Papa, ich gründe mal ein Unternehmen: Junge Gründer – Part II



Wie alt muss man sein, um erfolgreich ein eigenes Unternehmen zu führen? Es gibt viele prominente Gründer, die bereits mit Anfang bis Mitte zwanzig ein Start-up in die Welt gesetzt haben, wie zum Beispiel Larry Page (25) und Sergey Brin (25) von Google oder der Schwede Daniel Ek (23) von Spotify. Doch es geht noch viel jünger. Die jungen Menschen, die wir ihnen heute vorstellen, sind Schüler und stemmen neben Hausaufgaben und Abiturprüfungen, auch noch die Arbeit an ihrer eigenen Geschäftsidee.

20content: morgens Schule, abends eigene Agentur

Niklas Hoffmeier ist gerade 19 Jahre alt und führt bereits eine Marketingagentur, mit mehr als 50 freien Mitarbeitern, die sich um die Offpage-Optimierung der über 100 festen Kunden kümmern. Sie schreiben Texte für Blogs und kümmern sich um den Linkaufbau, damit die Kunden bei den Ergebnissen von Suchmaschinen auf den oberen Rängen stehen.

Als er gründete, war er gerade mal 16 Jahre alt. Als Minderjähriger war er noch nicht voll geschäftsfähig, daher stellte er beim Amtsgericht einen Antrag darauf, im Geschäftsverkehr rechtlich einem Erwachsenen gleichgestellt zu sein.

Morgens drückte er die Schulbank, abends war er der Chef seiner eigenen Marketingagentur. E-Mails beantwortete Niklas mitunter in den Unterrichtspausen. Seine Kunden sind von seinem Einsatz begeistert. Doch die Doppelbelastung hatte auch ihre Schattenseiten. „Die Schule leidet darunter, das kann ich nicht leugnen“, erzählt er im im Interview mit Gründerszene. Auch habe er „weniger Zeit für Freunde und auch die Gesundheit hat nicht mehr mitgespielt.“ Das Abitur schloss er trotzdem mit einer 1,9 ab. Nach seinen Zielen für die Zukunft gefragt, antwortete er, dass er feste Mitarbeiter einstellen und ein eigenes Büro in Hamburg eröffnen möchte.

Frozen Joe: Fokus auf Fächer mit strengen Lehrern

Während eines Auslandsjahres in den USA entdeckte der Schüler Johannes Petter Frozen Yoghurt für sich. Zwar gibt es die auf Joghurt basierende Eisspeise auch schon seit längerem in Deutschland, doch habe ihm das Original in den USA deutlich besser geschmeckt. So entschied er sich, das Konzept dort zu studieren, indem er nach der Schule als Teilzeitkraft in einem amerikanischen Frozen Yoghurt-Laden jobbte. Zurück in Deutschland ging es erst einmal zurück aufs Gymnasium, um sein Abitur abzulegen. In seiner Freizeit entwickelte er seine Geschäftsidee weiter und hielt bereits Ausschau nach einem passenden Standort. Denn direkt nach den bestandenen Prüfungen, wollte er direkt mit einem eigenen Frozen Yoghurt-Laden an den Markt gehen.

Das Ladenlokal von Frozen Joe mit Gründer Johannes Pretter im Vordergrund (Bild: frozen-joe.de)
Das Ladenlokal von Frozen Joe mit Gründer Johannes Pretter im Vordergrund (Foto: frozen-joe.de)

Doch es kam anders als geplant. Mitten in den Prüfungsvorbereitungen informierte ihn ein Makler über ein Angebot für eine sehr attraktive Lage in der Nähe von Berlin für sein Ladengeschäft. Johannes Petter musste sich schnell entscheiden, denn die Frist für das Angebot endete nach nur wenigen Wochen. Er packte die Gelegenheit am Schopf und begann parallel zu seinen schulischen Verpflichtungen mit dem Aufbau seines Frozen Yoghurt-Geschäfts. Wie er das bewältigte? Durch knallharte Priorisierung.

Bei den Schulaufgaben konzentrierte er seinen Fokus auf die Fächer mit den strengen Lehrern und versuchte so mit der wenigen Zeit, die er hatte, die größte Wirkung zu erzielen.

Mittlerweile ist fast ein Jahr seit Eröffnung des Frozen Joe vergangen, das Abitur ist bestanden und das Geschäft läuft laut eigenen Angaben rentabel. Das dürfte auch am wohl einmaligen Konzept in Deutschland liegen. Im Gegensatz zu anderen Frozen Yoghurt-Läden setzt das auf Selbstbedienung und eine einfache Preisgestaltung. Der Kunde wählt einen Becher und füllt sein Eis selbst ab. Dabei kann er, wenn er möchte, auch mehrere Sorten mischen. Auch Toppings, also die Streusel-, Obst- und Nusszugaben, können frei gewählt werden und sind im Preis inklusive. In Zukunft möchte Johannes Petter expandieren und sucht auch schon Franchisenehmer.

Math 42

Math 42 hilft Schülern dabei, die richtige Lösung für ein mathematisches Problem zu finden. Programme, die einem das Ergebnis einer mathematischen Gleichung verraten, gibt es bereits. Doch Math 42 kann viel mehr. Die App zeigt Schritt für Schritt den Lösungsweg auf, blendet auf Wunsch Nebenrechnungen ein und erläutert die angewendeten Regeln. Abgerundet wird der Funktionsumfang durch einen Trainings- und Testmodus. analysiert die Fortschritte des Schülers und übt bevorzugt Aufgaben, bei denen dieser noch besser werden sollte.

Entwickelt wurde die App vom Geschwisterpaar Raphael und Maxim Nitsche. Als Jugendliche verdienten sie ihr Taschengeld mit Mathe-Nachhilfe. So lernten sie, wo es bei den meisten Schülern hapert.

Selbst haben sie nie Probleme mit Mathe gehabt. Schon der Opa war Matheprofessor und auch der Vater ein voller Matheprofi.

Dieser forderte und förderte seine beiden Söhne und verlangte von den beiden gleich zu Beginn einen strukturierten Businessplan, bevor er ihnen Unterstützung mit ihrer Geschäftsidee zuteilte.

Raphael und Maxim Nitsche (Bild math-42.com)
Raphael und Maxim Nitsche (Foto: math-42.com)

Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. 2013 war Math 42 zeitweise die am meisten verkaufte App im deutschen Apple Store. Da waren die beiden Gründer noch keine 18 Jahre alt. Eines der Highlights von Math 42 war sicherlich der TV-Auftritt in der Höhle der Löwen. Zwar gingen die „Löwen“ nicht auf den Deal von 2 Millionen für 20 % der Unternehmensanteile ein, doch dürften sich die beiden Junggründer über die kostenlose PR sicherlich freuen. Mittlerweile wurde die App mehr als eine Millionen Mal heruntergeladen. Der Gewinn liegt laut Presseberichten im höheren sechsstelligen Bereich.

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