Business Angel Kongress BW: Exit und Pitches im Fokus



Beim Business Angel Kongress in Karlsruhe versammelten sich Anfang Juli eine Vielzahl privater Investoren aus Baden-Württemberg zu ihrem jährlichen Treffen. Start-ups präsentierten ihre Geschäftsideen, die Angels diskutierten untereinander ihre neuen Anlagestrategien und eine Podiumsdiskussion zum Thema „Exit“ rundete die Veranstaltung mit einigen interessanten Aussagen ab. Recitfga-bsl.info durfte bei diesem Event dabei sein und berichtet über das Neueste aus der Welt des Business Angels und Venture Capitalists.

Den meisten Gründern ist der Begriff des „Business Angels“ zu Beginn ihrer Selbstständigkeit unbekannt. Spätestens aber wenn es um die Beantwortung der Frage nach der Finanzierung einer innovativen, technologiegetriebenen Geschäftsidee geht, kommt man als Start-up nicht umhin, sich näher mit der Investorengattung der Business Angels zu beschäftigen. Der diesjährige Business Angel Kongress Baden-Württemberg war demnach eine gute Möglichkeit, einen Blick in die für Außenstehende meist verborgene Welt der Business Angels zu werfen.

Matthias Hornberger, Vorstandsvorsitzender CyberForum
Matthias Hornberger, Vorstandsvorsitzender des CyberForums, führte ins Thema ein

Baden-Württembergische Business Angels in Karlsruhe

So trafen am 7. Juli in Karlsruhe sämtliche Business Angels aus der Region zusammen. Gemeinsam mit institutionellen Investoren wird dieser jährliche Termin zum Anlass genommen, sich untereinander auszutauschen, neue interessante Start-ups kennenzulernen und womöglich den einen oder anderen vermögenden Unternehmer von der Idee der Business Angels zu überzeugen.

Gastgeber war in diesem Jahr die Industrie- und Handelskammer Karlsruhe und organisiert wurde die Veranstaltung vom Cyberforum, dem größten Hightech-Unternehmer-Netzwerk in Europa. Nach dem Grußwort durch den Vizepräsidenten der IHK, Dr. Hand-Gerd Löhr, und Hartmut Reichl als Leiter der Abteilung Mittelstand und Märkte beim Ministerium für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg führte der Vorstandsvorsitzender des Cyberforums, Matthias Hornberger, ins Thema ein.

Hornberger, der auch gleichzeitig Geschäftsführer beim Karlsruher Venture Capitalist KIZOO ist, berichtete über seine Reise ins Silicon Valley und forderte die anwesenden Start-ups auf, bei der Investorensuche ruhig mit einer gewissen Penetranz auf mögliche Kapitalgeber zuzugehen, da eine gewisse Ausdauer zu beweisen, hilfreich sein könne.

Möchte man einen Investor überzeugen, dann solle man allerdings nicht nur mit attraktiven Zahlen im Businessplan punkten, sondern müsse auch Begeisterung wecken können.

Auf der Suche nach Kapital: Diese Start-ups pitchten

Wenn schon einmal so viele Investoren auf einem Fleck zu finden sind, dann konnten Start-ups ja eigentlich nicht weit sein, um um die Gunst und das Geld der Kapitalgeber zu werben. Nach der spannenden Einführung von Hornberger ging es dann nämlich auch schon los mit den Start-up Pitches. Acht Minuten Zeit, um die Anwesenden zu begeistern und weitere zwei Minuten, um sich mit Fragen löchern zu lassen. Unter anderen haben diese ausgewählten Start-ups gepitcht:

  • Campusjäger
    Das Team von vermittelt studentisches Personal an Unternehmen unter Zuhilfenahme automatisierter Prozesse. So sollen langfristig durch Automatisierung aufwendige Recruitingprozesse vermieden werden. Die Abwicklung des Recruitingprozesses findet dann in großen Teilen über das Internet statt.
  • Connected-health
    Mit LifeTime soll die analoge Krankenakte endlich der Vergangenheit angehören und alle Patienteninformationen direkt auf dem Smartphone des Patienten gespeichert werden. Durch eine drahtlose Übertragung direkt vor Ort beim Arzt ohne Internet soll für Arzt und Patienten bequem und sicher zugleich sein.
  • voiXen
    Sprachaufzeichnungen von Telefonaten oder persönlichen Gesprächen automatisch in Text umwandeln und dann durchsuchbar zu machen – das ist die Geschäftsidee von Gründer und Geschäftsführer Dennis Schottler. Der Betreiber eines Call-Centers handelt aus eigener Not: Bei der Vielzahl der aufgenommenen Gespräche, habe er keinen Überblick mehr. soll hier Abhilfe schaffen.
  • Papershift
    Die Dienstplanung für kleine und mittelständische Unternehmen soll in Zukunft von Papershift übernommen werden, dem Personalmanagementtool in der Cloud. integriert Mitarbeiter in die Planungsprozesse und erhöht dadurch die Mitarbeiterzufriedenheit bei sinkendem Aufwand für die Personalplaner.
Dennis Schottler, VoiXen
Dennis Schottler von VoiXen: Er möchte aufgenommene Gespräche automatisiert in strukturierten Text umwandeln

Business Angel Netzwerke stellen sich vor

Neben kurzen Networking-Pausen bei gefühlten 40 Grad Raumtemperatur stellten sich dann die großen Business Angel-Netzwerke in Baden-Württemberg vor und berichteten über netzwerkinterne Neuigkeiten:

Ziel der Vorstellung der Netzwerke war neben dem grundsätzlichen Informationsaustausch natürlich auch ein wenig Eigenwerbung, da jedes Netzwerk Interesse an Neumitgliedern hat und Business Angels schließlich nicht von den Bäumen fallen.

Podiumsdiskussion: Die deutschen Gründer verkaufen zu früh

Zur späten Nachmittagszeit und damit zum Abschluss der Veranstaltung wurde eine Podiumsdiskussion zum Thema „Exit“ unter Moderation von Matthias Hornberger eröffnet.

Die an der Diskussion unter anderem teilnehmenden Investoren und ehemaligen Unternehmer stellten die Frage in den Raum, ob in Deutschland zu früh der Exit gesucht werde, was von allen Seiten bejaht wurde. Zu wenig Kapital sei vorhanden, um das entsprechende Wachstum realisieren zu können, sodass ein US-amerikanischer Wettbewerber die Unternehmen häufig aufkaufe. Dr. Joachim Bernecker, Business Angel und Unternehmer, stellte folgende Forderung auf:

Man solle den Fokus nicht zu sehr auf den Exit legen, sondern stattdessen lieber nachhaltige Geschäftsmodelle entwickeln.

Das zweite Thema bei der durchaus spannenden Podiumsdiskussion drehte sich um die Frage, ob man als Investor und Gründer den Exit vorbereiten könne. Solch eine Vorbereitung sei möglich und sinnvoll, und zwar schon viele Jahre vor einem möglichen Verkauf, war die Meinung der meisten Anwesenden.

So solle man als Gründer potenzielle Käufer kennen und regelmäßig mit ihnen im unverbindlichen Kontakt bleiben, beispielsweise im Rahmen einer Kooperation.

So sei man immer auf deren Schirm, was die Übernahmewahrscheinlichkeit zu einem späteren Zeitpunkt deutlich verbessere.

Podiumsdiskussion Business Angel Kongress BW
Podiumsdiskussion beim Business Angel Kongress BW: Suchen deutsche Gründer zu früh nach dem Exit?

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