KfW Gründungsmonitor 2015: (etwas) mehr Gründer



Im Jahr 2014 wurden laut dem aktuellen KfW Gründungsmonitor 2015 wieder mehr Gründer gezählt. Dabei zog insbesondere das Gründungsgeschehen in den Freien Berufen an. Zudem waren die Chancengründer in der Mehrzahl. Die schlechte Nachricht für 2015: die KfW-Prognose sagt einen Rückgang der Gründerzahl voraus.

Der KfW Gründungsmonitor erfasst jedes Jahr das Gründungsgeschehen in Deutschland (im Recitfga-bsl.info-Blog finden Sie auch Ergebnisse des KfW Gründungsmonitor 2014). Die Angaben basieren auf 50.000 repräsentativ befragten Personen in Deutschland. Als Gründer werden dabei haupt- und nebenberufliche Selbstständigkeiten sowie Freiberufler und Gewerbetreibende erfasst.

Zahl der Vollerwerbsgründer steigt – Teilzeitselbstständige rückläufig

Nach einem Allzeittief von 306.000 im Jahr 2013 ist die Zahl der Vollzeitgründer im Jahr 2014 deutlich auf 393.000 gestiegen. Die nebenberufliche Selbstständigkeit verbuchte 2014 hingegen einen Rückgang auf 502.000 nach 562.000 im Jahr zuvor. Unterm Strich stieg damit die Zahl der Gründer im Jahr 2014 auf 915.000 nach 868.000 im Vorjahr. Die Gründerquote lag in Deutschland damit bei 1,8 %. 2013 betrug sie 1,67 %. Damit konnte Sie seit 2012 (1,5 %) zulegen. Von den historischen Bestwerten der Jahre 2001 bis 2003 (2,76 % bis 2,92 %) sind wir aber noch weit entfernt.

Die Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen weisen wie üblich die höchsten Gründerquoten auf. Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Sachsen-Anhalt sind die Schlusslichter.

Wir haben in einer ausführlichen Infografik die wesentlichen Kennzahlen aus dem KfW Gründungsmonitor 2015 zusammengefasst. Zu dieser gelangen Sie per Klick auf die nachfolgende Grafik oder hier.

KfW Gründungsmonitor

Bevor wir auf weitere Details aus dem KfW Gründungsmonitor 2015 eingehen, zieht KfW-Chefvolkswirt Dr. Jörg Zeuner sein Fazit zu den Ergebnissen:

 Weitere Details aus dem KfW Gründungsmonitor 2015

Der Anteil der Freiberufler unter den Gründern legte 2014 auf 40 % zu. 2013 betrug dieser noch 36 % und verzeichnete einen kontinuierlichen Aufwärtstrend in den letzten Jahren. Zu den Top 10 der freiberuflichen Gründungen zählen:

  • Plätze 1 bis 5: Unternehmensberatung, Dozentur, Kindertagespflege, Webdesign, Ingenieurbüro
  • Plätze 6 bis 10: Übersetzungen, Psychotherapie, Softwareengineering, Rechtsberatung, Coaching

Gründer schaffen Jobs, so ein weiteres Fazit des KfW Gründungsmonitors 2015. Der Bruttobeschäftigungseffekt stieg 2014 auf 745.000 nach 602.000 im Vorjahreszeitraum. Darin sind einerseits die Gründer selbst enthalten, allerdings nahm auch die Zahl der im Rahmen der Neugründungen beschäftigten Mitarbeitern im Jahresvergleich deutlich zu.

Der Anteil der Chancengründer ist zwar im Jahresvergleich von 53 % auf 48 % gesunken, er liegt allerdings weiterhin spürbar über den Werten der Jahre 2008 bis 2011. Insgesamt verzeichnete der KfW Gründungsmonitor 2015 damit 441.000 Chancengründer im Jahr 2014. Der Anteil der Notgründer bewegt sich bei etwa einem Drittel. Insgesamt kommt der KfW Gründungsmonitor zum Schluss, dass die Gründer verstärkt aus dem Job heraus gründen (2014: 55 %, 2013: 50 %).

Mehr Gründerinnen in Deutschland

Erfreulich sind auch die Ergebnisse in Bezug auf Gründerinnen. Hier erhöhte sich insbesondere der Anteil der Gründerinnen unter den Vollzeitgründern: von 33 % auf 41 %. Zwar dominieren weiterhin der männlichen Gründer, aber vielleicht gibt es im nächsten KfW Gründungsmonitor mal Gleichstand zu vermelden.

Kürzlich haben wir Initiativen, Portale und Magazine für Gründerinnen, Mompreneurs und Co. zusammengestellt: zum Spezial für Gründerinnen.

Weniger erfreulich ist hingegen die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung von Gründungen in Deutschland. Nachdem 2012 und 2013 monatliche Umsätze von 14.100 Euro und 14.500 Euro bei den Vollerwerbsgründern zu Buche standen, sank der Monatsumsatz 2014 auf 9.500 Euro. Allerdings blicken die Gründer optimistisch in die Zukunft: 40 % planen einen Umsatzanstieg von bis zu 50 %. 21 % gehen von einem Wachstum zwischen 50 % und 100 % für ihr zweites Geschäftsjahr aus. 18 % streben gar mehr als eine Verdoppelung an.

In Puncto Finanzbedarf kalkulierten die Gründer 2014 im Schnitt mit 9.100 Euro (2013: 11.000 Euro). Einen höheren Finanzbedarf gaben erwartungsgemäß Vollerwerbsgründer an: 14.800 Euro. Gründer, die mit einer externen Finanzierung geplant haben, verzeichneten den höchsten Kapitalbedarf mit 32.600 Euro, wovon sie knapp 30 % aus Eigenmittel bestreiten wollten. 10 % der Vollzeitgründer gingen von einem Kapitalbedarf jenseits von 100.000 Euro aus. Während zwar 80 % der Gründer nicht über Finanzierungsprobleme berichteten, ist der Anteil der Gründer, die Schwierigkeiten vermeldeten, im Jahr 2014 auf 20 % gestiegen. Das ist ein neuer Höchstwert seit 2012.

Auf der zweiten Seite des Beitrags finden Sie unsere vollständige Infografik zum KfW Gründungsmonitor 2015 sowie den Ausblick der KfW auf das Gründungsgeschehen 2015 und natürlich den Link zum Download des KfW Gründungsmonitors 2015.

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