Scheuen Gründerinnen den Wettbewerb?



Der Frauenanteil in der Gründerrepublik liegt deutlich hinter dem der Männer. Das macht sich auch bemerkbar, wenn man sich die Zahl der Gründerinnen unter den Preisträgern der Gründerwettbewerbe ansieht. Der Gründerinnenanteil in den Top 50 Start-ups, also den Start-ups mit den meisten Titeln und Preisgeldern im Jahr 2015, erreicht nicht mal die 20 %-Marke. Dabei gibt es immer mehr Initiativen und Wettbewerbe, die die Förderung von Gründerinnen ins Auge fassen.

  • Details zum Hintergrund: Wir haben 2015 insgesamt 810 ausgezeichnete Geschäftsmodelle analysiert und daraus unsere eigene Top 50 gekürt. Dabei untersuchten wir auch, wie es um den Anteil der Gründerinnen unter den preisgekrönten Start-ups steht. Weitere interessante Beobachtungen zur Zusammensetzung der Top 50 Start-ups sowie ein Interview mit den wettbewerbserfahrenen Gründerinnen von Performanat, einem Berliner Start-up, das Futtermittelzusätze entwickelt, können Sie hier nachlesen.

Der KfW Gründungsmonitor 2015 berichtete, dass sich der Gründerinnenanteil im Jahr 2014 von 33 % auf 41 % erhöht hat. Der Deutsche Startup Monitor 2015 des Bundesverbands Deutsche Startups bestätigt diesen Trend. Dabei werden auch bei Gründerinnen digitale Technologien immer beliebter. So stellt die Gründerinnen-Studie 2015 des HVB-Frauenbeirats fest, dass vor allem die Sharing Economy ein Geschäftsmodell für die weibliche Gründerzukunft sei.

Ein Mal mehr stellt sich heraus, dass Gründerinnen Gründern in nichts nachstehen. Dennoch sind Frauen immer noch weit unterrepräsentiert.

Dies erkennen auch immer mehr Initiativen sowie Wettbewerbe und richten ihre Aufmerksamkeit auf das Potenzial von Gründerinnen. Einige davon stellen wir kurz vor und präsentieren auch die Geschäftsideen von drei Gründerinnen(-teams).

Der Anteil der Gründerinnen unter den Top 50 Start-ups liegt bei 18 Prozent
Der Anteil der Gründerinnen unter den Top 50 Start-ups der Gründerwettbewerbe liegt gerade mal bei 18 %

Wettbewerbe mit Fokus auf Gründerinnen

Fünf der 145 Gründerwettbewerbe vergaben ihre Preise im Jahr 2015 ausschließlich an Frauen. Darunter sind bundesweite Wettbewerbe ebenso wie regionale Angebote. In Bremen können erfolgreiche Jungunternehmerinnen am belladonna-Gründerinnenpreis teilnehmen. Dahinter steht ein Verein, der es sich zum Ziel gesetzt hat, Gründungen von Frauen sichtbar zu machen und ein gründerinnenfreundliches Klima in Bremen herzustellen. Die Wettbewerbsrunde 2015 war bereits die neunte in Folge. Der Preis ist stets mit 5.000 Euro dotiert.

Der Darboven IDEE-Förderpreis ist ein Gründerinnenpreis, der bundesweit alle zwei Jahre das unternehmerische Potenzial von Frauen auszeichnet und es sich damit zur Aufgabe macht, die Unternehmerinnenlandschaft zu stärken. Gerichtet ist der Preis, der mit einem gesamten Preisgeld in Höhe von 65.000 Euro zu den 20 höchstdotierten Wettbewerben in Deutschland zählt, vor allem an visionäre Existenzgründerinnen mit innovativen Erfolgsideen. Bereits seit 1997 werden Preisgelder vergeben, die als Starthilfe für den Weg in die Selbstständigkeit dienen sollen. Nach der Runde im Jahr 2015, ist der nächste Wettbewerbsstart für 2017 geplant.

Auch der HVB-Frauenbeirat wurde ins Leben gerufen, um Gründerinnenförderung zu betreiben. So begleiten im Rahmen des HVB Gründerinnen-Mentorings Mitglieder des Frauenbeirats sechs Monate lang den Unternehmensstart von Gründerinnen. Das Programm ist zwar nicht mit Preisgeldern dotiert, aber durch Praxisworkshops, Veranstaltungen und den Zugang zum Unternehmerinnen-Netzwerk kaum mit Geld aufzuwiegen.

  • Weitere Angebote für Frauen bieten sich mit dem Sächsischen Gründerinnenpreis, dem Düsseldorfer Unternehmerinnenpreis oder dem Thüringer „Emily-Roebling-Preis“.

Innovative Start-ups smarter Gründerinnen

Gibt man den Namen MEMBRASENZ in die Suchmaschine ein, findet man Fotos, auf denen Dr. Jelena Stojadinovic Auszeichnungen für ihre Innovation hochhält. Zusammen mit Dr. Fabio La Mantia entwickelte sie einen Gas-Separator. Hierbei handelt es sich um eine Membran, die die Trennung generierter Gase sicherstellt, nachdem sie bei der Elektrolyse von Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff separiert wurden. Ziel ist es, den Wasserstoff als alternativen Energieträger zu verwenden. Dafür nahm Stojadinovic 2015 jeweils Gold beim KUER Gründungswettbewerb sowie bei dem Darboven IDEE-Förderpreis entgegen und erhielt Bronze beim Businessplanwettbewerb [email protected]

Durch die halbseitige Lähmung ihrer Tochter kam der Berliner Gründerin Anna Gutman die Idee für ein bahnbrechendes Gerät und sie gründete ReMoD. So entwickelte Gutmann ihr „Remember Motion Device“ zur Haltungs- und Bewegungskorrektur ihres Kindes und wurde quasi aus der Not heraus zur Gründerin. 2015 wurde sie beim Businessplan-Wettbewerb Berlin-Brandenburg und dem Businessplan Wettbewerb Medizinwirtschaft ausgezeichnet. Dieses Gründerinnen-Start-up ist sogar ein Paradebeispiel in doppelter Hinsicht, da auch die Tochter plant, nach dem Studium einzusteigen.

Ebenfalls noch mitten im Studium, aber längst auf neuen Gründerwegen sind Tanja Nickel und Katharina Obladen von UVIS UV-Innovative Solutions. Die Gründerinnen entwickeln Produkte zum Schutz vor Infektionen. Mit dem Entkeimungsmodul ESCALITE wird eine neue Lösung gegen Keime geboten. Per UV-C Strahlung werden Keime zu 99,9 % getötet. Anwendung findet dies auf Rolltreppen, wo die Hemmschwelle, den Handlauf anzufassen, deutlich gesenkt werden kann. Sowohl beim NUK-Businessplan-Wettbewerb als auch bei dem Businessplanwettbewerb [email protected] erlangte das Start-up den zweiten Platz.

Ausbaufähige Frauenquote in der Gründerlandschaft

Die „Frauenquote” in den Top 50 liegt in Bezug auf die Mitglieder der Gründerteams gerade mal bei 18 %. So konnten wir nur 25 Gründerinnen unter den insgesamt 140 Gründern der Top 50 Start-ups finden. Bei 19 der Top 50 Unternehmen sind Gründerinnen im Team vertreten. Das entspricht zumindest einem Anteil von 37 %. Bei elf der Unternehmen aus der Top 50-Liste weist das Gründerteam einen Frauenanteil von 50 % auf. Lediglich die zwei Start-ups PerformaNat und UVIS haben ein komplett weibliches Gründerteam.

Wir halten fest, es braucht kein Y-Chromosom, um innovative Ideen zu entwickeln. Stattdessen müssen Initiativen, wie beispielsweise die vom BMWi ins Leben gerufene „Frauen unternehmen“, stärkere Beachtung finden. Der Zenit der Möglichkeiten zur Gründerinnenförderung ist nämlich noch längst nicht erreicht.

Die Wettbewerbslandschaft unter der Lupe

Neben dem genaueren Blick auf die Gründerinnenquote haben wir auch näher hingesehen, was die vertretenen Branchen bei Deutschlands Gründerwettbewerbe betrifft. Stark repräsentiert sind beispielsweise die IKT-Wirtschaft, aber auch die Green Economy. Fintech ist erstaunlicherweise kaum zu finden. Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, bekommen Sie alle näheren Informationen dazu in unserem PDF.

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