Businessplan, Pitch Deck oder Business Model Canvas?



Auf dem Weg zum erfolgreichen Unternehmer gehört für alle Gründer zu Beginn die strukturierte Entwicklung der Geschäftsidee dazu. Spätestens bei der Suche nach einer Finanzierung durch ein Bankdarlehen oder beim Pitch vor Investoren muss die eigene Idee im Detail ausgearbeitet werden. Aber welche ist die richtige Darstellungsform? Zur Wahl stehen der Businessplan, ein Pitch Deck sowie das Business Model Canvas. Was sind Vor- und Nachteile?

Die Gründung eines Unternehmens sollte gut durchdacht sein. Zu viele Start-ups und Existenzgründer sind nur aus dem Grund gescheitert, weil sie vor lauter Vorfreude auf die Selbstständigkeit mit dem Kopf durch die Wand rannten, ohne sich vorher detailliert mit der eigenen Geschäftsidee zu beschäftigen.

Zur Existenzgründung gehört also ein gewisses Maß an Struktur und Planung – da sind sich alle erfolgreichen Gründer und Experten einig.

Wenn es allerdings um die Beantwortung der Frage nach der Vorgehensweise bei der Strukturierung und Darstellung einer Geschäftsidee geht, scheiden sich wiederum die Geister: Verlasse ich mich auf den allseits bekannten und klassischen Businessplan? Oder bilde ich meine Geschäftsidee im modernen Business Model Canvas ab? Und was ist mit einem Pitch Deck? Schauen wir uns diese drei Varianten also etwas näher an.

Businessplan vs. Canvas vs. Pitch Deck
Welche dieser drei Formen ist zur Darstellung einer Geschäftsidee die beste?

Grundsätzlich gilt: Durchdenken der Geschäftsidee wichtig

Bevor wir uns der Beantwortung der Frage nach der optimalen Methode zur Abbildung einer Geschäftsidee widmen, heben wir nochmals die große Bedeutung des Durchdenkens eines Geschäftskonzepts hervor. Dabei spielt es erst einmal gar keine wesentliche Rolle, ob vom Businessplan, dem Business Model Canvas oder einem Pitch Deck die Rede ist. Eine gut durchdachte und schriftlich festgehaltene Geschäftsidee schützt in jedem Fall vor einer Vielzahl von Fehlern und erhöht die Wahrscheinlichkeit einer gelungenen Existenzgründung.

Geht man seine Geschäftsidee ausschließlich in Gedanken durch, lassen sich die vielen auftauchenden Ideen, Probleme und Lösungen nur sehr schwer strukturieren und einordnen. Viele wichtige Details gehen in der Menge verloren oder werden wieder vergessen.

Bei der schriftlichen Darstellung einer Geschäftsidee lassen sich alle Gedanken in einer vernünftigen Struktur abbilden und priorisieren, sodass diese auch noch weiterentwickelt oder eben wieder verworfen werden können.

Am Ende des Tages steht dann ein in sich schlüssiges Geschäftskonzept auf dem Papier, was für den Erfolg einer Existenzgründung eine zwingende Voraussetzung ist. Welche Form zur Darstellung der eigenen Geschäftsidee letztlich sinnvoll ist, hängt stark davon ab, welches Ziel mit dem Niederschreiben der eigenen Geschäftsidee erreicht werden soll. Im Nachfolgenden werden nun die drei Möglichkeiten zur Abbildung einer Geschäftsidee – das Pitch Deck, der Businessplan und das Business Model Canvas – beschrieben.

Business Model Canvas zur Entwicklung und Prüfung der Geschäftsidee

Ganz am Anfang einer Existenzgründung steht eine grobe Geschäftsidee, für die man sich begeistert und die man als Gründer umsetzen möchte. Bevor man sich jetzt die Arbeit mit einem detaillierten Businessplan macht, empfiehlt sich die Erstellung eines Business Model Canvas.

Dabei skizziert das Business Model Canvas die neun wichtigsten Elemente eines Geschäftsmodells, ohne sich in Details zu verstricken. Es soll die Frage klären, ob das Geschäftsmodell so funktionieren kann, wie man es sich ursprünglich ausgedacht hat. Folgende Elemente werden im Business Model Canvas erfasst und in der Regel grafisch auf einer Seite dargestellt:

  • Produkt: Was bieten Sie an, was ist das Alleinstellungsmerkmal?
  • Aktivitäten: Welche Prozesse sind zum Gelingen des Geschäftsmodells notwendig?
  • Ressourcen: Welche Güter und Ressourcen werden für die relevanten Prozesse benötigt?
  • Zielgruppe: Wer sind Ihre Kunden?
  • Kundenbeziehung: Welche Art von Beziehung wird zu den Kunden gepflegt?
  • Marketing & Vertrieb: Wie erfahren die Kunden von Ihrem Produkt? Wie kommt das Produkt zum Kunden?
  • Partner/Kooperationen: Welche Partner und Lieferanten werden benötigt?
  • Ausgaben: Wie ist die Kostenstruktur aufgebaut?
  • Einnahmen: Wofür zahlt der Kunde? Wie hoch sind die Umsätze?

Das Business Model Canvas beantwortet alle diese relevanten Fragen in einer sehr kurzen Form und unterstützt Gründer folglich bei der Überlegung, ob ein Geschäftsmodell grundsätzlichen funktionieren kann. Insbesondere Start-ups mit innovativen, am Markt noch nie da gewesenen Geschäftsmodellen sollten sich das 2008 vom Schweizer Alexander Osterwalder erstmals entwickelte Business Model Canvas zu eigen machen. Aber auch bei klassischen Unternehmensgründungen wie im Einzelhandel oder der Gastronomie empfiehlt sich eine Verwendung.

Machen Sie den Canvas-Check für Ihre Geschäftsidee und laden Sie unsere Vorlage des Business Model Canvas herunter, indem Sie nachfolgende Grafik anklicken:

Business Model Canvas
Es gibt neun verschiedene Dimensionen im Business Model Canvas

Businessplan für das Bankgespräch unabdingbar

Die Erstellung eines Businessplans ist der Klassiker schlechthin, wenn es um die strukturierte Darstellung einer Geschäftsidee geht. Er ist in der Regel 30 bis 40 Seiten lang und enthält alle wichtigen Details zum Geschäftskonzept wie:

Zum einen sollte der Businessplan als die nächste Stufe nach dem Business Model Canvas angesehen werden: Das Geschäftsmodell an sich scheint laut Business Model Canvas umsetzbar, also müssen nun wichtige Details ergänzt und im Businessplan niedergeschrieben werden. Besonders wichtig ist die detaillierte Finanzplanung, die dem Gründer den Überblick verschafft, ob die erfolgreiche Umsetzung der Geschäftsidee tatsächlich wirtschaftlich tragfähig ist. Somit dient der Businessplan für den Existenzgründer als eine weitere, in die Tiefe gehende Machbarkeitsstudie der geplanten Unternehmensgründung. Vielen Unternehmern hilft er übrigens aber auch, während der Unternehmertätigkeit Abweichungen von der Strategie festzustellen und so ggf. Korrekturmaßnahmen einzuleiten.

Der Businessplan wird nur selten ausschließlich für den Gründer selbst verfasst. Spätestens bei der Suche nach einem Bankdarlehen kommt man um die Erstellung eines Businessplans nicht mehr umhin.

Dieser ist bei der klassischen Finanzierung durch eine Bank immer noch eine standardisierte Darstellungsweise der Geschäftsidee – mit einem Business Model Canvas würden Sie beim Bankgespräch nur nett belächelt werden. Benötigen Sie also ein Darlehen bei einer Bank oder – und das ist ein weiterer wichtiger Verwendungszeck – möchten Sie staatliche Fördermittel beantragen, müssen Sie Ihre Geschäftsidee in einem Businessplan ausarbeiten.

Hilfreich bei der Erstellung kann ein Beispiel-Businessplan oder eine Businessplan-Vorlage sein, die Ihnen die Arbeit deutlich erleichtern. Möchten Sie dennoch externe Unterstützung einholen, dann kann ein Gründercoach Sie beim Verfassen des Businessplans unterstützen.

Businessplan
Der Businessplan ist ein Klassiker und wird auch heute noch regelmäßig im Finanzierungsgespräch vorausgesetzt

Venture Capital: Pitch Deck meistens Voraussetzung

Zum Schluss steht das Pitch Deck als dritte Möglichkeit zur Darstellung einer Geschäftsidee zur Verfügung. Ein Pitch Deck trifft man meistens in Form einer PowerPoint-Präsentation an, die nicht mehr als 15 Folien beinhalten sollte. Der Inhalt ist in großen Teilen deckungsgleich mit dem des Business Model Canvas, allerdings ist die Zielgruppe des Pitch Deck eine andere: Es richtet sich nämlich an Venture Capital-Geber.

Business Angels oder institutionelle VC-Investoren erreichen wöchentlich viele verschiedene Finanzierungsanfragen, sodass für die Durchsicht eines Businessplans einfach die Zeit fehlt.

Investoren benötigen in einer kurzen Präsentation die wichtigsten Fakten rund um die Geschäftsidee und den Finanzierungsbedarf, sodass sie sich innerhalb weniger Minuten ein Bild davon machen können.

Ein Pitch Deck richtet sich also speziell an diese Zielgruppe und ist inhaltlich auf deren Bedürfnisse ausgelegt. In der Regel wird ein Pitch Deck von den Gründern erstellt und digital an potenzielle Investoren weitergeleitet. Besteht von deren Seite Interesse, folgt entweder direkt der Businessplan oder man präsentiert das Pitch Deck nochmals vor Ort. Aber auch hier kann man wieder sehen, dass der Businessplan trotz seines etwas angestaubten Images auch in der Venture Capital-Szene noch seine Relevanz hat.

Fazit: Auswahl des geeigneten Werkzeugs von der Situation abhängig

Wie sich gezeigt hat, haben alle drei Formen zum Strukturieren und Niederschreiben einer Geschäftsidee eines gemeinsam: Sie alle helfen, ein Geschäftskonzept detailliert zu durchdenken, mögliche Fehler bereits im Vorfeld zu entdecken und insgesamt erfolgreicher den Weg der Existenzgründung zu beschreiten.

Das Business Model Canvas hat seine Stärke im Aufdecken von logischen Lücken in der Geschäftsidee und eignet sich besonders für Gründer und Start-ups mit innovativen Geschäftsmodellen. Der klassische Businessplan geht noch deutlich mehr ins Detail und wird zusätzlich auch noch für externe Ansprechpartner wie beispielsweise bei der Darlehensfinanzierung benötigt. Das Pitch Deck hingegen dient insbesondere Start-ups zur Ansprache von Investoren auf der Suche nach Venture Capital.

Für welche Form der Niederschrift Sie sich auch entscheiden – Sie legen damit den Grundstein für eine erfolgreiche Existenzgründung.

Welchen Inhalt ein Investor im Pitch Deck erwartet und welche Fehler man auf keinen Fall bei der Erstellung machen sollte, erfahren Sie auf unserer Portalseite zum Pitch Deck. Sind Sie noch bei der Entwicklung einer Geschäftsidee, können Sie sich alternativ das Business Model Canvas herunterladen oder sich über das Schreiben des Businessplans informieren.

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