Online-Handel trifft Einzelhandel: das Beste beider Welten



Onlineshopping ist von zu Hause aus möglich und bietet weltweit Zugang zu Produkten. Der Einkauf im Laden kann durch eine persönliche Beratung begleitet und sofort mitgenommen werden. Aber auch die Nachteile liegen auf der Hand. Im stationären Handel ist es die begrenzte Verfügbarkeit und im Online-Handel vor allem die fehlende Beratung. Es gibt also eigentlich keinen eindeutigen Sieger. Wie gut, dass immer mehr Start-ups das erkennen und die Verknüpfung beider Welten zu ihrer Geschäftsidee machten.

Clothe2Gether: Optimierung aller Textilbestände auf einem Online-Marktplatz

Das Münchener Jungunternehmen Clothe2Gether greift dem stationären Modehandel bei der Optimierung der Warenbestände unter die Arme. Denn im Regelfall ist die Vorbestellung beim Hersteller ein langwieriger Prozess. Weit im Voraus werden Lieferungen von Warenmengen bestimmt. Da kann ein spontaner Trend oder das Wetter dem Modehändler schnell einen Strich durch die Rechnung machen. Wenn er nämlich auf schwankende Nachfragen nicht sofort reagieren und somit den lokalen Bedarf nicht decken kann, können erhebliche Umsatzeinbußen das Resultat sein. Letztendlich haben solche Probleme auch Auswirkungen auf Sales und Restpostenverkäufe, die das Start-up endlich neu organisieren will.

Clothe2Gether
Das System von Clothe2Gether unterstützt dabei, Bestände zu optimieren (Video-Screenshot von Clothe2Gether)

Um den stationären Modehandel auf ein neues Level zu heben, hat das Team um Steffen Pietsch das Bestandsmanagementsystem Clothe2Gether entwickelt – flexibel bedienbar per Tablet. Hiermit sollen unabhängige Textilhändler neben der Möglichkeit, kurzfristig auf Nachfragen reagieren zu können, auch generell ihre Bestände besser managen und Flächen optimal gestalten. Aber auch die Verbesserung der Liquidität und die Steigerung der Profitabilität durch bessere Kalkulationen sollen Ergebnisse der Nutzung des Systems sein. Letztendlich lautet die Formel so: Durch wechselnde und aktuelle Kaufanreize kann die Abverkaufsquote erhöht und das Risiko, Ladenhüter zu horten, minimiert werden. Auf der B2B-Plattform von Clothe2Gether können dank moderner Technologie Einkauf und Verkauf sowie die gesamte Logistik überblickt und abgewickelt werden. Der Start ist für Ende 2015 geplant.

Kaufnah: Wunschprodukte beim Händler vor Ort finden

Wer schon mal ein Ersatzteil für eine Kaffeemaschine, ein bestimmtes Gadget oder Zubehör für ein Hobby kaufen wollte, weiß genau, wie anstrengend es werden kann, ein Geschäft nach dem anderen auf der Suche nach dem gewünschten Produkt abzuklappern. Es kann sogar passieren, dass man einfach nur etwas Ähnliches kauft, weil man die Suche aufgibt. Das Internet erhöht zwar die Chance, diesen einen bestimmten Gegenstand zu finden, aber möchte man wirklich zehn Tage warten, weil ausgerechnet das Teil erst aus den USA geliefert werden muss. Selbst zwei Tage Lieferzeit gleichen manchmal einer Ewigkeit, wenn man das Produkt schnell braucht. Dabei könnte es so einfach sein, hätte man bloß gewusst, welcher Laden das gesuchte Angebot hat. Und auch der Händler wäre froh gewesen, den Kundenwunsch zu erfüllen.

Kaufnah
Auf der Kaufnah.net braucht der Kunde seine Produkte nicht mehr suchen, sondern wird gefunden (Bild: Kaufnah)

Die ganze Stadt oder gar das ganze Internet abzusuchen, zählt wohl zu den unliebsamen Aspekten des Einkaufens. Wer hierfür keine Geduld übrig hat, dem könnte der Service von Kaufnah gerade recht kommen. Hier können Nutzer online eine anonyme Anfrage stellen, die das Portal an Fachgeschäfte in der Nähe weiterleitet. Diese können zeitnah ein Angebot samt Einkaufsgutschein versenden, woraus sich der Nutzer ein Angebot suchen und liefern lassen kann. Die Idee stammt von Dietrich Dehmer. Der Gründer ist selbst Augenoptiker in Bad Orb und kennt die Probleme vom Suchen und Finden von Wunschprodukten aus seinem Geschäft. Häufig kämen Kunden mit Bildern herein. Die darauf folgende Recherche ist zeitaufwendig. Um den Aufwand für beide Parteien zu verkürzen, scheint die Ausschreibungsplattform eine gute Lösung zu sein.

Magic Schaufenster: gestikgesteuerte Werbung im Einkaufszentrum

Für Mesut Yilmaz und sein Team darf Werbung nicht stillstehen – und das im wortwörtlichen Sinn. Der menschengroße Bildschirm namens Magic Mirror reagiert auf Bewegung, zum Beispiel die von vorbei gehenden Passanten, und animiert diese dazu, stehen zu bleiben, um am Standort ein gestikgesteurtes Abenteuer zu erleben. Die Macher des Unternehmens Magic Schaufenster aus Herne begreifen ihre moderne Technologie als das Werkzeug für eine neue Dimension von Werbung.

Hierfür kombiniert der Magic Mirror innovative Gesten- und Bewegungssensor-Technologie mit dem Konzept der Augmented Reality. Indem Besucher stehen bleiben, virtuelle Kleideranproben machen und in diesem Zuge mehr über die Produkte erfahren, wird ein ganz neues Kauferlebnis hergestellt. Denn auch wenn der Laden zu diesem Zeitpunkt geschlossen ist, können Kunden per Klick Sofortkäufe tätigen. Zusammen mit den übrigen Verkaufsinstrumenten wird stationären Händlern eine Omni-Channel-Lösung für das eigene Geschäft geboten. Aber sehen Sie selbst:

Zur Hauptzielgruppe gehören vor allem die Betreiber der Shoppingcenter, die mit  mehr Besucher in die Zentren locken und vor Ort deren Verweildauer erhöhen können. Darüber hinaus könne so die Nachfrage an Mietflächen gesteigert werden, denn diese gewinnen durch den Einsatz des Magic Mirrors an Wert – und das sogar, ohne dass man in neue Räume investieren müsse.

Phizzard: die intelligente Umkleidekabine

Bei Phizzard ist man davon überzeugt, dass im Modehandel die Anprobe der Schlüssel zum Erfolg ist. Wenn man in einer Umkleidekabine steht und das Kleid zu groß oder die Hose zu eng ist, stehen die Chancen besser, dass man eine neue Größe auswählt und anprobiert, als im Online-Handel. Denn ist das online bestellte Kleidungsstück nicht passend, kommt eine Rücksendung inklusive der Neubestellung auf einen zu. Selten nimmt man die lange Wartezeit in Kauf und bricht stattdessen den Online-Einkauf ab. Natürlich gibt es auch noch die Möglichkeit, ein Kleidungsstück in verschiedenen Größen zu bestellen, aber hier haben Online-Händler aufgrund hoher Retouren das Nachsehen.

Zurück in die Umkleidekabine: Ist diese mit einem bedienbaren Customer Touch Display von Phizzard ausgestattet, kann der Kunde noch in der Kabine eine Bewertung der Passform abgeben und sich vom System hinsichtlich einer passenden Größe oder eines Alternativartikels, sofern der Wunschartikel aus ist, beraten lassen. So können Kunden nochmals dort abgeholt werden, wo sie oft beschließen, den Laden zu verlassen.

Phizzard
Mit Phizzard holt sich der stationäre Einzelhandel die Vorzüge des E-Commerce in die Umkleidekabine (Foto: Phizzard)

Die Phizzard-Multichannel-Lösung, entwickelt von Martin Vetter, Peer Hohn, Stefan Voß und Jan Schneider, bietet außerdem noch weitere Vorteile für den Händler. Anhand der eingescannten Artikel kann man Kunden weitere Artikel vorschlagen, die zu den anprobierten Kleidungsstücken passen würden. Das Stichwort ist Cross-Selling und bietet für die Macher von noch unausgeschöpftes Potenzial für stationäre Modehändler, um ihre Umsätze zu steigern.

Weitere spannende Geschäftsideen rund um ein besseres Einkaufserlebnis gibt es von:

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