24/7 online: „WhatsApp senkte Hemmungen und brachte Neukunden“



Rund drei Milliarden Gegenstände werden jährlich in Europa und Nordamerika als verloren gemeldet. Das ist für die Betroffenen nicht nur ärgerlich, sondern der Gang zum Fundbüro zudem noch lästig. Ein Geschäftsmodell, das die Plattform Zentralesfundbüro.de aus eigenem Leid heraus erkannt hat: Digital und seit Neustem auch per WhatsApp können dort unkompliziert Such- und Fundstücke gemeldet werden. Die neue Kommunikationsform per Messenger findet großen Anklang. Gründer Antonio verrät uns, wieso!

Recitfga-bsl.info: Hallo Antonio, stelle unseren Lesern doch kurz eure Geschäftsidee vor.

Antonio Vega von Zentralesfundbüro.de: Wir haben die Plattform Zentralesfundbüro.de entwickelt, die erste Metasuchmaschine für Fundsachen. Hier werden neben direkt übermittelten Meldungen mehrere Millionen Lost and Found Einträge von Fundämtern und privaten Seiten gesammelt und übersichtlich auf einer Karte dargestellt, damit Suchende und Finder einander möglichst einfach kontaktieren können.

Aber auch Unternehmen und Behörden erleichtern wir mit der Software „Fundbüro Manager“ den gesamten Lost and Found Prozess – von der Verwaltung über das Versenden von Fundsachen zurück an den Eigentümer bis hin zur rechtskonformen Anzeige beim Fundamt.

Die Gründer von Zentralesfundbüro.de vereinfachen den Such- und Findunsprozess verlorener Gegenstände. (Quelle: Zentralesfundbüro.de)
Die Gründer von Zentralesfundbüro.de vereinfachen den Such- und Findungsprozess verlorener Gegenstände. (Quelle: Zentralesfundbüro.de)

Recitfga-bsl.info: Wie viele Such- und Fundmeldungen erhaltet ihr im Schnitt pro Monat…?

Antonio Vega von Zentralesfundbüro.de: Seit unserem Start im April 2014 konnten wir die Zahl unserer monatlichen Meldungen drastisch erhöhen. Damals hatten wir insgesamt etwa 50.000 Einträge – mittlerweile sind es über 150.000 neue Meldungen, die jeden Monat in unsere Datenbank eingespielt werden. Das ist nicht zuletzt Tobi, dem neuesten Mitglied unseres Gründerteams, zu verdanken. Er ist Experte für Datenanalyse und -verarbeitung und konnte hier entscheidende Impulse setzen. Wir freuen uns sehr darüber, dass wir so den Titel des weltweit größten Online-Fundbüros schnell erreichen konnten.

Recitfga-bsl.info: …und wie groß schätzt ihr den potenziellen Markt?

Antonio Vega von Zentralesfundbüro.de: Wie vorhin bereits angerissen, unterscheiden wir zwischen alltäglichen Privatnutzern und Unternehmen beziehungsweise Behörden. Im privaten Bereich gehen konservative Statistiken von etwas über drei Milliarden Lost and Found Vorgängen in Europa und Nordamerika aus – jedes Jahr.

Im B2B-Bereich ergibt sich aus unseren eigenen Recherchen ein Nutzerpotenzial von etwa 500.000 Unternehmen allein in Deutschland, die sich mit der Verwaltung von Fundsachen auseinandersetzen müssen. Eine umfassende und sich auch ergänzende Lösung für beide Seiten gab es vor dem Zentralen Fundbüro aber noch nicht.

Recitfga-bsl.info: Wie seid ihr überhaupt auf diese Idee gekommen?

Antonio Vega von Zentralesfundbüro.de:

Zentralesfundbüro.de entstand zunächst als Trotzreaktion auf eine desolate Lost and Found Landschaft. Nachdem wir uns im Gründerteam privat unfreiwillig mit dem Thema Verlustsachen auseinandersetzen mussten, stellten wir fest: Hier gibt es großen Optimierungsbedarf. Immer wieder mussten wir zahlreiche Stellen kontaktieren, was natürlich sehr viel Zeit kostete.

Gleichzeitig suchten wir schon sehr früh den Kontakt zu den Unternehmen, damit diese ihre Fundsachen direkt in die Suchmaschine einspielen. Nach vielen Gesprächen wurde klar, dass eine reine Suchmaschine für unternehmerische Lost and Found Herausforderungen nicht ausreicht. In Kooperation mit namhaften Branchengrößen machten wir uns daher daran, mit dem Fundbüro Manager eine angemessene B2B-Lösung zu schaffen.

Recitfga-bsl.info: Wen seht ihr als Konkurrenz – die lokalen Fundbüros oder gibt es ähnliche andere Anbieter?

Antonio Vega von Zentralesfundbüro.de: Die behördlichen Fundbüros sehen wir nicht als Konkurrenten. Im Gegenteil, ob sie nun mit unserem Fundbüro Manager oder mit einer eigenen Lösung online sind, ist uns fast egal, da wir als Meta-Plattform sämtliche Datenquellen aufbereiten und den Nutzern zur Verfügung stellen. Ähnlich ist es auch mit anderen themenverwandten Seiten im Internet. Diese sind zudem meist schon etwas in die Jahre gekommen.

Im B2B-Bereich gibt es wenige Wettbewerber. Diese sind aber entweder hoch spezialisiert oder arbeiten mit schwer skalierbaren Geschäftskonzepten. Ebenso verlassen sie sich nur auf die eigenen Inseldaten und bieten außerdem keinen echten B2C-Mehrwert. Insgesamt befinden wir uns daher in einer hervorragenden Ausgangsposition.

Mit der Hilfe des neuen Dienstes können Suchanfragen nach verlorenen Gegenständen bequem von zu Hause gestellt werden. Lästige Fundbürobesuche gehören der Vergangenheit an. (Quelle: Zentralesfundbüro.de)
Dank Zentralesfundbüro.de können Suchanfragen nach verlorenen Gegenständen bequem von zu Hause gestellt werden. (Quelle: Zentralesfundbüro.de)

Recitfga-bsl.info: Finanziert ihr euch durch den Finderlohn oder welche Einnahmequellen habt ihr?

Antonio Vega von Zentralesfundbüro.de: Am Finderlohn bereichern wir uns gar nicht. Stattdessen bieten wir eine ganze Reihe von Zusatzfunktionen, die die Suche weiter vereinfachen. Beispielsweise den Suchauftrag: Hier erhalten Nutzer automatisch eine E-Mail, sobald ein passender Neueintrag in die Datenbank eingespielt wird.

Unsere B2B-Software ist in den Grundfunktionen ebenfalls kostenfrei. Wir stellen aber verschiedene Module bereit, die den Lost and Found Prozess weiter vereinfachen. Zum Beispiel das Handling Gateway, das sich um die Logistik und das Payment beim Zurücksenden von Fundsachen an die Eigentümer kümmert. Großkunden sind außerdem sehr an White-Labeling und Lizenzmodellen interessiert, was natürlich mit Lizenzkosten einhergeht.

Recitfga-bsl.info: Seit ein paar Wochen bietet ihr auch einen WhatsApp-Service an – wie funktioniert das genau?

Antonio Vega von Zentralesfundbüro.de:

Genau. Wir arbeiten ständig daran, neue Kommunikationswege zu öffnen, um möglichst viele Menschen zu erreichen. Unter der Nummer +49 (0) 176- 665 021 11 haben wir daher jetzt auch ein WhatsApp-Fundbüro eingerichtet. Wir haben uns für WhatsApp entschieden, weil dieser Messenger mit klarem Abstand den Markt dominiert.

Wer nun Hilfe beim Übermitteln von Einträgen braucht, kann unter der Nummer direkt einen unserer Mitarbeiter erreichen. Dann brauchen wir lediglich einige Grundinformationen sowie wahlweise auch ein Foto. Handelt es sich um eine Fundsache, leiten wir die Meldung auf Wunsch sogar an das behördliche Fundamt weiter – quasi 100 Prozent Service bei 0 Prozent Behördenstaub.

Recitfga-bsl.info: Wie ist das Angebot angelaufen?

Antonio Vega von Zentralesfundbüro.de: Im größeren Rahmen haben wir das Angebot noch gar nicht angepriesen oder verbreitet. Dennoch merken wir das positive Feedback. Ob am Telefon oder per E-Mail, sobald wir auf den WhatsApp-Service hinweisen, wird dieser sehr gern angenommen.

Wir sehen es so: Das Handy, wenn es nicht gerade verloren wurde, haben die meisten heute immer bei sich. Und das Chatten ist etwas persönlicher als eine E-Mail.

Das liegt mitunter sicherlich auch an der positiven Assoziation. Den Chat kennt man von Freunden und der Familie, eine E-Mail ist da im Vergleich sehr viel förmlicher. Insgesamt senkt das die Hemmung, im Zweifel auch mal nachzufragen oder weitere Hilfestellung zu erbitten.

Recitfga-bsl.info: Gab es auch schon Schwierigkeiten, beispielsweise Spamnachrichten?

Antonio Vega von Zentralesfundbüro.de: Vor Spam-Nachrichten blieben wir bisher im Großen und Ganzen verschont. Das kann aber auch daran liegen, dass wir hauptsächlich im Direktkontakt auf den Service hinweisen und die Nummer des WhatsApp-Fundbüros noch nicht allzu breit verstreut ist. Dennoch erhalten wir teilweise auch Anfragen zum Beispiel in Fremdsprachen. Da wir aber ein sehr multikulturelles Team vorweisen können, war bisher stets jemand in der Lage, die Kommunikation entsprechend zu übernehmen.

Es ist ja recht typisch für Start-ups: Da ist jeder für alles mitverantwortlich und man zieht an einem Strang. Manchmal werden auch bei Sprachnachrichten die Kollegen zusammengetrommelt, wenn besonders ausgiebig genuschelt wurde oder der Dialekt dem Hochdeutschen ebenfalls wie eine Fremdsprache vorkommt. Aber auch diese Situationen konnten wir bisher immer intern klären, ohne den Kunden nach einer Erläuterung fragen zu müssen.

Recitfga-bsl.info: Ob WhatsApp für Unternehmen genutzt werden sollte, steht seit Längerem in der Diskussion. Welche Tipps könnt ihr Gründern geben, die WhatsApp für ihr Unternehmen implementieren möchten?

Antonio Vega von Zentralesfundbüro.de: Unternehmen, die WhatsApp als Kommunikationsweg anbieten, müssen sich bewusst sein, dass Nutzer von Chats andere Erwartungen haben als bei E-Mails. Chats zeichnen sich durch ihren persönlichen Charakter, aber auch ihre Direktheit aus. Geht eine Anfrage ein, muss rund um die Uhr eine nahezu unmittelbare Antwort erfolgen. Größere Unternehmen können sich eine solche Supportstruktur natürlich etwas einfacher erlauben. KMUs und Start-ups sollten sich der Auswirkungen allerdings klar sein.

Um es in einem Satz auszudrücken: Nehmt euch nicht zu schnell zu viel vor. Baut den Service sukzessiv auf, ansonsten wird die Nachrichtenfülle euch überschwemmen, was sich logischerweise dann auch aufs Kundenfeedback auswirkt. Kunden kommunizieren über WhatsApp anders als am Telefon oder per E-Mail, auch hier helfen Learnings im kleinen Rahmen unserer Ansicht nach langfristig bei der Umsetzung im größeren Stil.

Per WhatsApp können Suchende das Unternehmen kontaktieren und so viel einfacher Fragen stellen und Antworten bekommen. (Quelle: Zentralesfundbüro.de)
Per WhatsApp können Suchende das Unternehmen kontaktieren und so formlos Fragen stellen und schnell Antworten bekommen. (Quelle: Zentralesfundbüro.de)

Recitfga-bsl.info: Was war der lustigste Gegenstand, der je bei euch gelistet wurde…?

Antonio Vega von Zentralesfundbüro.de:

Die Frage ist wirklich schwer zu beantworten, da wir schon so viele unerwartete Einträge erhalten, beispielsweise eine voll funktionsfähige Rikscha. Ebenso hat ein Kampftaucher der Bundeswehr einmal seine komplette Ausrüstung gesucht – soweit ich informiert bin, konnten wir ihm diese wieder besorgen, noch ehe seine Vorgesetzten davon Wind bekamen.

Eine Verlustmeldung ist uns allerdings mehr in Erinnerung geblieben als andere. Dabei handelt es sich um Mr. Dinkelmann, einen Teddy, der fast seit dem Launch unseres Onlinefundbüros einen Ehrenplatz auf der Startseite hat. Er wurde in einem Rucksack samt Elektrogeräten und Hochzeitsbildern verloren – diese Nebensächlichkeiten sind der Suchenden aber egal, sie möchte nur ihren blauen Bären zurück.

Recitfga-bsl.info: …und der Häufigste?

Antonio Vega von Zentralesfundbüro.de:

Am häufigsten werden Dokumente verloren oder gefunden. Etwa 500.000 Einträge lassen sich dieser Kategorie zuordnen. Zu den häufigsten Lost and Found Eintragungen gehören aber noch andere Klassiker wie Kleidungsstücke, Schlüssel und Handys. Diese Gegenstände finden ihren Weg oft nach den Wochenenden in unsere Plattform.

Besonders traurig macht uns allerdings die hohe Anzahl der entlaufenen und aufgefundenen Haustiere. Ungefähr 170.000 Verlustmeldungen von Hunden, Katzen, Wellensittichen, und andere Tiere sind bereits in unsere Datenbank aufgenommen worden. In diesen Fällen freut es uns natürlich außerordentlich und auf einer noch persönlicheren Ebene, wenn wir mit dem Zentralen Fundbüro für eine Wiedervereinigung sorgen können.

Recitfga-bsl.info: Vielen Dank für das Interview, Antonio! Wir wünschen euch weiterhin viel Erfolg und viele gefundene Gegenstände!

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