Deutscher Gründerpreis 2015: Braufässchen im Finale



Wir haben den richtigen Riecher, wenn es um preisverdächtige Unternehmen geht! Das Münchener Jungunternehmen Braufässchen, das ein Heim-Bierbrau-Set herstellt, begleiten wir seit 2013 und haben es als Experte beim Deutschen Gründerpreis in der Kategorie Start-up ins Rennen geschickt. Nun geht Braufässchen unter den Top 3 ins Finale Ende Juni. Wir trafen das Gründerteam zum exklusiven Vorabinterview.

Jedes Jahr nominiert Recitfga-bsl.info spannende Gründer- und Start-up-Teams für den Deutschen Gründerpreis. Im Vorjahr hat es mit myboshi ebenfalls einer unserer Vorschläge unter die Top 3 ins Finale geschafft. An diese Tradition knüpft nun Braufässchen an. Am 30. Juni heißt es Daumen drücken – dann werden im ZDF Hauptstadtstudio die Sieger gekürt. In der Kategorie Start-up sind neben dem Braufässchen von Customized Drinks noch RESTUBE und OnPage.org unter den Finalisten. Die Unternehmen Nanoscribe, Little Bird und Jimdo bestreiten hingegen das Finale in der Kategorie Aufsteiger.

  • Sie interessieren sich für den Deutschen Gründerpreis? Wir haben eine Infografik vorbereitet, die den Wettbewerbsverlauf erklärt.

Recitfga-bsl.info: Hallo Herr Westermeier, Ihr Unternehmen Braufässchen ist ein guter Beleg dafür, wie gern man in Deutschland Bier trinkt. Seit der Gründung 2012 ging es stetig bergauf. Haben Sie ein paar aktuelle Kennzahlen zum Unternehmen für uns?

Wolfgang Westermeier von Braufässchen: Seit Gründung haben wir über 70.000 Braufässchen verkauft. Den Großteil davon in Deutschland und Österreich. Der Hauptvertriebskanal ist dabei nach wie vor unser Webshop, zusätzlich haben wir seit letztem Jahr auch immer wieder Aktionen mit dem Lebensmitteleinzelhandel sowie mittlerweile auch eine Vielzahl an Kooperationen mit anderen Webshops.

Seit Oktober 2014 ist unser englischer Webshop live, über den wir mittlerweile auch schon mehrere Tausend englische Braufässchen verkauft haben. Im vergangenen Jahr haben wir dadurch einen Gesamtumsatz von 1,3 Mio. Euro erwirtschaftet. Aktuell haben wir zehn Mitarbeiter und wollen dieses Jahr das Team noch mal um mindestens zwei weitere Mitarbeiter erweitern.

Gründer hinter Braufässchen
Die Macher hinter Braufässchen Dominik Guber, Wolfgang Westermeier und Ping Lu (v.l.n.r.)

Recitfga-bsl.info: Auch wir sind von Beginn an Fans von Braufässchen und haben Sie für den Deutschen Gründerpreis nominiert. Die Jury gibt uns recht und wählte Ihr Unternehmen bis in die Top 3. Wie haben Sie anfangs Ihre Chancen beim Deutschen Gründerpreis eingeschätzt?

Wolfgang Westermeier von Braufässchen:

Wir haben uns zwar sehr über die Nominierung von Ihnen gefreut, haben aber nicht gedacht, dass wir jemals so weit kommen würden.

Bei anderen Businessplanwettbewerben sind wir eher immer früh ausgeschieden. Da war unser Eindruck immer, dass wir mit dem Thema Bier nicht „Hightech“ genug sind, um die Juroren zu überzeugen. Wir sind froh, dass sich der Deutsche Gründerpreis ein sehr ausgewogenes Bild von den Unternehmen macht und dabei auch Wert auf eine nachhaltige Wachstumsstrategie legt.

Recitfga-bsl.info: Welches Alleinstellungsmerkmal brachte Braufässchen aus Ihrer Sicht wohl bis in die Top 3?

Wolfgang Westermeier von Braufässchen: Ich denke, wir haben vor allem damit überzeugt, dass wir unser Unternehmen zum einen parallel zum Studium aufgebaut haben sowie, dass wir verhältnismäßig schnell einen positiven Cashflow erwirtschafteten und dann unser Wachstum bereits aus dem Cashflow finanzieren konnten.

Dies war allerdings nur möglich, indem wir Gründer die ersten 1,5 Jahre auf Gehalt verzichtet haben, um möglichst viel unserer Einnahmen in das weitere Wachstum des Unternehmens zu investieren.

Während dieser Zeit haben wir uns durch Nebenjobs und Studienkrediten über Wasser gehalten und unser Unternehmen erst mal an erste Stelle gesetzt. Ich denke, letztendlich hat gerade diese Entschlossenheit und Leidenschaft die Jury überzeugt.

Recitfga-bsl.info: Welche Entwicklungsschritte haben Sie mit Braufässchen insgesamt und den Produkten im Detail seit Live-Gang des Onlineshops durchlaufen?

Wolfgang Westermeier von Braufässchen: Seit Live-Gang im Juni 2012 hat sich so einiges verändert. Um genau zu sein, haben wir fast jedes Detail des Produktes mehrmals überarbeitet. Im Prinzip sind wir 2012 mit einem Produkt an den Markt gegangen, das gerade so die minimalen Anforderungen erfüllt hat. Uns war es dabei erst mal wichtig, mit so wenig Kosten wie möglich so schnell wie möglich an den Markt zu kommen.

Von diesem Punkt ausgehend haben wir kontinuierlich Kundenfeedback eingeholt, nach neuen Lieferanten und Rohstoffen gesucht und somit auch das Produkt sowie unser Unternehmen kontinuierlich weiterentwickelt. Dazu haben wir über 500 Brauversuche durchgeführt und mehrere Hundert verschiedene Rohstoffe getestet, um den Geschmack zu optimieren.

Wir haben das Überdruckventil drei Mal überarbeitet, die Verpackung vier Mal komplett neu überdacht, die Anleitung fünf Mal neu verfasst und die Webseite komplett neu gelauncht.

Das sind nur ein paar Beispiele aus der Produktentwicklung. Hinzu kommen natürlich noch diverse Herausforderungen bei den Prozessen wie die Skalierbarkeit und Ausfallsicherheit von Prozessen, Auslagerung von Logistik, der Umzug in eine größere Betriebsstätte und so weiter.

Recitfga-bsl.info: Stichwort Produktpalette – woran arbeiten Sie gerade?

Wolfgang Westermeier von Braufässchen: Wir arbeiten gerade an einem Nachfüllset sowie einer neuen Produktlinie zur Herstellung von 10 Liter- und 20 Liter-Bier. Außerdem haben wir vor Kurzem unseren neuen Webshop für Aromen in Kleingebinde live geschaltet. Auf können Endverbraucher und Kleinunternehmer zwischen 60 verschiedenen Aromen in Gebindegrößen von 10 bis 500 ml auswählen.

Damit wollen wir zum einen den Ansatz der Individualisierung auch für andere Produkte eröffnen und die Endkunden direkt selber mit den Rohstoffen experimentieren lassen. Außerdem wissen wir aus eigener Erfahrung, wie schwierig es sein kann, als junges Unternehmen hochwertige Lebensmittelrohstoffe in vernünftigen, sprich kleinen, Mengen zu bekommen. Denn die Lebensmittelindustrie hat oft sehr hohe Mindestabnahmemengen. Auch hier wollen wir mit Pure Flavours Abhilfe schaffen.

Pure Flavours
Der neueste Streich: Lebensmittelaromen für vielseitige Anwendungsmöglichkeiten (Foto: Pure Flavours)

Dabei können wir auf viele Prozesse und einen Großteil der Infrastruktur von Braufässchen zurückgreifen und konnten so kostengünstig die neuen Produktlinien an den Markt bringen. Bisher lief der Verkaufsstart wesentlich besser an, als geplant und das Kundenfeedback ist sehr positiv.

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Auf der zweiten Seite geht das Gespräch in Richtung Deutscher Gründerpreis. Schließlich sind die Gründer in der Kategorie „Startup“ bis in die Top 3 gekommen. Da möchten wir natürlich wissen, wie sie das geschafft haben.

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