ExitGames: Ein Raum und 60 Minuten Zeit, um zu entkommen



Eingesperrt in einem unbekannten, geheimnisvollen Raum und 60 Minuten Zeit, um den Weg in die Freiheit zu finden. Nur wer die im Zimmer versteckten Hinweise und Rätsel findet und löst, darf den Raum früher verlassen. Was sich nach einem klassischen Horrorfilm anhört, ist die neueste Freizeitaktivität in Stuttgart, die Touristen aus der ganzen Welt anzieht. Wir haben mit einem der Gründer von ExitGames über seine spannende Geschäftsidee gesprochen.

Recitfga-bsl.info: Hallo Herr Bierhahn, Sie und Ihr Team haben mit ExitGames eine ganz neue Art der Unterhaltung geschaffen. Worum geht es bei ExitGames und wie sind Sie auf diese Idee gekommen?

Michael Bierhahn von ExitGames: ExitGames setzt die Idee der Escape Games, die man seit Langem als Online-Games kennt, in die Realität um. Zwischenzeitlich hat sich der Begriff „Live Escape Games“ als allgemein bezeichnender Begriff dieser neuen Art des Spiels durchgesetzt. Dies wird gerne als Freizeitaktivität oder als Teambildungmaßnahme eingesetzt.

Letztlich geht es darum, innerhalb von 60 Minuten eine bestimmte Mission zu erfüllen, die in einen Spielraum umgesetzt wurde. Mottos bzw. Genres gibt es dabei sehr viele.

Wir bieten aktuell hier in Stuttgart zwei Spielräume an. Einer versetzt die Spieler in die 60er Jahre und der andere Spielraum folgt dem Horror-Genre. Meine Frau und ich haben erstmals während unseres Urlaubs in Budapest im Dezember 2013 diese Art des Spiels kennengelernt und waren gleich begeistert. Zurück in Deutschland konnten wir kein vergleichbares Angebot finden. Hieraus ist die Idee geboren, dieses Prinzip in Stuttgart zu etablieren. Letztlich haben wir dann mit zwei Freunden im Januar 2014 mit der Umsetzung begonnen. Eröffnet haben wir Anfang März 2014.

Knifflige Rätsel müssen in 60 Minuten gelöst werden, um den Raum verlassen zu können.
Knifflige Rätsel müssen in 60 Minuten gelöst werden, um den Raum verlassen zu können
(Foto: ExitGames)

Recitfga-bsl.info: Bereits ein Jahr nach Gründung ist ExitGames bei TripAdvisor eine der beliebtesten Aktivitäten in Stuttgart. Wer sind die Besucher von ExitGames und wo kommen sie her?

Michael Bierhahn von ExitGames: Unsere Besucher kommen tatsächlich von überall her. Wir hatten schon Gäste aus Japan, Südafrika, Alaska oder Russland. Denn vor allem Touristen informieren sich über Portale wie TripAdvisor, was man so unternehmen kann und stoßen dabei auf unser Angebot.

Knapp 50 % unserer Spieler sind Touristen, die Stuttgart besuchen, die andere Hälfte sind Personen aus Stuttgart und Umgebung.

Eine konkrete Zielgruppe kann man nicht benennen, jedoch konzentriert es sich auf junge Erwachsene, Familien und Abteilungen von Firmen.

Recitfga-bsl.info: Wie haben Sie Ihre Besucher auf ExitGames aufmerksam gemacht?

Michael Bierhahn von ExitGames: Unser Marketing konzentriert sich auf die bekannten Social Media-Kanäle sowie Mundpropaganda und Empfehlungen. Auch die eine oder andere Guerilla-Marketingaktion führen wir in regelmäßigen Abständen durch. So sind Vereinsmitglieder als Hasen in unseren Vereinsfarben durch die Stuttgarter Innenstadt marschiert oder standen vor unserer Spiel-Location verkleidet als Schlächter und haben auf unseren Horror-Raum aufmerksam gemacht.

Recitfga-bsl.info: ExitGames ist aktuell noch ein eingetragener Verein. Dürfen Sie mit dieser Rechtsform dann überhaupt Gewinne erzielen?

Michael Bierhahn von ExitGames: Bei Gründung haben wir aus mehreren Gründen die Rechtsform „eingetragener Verein“ gewählt. Eine Gewinnabsicht stand bei der Gründung nicht im Vordergrund. Vielmehr ging es uns um den Spaß und die Idee, welche uns alle gleichermaßen fesselte.

Im vergangenen Jahr hat sich nun vieles verändert und so bereiten wir nun tatsächlich einen Wechsel der Rechtsform vor. Allerdings gibt es auf diesem Weg deutlich mehr Hürden, also ursprünglich angenommen.

Bis diese vollends genommen sind, bleiben wir ein Verein, bei welchem sich die Mitglieder ohne Vergütung engagieren, was natürlich der Vereinskasse zu Gute kommt.

Recitfga-bsl.info: Durch den Erfolg in Stuttgart soll es ExitGames bald auch in anderen Städten geben. Wie soll diese Expansion finanziert werden?

Michael Bierhahn von ExitGames: Wir haben unser Konzept in einen Businessplan gepackt und zwischenzeitlich auf Herz und Nieren getestet und verfeinert. So sind wir uns sicher, dass dies funktioniert und deshalb läuft die Finanzierung für eine Expansion aus privater Kasse unseres Umfeldes, sozusagen als Privatdarlehen.

Recitfga-bsl.info: Mit ExitGames hat Accelerate Stuttgart sein erstes Start-up aufgenommen. Was erwarten Sie von der Unterstützung durch den Accelerator und wie wird die Zusammenarbeit aussehen?

Michael Bierhahn von ExitGames: Mit der Accelerate Stuttgart haben wir einen ganz großartigen Partner gefunden. Unsere Erwartungen sind bereits in den ersten Monaten übertroffen worden. Vor allem das Netzwerk als auch die Mitarbeiter von Accelerate helfen uns enorm bei den üblichen Hürden eines Start-ups. Konkret konnten wir dank Accelerate ein Firmenbüro eröffnen, die Haftungsthematik auf ein transparentes Fundament stellen und unsere interne Kommunikation und Struktur auf ein neues Niveau bringen.

Recitfga-bsl.info: Jeder Raum ist für eine Stunde belegt und die Personalkosten sind hoch – wie sieht es mit der Skalierbarkeit des Geschäftsmodells aus?

Michael Bierhahn von ExitGames: Die Skalierbarkeit funktioniert mit der Erweiterung der Öffnungszeiten als auch mit der Schaffung neuer Räume. Die Ertragsmarge ist trotz aller Personalkosten nach Inbetriebnahme erstaunlich gut. Jedoch ist die sich neu bildende Branche sehr schnelllebig und so stehen auch immer wieder Investitionen an. Aber grundsätzlich ist der Markt noch so jung, dass es nahezu unbegrenzte Möglichkeiten gibt.

Recitfga-bsl.info: Gibt es in Deutschland bereits ähnliche Konzepte oder sind Sie First-Mover?

Michael Bierhahn von ExitGames:

Wir waren in Deutschland der dritte Anbieter, als wir im März 2014 gestartet sind. Aktuell zählen wir circa 30 Anbieter mit insgesamt knapp 90 Spielräumen allein in Deutschland. Hier sieht man, wie schnell sich der Markt entwickelt.

Spielräume, die vor einem Jahr entwickelt wurden, sind zwischenzeitlich schon wieder „alt“. Inzwischen findet eine regelrechte Professionalisierung statt. So gibt es die ersten Spielräume, die von gelernten Spiele-Entwicklern am Computer erstellt wurden. Man könnte nun meinen, dass mit 90 Spielräumen der Markt schon satt ist. Wenn man es jedoch mit vorhandenen Bowlingbahnen, Kinos oder anderen Freizeitaktivitäten vergleicht, haben wir noch reichlich Platz für Leute, die auf diesen Zug aufspringen möchten.

Recitfga-bsl.info: Wie sieht Ihre Zukunftsvision für ExitGames aus?

Michael Bierhahn von ExitGames: Meine Zukunftsvision ist natürlich auf Wachstum und Professionalisierung aus. In einem Jahr möchte das ExitGames-Team viele Standorte mit mehreren professionellen Spielräumen haben. Des Weiteren möchten wir unsere Vormachtstellung im Heimatmarkt Stuttgart weiter ausbauen. Wir sind uns sicher, dass es insgesamt kein Hype ist, sondern dass hier eine ganz neue Freizeitindustrie entsteht. Wir möchten hier entsprechend mitwachsen, mitgestalten und irgendwann natürlich daran partizipieren.

Recitfga-bsl.info: Vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg mit ExitGames!

Kontakt

ExitGames

  • ExitGames Stuttgart e.V.
    Hohenheimer Str. 54
    70184 Stuttgart
    Telefon:  0176.70 09 63 33
    E-Mail: [email protected]
    Internetseite:

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