Der digitale Butler – ein funktionierendes Geschäftsmodell?



Eine Urlaubsreise bestellen mit einer einzigen SMS? Die neue Geschäftsidee der Online-Butler soll es möglich machen – und das für den Auftraggeber teilweise sogar komplett kostenfrei. Wir haben uns die unterschiedlichen Anbieter im Markt und deren Geschäftsmodell genauer angeschaut und deren größtes Problem, nämlich die mangelnde Skalierbarkeit, unter die Lupe genommen.

Spätestens nach dem TV-Auftritt des aus Circus HalliGalli bekannten TV-Moderators Joko Winterscheidt bei TV total begann der Hype um das Berliner Start-up , in welches der Spaßvogel von ProSieben ein Investment getätigt hatte.

Dabei klingt die Geschäftsidee rund um GoButler äußerst simpel: Per SMS können Nutzer jegliche Art von Wünschen äußern, die dann am anderen Ende der Leitung von einem Mitarbeiter von GoButler bearbeitet werden. Es war wohl nur eine Frage der Zeit, bis der klassische Butler im Herrenanzug durch ein digitales Ebenbild ersetzt wird.

Bereits unterschiedliche „Butler“-Anbieter im Markt aktiv

Der erste, der die Idee eines digitalen Butler-Services so richtig ins Rollen brachte, war der Kalifornier Mike Chen. Im Februar dieses Jahres ging er mit seinem Dienst online. Was dann geschah, hatte er sich wohl in seinen kühnsten Träumen nicht vorstellen können: Innerhalb von 48 Stunden brachen über 17.000 Anfragen auf ihn herein.

Schnell übernahmen auch deutsche Gründer das Konzept, darunter das Münchner Start-up und eben GoButler. Die Berliner ging bereits 2014 mit einer Butler-App an den Start, konnte aber bis zum Hype um Winterscheidt & GoButler die Öffentlichkeit wohl nicht ausreichend von dem innovativen Konzept überzeugen.

Sixtyone Minutes
Sixtyone Minutes gibt es bereits seit 2014 – und das sogar mit einer eigenen App (Bildquelle: Sixtyone Minutes)

Das Wachstum von GoButler ist beeindruckend, wenn natürlich auch der Öffentlichkeitswirkung seines berühmten Investors und einer nicht unbeträchtlichen Menge Venture Capital geschuldet (Quelle: und ):

  • Gründung von GoButler am 6. März
  • Nach 24 Stunden sind bereits mehr als 3.000 SMS mit 8.000 Anfragen eingegangen
  • Am 3. Tag steht die Seed-Finanzierung. Unter anderem mit dabei: Hitfox-Gründer Jan Beckers
  • Tag 7: Launch in Großbritannien, Österreich und der Schweiz
  • Tag 9: Joko Winterscheidt kommt mit an Board
  • Nach einem Monat gibt es bereits 25.000 Nutzer
  • 6. Woche: Das Angebot von GoButler gibt es bereits in 13 Ländern
  • 2. Monat: Der Auftritt von Joko Winterscheidet bei Stefan Raabs TV total sorgt für 20.000 Anfragen
  • Nach drei Monaten hat der Dienst weltweit 75.000 Nutzer

Bei so einem Nutzerwachstum und der persönlichen Bearbeitung aller Anfragen wundert es nicht, dass auch die Mitarbeiterzahl in die Höhe geschossen ist: Stand Juni arbeiten etwa 120 Leute für GoButler. Die Hälfte davon soll ihren Arbeitsplatz bereits in New York haben.

So verdienen GoButler & Co ihr Geld

Wer hier in Deutschland einen echten Butler für seine Dienste einstellen möchte, der sollte mindestens mit Kosten von 5.000 Euro im Monat rechnen. Aber auch der Online-Butler will bezahlt werden. Wir haben die drei wichtigsten Erlösmodelle der digitalen Butler-Services zusammengefasst:

  • Der Auftraggeber zahlt einen Aufpreis
    Klingt doch irgendwie logisch: Für jede ausgeführte Anfrage muss der Kunde eine prozentuale Gebühr vom Rechnungspreis an den Online-Butler bezahlen. Bei der Buchung eines Zugtickets über 80 Euro werden dem Auftraggeber bei einem 10 %-Aufschlag also zusätzlich 8 Euro in Rechnung gestellt. GoButler hat mit diesem Prinzip begonnen, sich mittlerweile aber wieder davon distanziert. JAMES, BITTE verlangte bis vor kurzem anscheinend 15-20 % Preisaufschlag.
  • Der Online-Butler erhält eine Provision beim Lieferanten
    Ob Pizzalieferung, eine Reisebuchung oder die Bestellung im Onlineshop – auch Produktanbieter müssen neue Kunden gewinnen. Liefert der digitale Butler regelmäßig neue Aufträge, werden viele Anbieter bereit sein, eine gewisse Provision je Neukunde zu bezahlen. So kann der Auftraggeber den Butler-Service kostenfrei in Anspruch nehmen und der Lieferant dient als Einnahmequelle des Online-Butler. GoButler hat sich mittlerweile diesem Geschäftsmodell zugewandt.
  • Die monatliche Grundgebühr für Auftraggeber
    Sixtyone Minutes bietet ein Flatrate-Modell zum Festpreis an. Für knapp 10 Euro im Monat kann man als Nutzer beliebig viele Anfragen und Wünsche äußern, ohne dass ein Aufpreis oder eine Provision fällig wird. Für regelmäßige Nutzer der App ist dieser Ansatz sicherlich am interessantesten.

Bequemlichkeit der Nutzer der Hauptgrund für den Erfolg?

Manch einer mag sich die Frage stellen, welcher Mehrwert hinter diesem Butler-Service steht. Ist es reine Bequemlichkeit? Wir leben in einer Wohlstandsgesellschaft, die Zeit für private Lebensgestaltung ist meist knapp. Wenn wirklich eine Zeitersparnis da ist und die angefragten Aufträge in guter Qualität erledigt werden, dann scheint ein tatsächlicher Mehrwert vorhanden zu sein.

Dieser Mehrwert ist jedoch nicht für jeden Auftrag gegeben. Joko Winterscheidt nannte bei seinem Auftritt bei TV total als Beispiel die Bestellung einer Pizza, womit er wohl bei seinem ersten öffentlichen Auftritt als Investor direkt ziemlich danebengegriffen hat. Über Apps wie Lieferando, Lieferheld & Co können solche Bestellungen ähnlich schnell durchgeführt werden, und hier braucht man auch keine Sorge haben, dass womöglich die falsche Pizza geliefert wird.

Wer den Auftritt von Winterscheidt bei Stefan Raab verpasst hat, kann sich die Wiederholdung der Sendung in diesem Video anschauen:

Interessant wird die Nutzung des Online-Butler erst dann, wenn es sich bei den angefragten Produkten um Dinge handelt, die man selbst nicht regelmäßig bestellt, sodass höhere Transaktionskosten – meist in Form von Zeit – für den Nutzer entstehen würden. Ist beispielsweise bei der Buchung eines Fluges oder bei der Auswahl eines Geschenks viel Recherche notwendig, kann ein Butler-Service hier für Zeitersparnis sorgen.

Das große Problem: die Skalierbarkeit

So toll die Geschäftsidee auch klingen mag, sie hat einen großen Haken. Da jede Anfrage händisch bearbeitet werden muss, steigt mit der Nutzerzahl auch gleichzeitig die Anzahl der Mitarbeiter, die im Hintergrund fleißig die Anfragen entgegennehmen. Laut GoButler müssten pro Mitarbeiter etwa 20 Aufträge in der Stunde bearbeitet werden, damit der Ertrag durch die Lieferantenprovision attraktiv wird – und das auch nur bei hohen Auftragssummen, die eine höhere absolute Provision zur Folge haben.

Um eine hochgradige Skalierbarkeit zu ermöglichen, kommen die Anbieter der Online-Butler nicht daran vorbei, die automatisierte Bearbeitung voranzutreiben. Anscheinend sind erste Bots bereits in Planung, welche die selbstständige Auftragsabwicklung bei gängigen Aufträgen übernehmen sollen.

Da stellt sich natürlich die Frage, ob das besondere Flair dabei nicht verloren geht. Der US-amerikanische Venture Capitalist Sequoia Capital beantwortet diese Frage auf seine Weise: Angeblich investierte er 12 Millionen US-Dollar in den Butler-Service Magic. Der Online-Butler hatte damit vier Wochen nach Gründung einen Unternehmenswert von 40 Millionen US-Dollar.

Nach der Geschäftsidee: die nächsten Schritte

Sie haben bereits eine Geschäftsidee und wollen in die Selbstständigkeit starten? Dann hilft Ihnen Recitfga-bsl.info Schritt für Schritt durch den Businessplan – inklusive eines aussagekräftigen Finanzplans.

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