausgegangen.

Recitfga-bsl.info: Was hat sich für dich als Gründer aber auch für eure Mitarbeiter seit dem Börsengang verändert?

Konstantin Urban von windeln.de: Eigentlich hat sich nicht sehr viel verändert. Wir nehmen den Börsengang wie eine weitere Finanzierungsrunde wahr, die mit mehr Arbeitsaufwand vorweg verbunden gewesen ist. Der Druck war bereits früher da. Der Unterschied: Damals musste man Investoren Rede und Antwort stehen – heute den Aktionären.

Recitfga-bsl.info: Einige junge Unternehmen haben in letzter Zeit wegen des schwierigen Börsenumfeldes einen Rückzieher vom geplanten Börsengang gemacht. Kam euer Gang an die Börse dennoch zum richtigen Zeitpunkt?

Konstantin Urban von windeln.de: Ja klar. Wir bereuen hier nichts. Es war ein Fenster offen und das haben wir genutzt. Ich bin sehr froh über den Börsengang und würde es immer wieder tun.

Das Gründerteam von windeln.de expandiert mit dem Geschäftskonzept erfolgreich weiter. (Quelle: windeln.de)
Das Gründerteam von windeln.de expandiert mit dem Geschäftskonzept erfolgreich weiter. (Quelle: windeln.de)

Recitfga-bsl.info: Der Börsenkurs ist seit Mai 2015 um rund drei Viertel eingebrochen. Wie gehst du mit dieser Entwicklung um?

Konstantin Urban von windeln.de: Ich kann nicht ganz verstehen, warum der Aktienkurs von Windeln.de so eingebrochen ist. Es ist ja so: vor dem Börsengang besucht man Investoren, erklärt ihnen das Geschäftsmodell und überzeugt sie von den Zukunftsplänen der eigenen Firma. Daraufhin bewerten die Investoren das Unternehmen und geben eine Preisspanne ab, wie viel ihnen eine Aktie wert wäre.

Unsere Preisspanne lag zwischen 16,50 – 20,50 Euro. Wir haben im letzten Geschäftsjahr dann alle Ziele eingehalten, sind um 76 Prozent gewachsen, haben expandiert und konnten weitere Erfolge feiern. Natürlich mussten wir unsere Ziele aufgrund einer ERP-Einführung und einer neuen Regulierung in China etwas korrigieren. Aber so eine heftige Reaktion halte ich für unangemessen.

Recitfga-bsl.info: Du bist bei der Gründerveranstaltung Bits & Pretzels Ende September dieses Jahres als Table Captain vertreten. Bringen dir solche Events auch heute noch neue und hilfreiche Kontakte für windeln.de?

Konstantin Urban von windeln.de: Auf jeden Fall! Kontakte sind in der Start-up-Szene das A und O! Man tauscht sich aus, lernt immer wieder neue Personen und Ideen kennen. Vielleicht will einer der Teilnehmer ja auch mal für uns arbeiten!

Recitfga-bsl.info: Warum sollten gerade junge Start-ups auf einer Veranstaltung wie der Bits & Pretzels nicht fehlen?

Konstantin Urban von windeln.de:

Vor allem in der Anfangsphase einer Unternehmensgründung sind Kontakte sehr wichtig. Sich mit anderen Gründern über deren Erfahrungen austauschen und Tipps abgreifen – so lernt man viel.

Recitfga-bsl.info: Was sind deine drei wichtigsten Tipps für Gründer?

Konstantin Urban von windeln.de: Ich würde sagen:

  • Stell ein gutes Team zusammen, das sich ergänzt.
  • Besorge genug Geld und versuche nicht am Anfang den Wert zu optimieren.
  • think big!

Recitfga-bsl.info: Vielen Dank für das Interview und ein viel Erfolg bei der Bits & Pretzels!

  • Ende September findet während des Oktoberfests auch das Gründerfestival Bits & Pretzels statt. Alle Fakten zur Veranstaltung auf einen Blick:
    Wann: 25. bis 27. September 2016
    Wo: München, u.a. am Oktoberfest
    Tickets .
  • Kontakt

  • Konstantin Urban
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