E-Mobilität gepaart mit leckerem Kaffee – Valentinas



E-Mobilität gepaart mit leckerem Kaffee – Tanja Botthof und ihr Twizy zeigen mit Valentinas neben flinker Mobilität auch Geschmack. Die mobile Kaffeebar sorgt allerorts für Aufsehen und lässt im Frankfurter Raum kein wichtiges Event unversorgt.

Recitfga-bsl.info: Hallo Frau Botthof, was verbirgt sich hinter Ihrer Idee der mobilen Kaffeebar mit dem Namen Valentinas und wie sind Sie darauf gekommen? Haben Sie eine spezielle Verbindung zu Kaffee oder Gastronomie?

Tanja Botthof von Valentinas:

Andere Leute kaufen gern Häuser. Ich gründe gern. 2001 gründete ich mein Einzelunternehmen contr!butor.de. Als selbstständige Projekt- und Eventmanagerin war ich für namhafte Unternehmensberatungen in den unterschiedlichsten Projekten tätig.

Mit der Gastronomie bin ich seit 1989 verbunden und arbeitete in verschiedenen Bars und Cafés. Mitte der 1990ziger organisierten wir Events, auch im Rathaus Römer, mit einer durchschnittlichen Besucherzahl von über 2.500 Gästen.

Seit 2003 bin ich mit dem Maincafé in Frankfurt sehr verbunden. 2008 gründeten die Partner des Maincafé und ich eine Event & Catering Agentur namens bb°n Bareuther, Botthof & Nowak GbR, die u. a. das VIP-Zelt der Stadt Frankfurt auf Fanmeile zur Frauenfussball-Weltmeisterschaft 2011 betreute. Seit 2010 koordiniere ich das Maincafé in Frankfurt mit einer Teamstärke von ca. 35 Mitarbeitern in der Saison. Meine Leidenschaft zu Kaffee habe ich in der Berlin School of Coffee intensiviert. Vor zwei Jahren war ich auf der Suche nach etwas Neuem, einer Herausforderung:

eine mobile Kaffeebar, die wenig Platz benötigt, schnell von A nach B kommt und kein Franchise-Unternehmen ist.

Mir schwebte zuerst ein umgebautes Fahrrad vor, und ich recherchierte, welche Möglichkeiten es gibt. Im Herbst 2012 entdeckte ich in einer Zeitschrift den Espressizy und dachte buchstäblich: Was ist das denn?

Tanja Botthof sorgt mit Valentinas auf allen Wegen für Aufsehen. (Fotograf: Bernd Hartung)
Tanja Botthof sorgt mit dem Twizy auf allen Wegen für Aufsehen. (Fotograf: Bernd Hartung)

Recitfga-bsl.info: Auf welchem Fahrzeug basiert Ihre mobile Kaffeebar und wie verlief die Entwicklung?

Tanja Botthof von Valentinas: Die Kölner Bio-Feinrösterei VAN DYCK hat den im Mai 2012 von Renault vorgestellten Twizy – ein zweisitziges, autoähnliches und vollelektrisches Kraftfahrzeug – in eine fahrende Kaffeebar umgebaut.

Das Besondere an dem Gefährt ist nicht nur der futuristische Blickfang, der Twizy findet dank seiner kompakten Größe fast überall Platz – draußen und drinnen – also perfekt für meine Suche.

Mir war sofort klar: Den muss ich haben! Ich kaufte kurzerhand den kleinen Stromer und gründete – ganz nach meiner Passion – eine eigene Firma. Damit begann im November 2012 der Gründungsprozess und somit die Geburtsstunde von Valentinas, der mobilen Kaffeebar.

Der Twizy wurde bestellt und am 21. März 2013 in Frankfurt durch die Ordnungsbehörden zugelassen. Ein 3-Phasenmodell wurde entwickelt, um die Gründung von Valentinas strukturiert anzugehen. In der ersten Phase entwickelten wir ein Aufbaukonzept, was einen Businessplan, das Kommunikationsdesign und in erster Linie die Ausbildung eines Teams beinhaltete.

In der zweiten Phase wurde das Frankfurter Modell und der Einsatz von Valentinas auf verschiedenen Events im Rhein-Main Gebiet erprobt. In Frankfurt waren wir z.B. bei der europäischen Mobilitätswoche an der Hauptwache oder beim Windfest am Heiligenstock zu sehen. Unsere erste große Messe haben wir ebenfalls absolviert: die Kulinart im Bockenheimer Depot.

Die gesammelten Erfahrungen aus den Vorphasen waren Bedingung, um dann in der dritten Phase unser Frankfurter Modell zu optimieren und auszubauen.

Recitfga-bsl.info: Bei welchen Gelegenheiten sind Sie mit der Kaffeebar unterwegs und wie kommt ihr Gefährt und noch wichtiger der Kaffee an?

Tanja Botthof von Valentinas: Inzwischen kommen viele Anfragen unterschiedlichster Natur…auch aus dem Ausland. Filmprojekte, Messen, Eröffnungen, Jubiläen, Promoaktionen, für das Objekt Twizy an sich, Firmenevents, Hochzeiten, Feste und vieles mehr.

Man kommt schnell ins Gespräch. Valentinas macht Leute neugierig. Sie kommen zu uns, weil sie wissen wollen, was das eigentlich ist. Im Prinzip betreiben wir Aufklärungsarbeit für E-Mobilität – zum Anfassen und Bestaunen, bei einer sehr guten Tasse Kaffee. Unser Bio-Espresso aus dem Haus VAN DYCK ist ein preisgekrönter Kaffee, unsere Gäste sind von der Qualität begeistert.

Recitfga-bsl.info: Sie haben sich der Slow-Food-Bewegung verschrieben – was genau verstehen Sie darunter und wie spiegelt es sich dies in Ihrem Konzept wider?

Tanja Botthof von Valentinas: Mit der Idee Valentinas – die mobile Kaffeebar, möchten wir eine unternehmerische Zukunft gestalten, unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit und Fairness. Hier konzentrieren wir uns auf eine erstklassige  und ein nachhaltiges .

Unser Anspruch an das Produkt entspringt der Slow-Food-Bewegung mit ihrem Leitsatz: Gut, sauber und gerecht. Er formuliert unser Selbstverständnis, unsere Verantwortung gegenüber dem Produkt, gegenüber den Erzeugerfamilien, gegenüber der Natur.

Wir sind klimaneutral in der Fortbewegung mit einer autarken Reichweite von ca. 80 km. Unser Kaffee und die Zutaten, wie Milch, Zucker und Honig sind fair gehandelt und biologisch angebaut. Für uns steht der Mensch als kleinste ökonomische Einheit im Mittelpunkt.

Alle Events werden von der mobilen Kaffeebar mit dem Twizy von Renault angefahren. (Fotograf: Bernd Hartung)
Alle Events werden von der mobilen Kaffeebar mit dem Twizy von Renault angefahren. (Fotograf: Bernd Hartung)

Recitfga-bsl.info: Stichwort Genehmigungen, wie sieht es denn damit aus – ist die mobile Kaffeebar ein Problem für die Behörden?

Tanja Botthof von Valentinas: Behördlicherseits ist es nicht einfach, uns zuzuordnen. Einerseits könnten wir mit unserem Reisegewerbeschein ohne besondere Genehmigung an verschiedenen Orten 2 Stunden ausschenken, anderseits ist das nicht selten auch mit Ärger verbunden. Jede Stadt hat da so ihre Einschränkungen und sieht uns wie einen mobilen Eiswagen, auch wenn wir nicht so arbeiten. Sind wir für Events, Messen oder Promoaktionen gebucht, übernimmt der Veranstalter den Genehmigungsprozess. Findet das Event auf einem privaten Gelände statt, ist es überhaupt kein Problem.

Recitfga-bsl.info: Welche Marketingmaßnahmen setzen Sie ein?

Tanja Botthof von Valentinas: Wir haben Flyer, Postkarten und Visitenkarten entwickelt. Die Website ist im Aufbau. Ein gutes Netzwerk hilft. Persönlich besuche ich eine Reihe von Messen und Fachtagungen. Wenn sich die Gelegenheit bietet, pitche ich auch gern. So zum Beispiel beim Zukunftssymposium Megatrend Frauen im HOLM am Flughafen Frankfurt. Jeder Auftritt bringt uns weiter.

Recitfga-bsl.info: Sie haben mit der UG & Co. KG eine recht seltene Rechtsform genutzt – warum?

Tanja Botthof von Valentinas: Zum einem ist die UG als Komplementärin haftungsbeschränkt und die KG könnte ausgebaut werden. Dahinter steckt die Idee, Valentinas – die mobile Kaffeebar – roll-out-fähig zu machen und in verschiedenen Städten nach dem Frankfurter Modell zu installieren. Durch die Haftungseinlage in der KG ist das Risiko für den Teilhafter überschaubar und dadurch die Finanzierung von Projekten einfacher.

Recitfga-bsl.info: Was sind die nächsten Schritte bzw. Strecken für Valentinas?

Tanja Botthof von Valentinas: Im Augenblick arbeiten wir an einer Kooperation mit dem HOLM. Dort steht der Twizy gerade im Ausstellungsbereich als Objekt und wird dort im Eventbereich genutzt. Die Automechanika steht im September an, wo wir uns in der Zukunftshalle präsentieren möchten. Die Buchmesse, der Heldenmarkt und die Kulinart folgen im Oktober im Bockenheimer Depot. Im November sind die Gründerwoche und der Unternehmerinnentag. Im Dezember wollen wir zur Stil + Blüten Messe.

Zu den Strecken: Der Weg ist das Ziel…denn eigentlich würde es sich anbieten mit der Stadt Frankfurt in puncto Botschafterin für zukunftsorientierte Mobilität und nachhaltiges Wirtschaften zu agieren.

Recitfga-bsl.info: Was waren die wichtigsten Lehren aus in Ihrer bisherigen Selbstständigkeit?

Tanja Botthof von Valentinas: Oh, da gibt es einige:

  • Nicht zu übereifrig bzw. fanatisch agieren.
  • Mit Gründerzentren zusammenarbeiten hilft.
  • Business Case aufmachen und dann den Businessplan schreiben
  • Erst alle Genehmigungen einholen und auch die Niederlagen einstecken können.
  • Immer den Mut finden weiter zu machen.
  • An sich selbst und das Projekt zu glauben

Recitfga-bsl.info: Vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg mit Valentinas!

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