Entrepreneurship studieren: Für wen ist das geeignet?



Was studiert man, wenn man gründen möchte? Verzichtet man, so wie es schon Unternehmer wie Bill Gates oder Richard Branson vorgemacht haben, auf eine formale Ausbildung oder besucht man einen dedizierten Gründerstudiengang? Wir geben einen Überblick über die Möglichkeiten für angehende Entrepreneurship-Studenten.

Eines vorweg: In den letzten Jahren ist das Angebot der studentischen Gründungsförderung enorm gewachsen. Bund und Länder unternehmen bereits seit Jahren erhebliche Anstrengungen, um an den Hochschulen eine Kultur der Selbstständigkeit zu verankern und hierdurch Studierende zu einer eigenen Unternehmensgründung zu motivieren. Laut Förderkreis Gründungs-Forschung (FGF e.V.) ist die Zahl der Entrepreneurship-Professuren in Deutschland seit dem Jahr 1998 von einer einzigen auf über 120 im Jahr 2014 gestiegen.

Mit den Professuren stieg auch das Angebot im Bereich der hochschulnahen Gründungsförderung. Es gibt mittlerweile einige Studiengänge, die speziell auf das Gründen vorbereiten. Daneben bieten viele Hochschulen Gründerseminare an, die man zusätzlich zum Studium absolvieren oder sich je nach Hochschule als Wahlmodul anrechnen lassen kann. Außerdem gibt es an vielen akademischen Einrichtungen Gründerzentren, wo Jungunternehmer mit einer Idee an die Hand genommen werden.

Angehende Studenten, die etwas aus dem Bereich Entrepreneurship studieren möchte, können mittlerweile aus einer Vielzahl an Angeboten auswählen.

Irgendetwas mit Gründen machen

Prinzipiell gibt es drei Arten von Entrepreneurship-Studiengängen. Beim ersten Typ handelt es sich um ein klassisches betriebswirtschaftliches Studium mit einem Schwerpunkt auf Unternehmertum. Ergänzt wird dieses meist um praktische Komponenten, bei denen Studenten in Teams eine Idee bis zur Marktreife entwickeln müssen. Solch ein Studium findet man zum Beispiel an der Leuphana Universität Lüneburg (Bachelor: International Business Administration & Entrepreneurship oder an der Universität Maastricht (Master: Entrepreneurship and SME Management). Wer noch keine konkrete Geschäftsidee hat und eine Spielwiese sucht, auf der man sich erst einmal ausprobieren kann, ist bei so einem klassischen Studiengang gut aufgehoben.

Studenten an der Universität Maastricht (Bild: Maastricht University)
Studenten an der Universität Maastricht (Foto: Maastricht University)

Daneben existieren Programme, die nebenberuflich absolviert werden können und sich damit für bestehende Existenzgründer und angehende Unternehmensnachfolger eignen. Ein Beispiel hierfür ist der Bachelor-Studiengang Unternehmertum an der Dualen Hochschule Karlsruhe, der in drei Jahren bzw. sechs Studiensemestern das theoretische Fundament für eine erfolgreiche Unternehmerkarriere legt.

Hat man bereits ein Bachelor-Studium in der Tasche, insbesondere aus dem naturwissenschaftlich-technischen Bereich, kann mit einem Master im Bereich Innovations- oder Technologiemanagement anschließen. Dieser vermittelt den Studenten das betriebswirtschaftliche Know-how, das für eine Hightech-Gründung notwendig ist. So ein Programm findet sich unter anderem an der TU Berlin unter dem Namen Master Innovation Management and Entrepreneurship.

Welcher Weg ist der Richtige für mich?

Dave McClure, Gründer und Investor beim Inkubator 500, beschreibt das perfekte Gründerteam so:

Ideal startup teams should have three types of people: Hackers who can code, Hustlers who can get the business and Designers who architect the concept to make it appealing to a consumer or investor.

Die Entscheidung, welcher Weg der richtige ist, orientiert sich an diesen drei Typen. Ist man der Typ Verkäufer, ist ein betriebswirtschaftlich orientierter Entrepreneurship-Studiengang genau das Richtige für einen. Alle anderen sollten sich ihren Stärken entsprechend für ein technisches Studium oder eine künstlerisch-kreative Alternative entscheiden und die notwendigen kaufmännischen Fertigkeiten durch zusätzliche Gründerseminare oder ein MBA-Programm erweitern.

Bleibt noch die Frage, ob überhaupt ein Studium für eine erfolgreiche Gründung notwendig ist.

Jeder kennt erfolgreiche Studienabbrecher wie Steve Jobs, Walt Disney, Bill Gates oder Richard Branson.

Doch für jeden von dieser Liste gibt es zahlreiche Gegenbeispiele. Gerade in Deutschland, wo Hightech-Gründungen aus den Hochschulen im Fokus stehen, steht eine solide theoretische Ausbildung bei Investoren hoch im Kurs. Es gibt viele Wege zum Ziel. Doch eins steht fest. Wer erfolgreich gründen möchte, braucht Praxiserfahrung. Ob man sich direkt in das Abenteuer Gründung stürzt oder erst einmal im sicheren Becken der Hochschule ein paar Übungsrunden dreht, bleibt jedem selbst überlassen.

Die besten Standorte für studentische Gründer

Neben dem „was“ spielt auch das „wo“ eine Rolle. Die Studienstiftung vergleicht im Gründungsradar die Fördermaßnahmen zahlreicher deutscher Hochschulen und erstellte daraus ein Ranking. Die besten Gründerhochschulen wurden in der folgenden Grafik eingezeichnet. Mit dabei sind Fachhochschulen, Universitäten und private Hochschulen quer über die Bundesrepublik verteilt, darunter die Universität zu Lübeck, die Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften, die Fachhochschule Brandenburg, die Universität Witten/Herdecke, die Fachhochschule Mainz oder die Hochschule Anhalt.

Die besten Gründerhochschulen in Deutschland (Quelle: Gründerradar / Stifterverband)
Die besten Gründerhochschulen in Deutschland (Quelle: Gründerradar / Stifterverband)

In einem demnächst folgenden Beitrag zum Thema „Entrepreneurship studieren“, geben wir Ihnen eine detailliertere Übersicht der Entrepreneurship-Studiengänge und der besten Gründerhochschulen Deutschlands.

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