TU Berlin: Uni mit Gründertradition und EXIST-Förderung



In einer EXIST-Gründerhochschule steht in erster Linie das Wohl der geförderten Start-ups im Mittelpunkt. Die vom BMWi zur Verfügung gestellten Fördergelder fließen aber nicht nur direkt in die Gründungsprojekte, sondern auch in Lehrveranstaltungen, Beratungen und andere Strategiemaßnahmen zum Ausbau der Gründungskultur an der Hochschule. Vom Engagement der TU Berlin profitierten bereits über 750 Start-ups, darunter auch die längst über Deutschland hinaus bekannte Wurfkamera von Panono. Auf welche Weise das Centre for Entrepreneurship der TU Berlin seine Gründer unterstützt, erfuhren wir von der Leiterin des Gründungsservices.

Die TU Berlin gehört seit über vier Jahren zum ausgewählten Kreis der EXIST-Gründerhochschulen. Wir sind neugierig auf die Arbeit des Gründungsservice, dem Centre for Entrepreneurship in Berlin-Charlottenburg, und nehmen es näher unter die Lupe.

Derzeit sind es bundesweit 22 Hochschulen, die sich über den Erhalt der Fördergelder freuen können, die das zur Unterstützung von Gründungen aus der Hochschule vergibt. Das übergeordnete Vorhaben des Bundeswirtschaftsministeriums konzentriert sich darauf, Hochschulen im Rahmen der dabei zu unterstützen, eine hochschulweite Strategie zur Gründungsförderung entwickeln und umsetzen zu können.

TU Berlin Inkubator
Bereits über 80 Start-ups fanden hier im Rahmen ihrer EXIST-Förderung Rat und Unterstützung (Foto: TU Berlin / Centre for Entrepreneurship)

Die TU Berlin, dessen Gründungsservice bereits seit 2007 besteht, passt wohl deshalb so gut in das Format von EXIST, weil der Fokus des Centre for Entrepreneurship auf wissens- und technologiebasierten Gründungsvorhaben liegt und mit praxisnahen Veranstaltungen auf Kurs bleibt. So können die Gründer im Centre for Entrepreneurship Büro- und Konferenzräume nutzen, praxisorientierte Lehrveranstaltungen zur Selbstständigkeit hören, an Info- und Thementagen teilnehmen, Vorträge und Workshops besuchen sowie individuelle Beratungen in Anspruch nehmen, um einzelne Fragen zu klären und neue Ideen zu besprechen.

Das Centre for Entrepreneurship leistet konkret Unterstützung bei

Es ist das erklärte Ziel, das unternehmerische Denken und Handeln an der Universität noch weiter auszubauen. Dafür werden die Angebote des Centre for Entrepreneurship stets auf dem wissenschaftlich neuesten Stand gebracht. Dies macht den Gründungsservice zu einem wichtigen Anlaufpunkt für die gründungsinteressierten Mitglieder der TU Berlin und zur Schnittstelle zwischen Hochschulgründern, Investoren und Business Angels.

Veranstaltungen im Centre for Entrepreneurship

Zu den regelmäßigen Veranstaltungen, die das Centre for Entrepreneurship für Gründer, externe Investoren, die Presse und Freunde der Gründerwelt organisiert, zählen der StarTUp Monday an jedem ersten Montag im Monat, die StarTUp School, der StarTUp Day sowie der Alumni.Angel.Abend.

  • Beim StarTUp Monday steht die Vernetzung im Fokus. Man tauscht sich bei Snacks und Getränken aus und kann in einem Vortrag mehr über die Geschäftsidee eines im Centre ansässigen Start-ups erfahren. Hier geht es darum, das Gründernetzwerk zu erweitern.
  • Die StarTUp School steht für Kleingruppen-Workshops, Seminare und Vorträge rund um den gezielten Ausbau von Wissen und gründungsrelevanten Kompetenzen. Thematisch eingeschlossen sind allgemeine Grundlagen, Rechtsthemen, Organisation und Projektmanagement, Marketing und Finanzierung.
  • Der StarTUp Day ist ein Infotag zum Thema Unternehmensgründung. Tagsüber findet ein umfangreiches Praxisprogramm statt, während beim abendlichen „Inspiration Talk“ ausgewählte Start-ups ihre inspirierenden Gründungsgeschichten erzählen.
  • Beim Alumni.Angel.Abend geht es darum, den Austausch zwischen Start-ups, Business Angels, Alumni und etablierten Unternehmen zu fördern.

Viele der Start-ups, die ihre ersten Schritte in die Selbstständigkeit mithilfe des Centre for Entrepreneurship gingen, sind heute bundesweit bekannt und Dauergäste in der Presse, auf Konferenzbühnen und den Siegertreppchen großer Gründerwettbewerbe. Neben dem Start-up ReMoD, das wir ebenfalls kürzlich hier im Blog vorgestellt haben, sind vielen Mensch auch die Unternehmen mapegy, Task36, Sablono, SOPAT, komoot und 3yourmind längst ein Begriff. Drei der bisher mehr als 80 Start-ups, die das Gründerlicht der Welt im Centre for Entrepreneurship erblickten, stellen wir nachfolgend näher vor.

komoot im Inkubator der TU Berlin
Das Start-up komoot im Inkubator der TU Berlin (Foto: TU Berlin / Centre for Entrepreneurship)

1. (EXIST-Gründerstipendium 2012), die am höchsten Punkt der Fallkurve ein Panoramafoto schießt, 360° entlang des Horizonts und 180° vertikal. Die Kamera, die sich seit dem Prototyp deutlich verkleinert hat, wird in die Luft geworfen und löst automatisch eine Aufnahme aus. Die einzelnen Linsen nehmen Bilder auf, die von einer Software zusammengefügt werden. Aufgrund der gleichzeitigen Auslösung aller Module ist die Kamera in der Lage, sogar bewegte Szenen zu fotografieren.

2. Bei der (EXIST – Gründerstipendium 2013) handelt es sich um einen virtuellen Klavierlehrer, der einem das Klavierspielen beibringt, ohne dass man zwangsweise Noten lesen können muss. Dafür stellt man das Tablet oder Smartphone am Notenständer des Klaviers oder Keyboards auf und spielt Taste für Taste das Gesehene und Gehörte nach. Verspielt man sich, weist einen das Programm darauf hin und bemüht sich darum, es zu korrigieren. Musikstücke aus verschiedenen Genres von Klassik bis Pop und entlang verschiedener Schwierigkeitsstufen können so gelernt und gespielt werden.

3. Das (EXIST-Forschungstransfer 2015) ist ein Spin-off aus dem Fachgebiet für experimentelle Strömungsmechanik der TU Berlin und bietet eine innovative Lösung im Bereich Produktions- und Verfahrenstechnik. Das Unternehmen entwickelt und vertreibt fluidische Bauteile für die Industrie. Konkrete Anwendung finden die intelligenten Düsen in der Verbrennungstechnik, wo sie den CO2-Ausstoß minimieren. Aber auch in Rasensprengern oder Gasturbinen verbaut, sparen sie Kosten ein, die herkömmliche Lochdüsen auf ihre ineffiziente Weise immer noch verursachen.

Im Gespräch: Agnes von Matuschka, Leiterin des Gründungsservice der TU Berlin

Was geschieht konkret mit den EXIST-Fördergeldern und worauf müssen Hochschulgründer besonders achten? Wir sprachen mit der Leiterin des Gründungsservice der TU Berlin über die Auszeichnung aus EXIST-Gründerhochschule.

Agnes von Matuschka
Agnes von Matuschka ist Leiterin des Centre for Entrepreneurship (Foto: TU Berlin / Centre for Entrepreneurship)

Recitfga-bsl.info: Wieso war es der TU Berlin wichtig, EXIST-Hochschule zu werden?

Agnes von Matuschka: Die TU Berlin ist eine Pionierin in der Gründungsförderung. 1983 eröffnete die TU mit dem Berliner Innovations- und Gründerzentrum sowie dem Technologie- und Innovationspark Berlin das erste Gründerzentrum Deutschlands. Mit ihren knapp 33.000 Studierenden, etwa 100 Studienangeboten und 40 Instituten gehört die TU zu den großen, international renommierten und traditionsreichen technischen Universitäten in Deutschland.

Das Leistungsspektrum ihrer sieben Fakultäten steht für eine einzigartige Verbindung von Natur- und Technikwissenschaften mit Planungs-, Wirtschafts-, Sozial- und Geisteswissenschaften an einer technischen Universität. Mit den meisten Erfindungsmeldungen in der Region Berlin-Brandenburg verfügt die TU Berlin hier über das größte technologieorientierte Innovationspotenzial. Die Auszeichnung als EXIST-Gründerhochschule war ein wichtiger Meilenstein der TU Berlin auf dem Weg zur Universität für Gründerinnen und Gründer.

Recitfga-bsl.info: Wie setzen Sie das erhaltene Geld um?

Agnes von Matuschka: Die Fördermittel werden in drei Bereichen eingesetzt.

  1. Für Angebote für wissenschaftliches Personal, also für Innovationsgespräche und die Erarbeitung einer Transferstrategie.
  2. Zur Sensibilisierung für Gründungsthemen mit Veranstaltungen, Social Media-Angeboten und Vorträgen.
  3. Um die Angebote und Maßnahmen für Gründer zu professionalisieren: Wir fassen einen strukturierten Inkubationsprozess ins Auge, stellen den Gründern Räume, das Exzellenzprogramm „StarTUp+“ sowie eine Prototypenwerkstatt zur Verfügung. Zudem steht das neue Projekt „“ in den Startlöchern.

Recitfga-bsl.info: Wie lautet Ihr wichtigster Tipp für Hochschulgründer?

Agnes von Matuschka: Sprecht mit euren Kunden!

Keyfacts zur Gründungsförderung an der TU Berlin im Überblick

  • Gründungsjahr?
    2007: Gründung des TU Gründungsservice
    2010: TU Berlin-Präsidiumsbeschluss zur Einrichtung des Centre for Entrepreneurship
  • Seit wann EXIST-geförderte Gründerhochschule?

    2011 durch das Bundesministerium für Wirtschaft, für das Konzept „GründerUNIversum Berlin“.
    2014 startete mit Juryempfehlung die Förderung der Projektphase B.
  • Insgesamt geförderte Gründungen?

    Insgesamt sind an der TU Berlin 758 Ausgründungen entstanden.
  • Wie viele EXIST-geförderte Gründungen?
    Seit 2008 konnten insgesamt rund 84 durch das (73) und den EXIST-Forschungstransfer (11) geförderte Teams betreut werden.
  • EXIST-Gesamtfördersumme?

    Die Gesamtfördersumme, die im Rahmen des EXIST-Gründerstipendiums an die Start-ups ging, beträgt ca. 6,9 Mio. Euro. Die bisherige gesamte Fördersumme des  für die Start-ups beläuft sich auf ca. 5,7 Mio. Euro.
  • Mitarbeiteranzahl?

    Im Centre for Entrepreneurship arbeiten zurzeit 42 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Zusammen mit den studentischen Hilfskräften sind es 60 Mitarbeiter.

Sie interessieren sich für EXIST? Alle Informationen finden Sie unter oder an der entsprechenden Einrichtung Ihrer Hochschule.

Logo EXIST

  • Kontakt zum Gründungsservice der Technischen Universität Berlin
    Sekr. AM1, Abt. VA
    Hardenbergstr. 38
    10623 Berlin
    Telefon: 030.314 28 377
    E-Mail: [email protected]
    Website:

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