Digitale Strategie 2025: In 10 Schritten zu Deutschlands digitaler Zukunft



Auf der diesjährigen CeBIT kündigte Bundesminister für Wirtschaft und Energie Sigmar Gabriel an, über die neue Digitale Strategie 2025 die digitale Transformation bis zum Jahr 2025 voranzutreiben und Deutschland zum modernsten Industriestandort machen zu wollen. Zehn Schritte sollen dabei auf dem Weg zur digitalen Zukunft Deutschlands unternommen und umgesetzt werden.

Dass Deutschland in puncto Digitalisierung noch einiges nachzuholen hat, zeigt sich vor allem im Vergleich mit anderen Industrieländern, wenn es um den Ausbau von schnellem Breitband-Internet geht. Egal ob Skandinavien, Großbritannien, die USA oder viele asiatische Länder – bei der durchschnittlichen Geschwindigkeit von Internetzugängen schneidet Deutschland deutlich schlechter ab, als viele andere Industrieländer.

Die Digitalisierung in allen Bereichen voranzutreiben, ist zwar mit hohen Kosten verbunden, zahlt sich langfristig jedoch aus. So soll die Wirtschaftsleistung in Deutschland einer Analyse zufolge bis 2020 um zusätzliche 82 Milliarden Euro steigen können, wenn eine erfolgreiche digitale Transformation in deutschen Unternehmen konsequent gefördert und umgesetzt werden würde.

Mit der Digitalen Strategie 2025 hat sich die Bundesregierung nun zum Ziel gesetzt, den technologischen Fortschritt als Motor unserer Gesellschaft weiter anzutreiben und den Weg in eine vollkommene digitale Gesellschaft zu beschreiten. Ein 10-Punkte-Plan soll dabei Schritt für Schritt die Richtung in Deutschlands digitale Zukunft vorgeben.

Digitale Strategie 2025
In zehn Schritten soll Deutschland bis zum Jahr 2025 die digitale Transformation erfolgreich gestemmt haben (Bild: BMWi)

Schritt 1: Hochleistungsfähige Breitbandnetze bis 2025

Die Grundlage einer erfolgreichen Digitalisierung besteht in der Bereitstellung der technischen Infrastruktur. Ohne schnelles Internet – sowohl im Festnetz als auch mobil – kann die digitale Transformation ihre Wirkung nur sehr eingeschränkt entfalten. Bedenkt man, dass sich das weltweite Datenvolumen im Festnetz derzeit alle 40 Monate und in den Mobilfunknetzen sogar alle 18 Monate verdoppelt, wird es höchste Zeit, ein hochleistungsfähiges Breitbandnetz aufzubauen. Eine hohe Kapazität, breite Verfügbarkeit und eine verzögerungsfreie Übertragung gilt es bis 2025 in Deutschland zu verwirklichen.

Schritt 2: Einleitung einer neuen Gründerzeit

Die Zahl der Hightech-Gründungen ist in den vergangenen zehn Jahren um über 40 % zurückgegangen – und das im Zeitalter des Internets. Die Ursachen für die nachlassende Gründungstätigkeit müssen daher entschlossen bekämpft werden. Schließlich gelten Start-ups als die Treiber der digitalen Wirtschaft. Somit sollten Start-ups von unnötiger Bürokratie befreit und ausreichend Risikokapital für die Gründungs- und Wachstumsphase bereitgestellt werden. Außerdem soll die Kooperation etablierter Unternehmen mit innovativen Start-ups vorangetrieben werden. Die wichtigsten geplanten Maßnahmen im Überblick:

Schritt 3: Ordnungsrahmen für Investitionen und Innovationen schaffen

Regulatorische Klarheit und Sicherheit sind sowohl für innovative Unternehmer als auch für deren Investoren Voraussetzung für eine langfristige, strategische Planung. Durch die Schaffung eines europäischen Ordnungsrahmens ohne Insellösungen können digitale Geschäftsmodelle miteinander in einem offenen Wettbewerb stehen. Diesen Ordnungsrahmen gilt es zu gestalten. Hierzu müssen klare Haftungsregeln und Urheberrechte definiert werden, Normierungen und Standardisierungen vorangetrieben werden – und das nicht nur national, sondern immer auf europäischer Ebene.

Schritt 4: Intelligente Vernetzung zentraler Infrastrukturbereiche unserer Wirtschaft

Das Internet der Dinge soll auf wesentliche Infrastrukturbereiche wie Energie, Verkehr, Gesundheit und Bildung angewandt werden. Intelligentere Ampelschaltungen oder Smart Home-Anwendungen sind Beispiele hierfür. Durch die intelligente Vernetzung der Systeme sollen Effizienzgewinne, Leistungssteigerungen und Wachstum ermöglicht werden.

Schritt 5: Datensicherheit stärken und Datensouveränität entwickeln

Daten zählen zum zentralen Rohstoff der digitalen Wirtschaft. Deren Messung, Vernetzung, Auswertung und Verwertung birgt großes Potenzial, weshalb eine Vermeidung der Datenerfassung zukünftig nicht mehr das Ziel sein darf. Daher gilt es, zum einen die Datensicherheit weiter zu stärken und so zum anderen gleichzeitig das Vertrauen in die Datenfreigabe durch Menschen in seriöse Dienste zu fördern. Hierzu sollte Verbrauchern und Unternehmen Rechtssicherheit beim Umgang mit Daten geboten werden, indem auch grenzüberschreitende Datentransfers rechtlich abgesichert werden.

Schritt 6: Neue Geschäftsmodelle für den Mittelstand

Der deutsche Mittelstand sieht die Digitalisierung bisher nur zu 51 % als Bestandteil der eigenen Geschäftsstrategie an. Hier gibt es noch starken Nachholbedarf. Neben bereits vorhandenen Initiativen sollen weitere Aktivitäten auf den Weg gebracht werden, die die Relevanz der Digitalisierung in der Wahrnehmung kleiner und mittelständischer Unternehmen (KMU) stärkt. Mit der „Digitalisierungsoffensive Mittelstand“ über ein Volumen von einer Milliarde Euro sollen gezielt Anreize für KMU zu Investitionen in die digitale Transformation gesetzt werden.

Schritt 7: Industrie 4.0 weiter ausbauen

Als eine der weltweit führenden Industrienationen hat Deutschland die besten Voraussetzungen, Entwickler, aber auch Anwender von neuartigen Industrie 4.0-Lösungen zu werden. Durch die Digitalisierung der Industrie soll in Deutschland bis 2025 ein zusätzliches Wertschöpfungspotenzial von 425 Milliarden Euro entstehen. Durch geförderte Unterstützungs- und Beratungsdienstleistungen kann Industrieunternehmen das Thema Industrie 4.0 näher gebracht werden.

Schritt 8: Stärkerer Fokus auf Forschung und Entwicklung bei digitalen Technologien

Im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung investiert Europa vergleichsweise wenig, nämlich nicht mal die Hälfte in die Forschung digitaler Innovationen – ganz anders als Länder, wie die USA, Japan oder Südkorea. Damit Trends wie Industrie 4.0 und Big Data von deutschen Unternehmen nicht verschlafen werden, sollen Förderprogramme für innovative Technologie- und Anwendungsbereiche angeboten werden. Aber auch steuerliche Vorteile sollen die Forschung und Entwicklung sowie Investitionen im Bereich der Digitaltechnik attraktiver machen.

Schritt 9: Digitale Bildung in allen Lebensphasen

Digitale Bildung ist die Voraussetzung für die Entwicklung digitaler Geschäftsmodelle sowie die Anwendung digitaler Produkte durch den Verbraucher. Im Jahr 2025 sollen daher alle Schulabgänger tiefergehende IT- und Programmierkenntnisse besitzen, die digitale Bildungsinfrastruktur deutlich ausgebaut und die unternehmensinterne Bildung im IT-Bereich konsequent gefördert werden.

Schritt 10: Gründung einer zentralen Digitalagentur

Die Digitalisierung betrifft auf Bundesebene eine Vielzahl unterschiedlicher Behörden. Durch die Gründung einer zentralen Digitalagentur kann die bisherige Fragmentierung der digitalen Kompetenzen gebündelt und so besser gesteuert werden. Dies soll die Umsetzung der Digitalen Strategie 2025 einfacher und effizienter machen.

Digitale Strategie 2025 macht Hoffnung

Die Ausführungen der erwecken den Eindruck, dass die Digitalisierung nun endlich als der entscheidende Erfolgsfaktor für das zukünftige Wachstum in Deutschland von der Politik anerkannt wird. Die Maßnahmen lassen innovative Gründer und Start-ups hoffen, dass deren Aktivitäten künftig weitaus stärker gefördert werden sollen und so die deutschlandweite Gründerszene profitieren wird.

Einige Unternehmer, die sich bestimmt über die Pläne der Bundesregierung, die digitale Wirtschaft zu fördern, freuen dürften, sind die Gründer der Start-ups, die wir am Montag vorgestellt haben. Denn sie bieten mit ihren digitalen Geschäftsideen einen Blick in die Zukunft.

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