Medizin meets Tech: drei Geschäftsideen



Wo Medizin und digitale Welt aufeinandertreffen, entstehen neue Geschäftsideen. Diese reichen von der Preissuchmaschine für zahnärztlichen Praxisbedarf bis hin zum neuartigen Therapieansatz für die, bisher kaum behandelbare, Volkskrankheit Tinnitus.

Nicht nur im Kanzleramt bei Angela Merkel, auch in vielen Arztpraxen scheint das Internet noch Neuland zu sein. Denn bei der Bestellung von medizinischem Verbrauchsmaterial setzen die meisten Zahnärzte beziehungsweise deren Mitarbeiter klassisch auf Kataloge und Bestellungen per Fax. Bei der Vielzahl an Lieferanten ist es im stressigen Arbeitsalltag mühsam, immer den besten Preis zu finden. Hier möchte ein Start-up Abhilfe schaffen: Wawibox ist ein Materialwirtschaftssystem für Zahnarztpraxen mit integrierter Preissuchmaschine.

Die Software findet aus dutzenden Bezugsquellen den besten Preis und verwaltet den aktuellen Bestand. Der Hersteller Caprimed verzichtet auf teure Hardware, wie sie bei gängigen Industrielösungen verwendet wird. Die Wawibox besteht lediglich aus einem Etikettendrucker und einer App für mobile Endgeräte von Apple. Kunden zahlen monatlich 20 Euro an Caprimed und einmalig 299 Euro für die Hardware. Das Heidelberger Start-up verspricht eine Preisersparnis von circa zehn Prozent beim Praxisbedarf. Geht man davon aus, dass eine Zahnarztpraxis im Schnitt Material im Wert von 30.000 Euro pro Jahr verbraucht, ergibt sich so ein deutliches Einsparpotenzial. Auf Seedmatch sucht die Caprimed GmbH gerade per Crowdinvesting nach Kapital für ihre Geschäftsidee.

Die Wawibox besteht aus einem zentralen Dashboard für die Materialwirtschaft, Ettikettenscanner und einer Scannerapp für iOS
Die Wawibox besteht aus einem zentralen Dashboard für die Materialwirtschaft, Etikettenscanner und einer Scannerapp für iOS (Bild: wawibox.de)

Insulin Angel übewacht den Zustand der lebenswichtigen Medizin 

Wer auf Insulinspritzen angewiesen ist, den plagen unterwegs in der Regel zwei Sorgen: Zum einen, dass die temperaturempfindliche Arznei zu kalt oder zu warm wird, zum anderen, dass man vergisst, seine Spritzen einzupacken. Der Insulin Angel, ist ein daumengroßer Temperatur- und Abstandsensor und wird zusammen mit der Medizin verstaut. Per Bluetooth nimmt der Insulin Angel Kontakt zu einem Smartphone auf und warnt seinen Besitzer, falls beim Verlassen des Hauses das Medikament noch im Kühlschrank liegt oder die Temperatur einen gewissen Schwellenwert überschreitet. Ein Tester von Insulin Angel beschreibt seine Erfahrung mit dem Produkt so:

Dieses Gerät hat mich vor Stress bewahrt, als ich mit dem Rucksack durch Vietnam reiste. Ich war jederzeit über die Haltbarkeit meiner Medizin informiert.

Der Insulin Angel wird mit einer austauschbaren Knopfbatterie betrieben, die den kleinen Helfer für ein Jahr mit Energie versorgt. Die Geschäftsidee gehört zu den 50 Finalisten des Ideenwettbewerbs CODE_n15, bei dem sich dieses Jahr alles um das Internet der Dinge dreht. Noch gibt es keine Informationen zu Preis und Verfügbarkeit. Die technischen Spezifikationen finden Sie .

Zusammen mit der App überwacht der Insulin Angel die Temperatur der Medizin und den Abstand zum Besitzer
Der Sensor lässt sich problemlos in einem Etui für das Insulinequipment verstauen(Bild insulinangel.com)

Mit der Lieblingsmusik gegen den Tinnitus ankämpfen

Tinnitracks ist eine neue Therapie für Menschen, die an chronischem, tonalem, subjektivem Tinnitus leiden. Allein in Deutschland sind es mehr als drei Millionen Betroffene. Bisherige Behandlungsansätze zielten lediglich auf die Verminderung des subjektiven Leidensdrucks durch Psychotherapie oder Medikamente ab. Im Gegensatz dazu bekämpft Tinnitracks die Ursache der lästigen Geräusche im Hörzentrum des Gehirns. Dort lässt die permanente Überaktivität einiger Nervenzellen den tonalen, subjektiven Tinnitus entstehen. Die Geschäftsidee aus Hamburg basiert auf einer wissenschaftlich belegten Technologie, die die individuelle Tinnitus-Frequenz der Betroffenen aus ihrer Musik herausfiltert.

Durch das Hören der präparierten Musikstücke werden die überaktiven Nervenzellen gehemmt und der Tinnitus verringert. Tinnitracks wurde als Medizinprodukt eingestuft. Der Kunde braucht für die Therapie lediglich einen PC mit Internetzugang und ein MP3-fähiges Abspielgerät mit Kopfhörern. Über das Internet schickt der Kunde die Musik im MP3 Format an Tinnitracks und erhält kurze Zeit später die speziell präparierten Lieder zurück. Zuvor muss der Nutzer seinen Tinnitus von einem HNO-Arzt bestimmen lassen. Betroffene kaufen für die Dauer der Therapie eine Lizenz. Diese schlägt im Jahr mit 539 Euro zu Buche. Das ist ein erfolgreiches Beispiel für den Transfer aus Wissenschaft in die Praxis und wurde unter anderem vom Bundeswirtschaftsministerium mit dem Gründerpreis IKT Innovativ geehrt.

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