Deshalb verzichtet Samwer-Agentur RCKT auf Vokale



Corporate Startup Partnerships: Tinder-Date oder Honeymoon? Ob die Zusammenarbeit zwischen etablierten Unternehmen und Start-ups langfristig funktionieren oder nur oberflächlich bleiben kann, wurde direkt im ersten Vortrag des Corporate Startup Summits 2015 geklärt. Außerdem wurde besprochen, weshalb in Unternehmen mehr mit Legosteinen gespielt werden sollte – und eben diese Sache mit Rockets Tochterfirma RCKT und den Vokalen.

Fast 250 Corporate Entrepreneure sammelten sich vergangene Woche im Silberturm der Deutschen Bahn beim dritten Corporate Startup Summit. Hoch über den Dächern von Frankfurt am Main tauschten diese sich aus – und zwar nicht über die neuesten Aktienbewegungen, sondern über Start-ups. Mit pfiffigen Ideen und viel Innovationskraft haben die in den letzten Jahren nämlich viele große Unternehmen aufgeweckt. Verschiedene Formate der Zusammenarbeit haben sich entwickelt (Stichwort Inkubator oder Accelerator). Viel mehr als um das „ob“ man voneinander profitieren kann, ging es an diesem Tag dann also recht schnell um das „wie“.

Ausblick Corporate Startup Summit
Hoch über den Dächern von Frankfurt am Main fand das dritte Corporate Startup Summit statt.

Laut Prof. Dr. Julian Kawohl von der HTW Berlin hängt es von verschiedenen Faktoren ab, ob es beim Zusammentreffen zwischen Corporate und Start-up bei einer oberflächlichen Beziehung – wie in einem Tinder-Date – bleibt oder doch zur romantischen Hochzeitsreise kommt: „Wenn die Liebe denn so einfach wäre“, sagt der Professor und erklärt die Hürden, die bei Kulturunterschieden beginnen und bis zum Kampf um Experten reichen können. Mit Schnelligkeit und Flexibilität könne solch eine Kooperation aber wertvolle Innovationen hervorbringen.

Mehr Chaos für alle

Während Kawohls Vortrag zu einer Zusammenarbeit ermutigte, beendete Wilfried Steffen von der Daimler AG seinen Vortrag überzeugt mit den Worten „Corporates sind die besseren Start-ups.“ Es scheint, als ist sich ein Unternehmen, das schon weltverändernde Innovationen hervorgebracht hat, auch weiterhin seiner Sache sicher. Der Innovationsmanager verrät auch: Neue Produkte testet Daimler in Ulm – dort bleibt es im Vergleich zu Stuttgart nämlich eher unbemerkt, wenn mal etwas schief geht.

Scheitern – bei Daimler also lieber im Stillen. Anders formulierte es Dr. Thilo Schumacher, Vorstand von AXA: „Man muss auch mal scheitern. Fehler machen ist erlaubt.“ Er war nach seinem Vortrag der wohl meist gefragteste Mann auf dem Corporate Startup Summit. Er erntete viel Applaus mit Aussagen wie:

Wir brauchen mehr Chaos in den großen Unternehmen – natürlich aber, solange wir dabei das Kerngeschäft nicht gefährden!

Corporate Startup Summit AXA Thilo Schumacher
„Höhere Innovationskraft in Großkonzernen durch Start-ups“ – Ein gelungener Vortrag von AXA-Vorstand Dr. Thilo Schuhmacher

Und auch sein Arbeitsstil sorgte für positives Feedback: „Was will ich im Büro? Die meiste Zeit bin ich draußen.“ Schumacher verriet, dass er den Großteil seiner Powerpoint-Folien selbst gebastelt hat, theoretisch selbst mal etwas programmieren könnte und garantierte, für Start-ups mit guten Ideen einer der deutschlandweit schnellsten Vorstände in Sachen Antwort geben zu sein – wenn der Vorstand nicht eigenständig handeln kann, wer dann?

Besser falsch als nie

Schnelligkeit und Flexibilität – die zwei Stichworte, die am häufigsten in den Vorträgen vorkamen. Auch Carlo Matic von den Interacive Pioneers meint: „Lieber ein falsches Produkt rausbringen als zu spät“ – er sprach über Minimal Viable Products, also davon möglichst schnell mit Produkten live zu gehen, sich Feedback zu holen und damit das Produkt weiterzuentwickeln. Dabei zitierte er Reid Hoffman, den Gründer von LinkedIn:

If you are not embarrassed by the first version of your product, you’ve launched too late.

Corporate Startup Summit Lego Serious Play
Eigenschaften eines Intrapreneurs? Leicht dargestellt mit Lego Serious Play: In diesem Bild ist er schneller im Ziel als andere – und zwar u.a. weil er seine Augen und Fühler überall hat.

Während im Auditorium des Corporate Startup Summits spannende Vorträge zu verschiedensten Themen gehalten wurden, liefen in den Nebenräumen aktive Programmpunkte. Mit Lego bauten die Teilnehmer Eigenschaften eines Intrapreneurs nach und es wurde erklärt, dass Lego Serious Play schon in vielen Unternehmen zu Problemlösungen geführt hat – nicht zuletzt, weil es das gegenseitige Verständnis fördern kann. In einem Slam wurden Maßnahmen vorgestellt, die in Konzernen Intrapreneure erschaffen können.

Ach und da war ja noch ein Punkt aus der Einleitung offen. „THNKS“ stand auf der letzten Folie der Präsentation von RCKT, der aus Rocket heraus gegründeten Kommunikationsagentur. Karolin Hewelt antwortete lächelnd auf die Frage aus dem Publikum, wieso RCKT denn eigentlich die Vokale immer weglässt:

Da sind wir nur ein bisschen cool!

 

Eine Antwort, die zumindest ein kleines Fazit für das Event liefert: Einfach mal was machen, auch mal was wagen, das ist wohl noch der größte Unterschied, der zwischen Corporates und Start-ups liegt. Es muss nicht immer alles bis ins letzte Detail begründet sein – so lange es am Ende r(o)ckt.

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