Münchens Förderung zur Gründung aus der Hochschule



Für die Lufthansa ist München nach Frankfurt die zweitwichtigste Drehscheibe im Flugverkehr. Auch für Gründer ist die bayrische Hauptstadt ein wichtiger Hub in Deutschland. Die vielen Hochschulen sind besonders bemüht, ihren gründungswilligen Studenten die besten Voraussetzungen für eine Existenzgründung nach oder während des Studiums zu erleichtern. Wir haben einige Inkubatoren besucht, um mehr über die dortige Gründerförderung zu erfahren. 

Auffällig ist es nicht, das Gebäude in der Giselastraße 10 in München. Der schmucklose Zweckbau kann äußerlich nicht mit dem eindrucksvollen Hauptgebäude der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) mithalten. Der Gründer-Inkubator der LMU, das (LMU EC), liegt aber günstig zwischen LMU Mensa und Englischem Garten, ganz in der Nähe des Verkehrsknotenpunktes Münchner Freiheit und gleich neben renommierten Adressen wie Siemens und Münchner Rück.

Gleich drei Inkubatoren unterstützen die Gründungsaktivitäten der Münchner Studenten (copyright SCE München)

Noch wichtiger aber ist den Mitarbeitern des LMU EC die unmittelbare Nähe der Gründer zueinander und verschiedener Initiativen untereinander. So beherbergt die Giselastraße 10 nicht nur das LMU EC, sondern auch noch die , die im Auftrag der vier Münchner Hochschulen speziell soziale Gründerprojekte fördert, und die , die sich der Unterstützung von Kooperationen zwischen Gründern, der Wirtschaft und der Forschung verschrieben hat. Aktuell hilft sie mit dem vor allem deutschen Technologie-Start-ups beim Sprung über den Großen Teich nach Amerika.

Die räumliche Nähe zueinander ist den Programmverantwortlichen wichtig. So nimmt der Vertreter eines Programms im Krankheitsfall auch mal den Termin eines anderen Repräsentanten wahr. Vor allem aber kommen die Unternehmen, die im LMU EC gefördert werden, schnell untereinander in Kontakt, lernen voneinander oder können sich gegenseitig bei Fragen helfen, die in ähnlicher Form ein anderes Inkubator-Unternehmen auch bereits hatte. Bis zu 20 Gründer-Teams beherbergt das „Lab“ des LMU EC jedes Jahr. Sie können Büro- und Konferenzräume nutzen, an Fortbildungen zu Themen wie Gründerfinanzierung, Produktgestaltung, gewerbliche Schutzrechte oder Gesellschaftsformen sowie an den Netzwerktreffen mit anderen Gründern und hochkarätigen Gastrednern teilnehmen. Beim LMU EC ist man auch dann willkommen, wenn man nicht direkt aus der Universität gründet oder gar nicht aus München stammt. Und am Accelerator-Programm nehmen sowieso Gründer aus ganz Deutschland teil.

EXIST-Vergleich: Die meisten Gründungen aus der Wissenschaft in Bayern

Insgesamt betrachtet, rangiert Bayern im Mittelfeld der deutschen Gründungsaktivitäten. Der jüngste KfW-Gründermonitor weist für Bayern eine Gründerquote von 1,58 % aus. Der Spitzenreiter ist Berlin mit 2,58 %, gefolgt von Hamburg mit 1,98 %. Dass Bayern aber bei der Förderung von Gründern mit akademischem Hintergrund besonders aktiv ist, zeigt eine Auswertung des EXIST-Förderprogramms zur Förderung von Existenzgründungen aus der Wissenschaft aus dem Jahr 2013. Mit 191 angemeldeten Vorhaben im Zeitraum 2007 bis 2013 lag Bayern an der Spitze, deutlich vor Berlin mit 153 und Nordrhein-Westphalen mit 125 Vorhaben. Zusammen machten die drei Bundesländer 50 % aller angemeldeten Vorhaben im EXIST-Gründerprogramm aus.

Daran wirkt neben dem LMU EC beispielsweise auch das an der Hochschule München mit. Gegründet wurde das SCE 2002 von Falk F. Strascheg, seinerseits erfolgreicher Gründer und später Venture Capitalist. Heute sitzt das SCE als An-Institut, also eine rechtlich und auch organisatorisch eigenständige Einheit, in einem modernen Anbau zur Hochschule München. Es bietet den Studierenden Angebote in Lehre und Forschung zum Thema Entrepreneurship, Gründung und Innovation, und fördert durch einen eigenen Inkubator ganz konkret auch handfeste Ausgründungen aus dem Hochschulumfeld. Bei den häufig technisch orientierten Start-ups der Hochschule München umfasst das beispielsweise die Unterstützung bei der Entwicklung von Prototypen, beim Patentschutz oder bei der Öffentlichkeitsarbeit. Darüber hinaus vermittelt das Strascheg Center aber auch Coaches und Gründerberater aus seinem Münchner Netzwerk und hilft bei der Beantragung von Fördermitteln.

Eine Gruppe Studierender bei der Arbeit im Strascheg Center for Entrepreneurship
Eine Gruppe Studierender bei der Arbeit im Strascheg Center for Entrepreneurship (copyright SCE München)

Den vielleicht eingängigsten Namen in der bayrischen Förderlandschaft für Hochschulgründer hat sich die Technische Universität München gesichert. Mit dem Name   verknüpft die Universität geschickt Kürzel und Mission in einem Wort. Der Schwerpunkt der hier geförderten Gründerideen kommt – wenig verwunderlich – aus der Hochtechnologie. Konux beispielsweise hat eine innovative optische Messtechnik entwickelt oder Elcomax kostengünstige Brennstoffzellen. Am bekanntesten aber ist vermutlich die Ausgründung Braufässchen, die das selbstgebraute Bier für jedermann auf deutsche Balkone und Grillfeste bringen will. Zur Förderung ihrer Unternehmen hat die UnternehmnerTUM sogar einen eigenen Venture Capital Fonds. Mit ihm investiert sie bis maximal 500.000 Euro in neue Unternehmen und in einer zweiten Phase bis zu drei Mio. Euro in Wachstumsunternehmen. Der Fokus liegt zumindest in der ersten Phase bei CleanTech, Medizintechnik sowie Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT).

Die UnternehmerTUM ist wie das SCE an der Hochschule München ein An-Institut der TU München. Gebündelt werden alle Förderbemühungen der TU München unter dem Stichwort . Dahinter verbergen sich alle Förderinstrumente, die die Universität zu bieten hat: Gründerberatung, Netzwerke oder die Organisation des TUM Entrepreneurship Day. Das alles hat ein nicht gerade bescheidenes Ziel: die TU München will eine der gründungsstärksten Universitäten in Europa werden. Die härteste Konkurrenz droht ihr dabei nicht zuletzt aus der direkten Nachbarschaft.

Abschließend haben wir Ihnen wichtige Element der Gründungsförderung an Münchner Hochschulen auf einen Blick zusammengefasst.

Ludwig-Maximilians-Universität (LMU): LMU Entrepreneurship Center

  • Lehr- und Weiterbildungsangebote für Studierende aus allen Fakultäten
  • Inkubator mit Platz für knapp 20 Teams pro Jahr
  • Online-Netzwerk mit mehr als 9.000 registrierten Nutzern

Technische Universität München (TU): UnternehmerTUM

  • Gründungsberatung u.a. auf Basis des eigens entwickelten Business Design-Konzepts
  • Mit über 60 Mitarbeitern eines der größten universitären Gründerzentren in Europa
  • Eigener Venture Capital Fonds für direkte, aktive Investitionen in junge Unternehmen

Hochschule München: Strascheg Center for Entrepreneurship

  • wöchentliches Innovations-Café zum Austausch gründungsinteressierter Studenten
  • 6-monatiges Förderprogramm mit Evaluation und Unterstützung z.B. beim Prototypenbau
  • Vermittlung von Beratern und Coaches

Social Entrepreneurship Akademie

  •  seit 2010 als Netzwerkorganisation der vier Münchner Hochschulen aktiv
  • Ziel: unternehmerisches Handeln mit sozialem Denken in Einklang bringen
  • gezielte Förderung sozialer Gründungsprojekte, breites Bildungsangebot und Netzwerkarbeit
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