Hoch, höher, Highest: Was Gründerhochschulen alles bieten



Gründerhochschule sein heißt kurz: Fördergelder von EXIST bekommen und die Gründungslandschaft damit fördern. Doch eigentlich heißt Gründerhochschule sein ganz schön viel mehr. Wir werfen einen Blick hinter die Kulissen: Am Beispiel der TU Darmstadt zeigen wir, was Angehörigen einer Gründerhochschule geboten wird, welche Ausgründungen entstehen können und wie der Leiter des Gründungszentrums auf EXIST blickt.

Darmstadt, Jugendstilstadt, Wissenschaftsstadt. Mittendrin: die Technische Universität, erste autonome Universität Deutschlands, rund 26.000 Studierende. Diese studieren überwiegend Ingenieurwissenschaften (ca. 50 %) oder Naturwissenschaften (35 %), einige auch Geistes- oder Sozialwissenschaften (15 %). Ganz unabhängig vom Studiengang werden spannende Themenfelder erforscht und dann? Gehen viele der Studierenden in den Beruf. Und viele der Forschungsergebnisse wandern in die Schublade.

Damit aus mehr Ideen mehr Geschäftsmodelle entwickelt werden, hat ins Leben gerufen. Dieses unterstützt Hochschulen im Rahmen der Programmlinie Gründungskultur dabei, eine hochschulweite Strategie zur Gründungsförderung zu entwickeln und umzusetzen.

Zurück also zur TU Darmstadt: über 130 Beratungsgespräche, 17 technologie- bzw. wissensbasierte Ausgründungen und 13 Gründungsprojekte, basierend auf geistigem Eigentum der Hochschule. Das war für HIGHEST das Jahr 2014. HIGHEST, das steht für Home of Innovation, GrowtH, EntrepreneurShip and Technology Management und ist der Name des Gründungszentrums der TU Darmstadt.

HIGHEST Jahresrückblick 2014
HIGHEST in Zahlen: Das Gründungszentrum hat im ersten Vollzeit-EXIST-Jahr einiges erreicht. (Foto: HIGHEST, Bildhintergrund unsplash.com/Keith Misner)

Einiges hat HIGHEST also bislang schon erreicht. Doch einiges hat HIGHEST auch noch vor. Das Gründungszentrum hat es sich zum Ziel gesetzt, in der Region Rhein-Main-Neckar die Gründerkultur bedeutend zu fördern. Innovation, Wachstum und Arbeitsplätze stehen dabei im Fokus. Die Angebote richten sich nicht nur an Mitglieder der eigenen TU, sondern auch an externe Gründungsinteressierte und Unternehmen, die Kontakt zur Gründerszene suchen.

Inhalte und Besonderheiten von HIGHEST

In Deutschland werden derzeit 22 Gründerhochschulen durch EXIST unterstützt. Diese bieten zahlreiche Angebote, welche den Unternehmergeist von Studierenden fördern sollen. Dazu zählen beispielsweise Networkingevents, Beratungsangebote und Coachings. Beratung und Wissen ist auch eine der Säulen bei HIGHEST. Das Spektrum reicht von vielseitigen Lehrveranstaltungen und Veranstaltungsreihen zu gründungsrelevanten Themen über individuelle Beratungsleistungen bis hin zur Hilfestellung bei der Beantragung von Fördermitteln.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Vernetzung – und zwar sowohl unter den Gründern als auch im Austausch mit Unternehmen. Das wird beispielsweise durch HIGHEST 1877 ermöglicht. Mit diesem Club soll ein Netz zwischen etablierten Unternehmen und Start-ups gespannt werden. Unternehmen können sich dort als Mitglieder anmelden und so den Wirtschaftsstandort fördern.

Eine Besonderheit an der TU Darmstadt ist zudem die Förderquote bei HIGHEST:

Die TU Darmstadt weist die beste Forschungstransfer-Förderquote aller 22 Gründerhochschulen nach. Das bedeutet: Hier werden die meisten Forschungsergebnisse der Universität in Geschäftsideen umgewandelt.

Außerdem zeichnet sich die Gründerhochschule durch den seit 2007 jährlich ausgerichteten TU Ideenwettbewerb aus. Die besten drei Ideen aus allen Einsendungen erhalten Geldpreise im Gesamtwert von 6.000 Euro.

3 aus 300: Beispiele für EXIST-geförderte Start-ups der TU Darmstadt

Seit 2007 werden Gründer und Interessierte von der TU Darmstadt gefördert. Seit 2013 ist sie Gründerhochschule und es erfolgte die Erweiterung zum Gründungszentrum namens HIGHEST. Seither haben 300 Start-ups und Gründungsinteressierte die Angebote von HIGHEST wahrgenommen. Wir stellen drei davon vor:

1. (EXIST-Forschungstransfer, Förderzeitraum: 8.2014 bis 2016)
Das Team von Alcan Systems hat eine smarte, leichte und sehr flache Antenne entwickelt. Diese wird in Bauteile, z.B. in Autodächer, Schiffe oder in Züge, integriert und es werden neue Möglichkeiten der mobilen Satelliten-Kommunikation (bspw. Highspeed-Internet an Bord) möglich.

2. (EXIST-Forschungstransfer, Förderzeitraum: 8.2013 bis 12.2014)
ConSenses ist ein Entwickler und Hersteller von Industriemesstechnik. Ziel der Produkte ist es, Messtechnik durch intuitive Bedienung und geringen Installationsaufwand zu vereinfachen.

3. (EXIST-Gründerstipendium, Förderzeitraum: 3.2015 bis 2.2016)
Tracktics ist ein Tool, das es Fußballtrainern und -spielern ermöglicht, Echtzeitdaten zum Spielverhalten zu sammeln und auszuwerten. Dafür ist jeder Spieler sowie auch der Fußball während des Spiels mit einem Tracker ausgestattet.

Im Gespräch: Prof. Dr. Peter Buxmann, Leiter des Gründungszentrums HIGHEST

Das letzte Wort überlassen wir dem Leiter des Gründungszentrums, Prof. Dr. Peter Buxmann. Von ihm wollen wir wissen, wieso es der TU Darmstadt wichtig war, Gründerhochschule zu werden und was er Hochschulgründern mit auf den Weg gibt.

Prof. Dr. Peter Buxmann, Leiter HIGHEST
Prof. Dr. Peter Buxmann leitet das HIGHEST Gründungszentrum der TU Darmstadt. (Foto: HIGHEST)

Recitfga-bsl.info: Wieso war es der TU Darmstadt wichtig, Gründerhochschule zu werden?
Prof. Dr. Peter Buxmann, HIGHEST: Durch die Auszeichnung als Gründerhochschule und die damit verbundene Finanzierung wird die TU Darmstadt in die Lage versetzt, die hochschulweite Strategie zur Gründungsförderung als Ganzes umzusetzen. Wir profitieren aber auch sehr vom Image als Gründerhochschule.

Recitfga-bsl.info: Was konnte bereits mit dem erhaltenen Geld umgesetzt werden?
Prof. Dr. Peter Buxmann, HIGHEST: Dank der EXIST-Förderung konnte das gründungsbezogene Lehr-, Beratungs- und Unterstützungsangebot an der TU Darmstadt deutlich ausgebaut und die Gründungskultur an der Hochschule sehr viel sichtbarer gemacht werden. Zudem haben wir ein Netzwerk mit Partnern aus der Wirtschaft aufgebaut, mit dem HIGHEST und unsere Gründer ideell und finanziell unterstützt werden.

Recitfga-bsl.info: Ihr wichtigster Tipp für Hochschulgründer?
Prof. Dr. Peter Buxmann, HIGHEST: Eine maximale Kundenorientierung ist DER zentrale Erfolgsfaktor für Start-ups – unabhängig von Technologie und Branche.

Keyfacts der Gründungsförderung an der TU Darmstadt im Überblick

  • Gründungsjahr?
    2007: Start der EXIST III-geförderten Gründungsberatung UniTechSpin
    2013: Umbenennung in HIGHEST; Erweiterung zum Gründungszentrum
  • Seit wann EXIST-geförderte Gründerhochschule?
    Seit April 2013
  • Insgesamt geförderte Gründungen seit 2013?
    Rund 300 Start-ups und Gründungsinteressierte haben die Angebote bislang wahrgenommen.
  • Wieviele EXIST-geförderte Gründungen?
    16 Gründerstipendien, 9 Forschungstransfers (seit 2008)
  • EXIST-Gesamtfördersumme seit 2007?
    Ca. 6 Mio. Euro, davon ca. 4,4 Mio. Euro für Gründungen in den Programmlinien und .
  • Mitarbeiteranzahl?
    7 EXIST-finanzierte Mitarbeiter (4,5 VZP) in Lehre/ Qualifizierung/ Beratung; weitere aus dem Fachbereich Rechts- und Wirtschaftswissenschaften bzw. der Verwaltung.

Logo HIGHEST

  • Kontakt zu HIGHEST
    Technische Universität Darmstadt
    Dezernat VI – Forschung – HIGHEST
    Schleiermacherstr. 10 (S 4|25)
    64283 Darmstadt
    E-Mail: [email protected]
    Website:

Sie interessieren sich für EXIST? Alle Informationen finden Sie unter oder an der entsprechenden Einrichtung Ihrer Hochschule.

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