Chance auf Förderung durch EXIST



Innovationen bestehen nicht immer aus Einsen und Nullen, sondern manchmal auch aus Holz. Sie sind nicht immer auf Anhieb zu verstehen und doch ganz einfach zu benutzen. Sie erfinden nicht immer das Rad neu, aber machen es manchmal runder. Wir stellen von EXIST geförderte Start-ups vor, die uns mit ihren Innovationen inspiriert haben.

Es ist nicht richtig, dass nur hochkomplexe IT- oder Medtech-Geschäftsideen eine  bekommen. Denn Innovationen kann es überall geben. Sie sind nicht nur im Web, sondern auch unter Wasser im Einsatz. Es gibt sie nicht nur im Ganzen, sondern schon in Einzelteilen. Was damit gemeint ist, klären wir gleich auf.

  • EXIST kurz erklärt: Das EXIST-Gründerstipendium des BMWi unterstützt Studierende, Absolventen und Wissenschaftler bei der Vorbereitung ihres Gründungsvorhabens finanziell und durch Coachings. Gefördert werden vor allem innovative und wissensbasierte Gründungen. Neben dem Gründerstipendium umfasst EXIST weitere Programmlinien, etwa den Forschungstransfer. Dieser unterstützt forschungsbasierte Gründungsvorhaben.

Wir stellen Ihnen drei Geschäftsideen vor, die ihre volle Innovation nicht nur am Computer entfalten und vielleicht gerade deshalb genau richtig für EXIST waren. Die entscheidenden Faktoren sind nämlich ein ausgeprägtes Alleinstellungsmerkmal und die wirtschaftliche Tragfähigkeit der Idee.

Buddy-Watcher: Sicherheit und Komfort unter Wasser

Der Buddy-Watcher des Pforzheimer Jungunternehmens Free-Linked erlaubt die Kommunikation unter Wasser. Im Notfall kann das Leben retten. Möglich macht dies ein am Handgelenk befestigtes Gerät, das per Ultraschall über eine Distanz von bis zu 20 Metern mit seinesgleichen kommuniziert. Gerät ein Tauchpartner in Not oder möchte seinen Buddy auf ein Ereignis unter Wasser aufmerksam machen, muss er lediglich eine Taste drücken, um ihn entweder per LED-Signal oder Vibrationsalarm zu kontaktieren. Der Buddy-Watcher macht den Tauchgang somit nicht nur komfortabler, sondern gibt auch Sicherheit.

Buddy-Watcher
Die Kommunikation mit unter Wasser per Buddy-Watcher funktioniert über Schallwellen (Foto: Free-Linked)

Die Gründer Michael Feicht und Eduard Sabelfeld sind selbst begeisterte Taucher und entwickelten den , nachdem Feicht selbst einmal bei einem Tauchgang den Augenkontakt zu seinem Tauchpartner verlor. Damals ist glücklicherweise nichts passiert, aber der Erfindergeist zur Entwicklung eines Unterwasser-Kommunikationsgerätes war geweckt. Die Förderung durch EXIST half den Gründern dabei, ihren Gründungstraum wahr zu machen, wie Eduard Sabelfeld berichtet:

Die Marktforschungsergebnisse aus der Arbeit von Michael Feicht waren so positiv, dass wir motiviert waren, aus seiner Idee ein reales Produkt zu entwickeln, um unser Hobby das Tauchen noch schöner und sicherer zu gestalten. Natürlich war der finanzielle Aspekt von EXIST ein ausschlaggebendes Kriterium, unserem Ziel einen entscheidenden Schritt näher zu kommen.

Der Vorteil gegenüber ähnlichen Geräten besteht darin, dass der maritime Lebensraum nicht gestört wird, da Fische die Schallwellen nicht wahrnehmen können. Gegründet wurde die Free-Linked GmbH aus der Hochschule Pforzheim heraus im Juli 2012, nachdem die Gründer von Juni 2010 bis Mai 2011 das EXIST-Gründerstipendium erhielten. Für sie ist EXIST…

… existenziell, um aus Gründern, Unternehmer und aus Ideen, reelle Produkte und Dienstleistungen zu generieren.

hüma: Wasserfester Parkettboden

Die meisten Haushalte haben ein gefliestes Badezimmer. Das ist praktisch, falls beim Badespaß mal etwas daneben geht. Damit das Bad nicht immer nur als Nasszelle verstanden wird, bemühen sich Architekten und Inneneinrichtungsspezialisten stets um wohnliche Lösungen für diesen funktionellen Raum. Doch leider bleibt viel Flair auf der Strecke sobald das Auge – und vor allem die nackten Füße – die kühlen Fließen erspähen.

Messestand von hüma
hüma auf einer Messe (Foto: hüma)

Eine besonders wohnliche Alternative bieten die beiden Diplom Ingenieure für Holztechnik Felix Hüllenkremer und Manuel Mannheim sowie der Diplom Wirtschaftsinformatiker Matthias Kühn. Mit ihrem stellen die Gründer unter Beweis, dass auch Holz den Anforderungen eines Feucht- und Nassbereiches entsprechen kann. Die Idee dahinter ist ein Echtholz-Parkettsystem, das mit einer neuen Fertigungstechnik kostengünstig produziert und verlegefertig an den Kunden ausgeliefert werden kann. Felix Hüllenkremer nennt drei Aspekte, von denen er durch EXIST profitierte:

  • Von der finanziellen Absicherung für mich, aber auch für meine Familie. Es ist extrem beruhigend, wenn man sich über die Lebenshaltung während der Gründung wenig bis keine Gedanken machen muss. Die eigene Arbeit und Leistung erreicht dadurch auch eine bessere Qualität.
  • Der von EXIST geforderte Businessplan hat uns auch die Türen für die Anschlussfinanzierung geöffnet. Die hohen Anforderungen reflektieren das eigene Gründungsvorhaben. Letztendlich wächst und reift erst das eigene Geschäftsmodell mit Erstellung dieses Businessplans. Mit dieser Sicherheit ändert sich auch das eigen Auftreten vor weiteren Investoren.
  • Das Gutachten zeigt ein erstes und nicht zu vernachlässigendes Proof of Concept.

Und die Bemühungen um den Businessplan haben sich gelohnt, da gleich im Anschluss an die EXIST-Förderung weiteres Kapital eingesammelt werden konnte:

Wir konnten eine nahtlose Anschlussfinanzierung erzielen. Zum einen konnten wir zwei Business Angel akquirieren. Zum anderen war unsere Bewerbung auf den Frühphasenfonds des Landes Brandenburgs erfolgreich.

Die drei Gründer bildeten 2013 das erste Team der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde, das eine Förderung durch das EXIST-Gründerstipendium erhielt.

Invenox: bessere Batterien für die Elektromobilität

Man stelle sich ein Elektroauto vor, denke dann an die Batterie in dem Fahrzeug und dann noch einen Schritt „kleiner“ an die Technologie in der Batterie. Hier liegt die Invenox-Innovation. Als Anbieter von Batteriemodulen und Batteriesystemen ordnet das Münchener Start-up die Batteriezellen so an, dass eine höhere Energiedichte erreicht und eine größere Reichweite erzielt werden kann. Gleichzeitig können die Batteriemodule des grünen Jungunternehmens durch den Einsatz standardisierter Batteriezellen und den einfachen Fertigungsprozess kostengünstig produziert werden. Darüber hinaus ermöglicht die Klemmverbindung den einfachen Austausch defekter Batteriezellen.

Invenox
Ein Beispiel für ein Invenox-Batteriemodul (Foto: Invenox)

Entstanden ist das Gründungsprojekt durch die vorangegangene Zusammenarbeit am Lehrstuhl für Fahrzeugtechnik der Technischen Universität München Ende 2011. Vier der fünf -Gründer, das waren Richard Eckl, Moritz Steffan, Georg Walder und Martin Hammer, stellten damals für sich fest, dass es keine zufrieden stellende Energiespeichertechnologie gab. Kurze Zeit später trug die Lösung für das Problem den Namen CONCHIFERA-Technologie. Betriebswirt Mathias Wipfler komplettierte das Team. Bei der EXIST-Förderung profitierte das Team nicht nur von der finanziellen Unterstützung, sondern auch vom Wissenstransfer, wie Martin Hammer erläutert:

Zum einen von der finanziellen Unterstützung aber auch sehr von den Workshops hinsichtlich Finanzen, Marketing und Vertrieb. Auch die Unterstützung des Projektträgers durch unseren Bearbeiter hat uns in vielen Situationen die Unterstützung und Rückhalt gegeben, um die Ausgründung voranzutreiben.

Die Aufnahme in das staatliche Förderprogramm EXIST Forschungstransfer für 18 Monate ab Juni 2014 leitete die Geburtsstunde der Invenox GmbH ein. In den kommenden zwölf Monaten sollen nun die Produktionskapazitäten ausgeweitet werden:

Im konkreten bedeutet dies, dass wir zum 1. April in einen neuen Standort mit ca. 1.600 m² umziehen und hier eine teilautomatisierte Batteriemodulproduktionsstraße aufbauen werden. Die Räumlichkeiten werden zudem große Forschungs- und Entwicklungsbereiche aufweisen und viel Platz für die Projektbearbeitung bieten.

Und gleichzeitig bestehen schon weitere Expansionspläne für den Einsatz der Technologie:

Zusätzlich werden wir die Tätigkeitsfelder von Invenox erweitern und neue Marktsegmente wie die Schifffahrt, fahrerlose Transportsysteme und Arbeitsmaschinen gezielt anvisieren.

Zum Hintergrund: die EXIST-Förderung

EXIST unterstützt 22 Gründerhochschulen in Deutschland sowie insbesondere Existenzgründer aus Hochschulen und anderen Forschungseinrichtungen, die eine wissensbasierte Gründungsidee umsetzen möchten. Mit dem EXIST-Gründerstipendium wird Gründern eine finanzielle Unterstützung zwischen 1.000 und 3.000 Euro pro Monat für ein Jahr bis zu 35.000 Euro für Sachausgaben und Coachings gewährt. Näheres zu den Voraussetzungen, dem Ablauf und dem Antrag für  und  erhalten Sie .

Alle Infos zum EXIST-Gründerstipendium haben wir visuell in einer Infografik zusammengefasst:

Infografik EXIST 2015
Das war das EXIST-Gründerstipendium im Jahr 2015. (Quelle: EXIST, Grafik: Recitfga-bsl.info)
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