Jobs geschmissen, EXIST erhalten, Business Angels gewonnen!



Die Gründer von Betterspace hatten keine Lust mehr auf die Arbeit in Großkonzernen und fingen lieber selbst neu an. Von nun an wollten sie sich einem Problem aus der Hotellerie widmen, den unnötigen Heizkosten in leerstehenden Zimmern. Ihre Lösung ist eine Technologie zur automatischen Heizungssteuerung. Nebenbei senken sie damit auch noch die CO2-Bilanz von Hotels.

Recitfga-bsl.info: Hallo Christopher, hallo Benjamin, ihr seid Teil des vierköpfigen Gründerteams von Betterspace. Gemeinsam habt ihr eine Technologie zur effizienten Heizkörpersteuerung in Hotels entwickelt. Welches Problem wollt ihr damit lösen?

Christopher Müller von Betterspace: Hotelgäste und das Hotelpersonal vergessen regelmäßig die Heizkörper herunterzudrehen, wenn sie das Hotelzimmer verlassen. Da dieses Hotelzimmer in der Regel allerdings nicht täglich belegt ist, kommt es häufig vor, dass die Heizkörper eines Zimmers über Stunden oder Tage unnötig heizen. Das produziert unnötige Heizkosten und CO2-Emissionen. Genau dieses große Problem der Hotellerie lösen wir. Mit unserer Heizkörpersteuerung better.hotel werden alle Heizkörper automatisch gesteuert und unbelegte Räume nicht geheizt.

Betterspace löst ein großes Problem für Hotels: unnötige Heizkosten für leerstehende Zimmer wird minimiert
Betterspace löst ein großes Problem für Hotels: unnötige Heizkosten für leerstehende Zimmer wird minimiert (Foto: Betterspace)

Recitfga-bsl.info: Wie ist die Idee zu better.hotel entstanden, kommt ihr aus der Hotelbranche und habt selbst Erfahrungen gesammelt?

Benjamin Köhler von Betterspace: Wir selbst haben die Branche erst durch Betterspace kennengelernt. Unsere Kollegen und Mitgründer Gerhard und Siwanand haben sich aber schon während ihrer Tätigkeit im Fraunhofer Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik in Kassel mit dem Thema Energieeffizienz beschäftigt. Dabei wurde ihnen bewusst, wie wichtig intelligentes Energiemanagement in Nichtwohngebäuden –wie Hotels beispielsweise– ist. Da es insbesondere in der Hotellerie bis dahin keine Energiemanagementlösung gab, die gleichzeitig intelligent und finanzierbar ist, haben sie sich dazu entschieden die intelligente Heizkörpersteuerung zu entwickeln.

Recitfga-bsl.info: Welche Konkurrenten hat Betterspace und wie hebt sich better.hotel vom Wettbewerb ab?

Christopher Müller von Betterspace: Gegenüber den bisher am Hotelmarkt angebotenen Produkten heben wir uns durch mehrere Faktoren ab. Eine der Besonderheiten von better.hotel ist, dass es an die verwendete Buchungssoftware im Hotel angebunden wird. Auf diese Weise weiß unser System genau, wann ein Raum belegt ist und stellt sicher, dass nur die Heizkörper belegter Räumen auch heizen. Eine weitere Besonderheit sind die entwickelten, intelligenten Steuerungsalgorithmen die dafür sorgen, dass ein belegtes Zimmer energieeffizient und trotzdem zum optimalen Wohlbefinden des Gastes beheizt wird.

Recitfga-bsl.info: Aus welcher Gründungssituation heraus habt ihr persönlich gestartet und was gab euch den entscheidenden Gründerimpuls?

Christopher Müller von Betterspace: Im Jahr 2010 waren Benjamin und ich mit zwei Kommilitonen an unserem ersten Gründungsprojekt beteiligt. Im direkten Vergleich dazu habe ich auch im Innovationsbereich eines großen Konzerns gearbeitet. Und da wurde mir klar, dass Konzernstrukturen absolut nichts für mich sind und ich etwas Eigenes aufbauen muss, das mich begeistert und fesselt.

Benjamin Köhler von Betterspace: Bei mir ist das ganz ähnlich. Neben dem Aufbau unseres eigenen Unternehmens verbindet uns alle die Leidenschaft, etwas Neues zu kreieren und Mensch und Umwelt mit unseren Ideen zu helfen. Auf eigenen Beinen stehen, selbst etwas aufbauen und nicht in bereits bestehenden Strukturen versinken: Das ist unser Ding.

Recitfga-bsl.info: Wie reagierte euer privates Umfeld auf eure Gründungspläne? Und welche persönlichen Faktoren habt ihr abgewogen, als ihr überlegt habt, euch selbstständig zu machen?

Christopher Müller von Betterspace: Ganz zu Beginn war mein direktes Umfeld zwar etwas skeptisch, es würde ja auch gut bezahlte und sichere Jobs geben. Aber sie haben mich von Anfang an unterstützt und mich darin bestärkt das zu machen, was ich wirklich will.

Benjamin Köhler von Betterspace: Mein privates Umfeld hat mich bei den Gründungsplänen stets unterstützt und macht das auch heute noch. Eine Gründung ist mit viel Arbeit verbunden, daher ist es wichtig, im Vorfeld offen über die Pläne und die zu erwartende Arbeitsbelastung zu sprechen.

Recitfga-bsl.info: Eine Gründung zu viert bedeutet sicherlich auch, Kompromisse bei Unternehmensentscheidungen eingehen zu müssen. Wie fällt ihr gemeinsam Entscheidungen?

Christopher Müller von Betterspace: Das stimmt. Jeder von uns hat zwar seine Entscheidungsfreiräume, wichtige Unternehmensentscheidungen treffen wir jedoch zu viert. Wir sind zwar nicht immer einer Meinung, finden jedoch immer einen gemeinsamen Weg. Bei gemeinsamen Entscheidungsprozessen versuchen wir im Vorfeld klar zu definieren worum es geht. Je nach Gebiet erarbeitet ein Teammitglied verschiedene Szenarien auf deren Basis wir diskutieren und entscheiden.

Am Anfang sind wir da weniger strukturiert vorgegangen, das hat uns viel Zeit gekostet. Aber wir haben daraus gelernt und sind nun viel effizienter bei unseren Entscheidungen.

Recitfga-bsl.info: Was macht ihr generell, um die Kommunikation und Einigkeit im Gründerteam zu sichern. Also, wie beugt ihr Ärger vor?

Benjamin Köhler von Betterspace: Schon von Anfang an war uns wichtig, dass alles bei Betterspace sehr transparent abläuft. Probleme, Aufgaben und Anliegen werden offen angesprochen und gemeinsam geklärt. Alle Unternehmensbereiche veranstalten regelmäßige Termine, bei denen die letzten Wochen und Tage besprochen und neue Ziele und Aufgaben geklärt werden.

Jeden Monat veranstalten wir außerdem gemeinsam mit dem ganzen Team den better Tuesday, an dem wir gemeinsam etwas unternehmen. Das steigert das Gemeinschaftsgefühl ungemein und wir alle wissen, dass wir nur etwas erreichen, wenn wir zusammenarbeiten.

Die Betterspace Gründer wissen wie wichtig es ist, das Gemeinschaftsgefühl im Team zu fördern.
Die Betterspace Gründer wissen wie wichtig es ist, das Gemeinschaftsgefühl im Team zu fördern. (Foto: Betterspace)

Recitfga-bsl.info: Für Eure Idee haben ihr sogar das EXIST-Gründerstipendium erhalten. Für viele steht hierbei die Sicherung der Lebenshaltungskosten im Mittelpunkt. Was hat es euch außerdem gebracht?

Christopher Müller von Betterspace: Stimmt, die Sicherung der Lebenshaltungskosten ist ein zentraler Punkt, das EXIST-Gründerstipendium hat uns die Gründung von Betterspace erheblich erleichtert.

In der Außenwahrnehmung wirkt das EXIST-Gründerstipendium außerdem wie eine Art Siegel. Wenn man mit anderen Gründern, Business Angels oder Investoren spricht und sagt, dass man das EXIST-Gründerstipendium erhält, dann wissen die anderen, dass man keinen absoluten Quatsch produziert.

Recitfga-bsl.info: Ihr konntet auch schon einen Business Angel für eure Idee gewinnen. Welchen Input kann er Betterspace liefern und wie kam es zum Erstkontakt?

Benjamin Köhler von Betterspace:  Um genau zu sein haben wir bereits zwei Business Angel an Bord. Den institutionellen Business Angel KIC InnoEnergy und einen privaten Business Angel. Über einen Bekannten haben wir von KIC InnoEnergy erfahren und uns dort beworben. KIC InnoEnergy unterstützt ausschließlich Start-ups aus dem Green- und CleanTech-Bereich.

Christopher Müller von Betterspace: Der Weg zur Zusammenarbeit mit unserem privaten Business Angel verlief etwas einfacher. Über das Netzwerk des Science Park Kassel wurde er auf uns aufmerksam und fand die Idee super. Danach ging alles ganz schnell.

Mit ihrem Produkt haben es die Gründer geschafft, Hotels effizienter arbeiten zu lassen. Das nächste Ziel im Smart Home Bereich ist aber bereits gesteckt. (Foto: Betterspace)
Der Controller und das Thermostat von Betterspace (Foto: Betterspace)

Recitfga-bsl.info: Welchen Tipp habt ihr für andere Gründer, die einen Business Angel suchen?

Christopher Müller von Betterspace: Seid mutig, offen und ehrlich. Vernetzt euch und nehmt an Pitching-Events teil, ihr wisst nie, wer euch über den Weg läuft.

Und habt gute Antworten auf die Fragen nach dem Kundennutzen und der Abgrenzung zum Wettbewerb parat.

Recitfga-bsl.info: Wie geht es nun konkret mit Betterspace weiter, welche nächsten großen Aufgaben stehen auf dem Plan?

Benjamin Köhler von Betterspace: Das sind definitiv einige, wir haben uns hohe Ziele gesteckt. Unsere Vision ist es, der Partner für innovative, nachhaltige Hotels zu werden.

Daher werden wir neben der Heizkörpersteuerung auch andere Funktionen aus dem Smart Home-Bereich in unser Produkt integrieren. Beispielsweise die automatisierte Licht- und Klimaanlagensteuerung.

Auch die Zählereinbindung von Wasser und Strom steht auf der Produktroadmap wie noch einige Features mehr. Denn wir alle glauben daran, dass die Energiewende nur dann gestemmt werden kann, wenn die oftmals heillos veraltete Technik in Hotels von innovativen Energieeffizienz-Produkten abgelöst wird.

Recitfga-bsl.info: Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg!

  • Betterspace blickt trotz kurzer Unternehmensgeschichte bereits auf zahlreiche Auszeichnungen zurück. Erfahren Sie mehr über die Top 50 Start-ups des Jahres 2015.
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